Heilige Energie

Eilig kritzelte Katharinas Feder über das vergilbte Pergament und hinterließen Spuren von Tinte, die nicht auszugehen schien. Ihre Lippen bewegten sich mit den geschriebenen Worten mit, ordneten ihre Gedanken, um die Formulierungen ordentlich zu halten. Jeder Fehler würde die Anwendung womöglich zum Scheitern verdammen. Ihre Feder sprang zum nächsten Absatz während das Kind an ihrem Ärmel zuckte und hilfesuchend zu ihr aufblickte.

"Keine Sorge", hielt Katharina kurz inne und blickte von ihrem Werkzeug auf. Die Augen des Mädchens waren von Tränen und Angst erfüllt und ihre Lippen bebten beim Versuch möglichst still zu sein. Die Frau lehnte sich zu ihr nach unten und legte ihre Stirn gegen die Stirn des Kindes und flüsterte ihr zu: "Du vertraust deinem Gildenmeister doch, oder?"
Nach einem kurzen Augenblick des Überlegens nickte die Kleine zustimmend und versuchte ihre Tränen herunterzuschlucken. "Keine Sorge", wiederholte die Ältere und tätschelte sanft ihren Kopf, "Mauro wird nicht sterben."

Nach einem kurzen Augenblick der Nähe löste Katharina sich wieder und nahm ihre ursprüngliche Arbeit erneut auf, bevor sie mit wenigen Federschwüngen das Schriftstück vollendete. Für einen Nachkontrolle blieb keine Zeit. Sie verstaute die Feder wieder und schlug das Buch zusammen, begleitet von einem Geräusch, welches an die Schläge von Glocken erinnerte. Weißes Funkeln trat auf ihren Fingerspitzen zutage, Partikel von heiliger Energie, die sie ansammelte, bevor sie sie auf die Vorderseite des Buches drückte.

Mit einem letzten Glockenschlag manifestierte sich, was aussah wie eine goldene Scheibe zu ihren Füßen, von der exakten Größe und Beschaffenheit, wie die Frau es beschrieben hatte. Mit einem zuversichtlichen Lächeln festigte sie ihren Stand, bevor sie die Hände des Mädchens griff und es eng an sich zog. Als wäre ein lautloses Kommando gefallen, erhob sich eine transparente Säule rings um die beiden, zeitgleich mit einem Beben während die Scheibe vom Boden abhob und in Richtung der Decke schoss, die mit einem krachenden Schlag zerfetzt wurde.

Heilige Energie bezeichnet eine Energie, die gewissermaßen als Abstufung der göttlichen Energie funktioniert. Sie wird von den deitischen Dienern eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis
Name: Heilige / Unheilige Energie

Frequenzbereich: 1500 - 2500

Befähigte: Deitische Diener

Entdeckung: 42 nBnZ.

Bekannte Anwender:
Katharina Petro

Übliche Wahrnehmung
Sehen
weiß

Hören
Glocken

Riechen
frische Wäsche

Fühlen
bedrückend

Schmecken
sauer


Art
Metaphysical, Divine

Glossar
Generic article | Jan 5, 2023

Ein Glossar mit Kurzbeschreibungen der wichtigsten Begriffe.


Inhaltsverzeichnis
Generic article | Mar 9, 2024

Eine Sammlung von Begriffen, mit direkter Verlinkung zum jeweiligen Artikel.

Allgemeines

Heilige Energie ist ein eher seltenes und gleichermaßen sonderbares Konstrukt, welches sich für gewöhnlich nicht als Bestandteil eines Lebewesens oder seiner Umwelt findet. Stattdessen kann sich heilige Energie eher als ein temporärer Zustand vorgestellt werden. Scheinbar ähnlich zum Verhältnis von Dämonenenergie zu magischer Energie entsteht heilige Energie, wenn irdische Kreaturen Kräfte nutzen, die ihnen von Göttern oder Deitischen zur Verfügung gestellt werden.

Grundlage dieser Nutzung und Entstehung von heiliger Energie ist eine Art Pakt oder Glaubensbekenntnis zwischen einem irdischen, zur Vernunft begabten Wesen und einer höheren Kreatur, die Zugriff auf göttliche Energie besitzt. Innerhalb des (durch das höhere Wesen bestimmten) Rahmens ist das irdische Wesen in der Lage dessen Kräfte einzusetzen und zu beschwören, wobei sich allerdings nicht göttliche Energie, sondern heilige Energie manifestiert.

