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Sun, Aug 10th 2025 10:48   Edited on Mon, Feb 23rd 2026 04:29

[Tag 23, Nachmittags] Der Arkh der Schwarzen Schlange

Die Sonne hat ihren höchsten Punkt bereits überschritten, als sich von der Residenz der Dargha Nayara eine Delegation aufmacht. An der Spitze geht die Dargha selbst. Sie hat jedoch das übliche weiße Leinenhemd und die abgewetzte Lederhose abgelegt und sie gegen eine schwarze, taillierte und hochgeschnittene Jacke mit Ledereinsätzen an der Brust und Schulterstücken sowie einer engen, schwarzen, matt glänzenden Lederhose eingetauscht. Hinter ihr geht der Führer ihrer Leibgarde, ein großgewachsener, muskulöser Mann von etwa dreißig Jahren. Er trägt eine kleine Holztruhe vor seiner Brust. Ihn flankieren zwei weitere Leibwachen, nicht minder eindrucksvoll, und ein letzter bildet schließlich die Nachhut.   Der Weg führt sie in den Süden, raus aus den ärmlichen Außenbezirken der Stadt. Wohl ist der Unterschied zwischen den baufälligen Gebäuden im Norden sowie den weit besser gepflegten Häusern im Süden weit weniger ausgeprägt als zum Beispiel auf dem Gebiet Thornhoff. Aber auch hier ist es leicht zu erkennen, wo das Geld zu Hause ist. So mag dieser Marsch fast paradox anmuten, und doch ist es ein äußerst gewöhnlicher Gang, den jeder Dargha Imerias dann und wann anzutreten hat.   Das Ziel ist ein Gebäude östlich der Mehras, in unmittelbarer Umgebung zur stattlichen Residenz eines der Getreuesten Arkon Imerias. Sein wahrer Name ist den meisten unbekannt, jedoch unter seinem Kampfnamen verbreitet er Angst und Schrecken: Knochenhand, der Schatzmeister des Fürsten. Doch wird es nicht die Knochenhand sein, die die Dargha Nayara empfängt. Es ist ein weiterer gefürchteter Name: Geisterkralle, der Oberste der Darghe Imerias, dessen Aufgabe es ist, die Darghe zu überwachen und eventuelle Fehlverhalten hart zu bestrafen.   Schließlich kommt der keine Zug am Ziel an. Marigar übergibt die Kiste der Dargha. Nur sie darf das Gebäude betreten. Und der besorgte Blick, den Marigar ihr hinterher wirft, zeugt davon, dass es keineswegs in Stein gemeißelt ist, dass sie es auch wieder verlässt.   “7 Arkh der Schwarzen Schlange im Knochenhain,” grüßt sie einen Jäger, der die Gemächer der Geisterkralle bewacht. “Ich bin Dargha Saya Nayara vom Viertel des Lachenden Zwillings. Ich bringe der Schwarzen Schlange ihren Arkh.”
Wed, Aug 13th 2025 10:13   Edited on Wed, Aug 13th 2025 05:27

[Die Kralle] Es dauert eine Weile bis Saya abgeholt wird, doch sie wird nicht in die Privaträume der Kralle geführt, sondern ein Stockwerk tiefer. Die Vorliebe der Kralle zu exzentrischen und durchaus auch theatralischen Auftritten ist wohlbekannt, aber der Raum in den Saya geführt wird, scheint auf den ersten Blick fast schmerzlich gewöhnlich zu sein. Eine Art Schreibstube oder Archiv mit zwei Schreibpulten und einem Schreibtisch, Regale an den Wänden, die mit Aufzeichnungen gefüllt sind und er Geruch von staubigen Aktenbänden hängt in der Luft. Hinter dem Schreibtisch sitzt eine ungewöhnlich dicke Frau mit kurzem, dunklen Haar. Ihre Stirn haben die Fleischzeichner mit einer fein ausgeführten Tätowierung einer Eule geschmückt, deren Abbild dutzendfach auch die fast schon grotesk anmutenden fetten Arme ziert. Das runde Gesicht mit den Fettpolstern wirkt schlicht, fast einfältig, doch in den blauen Augen schimmert kalte, sezierende Intelligenz. Hinter ihrem Stuhl stehen zwei Männer der persönlichen Leibwache der Kralle, die sich lässig auf die Ecke des Schreibtisches gesetzt hat und Saya entgegensieht. Die Kralle trägt einfache Kleidung, nur die Halbmaske, die sein Gesicht zu verdecken, ist, mit dem Geierschnabel anstelle der Nase, bemerkenswert. Der Mund ist zu einem leichten, spöttischen Lächeln verzogen. „Sieben Ark der schwarzen Schlange im Knochenhain! Wer gibt uns denn die Ehre? Unsere neueste Dargha!“: sagt die Kralle scheinbar gutgelaunt. Doch das will nicht viel heißen! Die Kralle schlägt auch lachend zu. „Gut, daß du gekommen bist, Saya Nayara. Das enthebt mich der Notwendigkeit, dich rufen zu lassen. Was hast du uns gebracht?“  
Wed, Aug 13th 2025 04:24   Edited on Wed, Aug 13th 2025 04:26

Etwas misstrauisch lässt Saya ihren Blick über die Anwesenden schweifen. Dann verneigt sie sich kurz vor der Kralle, sieht ihm dann gerade in die Augen.   “Der Schwarzen Schlange im Knochenhain Sieben Arkh,” erwidert sie den Gruß des Maskierten. Sie hebt die kleine Truhe in ihren Händen. “Ich bringe Euren Arkh. 300 Lamen. Das ist weit mehr, als ich aus diesem heruntergekommenen Viertel herauspressen kann. Stafan hat ganze Arbeit geleistet und aus dem Viertel ein Armenhaus gemacht. Es wird dauern, bis ich die Dinge so weit am Laufen habe, dass ich mehr bringen kann.”   Sie geht nun vor und stellt die Truhe neben der Kralle auf den Schreibtisch. Dann macht sie wieder die zwei Schritte zurück und steht dort, wo sie vorhin auch schon gestanden ist. Ihr Blick ist ernst. Kalt. Als hätte sie nun eine Formalität abgewickelt. Aber sie weiß, aus einer Formalität kann sich schnell etwas entwickeln. Selten ist es positiv. Meist ist es schmerzhaft. Und manchmal tödlich.
Sat, Aug 16th 2025 04:48   Edited on Sat, Aug 16th 2025 07:04

[Die Kralle] Anerkennend nickt die Kralle und sieht zu der dicken Frau. „Korrekt. Die durchschnittlichen Einnahmen aus dem Viertel für die vergangenen Jahre bewegen sich deutlich unter der Summe von dreihundert Lamen. In Prozenten ausgedrückt….“ Eine Handbewegung läßt die Frau verstummen, deren Altstimme einen sinnlichen, rauchigen Klang hat. „Erspare mir die Einzelheiten, Nesprava, danke.“: unterbricht die Kralle die Frau ungewöhnlich höflich. Dann steht er von seinem Sitzplatz auf und macht einen Schritt auf Saya zu. „Ein hübsches Arkh. Vor allem, wenn man die früheren Einnahmen aus dem Viertel berücksichtigt. Deswegen werde ich das Gefühl nicht los, daß du irgendwie auf einen Teil des Geldes gestoßen bist, daß uns dieser Stafan gestohlen hat. Die Frage, die sich allerdings dabei erhebt, ist wie viel du uns davon als Arkh ablieferst und wie viel du davon in die eigene Tasche steckst und in zum Beispiel durchaus geschmackvolle Kleidung investierst? Doch ich will nicht kleinlich erscheinen, angesichts der Summe, die du abgeliefert hast und für den Moment die Münzklauberei lassen. Komm, wir haben zu reden!“: fordert er Saya auf, ihm zu folgen. Hinter Saya setzen sich die beiden Leibwächter in Bewegung.   Die Kralle führt sie durch Korridore und Gänge bis zu einem Treppenaufgang, der hinaus auf einen kleinen Innenhof des Gebäudes führt. Auf ihrem Marsch schließen sich noch zwei Leibwachen mit der Geierkralle am Gürtel an. Der Innenhof ist ein trostloser Anblick, der von einem längst abgestorbenen Baum dominiert wird. Die steingefaßten Blumenbeete enthalten nur trockene Erde und das Gras ist verdorrt. Neben dem kahlen Baum jedoch ist ein prächtiges Zelt im Stil der karischen Wüstennomaden aufgeschlagen, dessen Boden von kostbaren Teppichen und Kissen bedeckt ist. Von dem seidenen Sofa im Inneren des Zeltes, neben dem Veskharauch aus einer traditionellen Wasserpfeife aufsteigt und das von Messingleuchten erhellt wird, erhebt sich eine Frau. Auf den ersten Blick eine Ostin, doch wenn man näher hinsieht, erkennt man, daß die Frau zwar ostisches Blut hat, aber ein Mischling ist. Ihr Haar ist so kurz geschnitten, daß die Kopfhaut durchschimmert. Ihr Gewand besteht aus Lederriemen und einigen Ketten, die nichts von ihrer untersetzten, muskulösen Gestalt verbergen und kniehohen Stiefeln. Große goldene Ohrringe reichen ihr bis knapp auf die Schultern. Ihr auf die Art der Wüstennomaden stark geschminktes Gesicht ist nicht schön, doch auf eine seltsame Art anziehend. Unter ihrem linken Augenwinkel klebt eine Träne aus Blattgold. Erst als sie aufsteht und sich vor der Kralle verbeugt, fällt die dünne biegsame Gerte auf, die sie an einer Schlaufe um das rechte Handgelenk trägt.   „Bayan, mein blutiges Seufzen im Nachtwind, sieh, wen ich gebracht habe!“: sagt die Kralle und breitet theatralisch die Arme aus. „Unsere neueste Dargha! Begrüße unseren Gast, mein schönster Albtraum!“ Die Mischlingsfrau sieht Saya direkt an, ballt beide Fäuste und schlägt sie vor ihren Brüsten zusammen. Dann neigt sie mit einem spöttischen Lächeln den Kopf. Inzwischen haben zwei weitere Leibwächter der Kralle den Innenhof betreten.  
Sun, Aug 17th 2025 04:56

Saya antwortet zunächst nichts. So lange die Kralle nicht direkt nachfragt, hat sie kein Bedürfnis, ihn über ihre wahren finanziellen Verhältnisse und ihre Pläne zu informieren. Je weniger die Kralle weiß, desto sicherer ist es wohl für sie - und sie würde ja ganz gerne auch wieder heil nach Hause kommen. Uns so schaut sie die Kralle einfach nur kühl an.   Sie nickt schließlich leicht, als er sie auffordert, zurückzukommen. Bisher ist alles ziemlich glatt verlaufen, und auch das letzte Mal, als sie hier war, hat sie sich fast in die Hose gemacht, als sie plötzlich niederknien musste. Und am Ende war sie Dargha gewesen. Soll sie etwa ein zweites Viertel übernehmen? Sie folgt dem Maskierten durch die Gänge, tritt auf den Innenhof. Gepflegte Innenhöfe sind selten im Imeria-Gebiet, so verwundert sie das trostlose Aussehen nicht. Das prächtige Zelt jedoch entlockt ihr doch einige erstaunte Blicke. Und erstaunt schaut sie auf die Ostin, die sich erhebt. Als die Kralle sie vorstellt, lächelt Saya kühl und nickt mit dem Kopf.
Tue, Aug 19th 2025 08:07

[Die Kralle] Lächelnd tritt die Kralle zu der Mischlingsfrau, die Saya aus unerfindlichen Gründen voller Haß mustert. Er legt ihr einen Arm um die Schulter und wendet sich an Saya. „Ist sie nicht ein Gedicht in zarte Mädchenhaut geritzt, ein Blutstropfen auf einer weißen Rose, eine Sternschnuppe auf dem Firmament des Schmerzes voll brennender Wut und von gnadenloser Schönheit wie die Schlangenechse?“: deklamiert die Kralle voll Begeisterung und die Art wie er die Mischlingsfrau ansieht und ihr Blick für einen Moment den Seinen trifft, läßt darauf schließen, daß es sich bei Bayan nicht um eine Sklavin handelt.   Doch dann nimmt die Kralle seine Hand von der Schulter der Mischlingsfrau und kommt Saya ein paar Schritte näher. „Doch ihre exquisite Schönheit bedarf meiner Worte nicht, sie spricht für sich selbst und das Offensichtliche preisen ist ein sinnloses Unterfangen. Doch zu dir, Saya Nayara! Du hast dein Amt mit einer klaren Botschaft an jene Kreaturen angetreten, die das Ansehen und die Würde der Schwarzen Schlange besudeln! Du hast gerichtet und du hast gut gerichtet. Doch sind mir einige beunruhigende Gerüchte zu Ohren gekommen, die, wenn sie wahr sind, nicht nur ein äußerst ungünstiges Licht auf dich werfen, sondern selbst an einen Angriff auf die Ehre Imerias grenzen! Es geht das Gerücht, daß du mit einer verstoßenen Kellerratte lebst, die dich nicht nur in aller Öffentlichkeit angegriffen, dich geschlagen und schwerst beleidigt hat und für diesen Angriff auf Imeria nicht bestraft wurde, sondern in deiner Residenz ein und aus geht und sich so verhält, daß sie in deinem Viertel als deine rechte Hand angesehen wird. Nun, es mag sein, daß du Feinde hast, die diese gehässigen Gerüchte verbreiten, Saya Nayara! So sag mir, wer glaubst du, setzt diese Gerüchte in Umlauf oder …“ Ein kaltes Lächeln umspielt die Lippen der Kralle. „Entsprechen sie gar der Wahrheit?“  
Wed, Aug 20th 2025 12:00

“Sie hat mich was?”   Die Worte rutschen Saya raus, und im nächsten Moment merkt sie auch schon, dass sie gerade einen großen Fehler begangen hat. Aber sie kann nun nicht mehr zurück. Sie seufzt, schaut die Kralle allerdings aus kühlen Augen an.   “Es stimmt, dass Mari Kiroval eine verstoßene Ratte ist. Sie ist jetzt eine loyale Bürgerin Imerias. Und wer immer Euch dieses Märchen erzählt hat, sie hätte mich geschlagen und gedemütigt, der lügt. Sie wäre gar nicht imstande, mich zu demütigen. Ich bin Dargha, ich habe gekämpft, seit ich denken kann, und ich würde mit ihr leicht fertig werden, sollte sie mich angreifen.”
Wed, Aug 20th 2025 03:22

(Die Kralle] „In der Tat?“: erkundigt sich die Kralle in einem sanften Tonfall und mit einem Lächeln, daß man für freundlich halten könnte, wenn man dumm genug ist, oder einem nichts am Leben liegt. „Daß du letztendlich die Oberhand behalten würdest, daran zweifle ich nicht, sonst würdest du nicht den Kelewar tragen! Doch ich frage mich, ob ich deine Intelligenz oder deine Loyalität überschätzt habe, Saya Nayara! Denn entweder bist du dumm genug anzunehmen, daß die Augen der Schlange nicht auf einer neu erhobenen Dargha ruhen oder nicht loyal genug, deinem Meister und damit der Schwarzen Schlange die Wahrheit einzugestehen! Eine ganze Schenke war Zeuge, als dich die Kellerratte vor aller Augen niedergeschlagen hat und dich und damit Imeria aufs Übelste beleidigt hat! Und das ist, wie wir beide wissen, noch lange nicht alles!“   Mit einer theatralischen Geste wendet er sich der Mischlingsfrau zu. „Sage mir Bayan, was soll ich mit dieser Enttäuschung tun?“ „Gib sie mir! Ich werde sie lehren, was es bedeutet, dich zu hintergehen, Herr!“: sagt die Frau in einem Tonfall als würde Glasscherben aneinander reiben. Inzwischen haben die Leibwachen Saya umzingelt. Das seltsame Verhalten der Kralle, das diesmal noch über das übliche Ausmaß hinausgeht, setzt sich fort, indem er sich in einer übertrieben-nachdenklichen Geste das Kinn reibt. „Vielleicht später, mein süßer Schmerzensengel!“: sagt die Kralle, küßt die Mischlingsfrau und greift ihr dabei zwischen die Beine. Als er sich löst von ihr, sagt er: „Das liebe ich so an dir, mein Nachtschatten. Schon die Ahnung von Schmerz und Qualen weckt deine Lust.“ Dann wendet er sich wieder Saya zu. „Erkläre dich, Dargha, oder ich überlasse dich Bayan.“  
Wed, Aug 20th 2025 04:33

