Dämonenpest


"Wie eine infektiöse Krankheit schleicht die Dämonenpest über unsere Welt. Viel zu lange haben wir dem Geschwür erlaubt, seine Wurzeln allerorts zu setzen. Wir hätten es ausrotten sollen, mitsamt Stiel und Stumpf als uns klar wurde, was wir auf die die Welt losgelassen hatten. Dennoch ziehen wir es vor unsere Augen zu verschließen, die tausenden Toten jedes Jahr zu ignorieren und die wachsende Gefahr, die mit jedem Tag größer wird. Erst wenn diese Plage vor jeder einzelner Tür steht, scheinen wir den Willen zu besitzen, Komfort zu opfern, um unser Überleben zu sichern."
Die Dämonenpest ist eine Krankheit, welche Uras in Angst versetzt und gleichermaßen Mensch, Tier, Bestien als auch die Welt selbst infizieren kann. Sie wird ausgelöst durch ein Restprodukt, welches bei der Nutzung von magischer Energie bestehen bleibt. Dieses Restprodukt aus freier, magischer Energie heftet sich an umliegende Materie und erzeugt Mutationen. Was eigentlich recht üblich ist bei Naturenergie und nur selten verheerende Auswirkungen hat, ist bei magischer Energie ein vielfach größeres Problem. Hierfür sind diverse Faktoren verantwortlich.

Gründe für die Pest

Zunächst ist die Mutationspotenz zu nennen. Im Vergleich zu Naturenergie braucht es nur etwa ein Zehntel der Menge an magischer Energie, um Mutationen in einem Ziel auszulösen. Gleichzeitig ist Naturenergie viel flüchtiger als magische Energie. Wenn Naturenergie nicht durch eine Naturquelle massiv verdichtet ist, tendiert sie dazu sich aufzulösen, anstatt sich an Materie zu binden. Magische Energie hingegen hat die Eigenschaft als Bündel aus Energie aufzutreten. Anstatt sich aufzulösen, werden einzelne Teile dieses Bündels geopfert, um die Gesamtheit am Leben zu erhalten. Dies verleiht freier, magischer Energie eine irrwitzige Überlebenszeit, die es problemlos erlaubt, sich an Materie zu heften und diese zur Mutation zu zwingen. 

Gleichzeitig ist die Zusammensetzung von magischer Energie ein essenzieller Faktor für die Dämonenpest. Dämonenenergie kann in seiner puren Form nicht auf Terria existieren. Aus diesem Grund wird Dämonenenergie in magische Energie verwandelt, bevor sie in Form von Magie angewandt wird. Hierbei bleiben jedoch winzige Fragmente von Dämonenenergie bestehen und diese sind wie pures Gift für Terria.

Ebenfalls ist die Verteilung von magischer Energie zu nennen. Nachdem Magie genutzt wurde, um den Großteil der modernen Welt aufzubauen, wird selbstverständlich vielerorts bis heute auf Magie gesetzt, um den Alltag zu betreiben. Ganze Städte basieren auf der Nutzung magischer Gegenstände, die mit Lebensenergie gefüttert werden, um magische Prozesse in Gang zu setzen, wobei die Dämonenpest selbst freigesetzt wird. Allerdings sind nicht nur solche Städte betroffen, sondern auch ehemalige Kriegsgebiete, die von magischer Energie durchtränkt sind, oder sogar kleinere Areale, in denen mächtige Magier kollidiert sind.

Formen der Dämonenpest

Die Dämonenpest äußert sich auf diverse Arten, je nachdem wie intensiv die betroffene Materie den Mutationen erliegt. Die "geringste" Form der Dämonenpest liegt in individueller Mutation. Hierbei wird ein Lebewesen zu einer Art Magnet für magische Energie und scheint sie anzuziehen. Hierbei entwickeln sich sogenannte Dämonenmutationen, Lebewesen, die zu einer Hälfte dämonisch sind. Teile ihres Körpers verwandeln sich hierbei in Konvergenzen und binden sich an den Dämonenpfad selbst. Solche Kreaturen sind in der Lage Dämonenenergie selbst zu beziehen, ohne sie in magische Energie zu verwandeln. Dies sorgt jedoch gleichzeitig dafür, dass sie noch viel mehr Mutationen in ihrer Umgebung erzeugen. Sie gelten aufgrund dieses Schneeballeffekts und auch ihrer gewaltigen Kräfte als unglaublich gefährlich. 

