Aurarer

Mit zitterndem Körper blickte Caipos über den zertrümmerten Marktplatz. Auf Höhe des Brunnens sah er Priscil, die mittlerweile von zwei Lortans gleichzeitig in die Mangel genommen wurde und sich unter steten Strömen aus bläulicher Kraft gegen seine Fähigkeiten erwehrte. Rings um den länglichen Tisch hatte sich ein Pulk aus Mauro, Kanta und Krobat daran gemacht einen der Lortans unter steten Angriffen niederzumachen. Ein seichter Schauer glitt über den Rücken des Jungen und zwang ihn herumzuwirbeln, grade rechtzeitig um das goldene Schwert eines vierten Lortans auf sich zurasen zu sehen. Er sank in die Knie, presste seinen Oberkörper nahezu parallel über den Boden und ließ die Klinge über sich hinweggleiten.

Lortan knurrte und wirbelte die Waffe herum, bereit einen zweiten Angriff auszuführen. Der Dolch war verschwunden, Caipos hatte Corvo genau in die Hände gespielt, doch jetzt war nicht die Zeit sich dieser Niederlage zuzuwenden. Er musste kämpfen, hier und jetzt. Dies war der falsche Ort für zögerliche Gedanken. Er wollte Siira wiedersehen, seine geliebte Schwester in friedlichen Zeiten erneut in die Arme nehmen. Er wollte niemanden der Anwesenden verlieren, nicht einmal Priscil sollte gegen diesen Feind fallen und er würde auf keinen Fall Krobats Tod gestatten.

In einem Anflug von Mut und Entschlossenheit, wie Cai ihn nur selten gespürt hatte, stieß er einen wilden Kampfschrei aus. Womöglich das lauteste Geräusch, welches der Junge jemals erzeugt hatte, drang aus seiner Kehle während sein Körper scheinbar von tausenden Blitzen aus purer Kraft und Entschlossenheit durchfahren wurde. Wilde und kraftvolle aber doch kontrollierte Energie entströmte seinem Innersten, zersprengte die Ketten der Zurückhaltung, die ihn sonst hielten. Aus dem Kern seines Seins drückte er alle Lebensenergie nach außen. Noch mehr Energie, noch viel viel mehr. Der Schrei erreichte seinen ungebremsten Höhepunkt gleichzeitig mit einem wilden Spektrum aus Farbe das aus seiner eigenen Haut hervorzudringen schien.

Lortan erreichte ihn ein weiteres Mal, baute sich zu seiner vollen Größe auf und ließ das goldene Schwert mit aller Macht herabfahren. Cais Sinne schärften sich auf das absolute Maximum. Er spürte jedes Fragment der Aura, die ihn umgab. Dein Innerstes nach außen kehren, manifestiere dein wahres Ich! Tu es jetzt! Sein Blick traf den des göttlichen Wesens über sich, gleichzeitig als das Schwert auf eine grünliche Hülle traf, die sich rings um den Jungen manifestierte und den Schlag neutralisierte. Ein Grinsen fuhr über das von Anstrengung verzerrte Gesicht des Knaben. Eine Libelle also.

Als Aurarer werden alle Befähigten bezeichnet, welche sich die Kräfte der Lebensenergie zu Nutze machen und hierbei die gesonderte Kontrolle über ihre Aura erhalten haben. Sie sind in der Lage emotionale Kontrolle über Lebewesen auszuüben, können ihre Aura jedoch auch als Waffe manifestieren.

Inhaltsverzeichnis
Name
Energie
Bekannte Anwender
Aurarer
Lebensenergie
Caipos Dhuren
Elia Lhural
Glossar
Generic article | Jan 5, 2023

Ein Glossar mit Kurzbeschreibungen der wichtigsten Begriffe.


Inhaltsverzeichnis
Generic article | Mar 9, 2024

Eine Sammlung von Begriffen, mit direkter Verlinkung zum jeweiligen Artikel.