Saya tut sich nun schwer, die Kühle in ihren Augen zu behalten. Aber noch bleibt sie hinter ihrer Maske. Noch lässt sie sich die Vorahnung des Schmerzes, der gleich auf sie einschlagen könnte, nicht anmerken. Sie schaut der Kralle in die Augen, lächelt ein etwas zwanghaftes, kühles Lächeln.   “Das,” antwortete sie ruhig, “das war Theater. Es war Teil eines Plans. Ich habe gehört, dass Ratten einen Angriff in meinem Viertel planen. Und anhand dieses Plans konnten wir sie zurückschlagen, ohne Verletzte, ohne Verluste. Und ich habe jetzt Ruhe vor den Ratten. Ich kann mich jetzt ganz darauf konzentrieren, das Viertel so zu gestalten, dass Imeria stolz darauf sein kann. Und Mari ist mir dabei eine große Hilfe.”   Sie sieht nun ebenfalls zu Bayan.   “Also, so sehr ich mich auch danach sehne, dich besser kennenzulernen, wir werden das wohl noch etwa verschieben müssen.”
Wed, Aug 20th 2025 05:12

[Die Kralle] „An deiner Stelle wäre ich mir nicht so sicher, Dargha!“: sagt Bayan mit rauher Stimme und spricht ihren Titel so aus, als wäre es ein ekelerregendes Schimpfwort, doch ein Blick der Kralle läßt sie verstummen. Er tritt nahe an Saya heran. „Theater? Sagtest du Theater?“ Die Stimme der Kralle ist immer noch relativ ruhig, doch in seinen Augen schimmert ein unheilvoller Glanz. „In deinem Viertel bist du die Hand der Schwarzen Schlange! Du bist Imeria! Ein Angriff auf dich ist ein Angriff auf die Ehre und Würde der Schlange und das nennst du Theater, du Wurm? Du schmälerst in den Augen des Geschmeißes, daß den Misthaufen durchwühlt, auf dem du thronst, das Ansehen der Schlange und erklärst mir, das wäre bloß Theater gewesen? Bei Yi-ag’Zir! Allein dafür sollte ich dir die Farben aus dem Fleisch schneiden lassen und dich an die Hunde verfüttern!“ Der ansatzlose Schlag mit der linken, tätowierten Rückhand trifft sie voll im Gesicht. „An den Baum mit ihr!": herrscht er seine Leibwachen an. „Bayan! Spiele mit ihr, aber beschädige sie nicht mir nicht zu sehr.“: zischt er in Richtung der Mischlingsfrau. Vermutlich erst jetzt wird Saya auffallen, daß am vertrockneten Stamm des Baumes Arm und Beinschellen angebracht sind, da greifen auch schon die Leibwachen der Kralle nach ihr.  
Wed, Aug 20th 2025 09:15

Saya versteht jetzt, dass es für sie keinen Ausweg mehr gibt. Ihr halb geflüstertes “Aber da war nichts, es war kein Kampf, es war kein richtiger Schlag” klingt mehr resignierend als als Verteidigung gesagt. Das Urteil der Kralle war gefallen. Sayas einzige Hoffnung ist, dass es ein mildes Urteil ist, und dass die Geschichte damit gegessen sein könnte. Sie weiß aber auch, dass sie keine große Nachsicht seitens der Kralle zu erwarten hat. Der Schlag ins Gesicht trifft sie hart. Sie hätte ausweichen können. Es hätte nichts gebracht. Blut rinnt aus ihrer Nase und der aufgeplatzten Lippe. Saya sagt nichts mehr. Sie wird den Schmerz erdulden. Sie breitet ihre Arme aus, so dass die Wachen es leichter haben, sie zu packen.
Wed, Aug 20th 2025 10:38

[Die Klaue] „Wartet einen Moment.“: sagt Bayan, als Saya die Hände ausstreckt und die Wachen sie packen wollen. Schon allein die Tatsache, daß die Leibwachen innehalten, sagt einiges über die Stellung Bayans in der Organisation der Kralle aus. „Laßt uns doch ansehen, was sich unter dem Stoff und dem Leder verbirgt, bevor wir anfangen.“: sagt die Mischlingsfrau spöttisch und beginnt Sayas Oberteil aufzuknöpfen. Sie läßt sich Zeit um Saya mithilfe der Wachen auszuziehen und geht dabei nahezu zärtlich mit der Dargha um. Auf einen Wink von ihr zerren die Leibwachen Saya zu dem abgestorbenen Baum und zwängen ihre Arme in die Eisenschellen, die sich mit einem Klirren um ihre Handgelenke schließen und sie zwingen sehr aufrecht zu stehen, damit die scharfen Kanten nicht in ihr Fleisch schneiden. Im Moment ist ihre Haltung nur unbequem, aber sie kann sich ausmalen, wie sie sich in ein paar Stunden fühlen wird, wenn sie überhaupt so lange am Leben bleiben sollte. Bayan nähert ihr sich langsam bis ihr Gesicht kaum mehr eine Handbreite von Sayas entfernt ist, so als wolle sie die Saya küssen. Dann beugt sie sich noch ein wenig näher und leckt ihr das Blut von den aufgeschlagenen Lippen.   Bayan leckt sich die Lippen, als hätte sie am Honigtopf genascht. Ihr Mund nähert sich Saya Ohr und leise flüstert sie ihr zu: „Ich habe dir doch gesagt, sei nicht so voreilig.“ Sie bedeckt Sayas Hals mit Küssen, doch an ihrem Halsansatz beißt sie zu. Sie beißt nicht durch den Muskel, aber doch so fest, daß ihre Zähne durch Sayas Haut dringen und ihr Biß eine nicht allzu heftig blutende Wunde hinterläßt, bevor sie sich von Saya löst. „Altes Imeriablut“: sagt sie und in ihrer Stimme schwingt Erregung und Vorfreude. Noch einmal leckt sie sich über die Lippen. „Dick und süß! Es heißt, daß du deine Opfer gerne zerreißt wie ein wildes Tier. Unappetitlich und ohne Raffinesse, wie eine kleine Barbarin im Blutrausch. Dabei hat Schmerz so viele Facetten.“ Noch während sie spricht, schlägt sie mit der dünnen Gerte zu und trifft eine von Sayas Brustwarzen. Nochmals pfeift die Gerte durch die Luft und trifft wieder die gleiche Stelle und dann ein drittes Mal. Doch bevor Bayan die Mißhandlung fortsetzten kann, mischt sich die Kralle ein. „Es ist völlig unerheblich, ob es ein richtiger Schlag war oder nicht, du gedankenlose Made! Für jene, die es gesehen haben, war es ein Angriff auf Imeria und nur das zählt! Warum sollten Kellerratten Imeria angreifen? Fällt dir nicht etwas Realistischeres ein und ….“ Die Kralle unterbricht sich, dann zeichnet sich ein maliziöses Lächeln auf seinen Lippen ab. „Laß ab von ihr, Bayan! Für den Moment zumindest.“ Dann dreht er sich zu seinen Leibwachen um. „Bringt mir die Kellerrate, diese Mari Kiroval, sofort, am Leben und ganz.“: befiehlt er schon fast vergnügt.  
Thu, Aug 21st 2025 12:11   Edited on Fri, Sep 5th 2025 10:39

Regungslos lässt sich Saya das Oberteil ausziehen. Und auch die Wachen müssen nicht sehr viel zerren, um sie in die Eisenfesseln zu legen. Was hätte Gegenwehr auch genützt? Uns so steht sie nun da, durchgestreckt, fast schon auf den Zehenspitzen, und schaut Bayan kalt an. Sie weicht nicht zurück, als sie so nahe an sie kommt. Sie weicht ihrem Blick nicht. Sie sieht sie an, intensiv, aber kalt. Sie lässt sich das Blut ablecken, ohne mit der Wimper zu zucken, den Hals küssen. Sie zuckt nur kurz, als Bayan schließlich zubeißt. Sie schaut sie immer noch kalt an, als sie wieder zurücktritt.   Der erste Schlag auf ihre Brustwarze entlockt ihr kaum ein Stöhnen, der zweite schon eher. Beim dritten Schlag, der die Brustwarze aufreißt, kann sie einen spitzen Schrei kaum noch unterdrücken. Sie schließt die Augen nur kurz. Schaut sie dann wieder an. Kalt. Genauso kalt, wie sie die Kralle ansieht, als sie wieder vor sie tritt und weiterzureden beginnt. Saya will antworten, aber die Kralle gibt ihr nicht die Zeit dazu. Als er dann jedoch davon spricht, Mari zu holen, weiten sich seine Augen.   “Nein, nicht Mari!” ruft sie laut. “Macht mit mir, was Ihr wollt, aber lasst sie aus dem Spiel. Sie war wohl eine Kellerratte, sie ist es nicht mehr. Sie hat den Ratten abgeschworen. Sie gehört zu mir. Und, verdammt noch mal, ich lasse mir niemanden aus meinem Haushalt abstechen! Deshalb haben die Ratten angegriffen. Und diese Situation, die Euch so verschoben erzählt wurde, war Teil eines Plans, die Ratten zu schlagen, ohne große Verluste zu erleiden. Und am Ende ist es aufgegangen. Ich habe kein Rattenproblem mehr. Und ich habe nicht einen Mann verloren.”   Sie verfolgt die Kralle mit ihren Augen. Sie ist jetzt sichtlich nervös.   “Also, lasst Mari aus dem Spiel. Sie kann Euch nicht mehr sagen als ich selbst!”
Thu, Aug 21st 2025 02:27

[Die Kralle] Ein Leibwächter nickt der Kralle zu und macht sich auf den Weg, seinen Befehl auszuführen. „Wie du gesagst hast, mein Schmerzensengel! Schmerz hat viele Facetten und eine davon werden wir heute noch zum Aufleuchten bringen.“ Immer noch umspielt das bösartige Lächeln seine Lippen, als sich die Klaue zu Saya umdreht. „Ein überaus großzügiges Angebot, Dargha, doch ich tue ohnehin mit dir was ich will und ich werde das deutliche Gefühl nicht los, daß deine kleine Kellerratte einiges zu erzählen hat, daß wir aus dir erst mühevoll herauskitzeln müßten und warum sollte ich meinem süßen Würgeengel hier das Vergnügen versagen mit euch Beiden zu spielen, um euch gegenseitig zu motivieren bei der Wahrheit zu bleiben? Du hast keinen Mann verloren? Mit anderen Worten gesagt, du hast das Leben deiner Ratte und das einiger Jäger über die Ehre der Schwarzen Schlange gestellt! Das hältst du für einen guten Plan? So dumm kannst du nicht sein! Oder du willst, daß ich dir deine Farben aus dem Fleisch schneiden lasse, Yi-ag’Zir für alle Ewigkeiten sein Antlitz von dir abwendet und du als namenloses Nichts, als Schatten eines Schattens durch das Land des Staubes schleichst bis ans Ende aller Tage, denn Blut allein kann diese Schande nicht abwaschen! Rede, Saya Nayara!“  
Thu, Aug 21st 2025 03:11

Saya schaut ihn an. Kalt. Und doch ist noch etwas in ihrem Blick. Sorge. Furcht.   “Wie kann es denn für eine Dargha ehrenhaft sein,” antwortet sie, “wenn irgendeine dahergelaufene Ratte ihr ihr Personal absticht! Ehrenhaft ist es dann, zu reagieren. Die Initiative zu ergreifen. Und diese Ratten so sehr in ihren Bau zurückzuschlagen, dass sie nicht so schnell mehr hervorkommen!”   Sie schaut zu Bayan. Und es blitzt in ihren Augen auf.   “Also, so schlag zu! Schlag, wie oft du willst. Mehr werde ich nicht sagen, mehr kann ich gar nicht sagen. Und mehr kann ich auch nicht sagen, wenn Mari ebenso hier hängt. Das wäre sinnlos vergossenes Blut!”
Thu, Aug 21st 2025 04:26   Edited on Thu, Aug 21st 2025 04:26

[Die Kralle] „Beim Zurückschlagen sind wir noch gar nicht, abgesehen davon, daß mir deine Ehre so wichtig ist wie Fliegenschiß. Du hattest die Wahl und hast dich dafür entschieden, deine Wünsche über die Ehre der Schwarzen Schlange zu stellen. Darum geht es! Aber ich sehe schon, daß du nicht verstehen willst. So sei es denn!“: gibt die Ratte zurück. In den leicht schräg gestellten Augen Bayans glitzert es, als sie einen Schritt auf Saya zumacht. „Oh, du wirst reden, kleine Nutte, und wie du reden wirst.“ Weiter kommt sie nicht, denn eine heftige Ohrfeige der Kralle reißt ihr den Kopf zu Seite. „Hüte deine Zunge, Bayan! Du sprichst mit einer Dargha des Hauses Imeria! Vergiß das nicht!“   Mit brennend roter Gesichtshälfte neigt die Mischlingsfrau tief ihren Kopf. „Verzeih mir, Herr! Ich habe mich vergessen. Bitte bestrafe mich.“: sagt sie und neigt bei den letzten Worten ihren Kopf noch tiefer. Die Kralle faßt sie unter dem Kinn und richtet sie wieder auf. „Du bekommst deine Strafe, meine Nachtrose. Jetzt und gleich! Du wirst mich reiten, bis du dich nicht mehr rühren kannst.“: sagt er lächelnd und führt sie zum Zelt, indem beide verschwinden. Saya scheint vergessen und hängt am Baum, ohne daß jemand von ihr weiter Notiz nimmt. Von ihrem Platz aus kann sie nicht in das Zelt hineinsehen, doch die lauter werden Geräusche lassen auf immer heftiger werdendes Liebesspiel schließen.  
Thu, Aug 21st 2025 11:41

“Ich soll Imeria sein, aber meine Ehre interessiert Euch nicht?” entgegnet Saya. “Ist dann nicht meine Ehre auch die Ehre Imerias? Wenn ich Schwäche zeige, ist es dann nicht auch die Schwäche Imerias? Wenn ich zurückweiche, ist es nicht ein Zurückweichen Imerias?”   Ihre Worte werden nicht gehört. Wenig später hängt sie allein an dem Baum, aufrecht, durchgestreckt, unbequem. Aber sie weiß, dass mangelnde Bequemlichkeiten im Moment ihr kleinstes Problem sind. Sie weiß, sie kann Schmerz ertragen. Sie hat auch keine Angst vor dem Tod. Aber sie hat eine Scheiß-Angst davor, Mari leiden zu sehen. Allein, sie hat keine Ahnung, wie sie das verhindern kann.
Fri, Aug 22nd 2025 12:29