Die Mutation selbst ist hierbei jedoch ein interessanter Prozess. Da die realitätsverzerrenden Kräfte von magischer Energie auch für sie gelten, wird meist ein spezifischer Aspekt des betroffenen Lebewesens mutiert. Dies kann nicht nur körperliche Aspekte betreffen, sondern auch geistige und emotionale. So gebären einige Mutation ein neues Wesen, dessen körperliche Kraft ins Unglaubliche gesteigert wurde, während wieder andere Mutationen ihrer Persönlichkeit erleben. Dies ist auch der Ursprung für Wesen wie Succubi, die von körperlicher Lust und dem Ausleben sexueller Freuden leben und tatsächliche Nährstoffe daraus generieren können.

Eine bedrohlichere Stufe der Dämonenmutationen liegt in Dämonenöffnungen verborgen. Hierbei verdichtet sich die magische Energie bis zu dem Punkt, an welchem sich Konvergenzen daraus bilden. Diesen Öffnungen können tatsächliche Dämonen entströmen, irrwitzig mächtige Kreaturen, die in der Lage sind ganze Landstriche dem Erdboden gleichzumachen, bevor sie aufgehalten werden können. Glücklicherweise konnten in den 900 Jahren seit Entdeckung des Weltenschreins nur drei solcher Erscheinungen festgestellt werden.

Eine alternative, aber ebenso bedrohliche und weit häufigere Variante liegt in den Dämonennestern verborgen. Hierbei verdichtet sich magische Energie an einer einzigen Stelle und bildet Materie aus sich. Diese Materie manifestiert sich in Form eines wabernden, rot-schwarzen Klumpens, von dem stetig mehr magische Energie und Dämonenenergie ausgeht. Obwohl er selbst keine Bedrohung darstellt, sind mindestens Magier der fünften Stufe notwendig, um sie zu beseitigen und sie sorgen für einen gewaltigen Anstieg der Dämonenpest in ihrer Umgebung. Gebiete, die von einem Dämonennest betroffen sind, können gewissermaßen mit einer mächtigen Naturquelle verglichen werden und es bildet sich ein komplett eigenes Ökosystem um sie herum.

Glücklicherweise manifestieren sich all diese Formen der Dämonenpest verhältnismäßig selten, da die meiste magische Energie zunächst von magischen Bestien aufgenommen und verarbeitet wird. Gleichzeitig bedeutet jedoch jedes Erscheinen einer Dämonenmutation eine gewaltige Bedrohung für die direkte Umgebung und alle Lebewesen im Inneren.

Maßnahmen gegen die Dämonenpest

Obwohl die Menschheit sich lange Zeit gegen die Wahrheit verschlossen hat, dass ihre Nutzung magischer Energie die Dämonenpest ausgelöst hat, haben sie mittlerweile Wege gefunden, der Korruption durch magische Energie entgegenzuwirken. Der simpelste und bekannteste Weg liegt in der Ableitung in den Untergrund. Hier steht der magischen Energie genug leblose Materie in Form von Gestein und Metallen zur Verfügung, um sich daran zu binden und keine gefährlichen Lebendmutationen hervorzurufen. Die daraus entstehenden Stoffe werden nach einer Weile abgetragen und in gesonderte Gebiete gebracht, zumeist die neutrale Zone, damit sich die Verantwortlichen nicht damit befassen müssen. Aus diesem Grund sind große Teile der meisten Städte von unterirdischen Tunnelnetzwerken untergraben, in welche die magische Energie abgeleitet wird. 
Typ
Magical

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