Darüber hinaus wird heilige Energie streng genommen in zwei Gattungen unterteilt, heilige und unheilige Energie. Je nachdem durch welches höhere Wesen die Kraft bezogen wird, definiert sie sich als heilig oder unheilig. Grundlage dieser Unterteilung nach menschlichem Verständnis liegt in der Geschichte der Ame und Virtas verborgen.

Ihre Spaltung des Kosmos in Gut und Böse unterteilte gleichermaßen auch alle anderen höheren Wesen entlang dieses Spektrums. Der Einfluss von heiliger und unheiliger Energie auf ihre Umwelt ist grundlegend identisch, allerdings stehen sie sich gegensätzlich entgegen. Von heiliger Energie erfüllte Wesen werden durch unheilige Energie extrem verletzt und gleiches gilt auch andersherum.

Strukturelle und aktivierende heilige Energie

Das Konzept von struktureller und aktivierender Energie gilt für heilige Energie nur sehr bedingt. Im Grunde existiert heilige Energie nur als aktivierende Energie während göttliche Energie ein strukturelles Konstrukt bildet (zumindest innerhalb dessen was über göttliche Energie bisher bekannt ist). Hierbei scheinen Götter, Deitische und andere höhere Wesen über göttliche Energie in einer reinen Form zu verfügen, die ebenfalls nicht zwischen strukturell und aktivierend unterschieden werden kann.

Heilige Energie dagegen ist grundlegend aktivierend, sie wird verliehen und vergeht wieder. Ähnlich zur magischen Energie oder Naturenergie manifestiert sich die verliehene, heilige Energie innerhalb der strukturellen Blasen der Lebensenergie oder den strukturellen Fäden der Geistesenergie. Von hier aus kann sie durch das Wirken von Fähigkeiten verbraucht werden.

Freie heilige Energie

Heilige und unheilige Energie bilden eine absolute Besonderheit innerhalb der übrigen Energien, da sie zwar frei sein kann, dabei aber nicht versucht sich an Materie zu haften, stattdessen besitzt heilige Energie von Natur aus keinen Drang existent zu bleiben. Sie wird nahezu ausschließlich durch bewusste Manipulation in die Welt geholt und löst sich nach ihrem Nutzen wieder auf. Selbst wenn sie in eine freie Form forciert wird, besitzt heilige Energie darüber hinaus jedoch kein Mutationspotenzial und kann somit selbst in dieser Form keine Mutationen erzeugen.

Frequenz

Die Frequenz von heiliger Energie liegt im Frequenzbereich von 1500 - 2500, womit sie die zweit schnellste Energie auf Terria bildet, deren Frequenz lediglich langsamer als die der Astralenergie ist. Normalerweise würde dies heilige Energie immens anfällig für Mutationen durch langsamere Energien, wie magische Energie, machen, jedoch macht ihre kurze Lebensdauer es nahezu unmöglich heilige Energie zu mutieren.

Befähigte

Die Befähigten der heiligen Energie werden als deitische Diener bezeichnet, unabhängig davon welchem höheren Wesen sie ihr Gehorsam geschworen haben. Manche von ihnen, wie die Diener der Ame selbst, geben sich zwar gesonderte Bezeichnungen, die jedoch alle unter dem Begriff der deitischen Diener zusammenzufassen sind.

Tymidian-Mutation

Die Tymidian-Mutation der heiligen Energie bildet sich primär innerhalb des Gehirn, entwickelt allerdings auch ein expansives Netzwerk rings um die inneren Organe des Torsos. Nur selten bildet die Tymidian-Mutation Ausläufe in den Extremitäten. Interessant sind hierbei die Zusammenhänge zur energetischen Wahrnehmung und Manipulation. Da die Nutzung von heiliger Energie eine verliehene Fähigkeit ist, beginnt sie mit einer Manipulation noch bevor der Anwender die Wahrnehmung der Energien erlernt.