[Die Kralle] Saya irrt sich. Ihre Worte wurden sehr wohl gehört, wie sich nach einer Weile herausstellt, als die Kralle wieder zum Vorschein kommt. Er trägt nur Hose und Maske. Sein nackter, schweißiger Oberkörper, den kunstvolle Geiertätowierungen schmücken, ist eher sehnig als athletisch und sein Gesicht trägt Spuren der Schminke Bayans. „Es ist eine feine, aber deutliche Line zwischen der Ehre deines Amtes und damit der Ehre der Schwarzen Schlange und deiner persönlichen Ehre gezogen. Es gehört zu meinen Aufgaben, die Ehre des Hauses zu wahren, deine persönlichen Belange interessieren mich nicht. Dein Unwille oder Unvermögen, diesen Unterschied zu verstehen, läßt mich mehr und mehr daran zweifeln, daß du geeignet bist, dein Amt auszuüben.“   Dann lächelt er und tätschelt mit einer Hand Sayas Gesicht, die deutlich nach dem Parfum und dem Geschlecht Bayans riecht. „Doch das ist ein Umstand, der sehr leicht zu korrigieren ist, wie wir beide wissen.“ Lächelnd wendet er sich ab. „Komm mein Freudenengel. Wir haben einen neuen Gast zu empfangen.“ Etwas zittrig kommt nun auch die Mischlingsfrau aus dem Zelt und allein die Art wie sie die Kralle anlächelt und ansieht, zeigt deutlich, daß sie nie und nimmer eine Sklavin ist. Ihr Lippenrot und Kajal ist verschmiert und auf ihrer Stirn stehen immer noch Schweißperlen. „Mit Vergnügen, Herr!“: antwortet Bayan und folgt der Kralle. Saya bleibt mit einem der Leibwächter der Kralle zurück.    
Fri, Aug 22nd 2025 05:16

Saya schaut ihm eine Zeit lang nach. Dann zerrt sie an den Eisenfesseln, versucht sich zu befreien. Sie muss nun kämpfen, sie muss verhindern, dass sie Mari foltern! Sie weiß, wie sie darauf reagiert hat, die Folter nur mit anzusehen. Wie wird sie erst reagieren, wenn sie schon wieder Opfer davon wird? Ihr Weg, das spürt sie, könnte hier und heute soundso zu Ende gehen. Aber wenigstens Mari könnte sie noch retten, wenn sie nur aus diesen Fesseln kommt. Bald dringt das Blut unter den Fesseln hervor. Saya muss einsehen, dass es zwecklos ist. Sie ist der Kralle ausgeliefert, und mit ihr wohl auch Mari Kiroval.
Mon, Aug 25th 2025 11:23   Edited on Mon, Aug 25th 2025 11:47

[Verwaltung] Ein älterer Mann, der an der Wange eine Geiertätowierung trägt, tritt in den Lichtkreis der Lampe auf dem Schreibpult, wechselt ein paar Worte mit dem Jäger, der Mari gepackt hat und schreibt etwas in ein aufgeschlagenes Buch. „Bringt sie hinauf in den Tränenflügel, die Kralle wartet schon.“ Mari wird aus dem Raum und wieder nach oben getrieben, durch einen Irrgarten von Korridoren bis zu einer prächtig geschnitzten Doppeltüre gezerrt, vor der zwei Leibwachen der Kralle Posten stehen. Nachdem der Jäger, der Mari hält, seine Meldung gemacht hat, werden sie eingelassen. Mari wird in einen kleinen Raum geschleppt und kurz darauf erscheint eine weitere Leibwache der Kralle. Ihr wird ein Lederkragen um den Hals geschnallt, der mit einer dünnen Kette mit zwei Handschellen verbunden ist.   Jetzt verlassen die beiden Jäger, die sie gebrachten haben, die Privaträume der Kralle und Mari wird durch einen breiten Korridor getrieben, von dem mehrere Türen abgehen, bis der Jäger Mari befiehlt stehen zu bleiben und eine der Türen öffnet. Mit einem Stoß wird Mari über die Schwelle getrieben. Der Raum ist groß, doch nur Teil davon wird von Lampen und Kerzen beleuchtet, der Rest liegt im Dunkeln. Der Boden ist mit Marmormosaiken ausgelegt, an der Decke kann Mari vergoldete Stuckverzierungen ausmachen und in der Luft hängt schwer der Duft von bestem Veshka. Noch ein Stoß bringt sie bis auf etwa fünf Meter an einen großen, vom Alter geschwärzten Stuhl mit hoher Lehne heran, indem ein Mann in einem dunklen, offenen Umhang mit Kapuze sitzt, die seinen nackten tätowierten Oberkörper zum Teil freigibt, zu dem er eine dunkle Hose und Stiefel trägt. Die Linke, die auf der Lehne des Stuhles ruht, ist mit großer Kunstfertigkeit so tätowiert, daß sie wie eine Geierkralle wirkt. Rechts hinter ihm steht eine nur schattenhaft erkennbare Frau. Zu seinen Füßen kauert eine, bis auf kostbaren Schmuck, nackte Sklavin. Der Leibwächter verbeugt sich und meldet: „Marissa Kiroval, wie ihr befohlen habt, Herr!“  
Mon, Aug 25th 2025 11:25

[Die Kralle] Mit einer knappen Geste bedeutet die Kralle seiner Leibwache wieder ihren Posten einzunehmen. Ziemlich lange mustert er die schlanke Frau vor ihm, bevor er sich etwas nach rechts dreht und zu der Frau im Halbschatten sagt: „Das ist die Kellerratte, die entweder mutig ist wie ein Berglöwe oder verrückt wie eine Mohnsaftesserin, um in einer Kneipe vor allen Gästen eine Dargha Imerias niederzuschlagen. Auf den ersten Blick möchte man meinen, daß sie nur ein Kümmerling ist. Aber man soll ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen, wie es so schön heißt. Was sagst du, mein süßer Würgeengel?“  
Mon, Aug 25th 2025 11:28   Edited on Mon, Aug 25th 2025 11:29

Als Mari in das Zimmer gestoßen wird, schickt sie ein stummes Stoßgebet an die Behüterin, bittet um ihren Beistand und legt ihr Schicksal in ihre Hände. Als sie vor dem Mann in seinem Thronsessel steht, sie ist sich sicher, daß er die Kralle sein muß, vor dem sie Saya eindringlich gewarnt hat. Schon allein die Art, wie er sich in seinem Stuhl räkelt und spricht, macht Mari klar, daß dieser Mann gefährlich ist. Bis jetzt hat sie geschwiegen, doch nun sie kann nicht mehr den Mund halten und läßt die Frau im Schatten nicht zu Wort kommen. „Die Zwillinge mit euch.“: sagt Mari mit belegter Stimme und neigt höflich den Kopf. „Ja, ich bin Mari Kiroval. Ich habe …“ Doch dann vergißt sie all die wohlgesetzten Worte, die sie sich in fieberhafter Eile überlegt hat und platzt heraus. „Bitte, sagt mir, was mit Saya ist. Wie geht’s ihr? Bitte tut ihr nichts, ich bitte euch. Wenn ihr wen strafen müßt, dann nehmt mich. War meine Idee! Bitte tut Saya nichts!“  
Mon, Aug 25th 2025 11:46

[Sklavin] Wie viel Zeit vergangen ist, kann Saya nicht abschätzen, aber ihre immer heftiger schmerzenden Handgelenke und Muskeln deuten darauf hin, daß es schon eine geraume Weile sein muß. Da hört sie leise Schritte und das Rascheln von dünnem Stoff. Als sie den Kopf dreht, sieht sie eine Frau in einem schleierfeinen, knöchellangen Kleid, das nichts von ihrem Körper verbirgt, auf sie zukommen. Ihr Kragen, auch wenn er wie ein Schmuckstück gearbeitet ist, weist sie als Sklavin aus. Sie trägt ein Tablett, daß sie in das Zelt trägt, bevor sie sie zurückkommt und sich anmutig vor Saya verbeugt. „Ich stehe zu euren Diensten, Dargha! Ihr müßt durstig sein. Ich kann euch Bier, Wein, Sherbet oder Wasser anbieten. Die Schwarze Schlange gestattet es.“ : sagt die rotblonde Schönheit mit einem bezaubernden Lächeln.      
Tue, Aug 26th 2025 06:51

Die Sonne brennt unbarmherzig auf den Platz. Der kahle Baum vermag kaum Schatten zu spenden. Und so steht Saya da, mit gestreckten Armen, die Arme in den groben eiserenen Handschellen. Ihre ergebnislosen Befreiungsversuche haben nur eingebracht, dass ihre Handgelenke wundgescheuert sind und wie Feuer in den Schellen brennen. Die aufgeplatzte Brustwarze pulsiert schmerzhaft, und auch der Schweiß, der inzwischen in langen Bahnen über ihren Körper rinnt, brennt in den Striemen der Rute. Ihre Zunge klebt am Gaumen, die Glieder sehnen sich danach, bewegt zu werden, die Muskeln beginnen, sich zusammenzuziehen. Da hört sie das leise Rascheln, meint schon, die muskelbepackte Ostin würde zurückkommen, um mit dem Martyrium erst richtig zu beginnen. Saya ist sich so gut wie sicher, dass das, was ihr bisher widerfahren ist, nur eine winzigkleine Einleitung gewesen sein kann. Sie hebt den Blick. Sie erblickt die anmutige Sklavin mit dem Tablett, sie kann nicht umhin, ihren Blick über ihren perfekt geformten Körper schweifen zu lassen.   “Bier,” sagt sie schließlich, bemüht, auch in dieser Situation halbwegs würdevoll zu erscheinen. Sie kann nicht umhin, dass das Wort etwas gepresst aus ihrem Mund kommt.  
Reaktion der Kralle | 2d6
4

Tue, Aug 26th 2025 02:31
Tue, Aug 26th 2025 03:53

[Sklavin] „Wie ihr wünscht, Herrin.“: sagt die Sklavin mit einer Verbeugung. Ihre Figur erinnert Saya an Gulamas, doch die Rotblonde ist ein wenig schlanker und trainierter als Maris Sonnenschein. Mit schwingenden Hüften verschwindet die Sklavin im Zelt und kommt mit einem metallenen Becher und einem Damasttuch zurück. „Bitte trinkt, Herrin, die Schwarze Schlange gestattet es!“ Sie setzt Saya den Becher mit dem kühlen Bier an die Lippen und achtet sehr darauf, rechtzeitig abzusetzen, wenn Saya schluckt. Als der Becher leer getrunken ist, tupft sie ihr die Lippen zart mit dem Damsttuch trocken. „Wünscht ihr noch einen Becher, Herrin? Ich kann euch auch in Honigsoße geröstete Hühnerstücken anbieten, solltet ihr hungrig sein. Ihr braucht es nur zu sagen, Herrin.“ Dann macht sie einen kleinen Schritt auf Saya zu. „Wenn ihr es wünscht, Herrin, kann ich euch auch die Zeit auf eine angenehme Art und Weise vertreiben. Die Schwarze Schlange gestattet es.“      
Tue, Aug 26th 2025 03:55

[Die Kralle] Der Kopf der Kralle fährt herum und das dunkle Oval unter der Kapuze richtet sich auf Mari. „Du wagst es hier in meinem Haus falsche Götzen anzurufen, du Wurm?“: erkundigt sich die Kralle in einem gefährlich ruhigen Tonfall. „Alleine deswegen sollte ich dir die Haut abziehen lassen und dich dann den Hunden zum Fraß vorwerfen! Doch zuerst werde ich dir Manieren beibringen lassen, kleine Ratte, dann werden wir uns unterhalten.“ Die Kralle wendet sich wieder der Frau im Schatten zu. „Bayan, du darfst spielen! Doch laß sie mir ganz und in einem Zustand, indem sie noch zu erkennen ist.“   „Nichts, was ich lieber täte, Herr!“: ertönt eine Frauenstimme in rauhem Alt und die Frau im Schatten tritt einen Schritt vor und läßt den Umhang, den sie trägt, achtlos über ihre Schultern zu Boden gleiten. Mari kann sehen, daß die Frau zwar ostisches Blut hat, aber ein Mischling ist. Ihr Haar ist so kurz geschnitten, daß die Kopfhaut durchschimmert. Ihr Gewand besteht aus Lederriemen und einigen Ketten, die nichts von ihrer untersetzten, muskulösen Gestalt verbergen und kniehohen Stiefeln. Große goldene Ohrringe reichen ihr bis knapp auf die Schultern. Ihr geschminktes Gesicht ist nicht schön, doch anziehend. Unter ihrem linken Augenwinkel klebt eine Träne aus Blattgold. Erst als sie auf Mari zu kommt, fällt die dünne biegsame Gerte auf, die sie an einer Schlaufe um das rechte Handgelenk trägt.  
Tue, Aug 26th 2025 03:56

Es fröstelt Mari bei den Worten der Kralle. Sie weiß nur zu gut, wie die Jäger jemandem Manieren beibringen und ihr graut davor. Doch wenn es der Abend sein sollte, an dem sie die Behüterin zu sich holen will, dann sollte es sein! Das Wissen, daß sie in der Hand der Behüterin ist, gibt ihr die Kraft trotz ihrer Angst trotzig den Kopf hochzuhalten und der Kralle zuzurufen. „Ich wollt’ ja nur höflich sein! Aber ich weiß schon, mehr als wehrlose quälen, das könnt ihr alle miteinander nicht.“ Dann richtet sich ihr Blick auf die Frau, die langsam auf sie zukommt. Selten hat sie solchen Haß in einem Blick gesehen.      
Tue, Aug 26th 2025 03:59   Edited on Tue, Aug 26th 2025 04:00

[Die Kralle] Ein leises amüsiertes Auflachen folgt den Worten Maris. „Warte, mein Engel.“: sagt er zu Bayan, bevor er sich Mari zuwendet. „Du willst dich also wehren, kleine Ratte? Was für ein unerwartetes Vergnügen. So sei es denn! Bayan wird dir zeigen, daß sie auch jene quälen kann, die sich wehren.“ Er ruft in die Dunkelheit: „Nehmt ihr die den Kragen und die Handschellen ab.“ Während die Leibwache Maris Fesseln löst, sagt die Kralle zu Bayan. „Ohne deine Peitsche, Bayan, sonst wäre es nur ein kurzes Vergnügen und brich sie mir nicht entzwei. Zumindest jetzt noch nicht.“ Er stößt die nackte Sklavin mit einem Fuß an. „Bring mir Wein!“ Während die Sklavin einen Silberpokal mit Wein füllt, sagt die Kralle zu Mari: „Zieh dich aus! Es ist weitaus anregender, wenn beide Kämpferinnen nackt sind, nicht nur eine und macht mehr Licht!“  
Wed, Aug 27th 2025 06:38

Der Becher schmerzt leicht auf den aufgeplatzten Lippen, doch Saya ignoriert den Schmerz. Zu sehr sehnt sich ihre Kehle nach dem Nass. Gleichzeitig ermahnt sich Saya jedoch, nicht zu viel zu trinken. Sie will ihre Blase nicht zu sehr füllen, sie will den Moment, an dem sie sich anpisst, so weit wie möglich hinausziehen. Also schüttelt sie nur den Kopf, als die Sklavin sie nach Nachschlag und etwas zu essen fragt. Der Appetit ist der Dargha absolut vergangen. Also schaut sie die Sklavin nur etwas verblüfft an.   “Wie willst du mir diese Zeit denn angenehm machen?” fragt sie sie.  
Wed, Aug 27th 2025 02:51

[Rotblonde Sklavin] „Das hängt ganz von euren Wünschen ab, Herrin.“: entgegnet die Sklavin mit einem Lächeln. „Ich vermag euch auf vielerlei Arten unterhalten und erfreuen, wie ausgefallen euer Geschmack auch sein mag. Ihr könnt euch mit mir über Geschichte, Philosophie und Literatur unterhalten. Ich kann für euch singen und kenne viele Lieder. Romantische Liebeslieder, epische Balladen, bis hin zu den zotigesten Trinkliedern. Ich kann für euch tanzen, wenn euch danach der Sinn steht und ich bin sehr zungen- und fingerfertig, wenn euch eher nach sinnlichen Vergnügungen ist. Ich stehe euch in jeder Hinsicht zur Verfügung. Eure Wünsche sind mir Befehl, Darhga.“  
Wed, Aug 27th 2025 03:14

Der Blick, den Saya der hübschen Sklavin nun zuwirft, ist etwas irritiert.   “Ich habe keine Lust, über irgendwelchen kulturellen Mist zu reden, und singen will ich dich auch nicht hören,” antwortet sie. “Aber wenn du mir diese Schmuckstücke um meine Handgelenke wegtanzen könntest, dann könnten wir uns über weiteres schon noch unterhalten.”  
Thu, Aug 28th 2025 09:44   Edited on Thu, Aug 28th 2025 09:46

