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Das Feywild

„Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die […] ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stängel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blütenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte."
- Aus den Berichten der Entdeckerin Reina

Das Feywild hat die Bewohner*innen Eschatons schon immer zutiefst fasziniert und ihre Musik, ihre Literatur und ihre Kunst im allgemeinen mit Ideen aufgeladen. Auch wenn nur wenige schon in der Welt der Feenwesen waren, hat doch jeder und jede eine Meinung dazu und für viele Bewohner*innen der grossen Metropolen des zentralen Kontinents ist das Königreich Franca ein Sehnsuchtsort, an welchem sich die literarischen Trugbilder und Halbwahrheiten mit den lebensweltlichen Geschichten von Händler*innen vermischen.

Magierinnen und Zauberern gilt das Feywild als einer der Ursprünge der Magie, da sich einige der ersten Elfen im Feywild heimisch eingerichtet haben und die Legende besagt, dass das Volk der Gnome seinen Ursprung auch dort hat. Anzumerken sei hier, dass Forscher*innen der Akademie Tolaria ergründen konnten, dass sich die geographischen Eigenarten der materiellen Welt im Feywild spiegeln; ja, dass sogar vom Feywild als positive Spiegelung des Primateriums ausgegangen werden kann, während die negative Spiegelung unserer Welt das Shadowfell genannt wird.

Doch man muss kein verkopfter Magier oder verstreutet Zaubererin sein um zu verstehen, dass das Feywild ein Ort voller chaotischer Schönheit ist, in welchem sich die Natur ausbreiten konnte, wie es ihr gefällt. Das Chaos manifestiert sich auch in den Bewohner*innen der positiven Spiegelung, die im Volksmund Fey/Fae genannt werden und dafür bekannt sind meist harmlose Scherze zu spielen. Doch man soll nicht annehmen, dass das Feywild (nur) ein Ort des Friedens sei.


Gleich der materiellen Welt, finden sich auch bei den Fey Wesen, die Abscheu erwecken und es verwundert nicht, dass die Märchen, mit welchen die Eltern ihren Kindern einfache Regeln beibringen oft von diesen Wesen inspiriert sind und sie sie in ihre Repertoire aufgenommen haben. So liest man Geschichten von Trollen, die kleine Halblinge verspeisen wollen, von bösartigen Feen, die ganze Landstriche terrorisieren und natürlich von alten Vetteln, die Kinder verspeisen und sich zu einem Hexenzirkel zusammenschliessen. Diese Hags haben ihren Ursprung in Feywild und sind etwas vom Verkommensten, das aus dem Feywild in die materielle Welt gekommen ist.

Damit das Feywild jedoch nicht komplett im Chaos versinkt, haben sich zwei König*innen-Höfe ausgebildet, die die positive Spiegelung Eschatons regieren. Diese Herrscherinnen und Herrscher werden in Franca angebetet und sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens im am engsten mit dem Feywild verbundenen Königreich.

Geographie

Da das Feywild die Spiegelung der materiellen Welt darstellt, verwundert es nicht, dass Landschaftsmerkmale wie Berge, Seen oder grosse Wälder in der Welt der Fey am gleichen Ort zu finden sind, wie auf Eschaton selbst. Was jedoch die Natur angeht, ist es nicht übertrieben zu sagen, dass die Merkmale, die die anwesende Geographie prägen, im Feywild amplifiziert sind. Ein grosser Baum auf einem Feld, mag vermutlich im Feywild die Heimstatt einer ganzen Sippe von Gnom*innen sein.


Spannender ist jedoch, dass sich gleich den Siedlungen der jungen Völker, die im Lauf der Zeit zu grossen Metropolen wie Waterdeep oder Belhanka herangewachsen sind, auch im Feywild grosse Siedlungen und Festungen erhoben haben. Auch wenn Waterdeep auf dem Primaterium die Stadt des Glanzes genannt wird und ihr Gegenstück im Feywild nicht weniger beeindruckend ist, ist das wahre Juwel der Feen die Spiegelung der Hauptstadt Francas - Marielda.


Doch nicht nur Manifestationen des Lebens und der Tüchtigkeit der jungen Völker spiegeln sich ins Feywild, sondern auch ihre Verwüstung. Dies ist mitunter ein Grund, weshalb die Bewohner*innen der Waldwildnis so vehement und erbarmungslos gegen Roder und Wilderinnen vorgehen, da jeder gefällte Baum den Untergang einer Gemeinschaft bedeuten könnte.
Auch ist die graue Einöde in ihrer Spiegelung ein Schandfleck, über welchen die Fey nicht sprechen und wenn, dann nur als Geschichte, die warnen sollte. Einige Forscher*innen der Fey sagen sogar, dass auf dem ehemaligen Schlachtfeld zwischen Corellon und Grumsh, dem Gott der Orks, die Sphären erschüttert wurden; die Verheerung soll so gross sein, dass das Shadowfell  an jener Stelle in das Feywild blutet.

Zugänge zum Feywild

Die gelehrten Herren und Frauen der Akademien unterscheiden grob zwischen zwei verschiedene Arten von sogenannten Fey Kreuzungen. Am häufigsten findet man spontane Kreuzungen, die oft auch in den Geschichten der jungen Völker vorkommen; nicht wenige unvorsichtige Abenteurer*innen sind schon so aus Versehen in das Feywild gestolpert und dort von einem wilden Tier gerissen worden.


Seltener sind fixe Portale, die sich oft tief in der ungezähmten Wildnis von Eschaton finden und viele Formen annehmen können; Reiseberichte von Abenteurer*innen erzählen von grossen Portalen, die mit arkanen Symbolen bedeckt sind, während andere von uralten druidischen Ritualstätten und Steinbögen sprechen, die sie in das wunderschöne Chaos des Feywild gebracht haben. Alle haben sie jedoch gemein, dass oft ein Wächter diese Zugänge bewacht - ob dies nun ein wildes Monster sei oder ein Ritter der Feenkönig*innen ist jedoch nicht einheitlich belegt.

Fauna & Flora

Es wird niemanden verwundern, dass die Tier- und Pflanzenwelt gleich der Natur im allgemeinen im Feywild grösser, kräftiger und schöner ist, als man es je in der materiellen Welt erahnen könnte. Wer durch einen Wald geht, findet sich schnell gigantischen Bäumen gegenüber, die selbst die höchsten Türme Waterdeeps überragen und voll goldener und leuchtender Früchte sind, während sich in ihrem Wurzelwerk verschiedene Wesen heimisch eingerichtet haben.


In Flüssen, deren Wasser kristallklar ist und im ewigen Zwielicht des Feywild glitzern, als ob der Herr Pêlor selbst seine Aufmerksamkeit auf sie gerichtet hat, findet man Fische, die zwar an Forellen erinnen, die Betrachter*innen jedoch mit ewigen Zweifeln erfüllen. Allgemein ist die Vegetation und die Tierwelt des Feywild dafür bekannt, dass sie unvorsichtige Besucher*innen aus dem Primaterium verzaubert und sie in von Verzückung umherirrende Gestalten verwandelt.

Da die Geographie gespiegelt wird, ist es nicht überraschend, dass sich das Underdark ebenso in einer speziellen Form im Feywild manifestiert hat. Das sogenannte Feydark ist nicht nur die Heimat verschiedener Myconiden, sondern auch der ekelerregenden Fomorianern, einer Gruppe von extrem hässlichen und entstellten Zyklopen, die von der Königin der Nacht und Magie verflucht wurden, weil sie sich ihrem Willen widersetzt haben.
Besitzer/Herrscher

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