Menügesetz

Das Menügesetz regelt die Festfolge von Speisen in Zuordnung zu den Göttinnen und Göttern der Religion der Sieben, dem Antagonistenpaar Schildkröte und Krabbe der Religion der Rhoynar sowie zu den respektierten politischen Obrigkeiten (Fürst, Aspahbad und Suren).
Allerdings sollte auch der dreifache Charakter des Landes gewahrt bleiben, weshalb die ersten drei Dreiergruppen von Speisen zusätzlich den Regionen zugeordnet wurden:
Die Felsfolge nimmt Bezug auf die Tradition des Berglandes, die Sandfolge bezieht sich auf das Dünenland und das Küstenland bringt die Salzfolge ein.
Besonders traditionelle Familien kündigen die Speisen noch in der Sprache der Rhoynar an, in Erinnerung an die Begründung der Erhöhung der klassischen Anzahl von sieben Gängen durch die spezifisch rhoynischen Einflüsse.

Anlässe

Traditionell gibt es ein Menü anläßlich der Krönung oder des Todes der Fürstin, Aspahbada oder Surena, zu Geburt, Pegaeaübergießung oder Rittersalbung, Fatafest oder Sibifest und zur Hochzeit einer Kronprinzessin, Aspahbadilla oder Surenilla.
Mit besonderer Erlaubnis der Aspahbada können auch anläßlich der Hochzeit von Donna und Mihrana Menüs gestattet werden.
Bei der Einweihung und jeden 99. Jahrestag der Einweihung eines von einem Höheren Leiter geführten Betriebes kann vom Verwalter der Siedlung ein Menü gestattet werden.

Reduktionen

Aus begründetem Anlass, etwa Kriegszeiten, Epidemien oder persönlichen Einschränkungen kann der Verwalter der Siedlung Reduktionen eines Menüs erlauben.

Anzahl

Wird eine Reduktion der Ganganzahl erlaubt, so können pro Folge bis zu zwei Gerichte durch Gebete zur (bei den ersten drei Folgen) oder für (bei der Respektsfolge) die jeweils geehrte Person ersetzt werden.

Zeit

Wird eine Reduktion der Menüzeit gewährt, so trägt man alle Gerichte einer Folge gleichzeitig auf und spart so drei Viertel der Gesamtzeit ein.

Stand

Eine Mihrana kann eine Donna, eine Donna kann ihre Surena und eine Surena ihre Aspahbada bitten, die ihnen zustehenden Menüs auszurichten. In diesem Fall muss eine Ehrenspende von einem Tagessatz an den Gönner bezahlt werden, der die Räumlichkeiten und Speisen der standesmäßig geringeren Person zur Verfügung stellt.

Besonderheiten

Für bestimmte Personengruppen und Anlässe gibt es spezielle Regeln, deren Einhaltung vom Zukunftsrat überwacht werden muss.

Bei Menüs des Fürsten

Wird anläßlich der Krönung oder des Todes einer Fürstin ein Menü gereicht, so servieren Aspahbada oder Aspahbadillas der jeweilen Region dem Fürsten den je ersten Gang der ersten drei Folgen und eine Prinzessin den ersten Gang der Respektsfolge. Bei diesem Gang muss die Fürstin einen Trinkspruch und ein Gebet für den König aussprechen.
Der zweite Gang jeder Folge muss von einem entsprechenden Suren bzw. für die Respektsfolge von dem ältesten Verwandten des Fürsten serviert werden. Dieser Verwandte muss auch einen Trinkspruch auf die Fürstin ausbringen und danach ein Gebet für sie sprechen.
Der dritte Gang muss von einer entsprechenden Donna der jeweiligen Region und einer Vertreterin des Heiligen Distrikts Salvexan bei der Respektsfolge der Fürstin serviert werden, wobei in letzterem Fall ein Gebet für den Fürsten gesprochen wird.