[Rotblonde Sklavin] Bedauern zeichnet sich auf dem schönen, ebenmäßigen Gesicht der Sklavin ab und in ihrer Stimme schwingt ehrliches Mitgefühl. „Es steht nicht in meiner Macht, euch auch dieser Lage zu befreien, Herrin! Doch ich täte es, wenn ich könnte. Ihr seid eine bemerkenswerte Frau und ich würde euch mit Freuden dienen. Weit lieber als meinem jetzigen Herren und ich sage das nicht, weil es mir befohlen wurde. Ich sage es euch, weil ich es so empfinde.“ Die Berührung ist flüchtig und leicht, als sie Saya mit den Fingerspitzen ihrer rechten Hand über die Wange streicht. „Doch wenn ihr es gestattet, dann werde ich versuchen, euch eure Lage etwas zu erleichtern. Eure Handgelenke müssen schmerzen.“ Die großen Augen der Rotblonden schimmern in einem dunklen Grün.  
Thu, Aug 28th 2025 10:18

Als die Stimme der Kralle die Mischlingsfrau stoppt, atmet Mari unwillkürlich auf. Die Frau mit ihrem haßerfüllten Blick ist athletisch wie Saya doch kleiner und wirkt daher massiger, doch sie bewegt sich mit der Leichtigkeit und Geschmeidigkeit geübter Kämpfer. Ihre Hoffnung, daß sie der Ostin doch entgehen könnte, wird schnell zunichtegemacht, als ihr die Kralle befiehlt, sich auszuziehen und zu kämpfen. Für einen Moment zögert sie, dann schnallt sie den Waffengurt mit der leeren Dolchscheide ab und zieht sich aus. Sie rechnet sich keine Chancen gegen diese Bayan aus, aber sie ist fest entschlossen, es ihr nicht leicht zu machen. Besser in einem Kampf untergehen, als an einem Balken hängen!   „Dein Wille geschehe, Afyra“: murmelt sie leise, als sie sich als Letztes ihre Hose auszieht, zusammen faltet und weglegt. Inzwischen haben Sklavinnen weitere Lampen angezündet, die den großen Raum erhellen. Doch Mari hat nur Augen für ihre Gegnerin. Unter anderen Umständen wäre sie überhaupt nicht abgeneigt gewesen, dieser Mischlingsfrau näherzukommen. Die Muskeln unter ihrer elfenbeinfarbenen Haut, die kleinen, festen Brüste und die Tätowierungen jagen ihr selbst jetzt kleine begehrliche Schauer über die Haut, doch sie ist sich darüber klar, daß Bayan vor allem eins bedeutet: Schmerz. Sie sieht zu, wie sie sich ihrer Peitsche entledigt und die Stiefel auszieht und macht dann zwei kleine, ängstlich wirkende Schritte zurück. Als ihr Bayan mit einem erwartungsvollen Grinsen nachkommt, geht sie blitzschnell zum Angriff über.      
Kampf | 2d6
6
Thu, Aug 28th 2025 11:13

Sayas Blick aus ihren bernsteinfarbenen Augen ist wohl nach wie vor kühl, aber aus dieser geringen Entfernung kann die Sklavin wohl ein leichtes Funkeln darin vernehmen. Der Umstand, dass die Sklavin sie nicht von den Fesseln befreien kann, beeindruckt Saya herzlich wenig. Sie hat auch in keinem Fall damit gerechnet. Aber sich die Zeit bis zur Rückkehr der Kralle mit ihrer Schlächterin etwas zu versüßen, erscheint gar nicht so abwegig - zumal diese Sklavin leicht die letzte Frau sein könnte, die Saya halbwegs zärtlich berührt.   “Naja, ich muss zugeben, dass ich schon in bequemeren Positionen gewartet habe,” antwortet Saya. “Also, wenn du meinst, du könntest mir dieses sinnlose Rumstehen etwas versüßen, nur zu. Wenn es mir auch schleierhaft ist, warum du mich für eine bemerkenswerte Frau hältst. Ich kann mich nicht erinnern, dich schon einmal gesehen zu haben.”  
Fri, Aug 29th 2025 04:36

[Rotblonde Sklavin] „Nein, ihr habt mich vorher noch nicht gesehen, Herrin! Ich bin für den heutigen Tag die zuständige Sklavin hier und habe mich um alles zu kümmern. Es ist der Wunsch meines Herren, daß wir, solange wir nicht gerufen werden, unsichtbar sind. So habe ich mich auch heute bereitgehalten, ohne gesehen zu werden. Ich habe euch, meinen Herren und diese..Bayan beobachtet.” Den Namen der Mischlingsfrau spricht sie voll Verachtung aus.   „Euer Verhalten gegenüber meinem Herrn war beeindruckend. Es traut sich kaum jemand, ihm zu widersprechen. Ich habe euch bewundert, Herrin und ihr tragt euer Los aufrecht, auch das beeindruckt mich sehr.“ Dann senkt die Sklavin ihren Kopf und für einen Moment röten sich ihre Wangen. „Ihr seid schön, Herrin, und sehr begehrenswert. Mit Freuden würde ich euch treu dienen und euch alle Wonnen bereiten.“ Schöne Worte können viele Lügnerinnen finden, doch ihr Erröten zeigt, daß etwas Wahres an ihren Worten ist.  
Fri, Aug 29th 2025 05:22

Saya kommt nicht umhin, ihre kalte Miene in ein leichtes Grinsen zu verziehen. Sie mustert die Sklavin, und sie würde gut in Sayas - zugegebenermaßen recht breit gefächertes - Beuteschema passen.   “Das mit dem treu dienen könnte etwas schwierig werden,” antwortet Saya. “Es hat nicht den Anschein, als würde die Kralle dich mir zum Geschenk machen. Aber wenn du dich daran sehnst, mir Wonnen zu bereiten - leicht möglich, dass es deine letzte Chance ist. Denn wenn diese Ostin zurückkommt, befürchte ich, dass danach nicht mehr viel übrig bleibt, dem man Wonnen bereiten könnte.”  
Fri, Aug 29th 2025 08:02   Edited on Fri, Aug 29th 2025 08:02

[Rotblonde Sklavin] „Bayan ist schlimmer als die Sklaventreiber der Mehras. Sie haßt Frauen, alle Frauen! Es tut mir leid für euch, Herrin!“, sagt die Sklavin und beugt sich zu Saya. Ihr Kuß ist nicht der einer Hure, eher scheu, zart und sehr liebevoll. Als sie sich von Saya löst, lächelt sie traurig. „Ich weiß, daß die Behüt...Anais Wunder wirken müßte, damit ich euch dienen darf. Ich träume nur ein wenig, Herrin.“ Wieder küßt sie Saya und diesmal ist ihr Kuß ein wenig leidenschaftlicher. Sie merkt jedoch schnell, daß Saya keine große Freude mit übertriebener Zärtlichkeit hat, und es dauert nicht lange, bis Saya davon überzeugt ist, daß die Sklavin nicht übertrieben hat, mit ihrer Zungen- und Fingerfertigkeit. Doch kurz vor dem Höhepunkt löst sie sich für einige Augenblicke von Saya. Das Spiel wiederholt sich so lange, bis Sayas Haut schweißnaß ist und ihr ganzer Körper bebt vor Lust und Verlangen. Erst dann führt sie die Sklavin zum heiß ersehnten Höhepunkt. Dann läßt sie von ihr, erhebt sich, schmiegt sich einen Moment an Saya und nimmt ihr Gesicht zwischen ihre Hände und küßt sie innig. „Ich wollte wirklich, ich könnte bei euch bleiben, Herrin!“, haucht sie.  
Fri, Aug 29th 2025 08:24

[Verwaltung]So überrascht ist Bayan, die beim Zurückweichen Maris schon von einem leichten Spiel überzeugt war, von der Geschwindigkeit des plötzlichen Angriffs, daß Maris Schlag trifft. Es gelingt ihr im allerletzten Augenblick, den Kopf etwas zur Seite zu drehen, und so trifft Mari nicht ihre Nase, sondern ihr rechtes Auge, dessen Augenbraue aufplatzt und zu bluten beginnt. Condir war ein guter Lehrer gewesen und Mari hat aufgepaßt und so läßt sie einen Tritt auf das Knie ihrer Gegnerin folgen. Doch Bayan hat sich schon gefangen und dreht sich so, daß Mari nur den Oberschenkel trifft. Erfreut über diese überraschende Wende klatscht die Kralle in die Hände und feuert die beiden Kämpferinnen an. Obwohl Mari Bayan noch zwei, drei Mal trifft, hat sie keine Chance gegen die weit überlegene Körperkraft und Technik der ausgebildeten Kämpferin. Gebremst nur durch den Befehl der Kralle, Mari nicht schlimm zu verletzen, dringt die Mischlingsfrau auf Mari ein. Der Kampf dauert nicht lange. Nach einem schmerzhaften Schlag, den Mari voll nehmen muß, kann sie dem Tritt, der sie von den Beinen fegt, nicht mehr ausweichen und dann ist Bayan über ihr.  
Fri, Aug 29th 2025 09:46   Edited on Sat, Aug 30th 2025 04:24

[Bayan] Nach dem heftigen Schlag in die Magengrube, der Mari sich zusammenkrümmen läßt, biegt ihr Bayan die Arme zur Seite, drückt Mari mit ihrem Gewicht zu Boden und fixiert ihre Beine mit den ihren. Ein Blutstropfen fällt von ihrer Augenbraue auf Maris Gesicht, als sie Bayan bösartig angrinst. “Dafür werde ich dein Blut kosten, du geschmeidige kleine Hure,” sagt sie drohend und beugt sich hinunter zu Mari bis ihre Lippen Maris Halsansatz berühren, dann dreht sie ihren Kopf ein wenig und beißt über dem Trapezmuskel zu. Ihre Zähne dringen durch Maris Haut in das darunterliegende Fleisch. Blut quillt aus der Bißwunde und Mari schreit auf. “Genug, mein Engel,” ertönt die Stimme der Kralle. Bayan löst ihre Zähne und leckt Maris Blut von ihrer Schulter. Man kann ihr ansehen, daß sie liebend gern die Unterlegene weiter quälen würde, aber sie fügt sich dem Befehl der Kralle, steht auf und gibt Mari noch einen Tritt. “Hoch mit dir.” Dann wendet sie sich der Kralle zu. Mit einem Mal verfliegen die Wut, die Lust an der Gewalt aus ihrem Gesicht und ihrem Blick und machen Zuneigung und Verlangen Platz.    
Fri, Aug 29th 2025 10:54

Saya schmeckt den Geschmack ihres eigenen Geschlechts in ihrem Mund. Sie atmet immer noch schwer. Ihr gesamter Körper, bis zu der nun in Kniehöhe hängender Hose, glänzt im Sonnenschein.   “Und was würde ich dafür geben,” stöhnt sie nur, und schaut wollüstig an dem Körper der Sklavin auf und ab.   Frisches Blut rinnt über ihre Unterarme, so sehr hat sie in ihrer Extase an den eisernen Fesseln gezogen, doch sie scheint es nicht zu spüren.   “Kann ich noch ein Bier haben?” fragt Saya schließlich. Ihre Zunge klebt wieder am Gaumen, und sie fühlt sich, als habe ihr die Sklavin sämtliche Flüssigkeit aus dem Leib gesogen.  
Sun, Aug 31st 2025 03:28

Ihr ganzer Körper schmerzt von den Schlägen und Tritten dieser Bayan, besonders der Biß in ihrer Schulter und ihr Magen. Nur mit Mühe verhindert sie, daß sie sich übergibt. Der Tritt Bayans in ihre Seite facht ihre Wut neu an und irgendwie kommt sie wieder auf die Beine. Etwas zusammen gekrümmt steht sie da und stellt mit Freuden fest, daß Bayans Auge schon anschwillt und immer noch Blut aus ihrer Augenbraue sickert. Ganz ungeschoren ist Bayan nicht davon gekommen, aber Mari ist sich klar darüber, daß die Mischlingsfrau nur mit ihr gespielt hat. Sie hat keinen einzigen Schlag ins Gesicht oder auf den Kopf einstecken müssen, außer dem Biß keine Wunde, nur ein paar Kratzer und eine Menge Blutergüsse. Sie weiß immer noch nicht, was mit Saya ist und diese Ungewissheit macht ihr schwer zu schaffen. Mari gibt sich Mühe, aufrecht zu stehen und ihre Stimme nicht allzu gepreßt klingen zu lassen. „Bitte, sagt mir was mit Saya ist.“: sagt sie dann und ist selbst erstaunt, wie gelassen ihre Stimme klingt.  
Sun, Aug 31st 2025 03:31

[Die Kralle] „Du bist am schönsten, wenn du Blut geleckt hast.“: sagt die Kralle bewundern zu Bayan. „Komm, küß mich, süßer Nachtschatten.“ Es ist ein langer, leidenschaftlicher Kuß, doch dann wendet sich die Kralle Mari zu. „Vielleicht lebt sie, vielleicht nicht! Vielleicht leidet sie, vielleicht schreit sie im Moment ihre Lust heraus! Vielleicht ist der Stab über ihr schon gebrochen, vielleicht spielen wir hier ein Spiel und vielleicht hängt es ganz allein von dir ab, ob sie lebt, oder zertreten wird, wie eine Bettwanze. Deine Dargha hat die Ehre der Schwarzen Schlange in den Staub getreten! Deinetwegen! Ich will aus deinem Mund hören, was sich in der Schenke zugetragen hat, in der du sie niedergeschlagen hast. Doch zuvor komm her und dreh dich um.“ Als Mari ihm den Rücken zuwendet, betrachtet er eine Weile die sich überschneidenden, wulstigen Narben so als ob er eine Landkarte studierte. „Dreh dich um und sieh mich an! Woher hast du diese Narben? Was ist geschehen und wie hast du das überlebt?": fragt die Kralle kühl und streift die Kapuze zurück. Darunter trägt er eine Maske, die nur Haar, Augen und die Mundpartie unbedeckt läßt. Zum ersten Mal blickt Mari in die braunen Augen, in denen sich Kälte, Arroganz und wache Intelligenz spiegeln.  
Sun, Aug 31st 2025 03:33

Mari weiß, daß sie in diesem Spiel sehr schlechte Karten hat. Sie hat keine Ahnung, was diese Kralle weiß, sie weiß nicht, was sie will und sie kennt seine Ziele nicht. Der Mann vor ihr ist nicht nur mächtig, überheblich und leicht verrückt, sondern auf eine sehr gefährliche Art gescheit, erfahren und schlau. Als sie in die brauen Augen schaut, spürt Mari instinktiv, daß sie bei diesem Mann großteils bei der Wahrheit bleiben muß. Sie hat das unheimliche Gefühl, daß diese Augen in sie hineinsehen können und sie wird die Wahrheit nur dort verbiegen, wo sie Saya gefährlich werden kann. Sie schickt noch ein schnelles, stummes Stoßgebet an die Behüterin, bevor sie sich räuspert und beginnt.   „Es hängt alles zusammen.“: sagt sie dann. „Ich bin..war eine Kellerratte, der Daumen meiner Hand…“: beginnt sie und schildert ausführlich aber knapp die Geschehnisse, die zu ihrer Ausstoßung und Auspeitschung geführt haben, ihr Überleben auf den Ruinenfeldern, ihre Rache an den Kindern von Loros Onkel, das Zusammentreffen mit Theomer, wie sich auf den ersten Blick in Saya verliebt hatte, wie sie Saya zum ersten Mal angesprochen hat und die weiteren Geschehnisse bis zu dem Auftritt im Zwilling als sie Saya geschlagen hat. Sie läßt nur aus, daß sie die Kneipe am Fluß angezündet hat und das Saya es weiß. Ihre einzige Lüge ist, daß sie behauptet, es wäre ihre Idee gewesen, Saya in der Öffentlichkeit zu schlagen. „Bitte…“: sagt sie dann, „Sagt mir, was ich tun soll, damit ihr Saya nicht bestraft. Ich bitte euch! Bestraft mich, es war ja meine Idee und laßt Saya gehen! Ihr könnt machen mit mir was ihr wollt, aber bitte tut Saya nichts!“        
Sun, Aug 31st 2025 03:36   Edited on Sun, Aug 31st 2025 03:37