1. Allgemeines

Die Aurarer existieren solange wie die Kräfte der Energien als eben solche bekannt sind. Mit den ersten vollzogenen Aneignungen, welche den Menschen Kontrolle über die Lebensenergie schenkten, traten auch die ersten Aurarer unter ihnen hervor. Ihre Fähigkeit zur Manipulation der Aura, der Mischung aus Lebensenergie und Geistesenergie welche ihren Körpern entströmte, verlieh ihnen die Gabe einer erstaunlichen Menschenkenntnis, aber auch die Fähigkeit ihre eigenen Intentionen und Ziele herausragend zu verstecken. In diesem Sinn zählen Aurarer allerdings auch zu den schwächeren Befähigten im Hinblick auf ihre reine Kampfkraft. Stattdessen werden sie oftmals in juristischen Instanzen beschäftigt oder aber sie fungieren als der geistige und emotionale Schutzschild für Personen des öffentlichen Interesses. Innerhalb der drei Kasten von Befähigten, die der Lebensenergie entspringen, zählen Aurarer zu den seltensten, weshalb ihre Fähigkeiten und mögliche Variationen dieser Kräfte auch am wenigsten untersucht wurden.

2. Entstehung

Aurarer entstehen durch den bekannten Prozess der Aneignung, bei welcher hohe Konzentrationen aus Lebensenergie in das Gehirn des Ziels gespeist werden, um eine Tymidian-Mutation auszulösen. Die spezifische Mutation der Aurarer verlängert das ursprüngliche Zäpfchen der Tymidian hierbei entlang der äußeren Hautschichten und verknüpft sie hierbei stark mit dem Ufer der Lebensenergie, also der Schicht aus überschüssiger Energie, welche den Körper umgibt. Darüber hinaus bildet die Tymidian eine starke Verwachsung in den tieferen Hirnregionen und knüpft Lebensenergie und Geistesenergie zu geringen Teilen aneinander. Dies sorgte grade in der anfänglichen Zeit für eine massiv verstärkte Aura, die auch von anderen Lebewesen verstärkt wahrgenommen werden kann. Dies bedeutet, dass die Emotionen und Intentionen eines neuen Aurarers verstärkt an die Umgebung strahlen. Somit sind Aurarer in ihrer anfänglichen Phase wie ein offenes Buch zu lesen und es braucht einige Übung konstante Kontrolle über die eigene Aura zu erringen. Gleichzeitig erlaubt diese massive Verdichtung der Aura jedoch auch die Manipulation eben dieser, um sie zu manifestieren und als Waffe einzusetzen.
Im Vergleich zu den Energetikern und den Kampfalchemisten nehmen die Aurarer eine recht eigentümliche Rolle in der Manipulation von Lebensenergie ein. Die Energetiker können wohl klar als die offensivste und am ehesten zum Kampf geeignete Mutation gesehen werden. Die rohe Gewalt ihrer Lebensenergie überträgt sich direkt in ein leichtes Erlernen als auch hohe Effizienz. Die Kampfalchemisten dagegen besitzen die größte Auswahl an Möglichkeiten, die sie aus ihren Kräften schöpfen können, allerdings sind ihre Kräfte auch mitunter am schwersten zu meistern. Eine akademische Bildung und das Verstehen der Grundlagen der Alchemie erlaubt es jedoch bereits umfassende Fähigkeiten zu erlangen. Die Aurarer dagegen sind nicht nur selten vertreten, ihre Kräfte sind womöglich auch am schwersten zu erlernen. Eine Erweiterung ihrer Fähigkeiten geschieht nicht nur durch das Verbessern der puren Manipulation von Lebensenergie, sondern insbesondere auf einer sozialen Ebene. Ein Aurarer muss lernen die Aura seines Umfelds zu lesen, seine eigenen Emotionen nicht zu unterdrücken, sondern viel eher kontrolliert auszuleben. Die wahre Macht eines Aurarers erschließt sich nur jenen, die bereit sind sich selbst zu reflektieren und einen wahren Blick in das eigene Innenleben zu riskieren, auch wenn das Bild einem nicht gefallen mag.