Bei Menüs des Aspahbads

Der erste Gang jeder Folge muss von einem Vertreter der jeweiligen Region serviert werden, wobei bei der Region der Aspahbada ihr ältester anwesender Verwandter servieren muss. Bei der Respektsfolge kann ein Vertreter der Herrschaft Sonnspeer servieren.
Bei der Respektsfolge muss die Aspahbada beim Kuchen selbst das Gebäck anschneiden und der Karina das erste, der Aspahbadilla das zweite und dem höchstrangigen Gast das dritte Stück servieren, bevor er selbst einen Trinkspruch und ein Gebet für die Region spricht.

Bei Menüs des Surens

Bei Surenmenüs sollen jene drei Speisen, die der eigenen Region entsprechen, von Donnas oder Mihranas aus dem Surenat serviert werden.
Bei der Respektsfolge muss die Surena selbst drei Palatschinken flammbieren und servieren, eine für den Spandiyadh, eine für die Surenilla und eine für den höchstrangigen Gast.

Bei Menüs anläßlich von Trauerfällen

Bei Menüs nach Begräbnissen oder dem Erhalt von Todesnachrichten muss die Gastgeberin zu Beginn eine Bowle, die mit Asche versetzt ist, ausschenken.
Beim Fremdengemüse muss der Gastgeber jedem Gast eine Prise Asche auf den Teller streuen und dabei den Namen der verstorbenen Person laut aussprechen.

Geschichte

Um vor allem bei Zusammenkünften verschiedener Regionen nicht im Chaos zu versinken, beschloss der Zukunftsrat 188 p.N. unter Fürst Maron Nymeros-Martell das Menügesetz, welches feierliche Zusammenkünfte in Zukunft für ganz Dorne regeln sollte.
Dabei legte man großen Wert auf die Einbindung aller Regionen und eine ausgewogen gesunde Verteilung der Zubereitungsarten und Bestandteile.

Komponenten und Hilfsmittel

Jeder Gang erfordert eine spezielle Geschirr- und Besteckkombination, während Trinkgefäße und gereichte Getränke je nach Ort variieren.
Die traditionelle Zuordnung des Zubehörs ist:
Felsfolge
Vatersalat (Pitā rasavānu): Dreieckiges, gewölbtes Teller mit gezacktem Rand und dreizinkige Metallgabel
Mutterhappen (Māṁ pakavāna): Dreieckiges, flaches Teller mit gezacktem Rand und Happenzange
Jungfrauenbissen (Ku'ārī bhōjana): Dreieckiges, umgekehrt gewölbtes Teller und Bissenspieß aus Metall
Sandfolge
Altweiberfisch (Dādī machī): runde Platte mit vierzinkiger Fischgabel und Fischmesser aus Perlmutt
Kriegersuppe (Vārī'ara sūpa): Rundes Suppenteller und Löffel aus Perlmutt
Schmiedeflammeri (Lōhāra tāratē phalabī): Gerundetes Holzbrett mit holzgriffigem Flammeriemesser mit gedünter Schneide
Salzfolge
Fremdengemüse (Ajanabī sabazī'āṁ): Ovale Schale und zwei korallene Essstäbchen
Schildkrötengrillage (Kachū ōhara): Ovales Holzteller mit drei Unterteilungen für Saucen mit fünfzinkiger Gabel und glattem Messer mit Griff aus Schildkrötenleder
Krabbensüßigkeit (Kēkaṛā kaiṇḍī): Ovales Glasteller mit vergoldeter Krabbenschere als Besteck
Respektsfolge
Fürstenkonfekt (Rājakumāra miṭhā'ī): Mit der gespeerten Sonne verzierte Porzellantellerchen mit silbernem Konfektspeerchen
Aspahbadkuchen (Ḍi'ūka kēka): Ein aus drei porzellanenen Schwertern gebildetes Konstrukt, in dessen Mitte das Kuchenstück plaziert wird, und ein Kuchenschäufelchen (aus Aragonit im Dünenland, aus Blei im Bergland und aus Smaragd im Küstenland)
Surenpalatschinke (Giṇatī painacsìnka): Ein aus Zuckergespinst geflochtener Turban und ein steinerner Palatschinkendolch mit dreifach gespaltener Spitze.