[Die Kralle] Nahezu regungslos hört die Kralle zu, ohne Mari zu unterbrechen. Dann lacht er leise auf. „Wie süß von dir! Du übersiehst nur zwei Dinge, kleine Ratte! Ich kann ohnehin mit dir machen, was ich will! Dazu brauche ich deine Einwilligung nicht und ich werde dir gar nichts sagen! Das wäre doch viel zu einfach und wenig unterhaltend!“ Dann beugt er sich etwas vor. „Das ist mein Spiel, kleine Ratte, und ich mache die Regeln! Gefallen mir die Regeln nicht mehr, dann ändere ich sie mitten im Spiel und wenn mir der Sinn danach steht, dann beende ich das Spiel und übrig bleibt nur mehr kaltes Fleisch! Mein Wille geschieht!“   Für einen Moment sieht er Mari in die Augen. „Ich bin der Tod und ich bin das Leben, in meiner Rechten halte ich den Schmerz und in meiner Linken Extase! Doch du sollst wissen, daß ich weit öfter der Tod bin, als das Leben. Ich wache über jene, die dem Knochenhain dienen und ich strafe jeden, der auch nur den Hauch eines Schattens auf Imeria wirft. Die Schwarze Schlange gestattet es.“: sagt er und fährt fort, „Eine Regel verrate ich dir, kleine Ratte. Vielleicht weil ich dich mag, vielleicht aus bloßer Willkür! Lüge nicht! Doch eine Lüge gestatte ich dir und die hast du jetzt aufgebraucht! Es war nicht deine Idee, die Dargha nach diesem unwürdigen Auftritt in aller Öffentlichkeit zu schlagen! Noch eine Lüge und deine Dargha wird dafür mit Schmerz und Qual bezahlen.“  
Mon, Sep 1st 2025 11:20

[Rotblonde Sklavin] Die Sklavin bemerkt Sayas Blick und dreht sich langsam, darauf bedacht, ihre körperlichen Vorzüge im besten Licht zu zeigen und sie hat etwas zu zeigen. „Gefalle ich euch wenigstens ein bißchen?“: erkundigt sie sich in einem verführerischen Tonfall, doch dann neigt sie den Kopf. „Was immer ihr wollt, Herrin!“, sagt die Sklavin und beeilt sich das Bier zu holen und Saya zu trinken zu geben. Als Saya den Becher leer getrunken hat, geht die Sklavin zurück in das Zelt und kommt mit einer Silberschüssel und Tüchern zurück. Zuerst tupft sie ihr vorsichtig das Blut von den Unterarmen, dann feuchtet sie ein anderes Tuch an und wischt Saya fürsorglich, fast schon liebevoll, den Schweiß vom Gesicht und vom Oberkörper. Dabei läßt sie keine Gelegenheit aus, sich für Augenblicke an Saya zu schmiegen. Als Saya erfrischt ist, stellt sie die Schüssel beiseite und beginnt Saya die Hose wieder anzuziehen. „Meinem Herren gefiele es sicher euch so zu sehen, doch Bayan ...es ist besser sie bekommt euch so nicht zu Gesicht. Ich fürchte, sie würde euch schlagen, Herrin!“ Als sie die Hose zugeknöpft hat, schmiegt sie sich wieder an Saya. „Darf ich euch küssen, Herrin?“: haucht sie.    
Tue, Sep 2nd 2025 04:57

„Stimmt, war nicht meine Idee.“: sagt Mari nach kurzem Zögern. „Ich wollt’s auch nicht, aber Saya hat sich nicht davon abbringen lassen. Ich hab’ nur gesagt, daß es meine Idee war, weil ich Angst um sie hab’. Laßt es bitte nicht an ihr aus.“ Doch die Kralle geht nicht darauf ein und fordert sie auf, die Geschichte bis zum Ende zu erzählen. Das tut Mari auch. Sie läßt nur die Verhandlungen zwischen Lorek und Saya aus und ihr kurzes Zwischenspiel als Arendai. „Was dort im Lagerhaus passiert ist, weiß ich nur von Saya, da war ich nicht dabei, aber alles Andere stimmt. Ich lüg’ euch nicht mehr an. Ich schwör’s im Namen der Behüterin!“ Dann kniet sie sich hin. „Bitte, tut Saya nichts! Ich hab’ nichts, was ich euch dafür geben kann, ich kann euch nur bitten und das mach’ ich jetzt. Bitte, Herr, laßt sie am Leben! Bestraft mich, wenn’s sein muß, aber bitte nicht Saya!“      
Tue, Sep 2nd 2025 05:00

[Die Kralle] „Doch! Du hast etwas, das du mir geben kannst, kleine Ratte. Doch davon später! Jetzt hoch mit dir! Auf die Beine!“ : befiehlt die Klaue und dreht sich dann zu Bayan. „Eine Dargha Imerias, die den Kopf für eine ausgestoßene Kellerratte riskiert und eine ausgestoßene Kellerratte, die ihren Kopf für den der Dargha anbietet! Bei der Schwarzen Schlange! Das ist schon so absurd, daß es etwas von der Poesie der alten Epen an sich hat.“ Er wendet sich wieder Mari zu: „Ich sollte euch beide in der Mehras von den Hunden zerreißen lassen, oder euch Bayan überlassen, kleine Ratte! Aber in deinem Fall wäre es schon fast Verschwendung.“ Dann beugt er sich zu Bayan und für einige Augenblicke unterhalten sich die Beiden flüsternd, dann befiehlt die Kralle: „Holt mir die Blutseherin und meinen Fleischzeichner.“  
Tue, Sep 2nd 2025 09:03

Saya grinst etwas schief. “Ich hätte mich für meinen letzten Fick auch mit weit Häßlicherem zufriedengegeben,” antwortet sie. “Also, ja, du gefällst mir, sogar ziemlich gut.” Sie schaut ihr dann nach, wie sie hüftschwingend zu dem Zelt geht und das Bier holt. Dieses trinkt sie begierlich, schaut dabei der Sklavin ununterbrochen in ihre Augen. Die Kälte ist weg, nun schaut Saya sogar mit ziemlichem Feuer in den Augen, sie begehrt das wohlgeformte Geschöpf sichtlich mehr, als sie es geplant hatte. Und auch das Trockentupfen, die scheinbar zufälligen Berührungen entlocken Saya einige Male ein wohliges Stöhnen. Dementsprechend schaut sie am Ende auch fast enttäuscht, als ihr die Sklavin die Hose wieder über die Pobacken zieht und vorne verschließt. Sie schaut die Sklavin an. “Macht es denn einen Unterschied, warum mich diese Ostin schlagen wird?” fragt sie schließlich.
Tue, Sep 2nd 2025 10:13

[Rotblonde Sklavin] „Danke, Herrin! Es ist schön, daß ich euch gefalle.“: sagt die Sklavin mit vor Erregung etwas rauhen Stimme. Sie merkt natürlich auch, daß ihre Berührungen Saya nicht mißfallen. „Nein, es macht keinen Unterschied, warum ihr geschlagen werdet, Herrin. Aber es macht einen Unterschied, wohin und wie oft ihr geschlagen werdet! Bayan ist ein Tier und sie haßt Frauen, Herrin. Wenn sie mitbekommt, daß ich euch erfreut habe, dann wird sie ihre Wut darüber an euch auslassen. Nur deshalb habe ich euch wieder angezogen.“ Wieder rötet sich das schöne Gesicht ein wenig. „Aber wenn ihr es wünscht, ziehe ich euch wieder aus, Herrin, mein Herr hat es gestattet und bereite euch mit Freuden weitere Wonnen. Ihr braucht es nur zu sagen, Herrin! Für den Augenblick gehöre ich euch ganz alleine.“: sagt sie leise und schmiegt sich wieder an Saya.      
Tue, Sep 2nd 2025 10:31

Saya schaut die Sklavin voller Verlangen an.   “Sei doch realistisch,” meint sie schließlich. “Höchstwahrscheinlich werde ich als ausgemergelte, zerschlagene, zerfledderte Leiche von diesem Baum geholt. Was soll es mich also kümmern, ob diese Bayan wütend wird oder nicht? Wenn sie nur glüht vor Wut, macht sie vielleicht einen Fehler und schickt mich voreilig zu den Schatten. Und bis dahin, ich will verdammt sein, wenn ich aus Angst vor ihr hier dumm herumstehe und dich nur ansehe. Also, zieh das verdammte Kleid aus, und mach es mir, mach es mir immer wieder. Ich will dich spüren. Ich will dich haben, zwischen meinen Beinen, überall. Ich will, bevor Bayan mich in Stücke reißt, wenigstens sagen können, noch einmal ordentlich gefickt zu haben.”   Saya hebt nun einen Fuß, streicht ihn an der Innenseite eines Beins der Sklavin nach oben, bis sie damit ihr Geschlecht berührt.  
Tue, Sep 2nd 2025 10:50

[Verwaltung] Einer der Leibwachen verbeugt sich in Richtung der Kralle und macht sich auf den Weg. Mari bekommt von der geflüsterten Unterhaltung zwischen der Kralle und Bayan nichts mit, außer daß sie einmal ihren Namen hört. Es vergeht einige Zeit bis sich die Türe wieder öffnet und eine Frau in den Raum geführt wird. Sie trägt eine nachtschwarze Robe und ist barfuß. Ihr langes dunkles Haar ist wirr und steht ungekämmt von ihrem Kopf ab. Das hagere Gesicht war sicher einmal schön, doch nun ist es die abgehärmte Fratze einer besessenen Verrückten. Besonders abstoßend sind die milchig verfärbten blinden Augen der Frau und die langen Fingernägel, die eher an die Krallen eines Raubtieres erinnern, als an Frauenfinger. Trotzdem, daß die Frau blind ist, bewegt sie sich sicher und ohne Hilfe. “Du hast mich rufen lassen, Kralle!”: sagt sie mit kalter, kratziger Stimme ohne irgendein Zeichen von Respekt oder gar Angst.  
Tue, Sep 2nd 2025 10:52

[Die Blutseherin] „Das habe ich in der Tat, Seherin und ich danke euch für euer Kommen.“: sagt die Kralle umso respektvoller. „Ich bitte euch das Blut dieser Frau zu prüfen, ob es rein ist und ihre Seele frei von Schatten. Die Schwarze Schlange gestattet es und du, kleine Ratte, bleibst stehen, wo du bist, oder ich überlasse dich meinem Schmerzensengel.“ Er läßt die Seherin nicht aus den Augen, als sie auf Mari zugeht und dabei kichert. „Du stinkst nach Angst mein Täubchen und doch zitterst du nicht und du richtst nach Blut.“ Knapp vor Mari bleibt die Seherin stehen, streicht über die Bißwunde und leckt sich das Blut von den Fingern. Dann beginnt sie einen leiernden, leisen Gesang und wiegt sich hin und her. Plötzlich schießen ihre Hände nach oben und umklammern Maris Kopf. Die langen Krallen der Seherin lassen einige blutige Kratzer zurück. Die blinden Augen sind nur eine Handbreit von Maris Gesicht entfernt und ihre Stimme steigert sich zu einem Kreischen. Ihre Hände beginnen zu zittern, dann die ganze Frau, ein langer Speichelfaden zieht sich von ihrem Mundwinkel übers Kinn, dann löst sie sich genauso plötzlich von Mari als ihr seltsames Ritual begonnen hat. „Sie ist rein!“: verkündigt sie, dreht sich um und schlurft erschöpft zur Türe hinaus.    
Tue, Sep 2nd 2025 11:06

Die Verrückte, die auf sie zukommt, flößt Mari wirklich Angst ein, mehr als Bayan und ihre Peitsche. Sie muß sich sehr zusammen nehmen, um nicht zurückzuweichen. Sie hat durch die Geisterwand in der verseuchten Zone geschaut und diese blinden Augen erinnern sie stark an diesen Schrecken. Als sie die Seherin packt und ihr dabei blutige Kratzer zufügt, will sie sich losreißen, aber sie kann nicht. Wie gelähmt ist sie an ihren Platz gebannt und dann beginnt etwas, daß Mari ihr ganzes Leben lang nicht mehr vergessen wird. Etwas drängt sich in ihren Kopf, in ihre Gedanken, kraftvoll und widerlich schmerzhaft, fast so als bohrte jemand mit einem glühenden Eisen in ihrem Kopf herum. Völlig machtlos, kann es Mari nur geschehen lassen. Nichteinmal schreien kann sie. Erst als sie die Hexe losläßt dringt ein gurgelnder Schrei aus ihrem Mund und sie schwankt. Obwohl sie dagegen ankämpft, geben ihre Knie nach und sie plumpst mit dem Hintern auf den Boden.    
Tue, Sep 2nd 2025 11:25   Edited on Tue, Sep 2nd 2025 11:27

[Rotblonde Sklavin] Begehrlich seufzt die Skalvin auf, als sie Saya mit dem Fuß berührt. „Sagt so etwas nicht, Herrin. Zieht nicht das Unheil auf euch herab. Die Behüterin wird ihre Hand über euch halten.“ Dann tritt sie zurück, sodaß sie Saya ganz sehen kann und streift sich ihr schleierfeines Kleid über die Schulter, läßt es langsam an sich herabgleiten und steigt anmutig über den Stoff zu ihren Füßen. „Wie ihr wünscht, Herrin. Ich bin glücklich euch zu gefallen sein zu dürfen.“: haucht sie und umarmt Saya. Langsam wandert ihre Zunge bis zu Sayas Nabel, während sie die kaum geschlossene Hose wieder öffnet und sie bis zu Sayas Knöcheln zieht. Saya kann die Erregung der Sklavin in jeder Berührung spüren. Sie will es scheinbar genauso sehr wie Saya. Sie ist nicht so zärtlich wie Mari aber auch bei weitem nicht so grob wie Lisina, doch sehr erfahren und voller Hingabe. Die Sklavin stöhnt leise auf, als ihr Mund Sayas Geschlecht berührt und ihre Zunge und ihre Hände ihren Tanz beginnen.  
Wed, Sep 3rd 2025 06:58

Saya gibt ein sarkastisches Lachen von sich.   “Ich kann ziehen, so lange ich will,” erwidert sie. “Aber wenn die Kralle zum Schluss kommt, ich sei einer Dargha nicht würdig, dann wird das wohl in Ende sein. Und bisher hat es nicht den Anschein gemacht, als würde ich ihn wahnsinnig glücklich machen.”   Dann sagt Saya nichts mehr. Sie bebt bereits vor Erregung, als die Sklavin sie umarmt, ignoriert den Schmerz, den der Druck auf ihre lädierte Brust hervorruft. Sie schaut sie noch mit einem erregten Funkeln in die Augen an, dann schließt sie dieselben. Sie atmet tief und heftig, als sich die Sklavin über den Nabel vorarbeiter und stöhnt laut auf, als sie schließlich zwischen den Beinen ankommt. Kein Haar stört die Zunge der Sklavin, die Lust überkommt sie in Wellen, und immer wieder klirren die Ketten unter den unkontrollierten Bewegungen. Bald sind auch die Bemühungen der Sklavin von vorhin zunichte gemacht, denn bald rinnt das Blut wieder unter den Handschellen hervor. Und bald perlen auch die Schweißtropfen wieder an ihrem Körper nach unten. Schließlich schreit sie laut auf, als es sie überkommt.   “Verdammt, wo hast du das nur so gelernt,” keucht sie, als die Sklavin wieder von ihr ablässt.
Fri, Sep 5th 2025 08:43

