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Eintrag 36: Die Pfade zum Tempel

General Summary

Khamset, der 34te Tag im Segment des Gesichtslosen im Zyklus 61CZ

  Aus dem persönlichen Audiolog von Layla Al-Biruni   Zum Glück musste mich meine Crew schließlich doch nicht aus dem Dorf der Elenden befreien. Allerdings wirkte vieles in dieser ärmlichen Zeltsiedlung im Bunker sehr befremdlich auf mich. Ganz besonders Elmeda Dol-Pamasso, die Königin, gekleidet in ein altmodisches – und vermutlich früher einmal sehr wertvolles – zenithisches Ballkleid. Den Gerüchten nach war sie einst, vor langer Zeit, eine Gräfin, die durch ihre Opiumsucht am Hofe des Monolithen auf Kua in Ungnade gefallen und als Kurtisane in die Sklaverei verkauft worden war, aus der sie sich aber befreien und ihren eigene “Hofstaat” hier unten errichten konnte. Ich wurde recht gut in ihrem Zelt bewirtet, aber irgendetwas lauerte hinter mir in den Schatten, oder war es wieder nur Paranoia? Jedenfalls war ich froh, dass sie nach der höfischen Etikette recht schnell zur Sache kam: Im Austausch gegen wichtige Informationen über unsere Zielpersonen und den Weg zu ihnen sollten wir ihr den Kopf von Aarl bringen. Diesen Skavara, einen ehemaligen Untergeben von ihr, müssen wir aufspüren und liquidieren, da er ihr offenbar ein fürchterliches Unrecht angetan habe und zusammen mit anderen entflohenen Skavara eine blutrünstige Gefahr hier unten darstelle.   Ich willigte zunächst ein, und so gab sie mir einen Nekatra namen Frax als Pfadfinder zu Aarl mit (“Ich Karte”). Bei einer Händlerin namens Bantara erwarb ich noch eine Handvoll von Talismanen der Ikonen. Ich behielt den des Boten, gab den des Spielers an Kevin. Der Rest wanderte erstmal in meine Taschen. Niemand hier wollte frei mit mir sprechen, aber die Armut und ungesunde Ernährung der Untertanen Elmedas stellen einen starken Kontrast zu ihrem relativen Reichtum und Festmahl dar.   Frax führte uns mehrere Stunden durch dunkle Gänge zu einem Hangarbereich, wo ein großes Schotte den Weg versperrte. Kurz darauf verschwand er. Der Geruch nach nassem Hund ließ uns zögern und die Waffen in Anschlag bringen; dann legte ich meine Hand auf das Kontrollpanel – und das Schott öffnete sich, obwohl eine Meldung mich als unautorisiert bezeichnete.   Statt in ein übles Handgemenge und Feuergefecht gelangten wir in einen belebten Schmugglermarkt! Beim Boten, überall Stände mit Waren, ein Gewimmel aus Händlern und Kunden, und das so weit hier unten! Offenbar kamen viele per Shuttle. Es stellte sich heraus, dass Aarl nur eine ökonomische Konkurrenz für Elmeda statt eine blutrünstige Gefahr darstellt. Und vermutlich ihren Stolz verletzt hatte. Aber uns wurde klar, dass wir den Liquidierungsauftrag keinesfalls würden umsetzen können, wir sind ja keine Mörder, beim Boten! Und so schlossen wir stattdessen ein neues Bündnis mit Aarl, der uns im Austausch für zwei der Talismane (die glänzten, was große Wirkung zeigte) persönlich den Weg durch die Gänge und Hallen zeigen würde – und insbesondere durch das berüchtigte und gefährliche “Labyrinth”. Zum Ziel, wo das blinde Auge sei.   Und so geschah es. Wir wanderten mit ihm durch sehr mysteriöse Bereiche der 3. Sphäre der Coriolis. Schlugen nach Stunden des Wegs ein “Nachtlager” auf. Hörten wieder das verstörende Lied aus der Tiefe. Wanderten weiter. Erreichten ein grausiges Friedhofs-Biotop, eine Höhle voller Algen und Moose und Gestank nach Verwesung, wo offenbar auch das Syndikat seine Opfer zur Verrottung ablädt; auch unser Begleiter, Auftragskiller Omnar, war wohl schon mal hier zu genau diesem Zweck.   