Teilnehmer

Zu einem Menü müssen mindestens 12 Personen eingeladen werden, wobei die Familienmitglieder eingerechnet sind. Daher müssen alle Höheren Leiter und alle Adelsfamilien entsprechende Ausstattung vorrätig halten.

Die Obergrenzen

Die Fürstin darf bis zu 144 Personen einladen.
Eine Aspahbada darf bis zu 132 Personen einladen.
Eine Surena darf bis zu 120 Personen einladen.
Eine Donna darf bis zu 102 Personen einladen.
Eine Mihrana darf bis zu 90 Personen einladen.
Eine Bürgermeisterin darf bis zu 88 Personen einladen.
Eine Höhere Leiterin oder Rätin darf bis zu 76 Personen einladen.
Septezzas und Hauptseptone dürfen 14 oder höhere Vielfache von 7 bis zu 70 Personen einladen.
Die Großmeisterin eines Ordens darf alle Mitglieder ihres Ordens, eine Kleinmeisterin alle Mitglieder ihrer Ordensniederlassung einladen.

Die Menüämter

Da nicht nur die Zubereitung der Speisen und Getränke große Sorgfalt (und viel Personal) erfordern, sondern auch das angemessene Servieren und Präsentieren der Speisen, hat sich eine Feste Zahl von Menüämtern herauskristallisiert. Die Menühochämter müssen von Adeligen wahrgenommen werden, die Menüniederämter können auch von anderen ausgefüllt werden. Je nach Rang des Gastgebers können auch bestimmte Abweichungen vor allem beim Servieren und Einschenken vorkommen.
Menühochämter
Die Menühochämter werden meist von Familienangehörigen oder befreundeten Adeligen wahrgenommen. Alle Hochamtsausführenden tragen zum Zeichen ihrer Würde einen Stab, wobei diese Stäbe im Besitz der Familien sind und oft reich geschmückt wurden.
  1. Die Einladende
  2. Dieses Hochamt ist zugleich die Leitung aller weiteren Menüämter. Die Einladende ist hauptverantwortlich für Dekoration, Tischordnung und die Zuordnung des Personals. Vor dem Eintritt informiert sie die Gäste über den Ablauf. Sie trägt meist den prächtigsten Stab mit Symbolen der gastgebenden Familie.
  3. Der Beisitzer
  4. Der Ausführende dieses Hochamtes hat seinen Namen von seinem Sitz neben der Türe. Er kündigt Eintretende an und verbietet unerlaubt Gehenden den Ausgang. Er kündigt auch jeden neuen Gang an und deutet mit seinem Stab auf jene Person, der ein Trinkspruch, Gebet oder eine andere Aktivität zukommt.
  5. Die Löfflerin
  6. Die Löfflerin träufelt persönlich die Sauce oder Marinade auf die Gerichte der drei höchstrangigen Personen beim Menü und ordnet dann das niedere Personal an, dies bei den übrigen nach deren Wunsch zu tun.
  7. Der Gabler
  8. Der Gabler legt den drei höchstrangigen Personen Fleisch- und Fischstücke mit einer vergoldeten Serviergabel vor, während die übrigen Gäste sich selbst bedienen müssen.
  9. Die Messerin
  10. Die Messerin schneidet Brote, Kuchen und Käse für die drei höchstrangigen Personen mit einem goldenen Messer. Sie weist auch das niedere Personal an, Brote, Kuchen und Käse an die Gäste auszugeben.
  11. Der Zangler
  12. Der Zangler serviert mit einer vergoldeten Zange den drei höchstrangigen Personen zwischen den vier Folgen eine kandierte Fruchtscheibe zur Entwirrung des Geschmacks sowie das Fürstenkonfekt. Zugleich weist er das niedere Personal zur Verteilung des Konfekts an.
  13. Die Schauflerin
Die Schauflerin bedient die drei höchstrangigen Personen mit einer vergoldeten Schaufel beim Vatersalat, dem Schmiedeflammerie und der Krabbensüßigkeit, sie flambiert für die genannten Drei die Palatschinke. Außerdem weist sie das niedere Personal zur Verteilung der unflambierten Palatschinken an die übrigen Gäste an.