3. Entwicklung

Wie zuvor bereits erwähnt, basieren die Kräfte der Aurarer derart auf Emotionen und sozialen Situationen, dass eine wahre Weiterentwicklung nur für jene stattfinden kann, die bereit sind sich selbst wahrhaft kennenzulernen. Hierbei wächst ihr Einfluss, nicht nur auf ihre eigenen Emotionen, sondern auch ihre Fähigkeit andere Lebewesen zu lesen und auch den Eindruck zu kontrollieren, den sie bei anderen Wesen hinterlassen. Allerdings können die Kräfte von Aurarern auch im Hinblick auf Feinmanipulationen anwachsen. Durch die sphärenartige Struktur der Aura, die den Körper umgibt, liegt ihnen die Umwandlung von Aura in manifestierte Objekte und Waffen. Wenn diese Objekte auch nicht die meiste Durchschlagskraft besitzen, so sind sie dennoch die präzisesten energetischen Schöpfungen.

4. Manipulationsformen

Roh- und Feinmanipulationen

Genau wie andere Arten von Befähigten sind auch die Aurarer in der Lage ihre Lebensenergie in Form von kleinen Geschossen zu beschleunigen und als Waffe einzusetzen. Sie besitzen eine verhältnismäßig unterdurchschnittliche Durchschlagskraft, können allerdings durch die Knüpfung an die Geistesenergie theoretisch länger überdauern und besitzen somit eine höhere Reichweite. Innerhalb der Feinmanipulationen zeigt sich die wahre Stärke der Aurarer. Durch die lange Zeit, die die Energie bestehen bleibt, können sie komplexe Formen aufrechterhalten und effektiv einsetzen. Darüber hinaus können sie ihre Aura wie eine Art Panzerung um sich ziehen, ohne hierfür große Teile der körpereigenen Energie aufzuwenden.

Zweckmanipulationen

Die Zweckmanipulationen der Aurarer umfassen primär das Auslesen und Manipulieren von Emotionen. Einige wenige ihrer Kräfte sind jedoch auch in direkten Konfrontationen nützlich, wenn das Abwenden eines Kampfes erst einmal gescheitert ist.

Emotionen lesen: Die grundlegendste Fähigkeit der Aurarer umreißt die Möglichkeit die Emotionen von nahen Personen an ihrer Aura auszulesen. Mit dieser Fähigkeit können sie einerseits erkennen, ob jemand irgendetwas verbirgt, eindeutig lügt oder unlautere Motive für sich behält. Auf die selbe Weise können diese Fähigkeiten allerdings auch genutzt werden, um den Wahrheitsgehalt von Aussagen zu bestätigen.

Intentionen lesen: Im Grunde eine Fähigkeit die sich ähnlich zum Auslesen von Emotionen verhält, wobei jedoch nicht Emotionen und Gefühlsregungen erkannt werden, sondern stattdessen die Impulse aus Geistesenergie, die durch die Aura fahren und verraten, welche Aktionen ein Ziel als nächstes wohl ausführt. Im Grunde sind Aurarer hiermit in der Lage winzige Muskelkontraktionen zu erkennen, bevor das Ziel seine ganze Aktion ausführen kann.

Emotionen verbergen: Der Aurarer verbirgt seine eigenen Emotionen zusätzlich, indem er die eigene Aura unterdrückt, wodurch es deutlich schwieriger wird ihn zu durchschauen.

Präsenz verbergen: Der Aurarer verbirgt seine eigenen Präsenz und damit seine Intentionen. Bei dieser Fähigkeit stechen die Aurarer aus den übrigen Befähigten heraus, die ebenfalls ihre energetische Ausstrahlung unterdrücken können, um unauffälliger zu sein. Obwohl man wohl kurz die Anwesenheit eines Befähigten vergessen kann, der seine Energie unterdrückt, sind Aurarer in der Lage ihre Präsenz nahezu auszulöschen und scheinbar direkt vor den Augen von Anwesenden zu verschwinden.

