Invasive Caras-Therapie

Mit zwei geübten Bewegungen krempelte Wilhelm seine Ärmel nach oben und baute sich vor dem Tisch auf. Die Frau vor ihm war nicht länger bei Bewusstsein, das Narkosemittel hatte seine volle Wirkung erreicht. Prüfend wanderte sein Blick über ihren entkleideten Körper. Die Krankheit hatte am linken Knöchel eingesetzt. Die Haut dort sah beinahe tot aus, dunkelblau und scheinbar zusammengefallen als wäre das Fleisch darunter verschwunden. Bei seiner Ankunft vor wenigen Tagen war sie bereits bettlägerig gewesen, unfähig ihr Bein zu bewegen, doch ihren linken Arm hatte sie noch bewegen können.

  Mittlerweile sah das anders aus. Die Krankheit war rasant fortgeschritten und über ihren Körper gewandert wie eine Welle der Verwüstung. Ihre Organe mussten bereits erste Schäden genommen haben als die Färbung sich Bahn gebrochen hatte, über ihre linke Hüfte hinweg bis zur linken Armbeuge. Dort war die Haut zwar tiefblau, allerdings fehlte die Tiefe, die auf eine Verkümmerung der Muskulatur und des Fleischs darunter schließen ließ.

Wilhelm seufzte, bevor er scharf die Luft einzog und als seine Konzentration auf den Fluss der Energie in seinem eigenen Körper leitete. Seine Hände wanderten vorwärts, bis seine rechte Hand über ihrem Gesicht schwebte und seine linke über ihrem Intimbereich. Mit ein wenig Druck presste er seine eigene Lebensenergie aus seinem Körper, ließ sie wie ein Gewicht von oben auf ihren Körper fallen.

Aus offenen Augen sah er den sanften Strom aus grünlicher Energie, die um ihren Körper strömte. Wie ein Wasserfall perlte die Kraft um ihren Leib während darunter nach und nach ein halbtransparentes Abbild ihres Köpers erschien. Beinahe wie ein Fischer, der zum Auswurf der Angel ansetzt, riss er seine Arme zurück, wobei das Gegenstück ihres Leibes sich einige Zentimeter nach oben erhob und über ihrem eigenen Körper zu schweben begann.

Die invasive Caras-Therapie ist ein medizinischer Eingriff, welcher von Wilhelm Caras erfunden wurde. Bei diesem Eingriff wird der energetische Körpers eines Patienten anstatt seines physischen Leibes behandelt. 

Inhaltsverzeichnis
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Allgemeines

Die invasive Caras-Therapie ist eine Behandlungsart, die ein immenses Maß an Kontrolle über eine breite Palette von Kräften der Lebensenergie erfordert. Sie wurde im Jahr 885 nBnZ. von Wilhelm Caras entwickelt in der Hoffnung damit die Blaufäule kurieren zu können. Die Therapie zeigte zwar Wirkung im Hemmen des Fortschreitens der Krankheit, konnte allerdings keine wirkliche Heilung vollbringen.

Heutzutage wird die Therapie zwar in ihrer Theorie an einer Reihe der Waagenakademien unterrichtet, aufgrund den immensen Anforderungen an den behandelnden Arzt existieren nur 6 Personen, die der Anwendung mächtig sind. Wilhelm Caras selbst unterrichtete jede dieser Personen, verstarb allerdings im Jahr 902 nBnZ.. Bis zu diesem Zeitpunkt unterrichtete er eine neue Generation von potenziellen Anwendern in der Waagenakademie von Ulean.

Ausführung

Zur Anwendung der klassischen invasiven Caras-Therapie benötigt es meisterliche Kontrolle über die Kräfte der Lebensenergie. Der behandelnde Arzt benötigt hierbei sowohl Zugriff auf die Fähigkeiten der Energetiker als auch der Kampfalchemisten. Da diese Kräfte in diesem Maß nur außerordentlich selten innerhalb einer Tymidian-Mutation auftreten, reduziert sich die Zahl aller Anwender die diese Praktik überhaupt lernen können auf unter 5%. Darüber hinaus sind beide Ausführungen auf einem derart hohem Maß zu erlernen, dass sich die Zahl erneut deutlich reduziert.

Im ersten Schritt löst der Anwender eine große Menge seiner eigenen Lebensenergie aus seinem System und dringt mit dieser in das Netzwerk des Ziels ein. Hierbei wird das Ziel zumeist narkotisiert, um das Eindringen zu erleichtern. Anschließend kreiert der Anwender ein Abbild des energetischen Spiegelbilds des Patienten. Hierbei ist keine exakte Genauigkeit nötig, allerdings verbessert sich die Wirkung, je umfassender das Abbild ist. Allerdings muss das zu behandelnde Element möglichst genau repliziert werden. Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, wird das zu behandelnde Problem am energetischen Spiegelbild korrigiert.

Am Beispiel der Blaufäule kann hierbei von einem Anfangszustand ausgegangen werden. Ein Finger sei bisher infiziert und die Muskulatur im Inneren ist vollständig zusammengefallen. Dieser Zusammenfall wird nun vollständig auf das energetische Spiegelbild übertragen, je detaillierter desto besser. Im Anschluss nimmt sich der Anwender das Spiegelbild vor und durch Fähigkeiten aus dem Bereich der Kampfalchemie repliziert er einen gesunden Finger am energetischen Spiegelbild.