"Die meisten, mit denen ich sprach, bezeichnen den Moment als transzendent. Ein Augenblick, der sich eine halbe Ewigkeit zu ziehen scheint, ein einziger Herzschlag, der wie ein Donnergrollen durch den Körper fährt. In diesem ersten Moment verliehener Macht, da sich heilige Energie durch einen höheren Willen in einem irdischen Körper Bahn bricht, ist Mensch Gott so nah wie nie zuvor. Diese erste Anwendung manifestiert sich nicht als körperlicher Wille eines intelligenten Wesens sondern als die Führung eines Werkzeugs mit göttlicher Intention. Was danach zu sehen ist, die Stränge, Blasen, Fäden und Bewegungen aus Energie sind ein Resultat dieser transzendenten Erfahrung, der Blick in eine immer existente und doch unsichtbare Welt.
— Erfahrungsbericht eines deitischen Dieners


Domänen

Die Nutzung von heiliger oder unheiliger Energie entsprechend einer Zweckmanipulation ist nur innerhalb sogenannter Domänen möglich. Dieses Domänen bezeichnen den Herrschaftsbereich eines höheren Wesens, beispielsweise Belials Kontrolleüber das Feuer und die Hitze. Er regiert somit die Domäne der Flammen. Seine Anhänger und deitischen Diener können somit heilige Energie einsetzen um ebenfalls Kontrolle über das Feuer zu erlangen und in diesem Sinne Belial zu "imitieren". Je mächtiger ein deitischer Diener, desto mehr nährt er sich der Kontrolle über die Domäne an die das zugehörige höhere Wesen besitzt.

Heiliger Kern

Eine Besonderheit der heiligen Energie findet sich innerhalb der Engel, Daimore und bestimmter Gegenstände, die mit heiliger Energie beseelt sind. Da heilige Energie keine strukturelle Energie bilden kann, verfügen derartige Wesen und Gegenstände innerhalb ihrer sonstigen energetischen Struktur über "Kern" aus heiliger Energie. Eine dichte Konzentration von Energie, die sich innerhalb der strukturellen Energie ablagert und die gewöhnliche Energie in sich selbst umzuwandeln scheint.

Im Fall von Engeln und Daimoren bildet sich dieser heilige Kern für jeden Engel an einer anderen Stelle. Manche Kerne nehmen die Gestalt der weißen Schwingen an oder der schwarzen Hörner, andere in Form ihrer Augen und wieder andere verbergen sie als innere Organe. Diese Kerne entsprechen ihrem Pendant einer Seele und fungieren als Quell ihrer Mächte. Gleichermaßen fungiert dies bei gesegneten Gegenstände, also Objekten die mit heiliger oder unheiliger Energie versehen wurden.

Solche Gegenstände, die beispielsweise durch Götter verliehen wurden oder durch mächtige deitische Diener geschaffen wurden, besitzen einen Kern, welcher die gewöhnliche Energie des Objekts in heilige Energie verwandelt und hierdurch die übernatürlichen Fähigkeiten des Objekts bedient. Die Zerstörung dieses Kerns bedeutet nicht zwangsläufig den Untergang des Objekts oder des Lebewesens, sehr wohl jedoch den Verlust heiliger oder unheiliger Kräfte.

Entdeckung

Heilige Energie, insbesondere verliehen in den Reihen der Kirche des Lichts, insbesondere durch die Ame war keine Seltenheit, selbst vor der Entdeckung der Lebensenergie und den damit einhergehenden Erkenntnissen. Da diese Manipulation auch mit der Fähigkeit zur Wahrnehmung anderer Energien verbunden war, existierte in den Reihen der Kirche schon lange das Konzept einer "unsichtbaren Welt", die damals jedoch als das göttliche oder teuflische Gegenstück zur physischen Welt angesehen wurde. Die meisten deitischen Diener glaubten in diesen zusätzlichen Sinneswahrnehmungen Botschaften der Göttin zur Erkennen und nicht eine physikalische Gesetzmäßigkeit.

Erst mit der Entdeckung weiterer Energien und anderer Fähigkeiten wurde klar, dass diese zusätzlichen Sinne und Eindrücke Reaktionen auf Energien waren und dementsprechend Teile des natürlichen Kosmos. Gleichermaßen mag dieses verzerrte Selbstverständnis auch Schuld daran gewesen sein, dass die Magie überhaupt in ihrem späteren Maß in die Kirche integriert wurde. Die zusätzlichen Sinneseindrücke, die von Magiern ausgingen wurden in erster Linie als Botschaften der Göttin verstanden und damit einhergehend als ein Geschenk eben dieser.

Inhaltsdiagramm für Energien


 

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