[Die Kralle] Als sich die Seherin erschöpft abwendet, nachdem sie ihr Urteil gesprochen hat, erhebt sich die Kralle und deutet eine Verbeugung an. "Sieben Arkh der Schwarzen Schlange im Knochenhain! Seid bedankt, Blutseherin." Offensichtlich zufrieden, wendet er sich an Bayan. "Ich habe noch zu tun, mein Engel. Du kannst dich in unsere Gemächer zurückziehen." Trotz seines Lächelns und seines freundlichen Tonfalls ist seine Aufforderung ein klarer Befehl. Bayan verbeugt sich tief und verläßt den Raum. Die Kralle erhebt sich und macht ein paar Schritte in Maris Richtung. "Es ist alles in bester Ordnung, kleine Ratte! Das scheußliche Gefühl vergeht. Wir haben einiges zu besprechen, doch zuerst habe ich noch ein Treffen." Ohne ein Wort über Saya oder ihr Schicksal zu verlieren, wendet er sich an eine seiner Leibwachen. "Bringt unseren Gast hinauf ins grüne Zimmer. Man soll sich um sie kümmern, bis ich zurück bin." Mit diesen Worten geht er davon.      
Fri, Sep 5th 2025 08:44

Den Weg durch die Korridore und einen Stiegenaufgang hinauf bekommt Mari fast nicht mit. Sie trottet einfach neben dem Jäger her. Erst als sie das Zimmer betritt, daß wie sich jetzt herausstellt, eine ganze Suite ist in Grün- und Goldtönen gehalten, klärt sich ihr Kopf ein wenig. Sie läßt sich auf das moosgrüne Sofa mit den goldenen Arabesken fallen. "Was bei den Schatten soll das alles bedeuten?": fragt sie sich stumm und da betritt eine Sklavin in grüner Tunika den Salon des grünen Zimmers. Mit einem Lächeln stellt sie vor Mari ein Tablett ab, schenkt ihr duftenden Tee ein und richtet die Schälchen mit dem verschiedenen Gebäck an. "Wenn ihr etwas wünscht, Herrin, dann ruft bitte! Ich werde euch hören." Mit einer anmutigen Verbeugung entfernt sich die Sklavin und läßt Mari verwirrt und ratlos zurück.      
Fri, Sep 5th 2025 09:10

[Die Kralle] In dem Moment als sich die rotblonde Sklavin von Saya löst, die atemlos ihre Verwunderung hervor keucht, ertönt gedämpftes Klatschen. Erschrocken fährt der Kopf der Sklavin, die immer noch vor Saya kniet, herum. Neben einer Türe, die ins Innere des Gebäudes führt, lehnt die Kralle an der Wand und klatscht noch immer. Wahrscheinlich steht er schon eine Weile da, unbemerkt von den beiden Frauen in ihrer Erregung. Die Geiermaske hat die Kralle mit einer einfachen Stoffmaske vertauscht. Er stößt sich von der Wand ab und hört im Gehen mit dem Klatschen auf. Erschrocken springt die Sklavin hoch und verharrt in tiefer Verbeugung.   "Was für ein Schauspiel hemmungsloser Geilheit! Beeindruckend, ganz so wie es mir gefällt! Vielleicht wird deiner Ratte in der Zwischenzeit die Haut abgezogen und du, Saya Nayara, läßt es dir besorgen, bis du kaum mehr auf den Beinen stehen kannst. Schön! Es beruhigt mich ehrlich gesagt. Aber vorerst Schluß mit dem Gelecke und Gefingere! Verschwinde, Neris und das schnell, bevor ich dich den Hunden vorwerfen lasse." Blitzartig huscht die rotblonde Sklavin davon. Die Kralle tritt so nahe an Saya heran, daß kaum ein halber Meter zwischen ihnen ist. Tief atmet er ein. "Der Duft der Begierde und der Erfüllung, den du da reichlich verströmst, Dargha. Rausch, Blut und Orgasmen, deine dreifältige Motivation morgens aus dem Bett zu steigen, hm? Gefällt mir und macht mich zuversichtlich, daß du auf meinen Vorschlag eingehen wirst. Was hältst du davon, wenn ich dich gehen lasse?" Ein spöttisches Lächeln umspielt seine Lippen.      
Fri, Sep 5th 2025 09:54

Auch Sayas Kopf fährt ruckartig in die Richtung der Kralle. Saya hat schon Bayan erwartet, und dass diese nun genau dies tun würde, wovor die Sklavin, die wohl Neris heißt, sie gerade eben gewarnt hatte. Fast atmet Saya also auf, als sie nur die Kralle erblickt. Ihr Blick verfinstert sich, und sie schaut dem Maskierten gerade in die Augen. Sie erwidert kein Wort, als er zu reden beginnt, sie verzieht keine Miene, als er so nahe an sie herantritt. In ihrem Blick ist pure Abscheu zu erkennen vor dem maskierten Mann, Abscheu, Wut und Hass.   “Was wollt Ihr dafür?” fragt sie schließlich mit vor Sorge um Mari leicht zitternder Stimme.
Sat, Sep 6th 2025 12:13

[Die Kralle] "Wie sich dein Haß und deine Wut mit der abklingenden Erregung vermählen! Das ist schon Poesie! Doch dafür fehlt dir das Feingefühl. Ein Umstand, der dich zwar zu einer passablen Schlächterin macht, aber zu nicht viel mehr. Aber lassen wir die subtilen Betrachtungen! Ich möchte dich nicht überfordern." Zwar klingt in seinen letzten Worten wieder dieser ätzende Zynismus mit, für die der Mann vor ihr berüchtigt ist, aber sein Verhalten ist weit entfernt von den mörderischen Ausbrüchen, die Saya erlebt hat.   "Natürlich will ich etwas dafür, Saya Nayara! Nehmen und Geben, dieses Spiel hält Meras am Laufen. Fangen wir mit dem Geben an. Ich gebe dich frei, deine Entgleisungen werden vertuscht und du kannst im Wonnegarten deines Viertels tun und lassen, was du willst, wenn du deinen Arkh abführst, den ich verringern werde und nicht mehr an der Ehre der Schwarzen Schlange rührst. Was das Nehmen betrifft, ich will deine Ratte!" Sein Grinsen ist wie das Glitzern einer blanken Klinge. "Jetzt habe ich doch fast vergessen, ich habe sie ja schon. Also gut! Dann will ich nur ein paar Worte von dir. Sage dich los von ihr und schon kannst du gehen und brauchst nicht dem fesselnden Augenblick entgegenfiebern, wenn Bayan dich wecken kommt. Nun?"      
Sat, Sep 6th 2025 12:41

In Sayas Augen blitzt es auf, sie will auf die Kralle losstürmen, wird aber freilich von den Ketten an ihren Handgelenken bereits nach einem halben Schritt aufgehalten.   “Was habt Ihr vor mit ihr?” zischt sie die Kralle an. “Was wollt Ihr von ihr?"   Dann wird Saya wieder etwas ruhiger, ihr Blick wieder kühl.   “Ich stehe ein für meine Leute,” fügt sie hinzu. “Ich lasse nicht zu, dass ihnen aus reiner Willkür Schaden zugefügt wird. Ich strafe, wer zu bestrafen ist, ich beschütze, wer zu beschützen ist. Das ist Imeria! Also, ruft nur Eure Bayan, denn solange ich nicht von Mari höre, dass sie es vorzieht, bei Euch zu bleiben, anstatt mit mir zurückzugehen in mein Viertel, solange werdet Ihr meine Zustimmung nicht erhalten.”   Saya schaut der Kralle nun intensiv in die Augen, und aus ihrem Blick ist zu entnehmen, dass sie sehr wohl meint, was sie sagt.
Sat, Sep 6th 2025 06:08

[Die Kralle] Der Schlag mit dem Handrücken trifft Saya quer über den Mund, reißt ihr den Kopf zurück und läßt die Oberlippe aufplatzen. "Erzähle du mir nicht, was Imeria ist, du erbärmlicher Wurm!" So plötzlich wie der Ausbruch gekommen ist, legt er sich auch wieder. "Wenn ich ihr das Fleisch von den Knochen reißen lassen wollte, dann wäre es längst geschehen und ich nicht hier. Trotz ihrer unbestreitbaren Qualitäten ist deine kleine Ratte nicht der Typ Frau, bei der ich in Versuchung käme, mein Bett mit ihr schmücken zu wollen. Alles andere geht dich nichts an. Aber um dir zu zeigen, daß ich nicht nachtragend bin und ich durchaus verstehe, daß du abends nicht in ein leeres Bett kriechen willst, erhöhe ich mein Angebot. Du kannst dir unter meinen Sklavinnen eine aussuchen, die dir dein Bett wärmt. Sozusagen ein Tausch mit erheblichen Vorteilen für dich, vor allem den, daß du dich auch morgen noch an einer Frau erfreuen kannst. Also, Saya Nayara, was sagst du?"  
Schicksal Mari | 2d6
7
Sat, Sep 6th 2025 09:18

Die Unterlippe, die beim vorigen Schlag schon aufgeplatzt ist, beginnt wieder zu bluten. Ihr Blut vermengt sich nun mit dem der Oberlippe und rinnt über Sayas Kinn. Sie spuckt aus, kaum dass sie den Kopf wieder nach vorne gedreht hat. Die Blutstropfen landen auf dem Hemd der Kralle.   “Ich werde nicht über Mari verhandeln, vergesst es,” sagt sie. “Ihr bekommt Mari, wenn sie es will. Lasst mich gehen, zusammen mit Mari, und ich stampfe euch das beste Viertel des gesamten Imeria-Gebietes aus dem Boden. Bringt sie um, und der Arkh wird wieder auf das Niveau sinken, das Euch Stafan gebracht hat.”   Und wieder schaut Saya der Kralle tief in die Augen.
Sun, Sep 7th 2025 05:07

[Die Kralle] "Willst du mir drohen, Dargha?": erkundigt sich die Kralle in einem sanften Tonfall, doch die Finger, die sich hinter dem linken Schlüsselbein tief und äußerst schmerzhaft in ihre Schulter bohren, sprechen eine andere Sprache. Die Schmerzen an diesem klassischen Schmerzpunkt der karischen Kampfkunst sind auch ohne Verletzung kaum zu ertragen. "Wüßte ich es nicht besser, müßte ich dich für eine blöd gesoffene Straßenkakerlake halten, Saya Nayara. Du hörst mir einfach nicht zu! Das bedeutet, daß du entweder nur dir selbst zuhörst oder dir meine Worte einfach zu unwichtig sind. In beiden Fällen läuft es darauf hinaus, daß du mich nicht ernst nimmst. Wir werden das korrigieren!" Dann lacht er auf und läßt Saya los. "Verhandeln? Wofür hältst du dich, Wurm? Ich verhandle nicht, ich befehle! Ich habe dich gemacht und ich kann dich mit einem Fingerschnippen mit herausgeschnittenen Farben ins Nichts schicken! Ein paar Stunden hast du noch, um dir darüber klar zu werden." Mit diesen Worten wendet sich die Kralle an die Wachen, die im Innenhof Posten stehen. "Werft die rote Schlampe in den Hundezwinger, sollte sie noch einmal in die Nähe der Dargha kommen.": befiehlt die Kralle bevor er das Gebäude betritt.  
Sun, Sep 7th 2025 09:28

Gerne würde Saya etwas erwidern, aber dieser unmenschliche Schmerz in ihrer Schulter verschließt ihr den Mund. Sämtliche Adern treten hervor, die Augen füllen sich mit Tränen, das Unterkiefer zittert unkontrolliert. Aus ihrem Hals kommt einzig eine eigenartige Mischung zwischen Stöhnen und Gurgeln, das Gesicht färbt sich rot. Als die Kralle die Finger schließlich entfernt, braucht Saya einige Augenblicke, um wieder so klar im Kopf zu sein, um wenigstens ein ordentliches Wort herauszubringen. Und dann ist es schon zu spät.   So steht die Dargha nun da, mit heruntergelassener Hose, und versteht die Welt nicht mehr. Was ist das für ein Spiel, das die Kralle spielt? Es ist Saya nicht neu, dass sie Mari einfach behalten kann, ob Saya nun zustimmt oder nicht. Es ist Saya auch klar, dass kein Hahn danach krähen würde, wenn er sie hier massakrierte. Was Saya jedoch nicht klar ist, warum die Kralle denn so einen Aufwand betreibt. Und bis sie sich darüber nicht klar ist, will sie nicht nachgeben. Auf keinem Fall - nicht wenn es um Mari geht!
Sun, Sep 7th 2025 09:33

Der Tee und die Ruhe haben Mari etwas Erleichterung gebracht, doch ihr Kopf ist noch immer in Aufruhr und desto mehr sie über die Ereignisse dieses elenden Tages nachdenkt, umso verwirrter wird sie. Was hat das alles zu bedeuten? Was für ein Spiel spielt der Mann mit der Maske und was will er von ihr? Was hat diese Hexe mit ihr angestellt und wozu? Warum hat er sie vor Bayan bewahrt und sie auf einmal Gast genannt? Für einen Moment ist sie bei dem Gedanken an die Mischlingsfrau abgelenkt. Als sie Bayans Gewicht auf ihr gespürt hat und ihre Kraft, ist es ihr trotz der Schmerzen, die ihr Bayan zugefügt hat, heiß und kalt geworden. Erst der Biß hat sie auf den Boden zurückgebracht und es freut sie diebisch, daß sie das Biest wenigstens einmal ordentlich erwischt hat. Doch dann hört sie, wie sich die Türe zu der Suite öffnet und sich Schritte nähern. Sicherheitshalber steht Mari auf, schickt zum wiederholten Mal ein kurzes Gebet an die Behüterin und versucht sich für das Kommende zu wappnen.      
Sun, Sep 7th 2025 10:07

[Die Kralle] Als die Kralle den Raum betritt und Mari stehen sieht, sagt er in ganz normalen Tonfall. "Setz dich, Marissa. Wir sind hier ungestört und es gibt keine Notwendigkeit für Dekorum." Er setzt sich auf das Sofa und klatscht in die Hände. Sofort erscheint die Sklavin in der grünen Tunika und verbeugt sich tief. "Bring mir Wein.": befiehlt er, dann wendet er sich Mari zu. Für eine Zeit lang mustert er sie nur. "Du verschwendest deine Talente an die Falsche, Marissa! Du ahnst es bereits und in den dunklen Stunden nagen schon stille Zweifel an dir. Mach dir nicht die Mühe, es zu leugnen." Die Sklavin bringt Wein in einem silbernen Pokal und nach einem anmutigen Knicks verschwindet sie so leise wie sie gekommen ist. Die Kralle trinkt durstig. "Wir sprechen noch darüber, aber vorerst möchte ich gerne mehr von dir wissen. Erzähl mir von dir! Von deiner Kindheit, von deinen Eltern, von deiner Jugend, von deinen Träumen, deinen Wünschen, von deiner ersten Liebe, von den Ruinenfeldern und deinem Leben als Kellerratte. Du kannst dir ruhig ausführlich werden, ich habe Zeit." Die Kralle sieht Mari auffordernd an.      
Mon, Sep 8th 2025 06:37

Das Verhalten der Kralle verwirrt Mari immer mehr, denn sie spürt deutlich, daß sie der Mann vor ihr auf einen längst festgelegten Weg drängen will. Der Verdacht, daß all das Gerede, der ungleiche Kampf mit Bayan und der plötzliche Umschwung in ihrer Behandlung, nur diesem Ziel dient, wird immer stärker. Aber Mari kann sich keinen Reim darauf machen. Was konnte dieser mächtige, skrupellose Mann schon von ihr wollen, was er nicht längst im Überfluß hatte? Sie übergeht die Bemerkung mit den stillen Zweifeln, obwohl sie seine Worte verunsichert haben. Konnte er in sie hineinsehen, denn es hat wirklich Momente gegeben, in denen sie sich nicht mehr sicher gewesen war oder klopft er nur auf den Busch, um zu sehen, ob sich ein Karnickel darin verbarg? Aber sie wittert eine Chance, endlich etwas über Saya zu erfahren. Die Blutspritzer auf dem Hemd der Kralle haben ihre Sorge um Saya weiter angefacht. So schaut sie die Kralle an. "Ich erzähl' euch was ihr wollt, solang ihr wollt, aber bitte sagt mir zuerst was mit Saya ist."    
Mon, Sep 8th 2025 06:38