Hierbei darf nicht nur der "Normalzustand" des Körpers wiederhergestellt werden, sondern stattdessen muss das Spiegelbild sozusagen in ein anderes Extrem getrieben werden. Im Grunde wird hierbei ein übermäßig ausgeprägter Finger erschaffen. Sobald der Anwender die Veränderung des Spiegelbilds vollendet hat, beginnt er damit die eigentliche energetische Struktur des Ziels mit dem erschaffenen Spiegelbild zu überladen. Dieser Zustand wird für etwa eine Minute beibehalten, bevor das Spiegelbild wieder entfernt wird. Nach etwa einer Minute Pause wird das Spiegelbild erneut über den Körper gelegt und das Ganze wird wiederholt, bis eine Besserung eintritt.
Lange Zeit vor der Caras-Therapie war es bereits üblich eigene Energie in fremde Körper zu drängen und die Struktur des Ziels zu ändern. Hierbei zwingt der Anwender das Ziel quasi dazu seine Gestalt zu verändern, allerdings strebt das Ziel zurück in seine ursprüngliche Form, sobald der Einfluss nachlässt. Gleiches gilt auch, wenn die Manipulation eigener Energie genutzt wird um sich selbst beispielsweise Flügel zu verleihen. Genau dieses Anstreben der ursprünglichen Form ist der Grund für die Entwicklung der Caras-Therapie.

Durch die Gegensteuerung ins Extreme wird ein neuer Zustand in der Mitte geschaffen, welcher der ursprünglichen Form am nächsten kommt. Dadurch, dass eine gesamte Nachbildung des Körpers geschaffen wird, wird dieser quasi künstlich darüber hinweggetäuscht, dass eine fremde Energie in das eigene System eindringt, wodurch sich der Widerstand zusätzlich verringert.


Moderne Caras-Therapie

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Die ursprüngliche Anwendung der Caras-Therapie wurde schnell modernisiert, allerdings werden beide Praktiken bis heute gleichermaßen angewandt, da die ursprüngliche Variante erheblich schonender für den Patienten ist. Bei der modernen Umsetzung erzeugt der Anwender keine Kopie des energetischen Spiegelbilds, sondern zieht das tatsächliche energetische Abbild des Ziels aus seinem Körper heraus, eine Leistung die noch erheblich mehr Meisterschaft des Anwenders bedarf und für den Patienten zu einem degenerativen Zustand führt, weshalb die Behandlung schnell vonstatten gehen muss.

Dieser extrahierte energetische Körper zeigt die exakten Ströme der Lebensenergie im Körper, von den Quellen bis hin zum Ufer. Der Anwender sendet daraufhin kleine Stöße seiner eigenen Energie in das Abbild. Diese werden zumeist in die Quellen injiziert und durch Techniken der Kampfalchemie farblich hervorgehoben. Durch ihre Beobachtung können Fehlbewegungen, Irrungen in der Strömung der Energie, sowie zuvor unsichtbare, energetische Barrikaden gefunden werden. An exakt diesen wird anschließend angesetzt.


Der praktizierende Arzt sammelt Energie aus dem Leib des Patienten und formt daraus eine Art energetisches Skalpell. Mit diesem werden operativ die Störungen und Blockaden des energetischen Systems entfernt. Sobald die Störungen entfernt wurden, nutzt der Anwender die Energie des Patienten und schließt offene Stellen mit seiner eigenen Lebenskraft, bevor der energetische Körper wieder mit dem physischen Körper vereint wird.
Der Anwender nutzt die Energie des Patienten, da diese sich natürlicher in den eigenen Organismus einfügt. Die Nutzung von Fremdenergie für die Schnitte oder das Schließen der Wunden, würde zu einer starken Gegenreaktion des Körpers führen, welcher die Eingriffe negieren wollen würde.

Im Gegensatz zur klassischen Anwendung der Therapie ist die moderne Anwendung um ein Vielfaches erfolgreicher, allerdings geht sie auch mit einem hohen Preis einher. Durch die Trennung von physischem und energetischen Leib wird der Patienten einer starken Belastung ausgesetzt. Selbst eine einzelne Behandlung mit der modernen Praktik zieht eine mehrtägige Rehabilitation nach sich, sollten mehrere Sitzungen notwendig sein, so kann die Zeit der Erholung mühelos Monate oder Jahre in Anspruch nehmen.

Anwendungsbereiche

Die beiden Praktiken der Caras-Therapie werden in verschiedenen Situationen eingesetzt. Die klassische Anwendung findet bis heute eher dann Anklang, wenn physische Veränderungen, wie im Falle der Blaufäule vorliegen. Aufgrund der Schonung des Patienten wird sie allerdings auch dann oftmals eingesetzt, wenn eigentlich die moderne Praktik deutlich besser auf die Situation passen würde. Diese dagegen wird besonders dann angewandt, wenn bereits eine Fremdenergie im Patienten Wurzeln geschlagen hat. Grundsätzlich kann sie allerdings nur zur Entfernung verwendet werden, im Gegensatz zur klassischen Anwendung, die wie im Fall der Blaufäule auch verlorenes Gewebe wiederherstellen kann.

Übliche Anwendungen der modernen Praktik finden sich beispielsweise in der Behandlung von Kayasfieber. Darüber hinaus kann sie Abhilfe gegenüber einer ganzen Reihe von Bestien schaffen, die darauf abzielen einen Feind durch Injektion ihrer eigenen Energie zu vergiften.


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