Ausstrahlung manipulieren: Anstatt die eigene Ausstrahlung nur zu verbergen ist es auch möglich sie zu manipulieren. Einerseits durch das Verstärken der eigenen Emotionen, andererseits indem künstliche Schwingungen durch die Aura gesendet werden, welche unterbewusst bestimmte Emotionen an die Umgebung schickt. Aurarer können diese Fähigkeit nutzen, um Feinde einzuschüchtern, sich selbst glaubwürdiger erscheinen lassen, aber auch um ihre eigene Präsenz derart auszuweiten, dass sie bedeutend mächtiger wirken als sie sind.

Fremdaura manipulieren: Die Fähigkeit die Aura von Feinden zu manipulieren, erlaubt es ihnen Emotionen aufzuzwingen, welche sie eigentlich grade nicht empfinden oder ausstrahlen. So kann ihre Glaubwürdigkeit reduziert werden, aber sie können auch in Angst oder blinde Wut gestürzt werden.

Aura überwältigen: Eine gesteigerte Form der Kunst eine Fremdaura zu manipulieren, ist die Fähigkeit sie vollends zu überwältigen und einen Feind dadurch in seinen Handlungsmöglichkeiten einzuschränken. Im Grunde werden die Wellen von Geistesenergie in der Aura von der Aura des Anwenders unterdrückt, damit eventuelle Prozesse nicht in Gang treten, wodurch das Ziel beinahe vollständig gelähmt werden kann.

Innere Wahrheit: Die innere Wahrheit ist die wohl höchste Kunst der Aurarer, wenn es um die reine Schwierigkeit geht. In diesem Fall führt ein Aurarer gleichzeitig eine Feinmanipulation und eine Zweckmanipulation aus, bei welcher er seine gesamte Aura gleichzeitig manipuliert und als ein Lebewesen manifestiert. Den Aussagen der Aurarer entsprechend sind sie nicht in der Lage diese Form frei zu wählen, sondern ihre Aura scheint dieser spezifischen Manipulation selbstständig eine Form zu verleihen. Sie alle sprechen jedoch von einer Art Identifikation mit dem Lebewesen als auch einem Gefühl von Vertrautheit, welches sie mit diesem Wesen verbinden.

5. Nachteile und Schwächen

Aurarer fügen sich an einen ähnlich Punkt wie auch Orakel, auch wenn sie besser darin sind auf sich selbst aufzupassen. Dank den Manipulationen von Lebensenergie sind sie Feinden im direkten Konflikt nicht hilflos ausgeliefert, dennoch funktionieren sie am besten, wenn ihnen offensivere Kämpfer den Rücken freihalten. Ihre Fähigkeit die Gefühle auf einem Schlachtfeld zu manipulieren, erlaubt es ihnen mühelos eine Situation zu wenden. Dennoch blühen die Aurarer primär in sozialen Situationen auf, es ist schwierig sie zu täuschen und noch schwieriger nicht von ihnen getäuscht zu werden, allerdings resultiert diese soziale Überlegenheit auch in einer gewissen Überheblichkeit und zu übermäßigem Vertrauten in ihre Kräfte.

6. Gesellschaftlicher Stand

Erneut lassen sich die Aurarer am ehesten mit den Orakeln vergleichen. Unter den Befähigten als Abenteurer stechen die Aurarer in den Augen der gewöhnlichen Bevölkerung nicht wirklich hervor. Anders steht es hierbei wiederum in Hinblick auf Personen des öffentlichen Interesses. Die allermeisten Regenten oder politischen Figuren verfügen entweder selbst über die Fähigkeit sich gegen geistige oder emotionale Manipulation zu schützen oder aber sie verfügen über Leibwachen, welche diese Aufgabe innehaben. In solchen Rollen können Aurarer einen ganz ausgezeichneten Lebensunterhalt verdienen und genießen recht gutes Ansehen, wobei sie in solchen Rollen nicht selten aus dem Hintergrund agieren und sich eher verborgen halten.

7. Inhaltsdiagramm für Energien


 

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