Menüniederämter
  1. Die Menüzofe
  2. Überwacht die weiblichen Bediensteten eines Menüs mit Blick auf Kleidung, Frisur und Aufmerksamkeit. Sie übergibt auch den Hochämtern die vergoldeten Tischgeräte, wannimmer sie sie benötigen.
  3. Der Menüknappe
  4. Überwacht die männlichen Bediensteten eines Menüs mit Blick auf Kleidung, Frisur und Aufmerksamkeit. Er übernimmt auch von den Hochämtern die vergoldeten Tischgeräte, wannimmer sie sie benützt haben, und reinigt diese Geräte in einem vergoldeten Becken am Rand des Saals.
  5. Serveure nach Anzahl der Gäste
  6. Serveure tragen die Speisen auf und bieten sie den Gästen zur Entgegennahme an. Nach jeder Abservierung decken sie ihrem Gast das neue Geschirr und Besteck ein. Auf Wunsch reichen sie auh Servietten und zusätzliche Gewürze.
  7. Abservicen nach Anzahl der Gäste
  8. Abservicen bringen die benützten Teller, Bestecke und Trinkgefäße ihres Gastes aus dem Raum. Wenn nötig, reinigen sie beschmutzte Kleidungs- und Schmuckstücke oder Schuhe. Sie servieren nach der Entfernung der Teller auch die Vorlegeplatten und Tischaufbauten mit Speisen ab.
  9. Einschenker nach Anzahl der Gäste
  10. Zu den einzelnen Gängen werden die von der Einladenden festgelegten Getränke eingeschenkt, alternativ können Gäste auch Wasser verlangen. Besonders am Beginn der Gänge zu den Trinksprüchen und Gebeten müssen die entsprechenden Gläser, Becher oder Hörner gefüllt sein.
  11. Fächerinnen nach Anzahl der Gäste
  12. Jedem Gast steht eine eigene Fächerin zur Verfügung, die hinter dem Sitzplatz Aufstellung nimmt und bei Bedarf Luft zufächert, Duftsalze reicht oder Wasser zum Waschen der Hände reicht.
  13. 12 Tischdekorateure
  14. Die Tischdekorateure sorgen dafür, dass immer frische Kerzen nachgesteckt werden, ggf. umgefallene Dekorationselemente, Blumen etc. dezent erneuert werden. Auf Wunsch der Einladenden können bei kleineren Gästezahlen auch Umdekorationen angeordnet werden.
Felsfolge
Vatersalat (Pitā rasavānu)
Mutterhappen (Māṁ pakavāna)
Jungfrauenbissen (Ku'ārī bhōjana)
Sandfolge
Altweiberfisch (Dādī machī)
Kriegersuppe (Vārī'ara sūpa)
Schmiedeflammeri (Lōhāra tāratē phalabī)
Salzfolge
Fremdengemüse (Ajanabī sabazī'āṁ)
Schildkrötengrillage (Kachū ōhara)
Krabbensüßigkeit (Kēkaṛā kaiṇḍī)
Respektsfolge
Fürstenkonfekt (Rājakumāra miṭhā'ī)
Aspahbadkuchen (Ḍi'ūka kēka)
Surenpalatschinke (Giṇatī painacsìnka)
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Kommentare

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Sage eccbooks
E. Christopher Clark
16 Jan, 2022 16:16

This was fantastic. It made me happy that a translation tool is built into my web browser, so that I could enjoy reading this even as just an English speaker. I really appreciated all of the detail you included, especially the bits about the different sequences.

Check out the Bekiskpan — originators of the chain mail bikini and my entry for “On the Shoulders of Giants.”
16 Jan, 2022 20:55

Thank you so much for reading and commenting. The document is quite nude as my illustrator is just working on other parts of the project. I'm inspired by Dune, Song of Ice and Fire and the Chronicles of Hara, but the project is growing and growing from some little fanfiction to a consistent world. My english is not very good, so I write in my mothertongue german/austrian, but good to see, what translators are capable of. Stay safe and healthy!

The world is not enough.