Wir trafen dort auch den tapferen Prediger Jobas, der den Toten auf diesem Armenfriedhof die Letzten Ehren der Herrin der Tränen zuteil werden lässt. Ich unterhielt mich etwas mit ihm. Die Zalosianer sind ihm gut bekannt. Sie transportieren Mystiker durch diesen Bereich weiter nach unten, offenbar auf geheimen Pfaden, von denen sie über ein Bündnis mit Elmeda erfahren haben. Denn unterhalb der 3. Sphäre sei ansonsten alles verflucht und tödlich, teilte er uns mit. Dort im Labyrinth wohne die Bestie. Und Jobas behielt recht. Unsere weitere Wanderung dort unten wurde zum Albtraum. Horden von Deformierten, Sklaven der Finsternis, die auf uns zustürmten und nur dank Kevin Feuersturmsystems aufgehalten werden konnten. Doch das machte Lärm.   Und in einer riesigen dunklen Halle wartet SIE auf uns. Zunächst nur ein riesiger Schatten, dunkler als die normale Dunkelheit, das Licht verschluckend. Dann materialisierte sich eine riesenhafte unbeschreibliche Bestie vor uns und griff uns an. Schuss um Schuss feuerten wir ab, erzielten aber nur wenig Wirkung in seiner unermesslichen Panzerung, während das Monster in den Nahkampf überging. Nur einige wenige, besonders kritische Treffer schienen eine Art von Wirkung bei ihr zu erzielen, und ihre brutale Raserei zu verlangsamen. Nach langem Kampf gelang es uns unter Aufbietung aller Kräfte, die Bestie in die Flucht zu treiben: sie löste sich auf und verschwand wie Rauch in den Gängen.   Wir hatten uns kaum wieder aufgerappelt und unsere Wunden versorgt, als eine zerlumpte Gestalt mit glühender Glasfaserpeitsche an uns vorbeistürmte: Bathos, offenbar ein wirrer (und vermutlich nur eingebildeter) “Heiliger Krieger”, seit 15 Zyklen auf der Suche nach der Bestie. Bei den Ikonen! Wer 15 Zyklen hier unten überlebt, ist vielleicht wirklich gesegnet? Wir konnten aber leider nicht die Zeit erübrigen, mit diesem eindeutig Wahnsinnigen weiter die Bestie zu jagen und sie vielleicht final zur Strecke zu bringen, denn Moth und der Abgesandte müssen gerettet werden! Wir unterstützten ihn aber mit einer frischen Energiezelle, die er begeistert in seine Peitsche einbaute. Und vielleicht kann das “heilige Licht” ja wirklich etwas gegen die Bestie ausrichten. Er verriet uns einige neue Informationen rund um den Transport der Mystiker “zur Erlösung” und einen “Tempel der Neuankömmlinge” hier unten, mit starken Mauern und Kamerasystemen.   Beim Abschied stimmte er plötzlich das mysteriöse Lied über “die Türen” an, das wir schon öfter von oben gehört hatten. Diese Türen scheinen uns auch etwas über die Zugänge zum “Tempel” zu verraten. Aber wir seien schon tot und würden nicht zurückkommen. Wer oder WAS ist dieser Barhos nur? Aarl führte uns nun ein Stück weiter in einen Wartungsbereich mit breiten Korridoren, bevor auch er verschwand. Und wie er uns kryptisch versprochen hatte: eine der Kameras vor uns scheint deaktiviert zu sein. Doch wie kommen wir unbemerkt an den übrigen vorbei?   Layla Out.
Andere Logbücher der gleichen Zeitspanne:   Moth I. Roxar -   Dr. Ekrem Q. Talapor -
Datum des Berichts
12 Sep 2021
Hauptschauplatz
Nebenschauplätze

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