[Die Kralle] "Du bist ganz schön hartnäckig, Marissa!": sagt die Kralle mit einem Schmunzeln. "Wieder etwas, daß für dich spricht." Er nimmt noch einen Schluck Wein. "Also gut, du hast dich tapfer geschlagen, das verdient eine Belohnung. Deine Dargha lebt noch und ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nahezu unbeschädigt. Sie hat es sich von einer Sklavin kräftig besorgen lassen, als ich sie das letzte Mal gesehen habe. Im Gegensatz zu dir scheint sie sich nicht allzu viel Gedanken um dich zu machen. Ihr weiteres Geschick ist allerdings ungewiss und hängt zu einem nicht geringen Teil von dir ab, Marissa. Aber darüber reden wir später! Erzähl mir von dir und deinem Leben."      
Mon, Sep 8th 2025 11:20

Es ist kein Stein, sondern ein ganzer Felsbrocken, der Mari vom Herzen fällt, als sie hört, daß Saya kaum etwas geschehen ist, aber ganz traut sie der Kralle nicht. Als sie die Kralle noch einmal auffordert ihre Geschichte zu erzählen, bleibt Mari nichts über, als zu beginnen. Sie nimmt sich fest vor, keine Geheimnisse der Ratten auszuplaudern und nichts zu sagen, was Saya schaden könnte. Aufmerksam hört die Kralle zu, fragt öfters nach und irgendwann ertappt sich Mari dabei, ihr ganzen Leben vor dem Mann auszubreiten, der Sayas und ihr Geschick in der Hand hält. Schlagartig wird ihr bewußt, daß sie den Mann trotz aller Vorsicht schwer unterschätzt hat. Er hat sie mit seinen meist harmlos klingenden Fragen in ihrem Leben herumgeführt, wie ein Bauer einen Ochsen am Nasenring durch den Stall. Sie hat keine Geheimnisse verraten und kaum Namen und bis auf ein paar Ausnahmen auch keine Örtlichkeiten genannt, aber darauf schien es der Kralle auch gar nicht anzukommen. Das Lächeln des Mannes deutet darauf hin, daß er bemerkt hat, daß sie ihm auf die Schliche gekommen ist. Auf seine Frage, wie oft sie in der verseuchten Zone war, zuckt Mari die Achseln. "Sooft es notwendig war. Freiwillig geht da keiner hin. Genau kann ich mich nicht erinnern. Ein Dutzend Mal oder öfter wird's sicher gewesen sein." Dann nimmt sie ihren ganzen Mut zusammen und fragt die Kralle direkt: "War's das jetzt? Können Saya und ich jetzt wieder gehen?"  
Mon, Sep 8th 2025 11:22

[Die Kralle] Die Kralle schüttelt den Kopf. "Nein, Marissa, wir sind noch nicht fertig." Er scheint ihr die Frage auch nicht übel zu nehmen. "Ich habe dir schon gesagt, daß du deine Talente an die Falsche verschwendest. Ich könnte jemand wie dich in meinem persönlichen Stab sehr gut brauchen! Aber nach deiner Frage bin ich überzeugt davon, daß du mein Angebot ablehnen wirst. Also schlage ich dir ein Geschäft vor, Marissa. Es steht dir frei, es abzulehnen, aber in dem Fall gibt es schwerwiegende Konsequenzen. Ich lasse deine Dargha nach einer eher symbolischen Strafe gehen, dafür trittst du in meine Dienste!" Befehlend hebt er die Hand, als Mari etwas sagen will.   "Jetzt rede ich und du hörst zu. Ich mag es nicht, wenn man mich unterbricht.": sagt er scharf und fährt im normalen Tonfall weiter. "Ich werde nichts von dir fordern, daß sich gegen die Dargha richtet! Auch keine Spitzeldienste! Du kannst weiter bei ihr bleiben, bis dir selbst die Augen aufgehen. Du wirst der Dargha beratend zur Seite stehen, ihre Schwachsinnigkeiten korrigieren und mir jeden Monat Bericht erstatten. Außerdem wirst du als meine Gesandte bei den Kellerratten fungieren und deine erste Aufgabe wird sein, Kontakt mit Entscheidungsbefugten bei den Kellerratten aufzunehmen. Als Mitglied meines Stabes stehst du unter besonderem Schutz, wirst besoldet und hast jederzeit Zugang zu mir. Lehnst du ab, dann kannst du gehen, aber die Dargha wird einen sehr langsamen, sehr qualvollen Tod erleiden und ihre blonde Haussklavin wird in der kurzen Zeit, die ihr in diesem Falle bleibt, als Unterhaltung für meine Leibwache dienen. Das Gleiche gilt auch für den Fall, daß mich zu hintergehen versuchst. Entscheide dich Marissa! Jetzt!" Seine letzten Worte fallen wie Hammerschläge.  
Tue, Sep 9th 2025 11:16

Völlig überrumpelt bringt Mari nur ein paar gestammelte Worte heraus, bevor sie der scharfe Zuruf der Kralle sie zum Schweigen bringt. Fassungslos starrt sie den Mann mit der Maske an und sie kann einfach nicht glauben, was sie hört. Doch dann verwandelt sich die Verwirrung in pures Entsetzen. Saya umbringen und Gulama den Jägern vorwerfen! Bis jetzt hat sich Mari tapfer gehalten, aber jetzt rinnen ihr Tränen über die Wange. "Tut ihnen nichts, ich bitte euch! Gulama kann überhaupt nichts dafür. Sie ist doch nur eine Sklavin. Ich mach' alles, was ihr wollt, aber bitte gebt sie nicht den Jägern!": presst sie schluchzend hervor. Aber sie spürt ganz deutlich, daß sie sich vor diesem Mann keine Schwäche leisten kann und irgendwie gelingt es ihr, die Angst so weit zurückzujagen, daß sie wieder halbwegs denken kann. "Ich werde in eure Dienste trete, wenn ihr mir versprecht, daß ihr Saya und Gulama nichts antut. Aber bei allen Schatten! Warum ich? Ich bin nur eine verstoßene Kellerratte! Ich kann weder lesen noch schreiben! Und was hat diese Hexe mit mir gemacht? Sagt es mir, dann geb' ich euch mein Wort." Sie wischt sich die Tränen von den Wangen als sie redet, hebt den Kopf und schaut der Kralle direkt in die Augen.  
Tue, Sep 9th 2025 11:20   Edited on Tue, Sep 9th 2025 11:22

[Die Kralle] "Die Blutseherin? Sie hat dich geprüft, ob du von Hermetikern abstammst. Yi-ag’Zir sei Dank, dein Blut ist rein, sonst hätte ich dich auf der Stelle töten müssen." Die Kralle erwidert Maris Blick. "Ich gebe mein Wort nicht leichtfertig, Marissa, denn ich halte mich daran. Was wäre ich, wenn mein Wort nicht unverrückbar wäre, wie ein Fels? Du hast mein Wort, daß weder der Dargha noch deiner Geliebten ein Haar gekrümmt wird, wenn du dich an dein Wort halten wirst und nicht versuchst, mich zu betrügen. Das heißt aber nicht, daß von nun an die Dargha unangreifbar ist. Wenn sie sich wieder etwas zuschulden kommen läßt, dann wird sie bestraft! Es wird eine deiner Aufgaben sein, zu verhindern, daß sie wieder eine idiotische Entscheidung trifft, die ihr den Kopf kosten könnten."   Die Kralle nimmt einen Schluck Wein. "Warum ausgerechnet dich, fragst du. Das hat neben deinem Mut, deiner schnellen Auffassungsgabe und deiner Intelligenz im Wesentlichen drei Gründe. Es ist in diesen Tagen einiges in Bewegung geraten, daß eine Überprüfung unseres Standpunkts bezüglich deiner Kellerratten angezeigt erscheinen läßt. Wer wäre geeigneter, mit Kellerratten zu verhandeln, als eine Kellerratte? Du kennst die Traditionen, die Strukturen, du weißt, wie Ratten denken. Zum anderen bist du nicht Imeria. Du hast keine Freunde, keine Verpflichtungen gegenüber einer der Fraktionen des Hauses, keine Verbündeten, auf die du dich stützen könntest, aber auch keine Feinde und keine Pflichten. Die Wahrscheinlichkeit, daß du eine Laus sein könntest, die mir einer meiner Feinde in den Pelz setzen will, ist gleich null. Aber das Wichtigste ist deine Loyalität, die du ständig aufs Neue beweist. Ich habe Sklaven genug, Marissa! Aber ich brauche Menschen in meiner Nähe, auf die ich mich unbedingt verlassen können muß, die mir die Wahrheit ins Gesicht sagen und sich nicht vor Angst die Beinkleider nässen. Also gibst du mir dein Wort, daß du mir treu und loyal dienen wirst?"  
Tue, Sep 9th 2025 11:21   Edited on Wed, Sep 10th 2025 11:13

Still hört Mari zu, dann nickt sie. Nicht daß sie der Kralle traut, aber es bleibt ihr nichts über, wenn sie nicht die einzigen Menschen in ihrem Leben, die ihr wirklich etwas bedeuten, auf furchtbare Art und Weise verlieren will. "Ich versprech' es euch.": sagt sie dann leise. Für einen langen Moment ist sie still, dann hebt sie den Kopf und fragt plötzlich: "Es geht euch also gar nicht um Saya, oder? Ich hab' das Gefühl, daß ihr die ganze Geschichte nur so aufgeblasen habt, um mich in eure Dienste zu pressen." Sie schaut die Kralle aus ihren dunklen Augen abschätzig an.      
Tue, Sep 9th 2025 11:45   Edited on Tue, Sep 9th 2025 11:46

[Die Kralle] Amüsiert lacht die Kralle auf. "Da fragst du noch, warum ich dich in meinen Diensten haben will? Ach, Marissa, ich mag deine Art zu denken. Aber nein, ich habe es nicht inszeniert. Es war eher eine … sagen wir Improvisation. Deine Dargha wurde von einem ihrer Feinde denunziert und so habe ich die Pflicht gehabt, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Du solltest bloß der Hebel sein, um sie kooperativer zu machen und mit ihr auch den eigentlichen Grund des ganzen Aufsehens zur Hand zu haben. Aber dein Verhalten hat mich davon abgehalten euch beide zu Schatten zu schicken und damit ein Problem weniger am Hals zu haben. Du bist nicht gekrochen, sondern wolltest lieber kämpfen und wie du mit Bayan umgesprungen bist, das war sehenswert. Außerdem war Saya eine meiner besten Rottenführerinnen und ich habe von allem Anfang geahnt, daß sie nicht das Zeug zur Dargha hat. Ich habe sie zur Dargha gemacht, weil ...." Die Kralle unterbricht sich. "Vielleicht erzähle ich es dir später einmal." Die Kralle klatscht in die Hände und als die Sklavin herbeieilt, befiehlt er ihr: "Laßt meinen Fleischzeichner holen." Dann wendet er sich wieder an Mari. "Ich habe noch zu tun und in der Zwischenzeit wirst du deine Farben erhalten, deine Tätowierungen. Wie ich schon gesagt habe, du gehörst zu meinen persönlichen Bediensteten und daher wirst mein Zeichen tragen und das einer meiner Gesandten. Wenn der Fleischzeichner sein Werk verrichtet hat, wird man dich zu mir bringen." Die Kralle steht auf und befiehlt im Hinausgehen der Sklavin: "Kümmere dich um sie." Dann schließt sich die Türe hinter ihm.      
Schicksal Saya | 2d6
8
Wed, Sep 10th 2025 04:37

[Verwaltung] Es ist mittlerweile Nacht geworden und Saya kann von ihrem Baum aus einige Sterne auf dem kleinen Ausschnitt des Himmels über dem Innenhof sehen. Ein Bediensteter hat vor einer Weile einige Lampen entzündet, darunter auch eine der durchbrochenen Messinglaternen im Zelt, die Lichtmuster über den auf einen Teil des verdorrten Gartens wirft. Es ist kühl geworden und es fröstelt der Dargha etwas. Das Stehen in der erzwungenen Position beginnt langsam schmerzhaft zu werden. Einmal, als die Wache gewechselt hat, konnte Saya das Gesicht Neris' sehen, die vorsichtig aus einer der Türen lugte, sich aber sofort wieder zurückzog, als sich die neuen Wachen postierten. Dann kann Saya Schritte hören und kurz darauf betritt die Kralle in Begleitung Bayans und zweier Leibwachen den Hof.  
Wed, Sep 10th 2025 08:05

Fast den ganzen Nachmittag ist Saya nun schon an den Baum gekettet. Den ganzen Nachmittag hat die Sonne auf sie heruntergebrannt. Ihre Zunge klebt wie ein alter Sack an ihrem Gaumen. Den ganzen Nachmittag ist schließlich der Schweiß an ihrem Körper heruntergeronnen, nun, in der Nacht hingegen, hat sie zu kalt. Saya spürt ihre Finger schon eine ganze Weile nicht mehr, die Handgelenke brennen in den groben Eisenfesseln. Immer wieder wird sie von Krämpfen in den Armen geplagt. Die Beine sind müde vom so gestreckt stehen, um die Handgelenke zu entlasten.   Saya weiß nicht, ob sie sich freuen soll oder nicht, als die Kralle und die brutale Ostin zurückkommen. Natürlich kann dies nichts Gutes bedeuten. Aber es ist der Anfang vom Ende dieses gefühlt endlosen Stehens. Saya hebt den Kopf und schaut der Kralle in die Augen. Sie sagt jedoch nichts.
Thu, Sep 11th 2025 04:49   Edited on Thu, Sep 11th 2025 04:52

[Die Kralle] Die Kralle trägt immer noch das Hemd mit den Blutspritzern und die einfache Stoffmaske, doch hat er sich einen Umhang über die Schultern geworfen. Im Näherkommen kann Saya erkennen, daß das rechte Auge Bayans, die über ihren Lederriemen und Ketten, den traditionellen Tsamats trägt, den ärmellosen, knöchellangen Kapuzenmantel der karischen Nomadenstämme, stark geschwollen ist und die Augenbraue mit etwas trockenem Blut verkrustet ist. Doch dann bleibt die Kralle stehen und dreht sich zu der Mischlingsfrau. "Bayan, meine Nachtrose, mach dich bereit." Lächelnd schlüpft Bayan aus dem Kapuzenmantel und reicht ihm einer der Leibwachen. "Mit der allergroßten Vergnügen, Herr!": sagt sie mit einem erwartungsvollen Lächeln und läßt die Peitsche kurz durch die Luft pfeifen.   "Saya Nayara, für deine abgrundtiefe Dummheit wirst du bestraft! Bayan, fünf Schläge für den Auftritt in der Kneipe." Die Peitsche Bayans ist kein Mordinstrument wie der Staubwedel, aber der dünne, harte Riemen läßt die Haut aufplatzen, beißt tief und verursacht heftigen Schmerz. Schon der erste Schlag hinterläßt einen blutigen Striemen. Die Mischlingsfrau legt ihre ganze Kraft in die Schläge und gibt sich keine Mühe, ihr Vergnügen zu verbergen. Nach dem fünften Schlag läßt sie die Peitsche sinken. "Drei Schläge dafür, daß du meinen Worten keine Bedeutung beimißt." Wieder pfeift der Riemen durch die Luft und trifft Saya am Bauch, auf ihren Brüsten und Schultern. Bedauern zeichnet sich auf dem Gesicht Bayans ab, als sie nach dem dritten Schlag die Peitsche sinken läßt. "Einen noch, mein Engel, für mein versautes Hemd." Der letzte Schlag trifft Saya quer über ihre Brüste. "Für dieses Jahr wird dein Arkh auf das Doppelte des normalen Satzes angehoben und ich rate dir nicht noch einmal aufzufallen, Dargha, denn das nächste Mal rettet dich keine Fürsprache mehr."  
Thu, Sep 11th 2025 07:29

Die ersten fünf Schläge treffen Saya auf ihrem Rücken, scheinen den riesigen Skorpion mit fünf roten Strichen durchstreichen zu wollen. Bayan zieht voll durch, mit allem was sie hat. Sayas Haut platzt sofort, und aus jedem der fünf Striemen sickert Blut über ihren Rücken zu ihrem Gesäß. Saya bemüht sich, die Schläge mit Würde zu empfangen, aber sie zuckt bei jedem der Schläge zusammen, die Ketten klirren leicht, und ein Stöhnen entfährt ihrer Kehle. Als Bayan die Peitsche sinken lässt, atmet Saya auf. Kleine Schweißperlen haben sich auf ihrem Körper gebildet, doch der Kühle der Nacht.   Die zweiten drei Schläge treffen ihren Bauch, ihre Brüste, ihre Schultern. Der erste der Hiebe verbindet die beiden Schlangenköpfe mit einem roten, blutigen Band. Saya zuckt etwas heftiger, stöhnt etwas lauter. Der zweite Schlag geht über die Brüste. Saya schreit kurz auf, als das Leder auf diese empflindlichere Stelle trifft und die Haut oberhalb der Brustwarzen aufreißt. Den dritten Schlag über ihr Brustbein scheint sie hingegen kaum mehr wahrzunehmen - zu sehr ist sie noch damit beschäftigt, den zweiten Schlag zu verdauen.   Der letzte Finale Schlag ist genau platziert, reißt nun auch die zweite Brustwarze entzwei, bringt die erste wieder zu bluten. Der Schrei ist lauter, als Saya es beabsichtigt hat, sie zittert etwas unmittelbar danach.   Sie schaut die Kralle an, atmet schwer, schwitzt.   “Ich sage Euch,” antwortet sie schließlich noch immer schwer atmend, “belasst mir das Geld, und ihr werdet es in einer Vielzahl zurückerhalten. Ich schwöre Euch, mit dem Geld und Mari an meiner Seite, ich werde Euch den höchsten Arkh sämtlicher Viertel liefern, wenn ich erst die Wirtschaft meines Viertels zum Florieren gebracht habe.”
Thu, Sep 11th 2025 10:46

Die Sklavin hat sich sehr um Mari bemüht und Bayans Bißwunde gesäubert und mit starkem Schnaps betupft. Das Tätowieren war nicht ganz so schmerzhaft, wie sie es sich vorgestellt hat, doch angenehm war anders. Besonders das Stechen an der Oberseite ihres linken Zeigefingers ist schmerzhaft gewesen. Die Sklavin ist nicht von ihrer Seite gewichen und hat ihr immer wieder den Schweiß von der Stirne getupft. Es ist ihr wie eine halbe Ewigkeit vorgekommen, bis der Tätowierer endlich sein Handwerkszeug zur Seite gelegt hatte. Auf Maris linker Unterarm hebt sich deutlich die stilisierte Geierklaue, das persönliche Zeichen der Kralle, ab. Auf der Oberseite ihres linken Zeigefingers trägt Mari die fein ausgeführte Tätowierung einer Feder, das Zeichen der persönlichen Gesandten der Kralle. Die Sklavin hat die tätowierten Stellen mit Schnaps abgetupft und dann eine Salbe aufgetragen. Schließlich hatte sie eine der Wachen gerufen, die Mari zur Kralle bringen soll.   Ihr ganzer Körper schmerzt von den Schlägen Bayans, die sie hat einstecken müssen und sie hält sich ein wenig schief, da ihr besonders die Rippen auf der rechten Seite weh tun. Mari weiß nicht, wohin sie gebracht wird, die Sorge um Saya nagt an ihr und in ihrem Kopf wirbeln die Gedanken chaotisch durcheinander, während sie hinter der Wache herhinkt. Ist jetzt vom Regen in die Traufe gekommen? Sie weiß es nicht! Sie ist noch viel zu durcheinander, um klar denken zu können. Dann wird sie in einen schäbigen, vertrockneten Innenhof geführt. Sie erkennt die Kralle und Bayan, aber dann wird ihr Blick von dem prächtigen Zelt angezogen, in dem eine durchbrochene Messinglaterne brennt und fantastische Lichtmuster auf Boden und Wände wirft. Dann fällt ihr Blick auf den abgestorbenen Baum und es dauert einen Atemzug lang bis ihr aufgeht, daß die dort angekettete halbnackte, blutende Gestalt Saya ist. In dem Moment setzt es aus bei ihr und mit einem Aufschrei stürzt sie auf Saya zu.
Thu, Sep 11th 2025 10:48

[Die Kralle] Mari kommt nicht weit, denn auf ein Zeichen der Kralle wird sie von seinen Leibwächtern festgehalten. "Wir sind noch nicht fertig hier, Marissa! Gedulde dich!": sagt er in kaltem Befehlston und wendet sich Saya zu. "Ohne ihr wärest du bereits auf dem langen, qualvollen Weg ins Reich der Schatten, Dargha! Respektiere das! Ihr Herz und ihr Körper gehören dir, solange bis sie die Augen öffnet und erkennt, daß sie sich an dich verschwendet! Ihr Kopf aber, der ist mein! Sie wird dir zur Seite gestellt und du wirst sie respektieren und ihre Stimme vor jeder wichtigen Entscheidung in deinem Viertel hören und berücksichtigen. Ferner ist sie meine persönliche Gesandte in allen Angelegenheiten, die Kellerratten betreffen. Du wirst sie angemessen unterbringen und ihr zehn Lamen im Monat als Aufwandsentschädigung und Sold aus deiner Tasche bezahlen. Ihr werdet mir jeden Monat schriftlich Bericht über die Maßnahmen und den Stand der Dinge in deinem Viertel erstatten, der von euch beiden unterzeichnet zu sein hat. Verstanden?" Kalt mustert sie die Kralle und geht mit keinem Wort auf Sayas Vorschlag ein.  
Fri, Sep 12th 2025 08:16

Saya steht zunächst mit geschlossenen Augen da. Ist ist ihr, als würden ihre Brüste im nächsten Moment platzen müssen, dazu kommt die Müdigkeit, der Durst, und die andauernden Krämpfe in ihren Armen, die Schmerzen in den Fingern, am Rücken, am Bauch. Erst als der Name Maris fällt, öffnet sie die Augen wieder und schaut zu ihr. Es ist ein Blick voller Erleichterung, Mari unversehrt vor ihr zu sehen. Sie schaut gar nicht mehr zur Kralle, als dieser wieder mit ihr zu reden beginnt, und auch als er geendet hat, antwortet sie nicht gleich, sondern schaut Mari an, mit fragendem Blick. Sie will die Entscheidung nicht über ihren Kopf treffen.   “Was willst du, Mari?” fragt sie schließlich.
Fri, Sep 12th 2025 09:38   Edited on Fri, Sep 12th 2025 09:39

Mari fügt sich und wehrt sich nicht gegen den Leibwächter, aber sie steht da, als ob sie glühenden Kohlen unter den Füßen hätte. Sie hat nur Augen für Saya und bekommt gar nicht mit, daß sie die Kralle zu einer reichen Frau gemacht hat. Als Saya dann fragt, was sie will, rinnen ihr Tränen über die Wange. "Das fragst du noch?": sagt sie leise. "Ich will heim gehen mit dir!" Für einen Moment schaut sie auf den Boden, dann sieht sie Saya wieder an. "Ich hab' einen Handel gemacht. Ich hab' versprochen, daß ich der Kralle diene und er hat versprochen, daß er dich dafür am Leben läßt. Ich darf auch bei dir bleiben." Dann dreht sie ihren linken Arm so, daß Saya das persönliche Zeichen der Kralle auf ihrem Unterarm sehen kann. "Wenn ich mein Wort nicht halte, dann hängst du am Balken." Mehr bringt sie nicht heraus, denn sie kämpft mit aller Kraft dagegen an, nicht loszuheulen, wie ein Schloßhund.      
Fri, Sep 12th 2025 11:08

Sayas Augen verengen sich, als sie die Tätowierung sieht.   “Du trägst bereits die Farben,” sagt sie mit niedergeschlagenem Tonfall. “Ich hätte dir gerne die Freiheit gegeben, aber es ist so und so zu spät.”   Sie schaut vor sich auf den Boden, verharrt so eine ganze Zeit lang. Nach scheinbar endlosen Sekunden, schaut sie endlich wieder auf, schaut der Kralle ins Gesicht. Es ist ein harter Blick, fast schon feindselig.   “Ich habe verstanden,” antwortet nun Saya. Ihre Stimme klingt finster. “Sie kann in meiner Residenz wohnen. Sie kann sich ihr Zimmer aussuchen. Und sie wird ihren Sold erhalten. Ihr werdet Euren Bericht erhalten. Mari wird mich beraten. Aber die Verantwortung für mein Handeln liegt auch weiterhin bei mir. Wenn Ihr also bestrafen müsst, dann bestraft mich, nicht meine Beraterin.”
Fri, Sep 12th 2025 08:38

[Die Kralle] "Gut und mache dir keine Sorge! Marissa wird nicht für deine verbohrte Dummheit und Inkompetenz den Kopf hinhalten. Du wirst jede Suppe, die du dir einbrockst auch selbst auslöffeln." Für einen Augenblick wendet er sich Bayan zu. "Nun denn, wie es aussieht, haben wir diese lästige Geschichte zur allgemeinen Zufriedenheit aus der Welt geschafft.": sagt er mit einem zynischen Lächeln. "Bleibt nur noch eins.": sagt er und wendet sich Mari zu. "Ich habe der Dargha als Strafe für ein Jahr den doppelten Arkh auferlegt. Sie hat eingewandt, daß es besser wäre, diese Summe in ihrem Viertel zu verwenden, um die lokale Wirtschaft in Schwung zu bringen. Weiters behauptet sie, daß nach einiger Zeit die dadurch entsehende Gewinne die Summe, die ich ihr als Strafzahlung auferlegt habe, bei weitem überwiegen werden. Wie siehst du das, Marissa?" Mit einer Geste bedeutet er der Leibwache Saya loszumachen.  
Fri, Sep 12th 2025 08:40

Die Frage kommt für Mari überraschen und es dauert ein wenig bis sich so weit konzentrieren kann, um eine Antwort zu geben. Sie schaut die Kralle an und hüstelt nervös, dann beginnt sie zu sprechen. "Wenn die Leute Arbeit haben, dann verdienen sie was und können einkaufen. Damit machen die Händler und Handwerker ein besseres Geschäft und zahlen daher auch mehr Abgaben. Es wird nicht von heut' auf morgen gehen, aber ich bin sicher, daß sich das es sich auszahlen wird. Ich mein' für jeden im Viertel und auch für euch." Immer wieder schaut sie dabei auf die blutende und zerschlagene Saya. Sie läßt der Kralle gar keine Zeit, etwas zu sagen, sondern fährt hastig fort. "Kann ich bitte was haben, um Saya zu versorgen? Sie hat offene Wunden! Ich bitt' euch!" In ihren dunklen Augen schimmern feucht und sie muß sich sehr anstrengen, um nicht in Tränen auszubrechen.  
Fri, Sep 12th 2025 08:44   Edited on Fri, Sep 12th 2025 08:46

[Die Kralle] Für einen Moment betrachtet die Kralle Mari nachdenklich, dann nickt er. "Gut, Marissa, aber laßt euch nicht zu lange Zeit mit dem Gewinne machen." Seine Reaktion auf Maris Bitte ist ziemlich ungewöhnlich. Keine Wut, keine zynische Antwort, keine Schmerzen, nur ein Lächeln. Er klatscht in die Hände und als eine rotblonde Sklavin herbeiläuft und sich tief vor der Kralle verbeugt, befiehlt er ihr: "Bringe Marissa Verbandszeug und laß deine Finger samt Zunge von der Dargha, sonst darfst du für drei Tage die Wachen unterhalten, aber nur die Männer!" Während die Sklavin davon eilt, wendet sich die Klaue an Saya. "Ich setzte deinen Arkh wieder zurück auf den normalen Satz, Saya Nayara! Die Schwarze Schlange gestattet es! Sieben Arkh der Schwarzen Schlange im Knochenhain!" Mit dem Gruß legt er einen Arm um die Hüfte Bayans, die sich wie ein Kätzchen an ihn schmiegt und sagt zu ihr: "Laß uns gehen, mein Schmerzensengel." Ohne sich nochmals umzudrehen, verschwindet er mit der Mischlingsfrau im Inneren des Gebäudes.    
Fri, Sep 12th 2025 11:00

Als die Leibwachen die Fesseln der Dargha lösen geht diese zunächst in die Knie, berührt mit den Händen die böse wundgescheuerten Handgelenke. Erst nach einiger Zeit richtet sie sich wieder auf und zieht sich wieder ihre Hose über ihre Hüften. Sie geht erneut in die Knie, kreist ihre Schultern. Es dauert eine ganze Weile, bis sie Mari wieder ansieht. Ihr Blick wirkt müde, erschöpft. Noch immer sickert Blut aus den Striemen an ihrem Rücken, an der Brust, am Bauch.   “Du hättest das nicht tun sollen, Mari,” sagt sie mit heiserer Stimme. “Du gehörst jetzt der Kralle, mit Haut und Haaren. Er kann jetzt über dich verfügen, wie immer er will. Ich habe immer deine Freiheit respektiert, ich habe deine Freiheit beschützt. Mari, warum wirfst du sie jetzt weg? Um mein Leben etwas zu verlängern? Die Kralle hat mich jetzt auf dem Kieker. Vielleicht lebe ich bis ich das nächste Mal zu ihr komme. Vielleicht kommt er mich holen, vielleicht auch nur, um seiner Ostin eine Freude zu machen. Deine Freiheit wäre so viel mehr wert gewesen als mein Leben, Mari!”
Sat, Sep 13th 2025 06:04   Edited on Sat, Sep 13th 2025 06:08

Verunsichert schaut Mari auf Saya, die sie für lange Augenblicke gar nicht zu bemerken scheint, als sie dann zu reden beginnt, starrt sie Saya völlig entgeistert an, dann kann sie sich nicht mehr zurückhalten und bricht in Tränen aus. "Was hätt' ich den tun sollen?": schluchzt sie. "Dich hier verrecken lassen? Ich hätt' dich umbringen sollen? Denn drauf wär's rausgelaufen. Das kann nicht dein verdammter Ernst sein! Für was hältst du mich denn? Für ein daher gelaufenes Flittchen, das sich einfach umdreht und achselzuckend abhaut, wenn die Frau, die sie liebt, bis zu den Ohren in der Scheiße steckt, und sie krepieren läßt? Verdammt, ich hab' dich lieb, du blöde Kuh! Ich hätt' die ganze verdammte Stadt angezündet, um dich hier rauszuholen! Jetzt hab' ich ..." Die ganze Zeit hat sie sich zusammen genommen, ihre Angst, ihre Schmerzen und innere Anspannung irgendwie im Zaum gehalten, aber jetzt kann sie nicht mehr dagegenhalten und der Damm bricht. Sie läßt sich auf die Knie fallen, schlägt die Hände vors Gesicht und weint so bitterlich, daß ihr ganzer Körper bebt.  
Sat, Sep 13th 2025 08:55

Saya schaut Mari noch einen Augenblick an, dann wendet sie ihren Blick zu Boden. Ihre Finger krallen sich in die Erde, und sie sackt eine ganze Zeit lang in sich zusammen. Sie zittert am ganzen Körper, und es dauert, bis sie sich wieder fängt. Schließlich schaut sie Mari wieder an.   “Danke, Mari!” sagt sie. Stöhnend richtet sie sich auf, geht zu Mari und legt ihr eine Hand auf die Schulter.   “Komm, gehen wir nach Hause, Mari!” sagt Saya. “Es ist vorbei!”
Sun, Sep 14th 2025 08:52

Als Saya ihr die Hand auf die Schulter legt, reißt sie Mari aus ihrem Weinkrampf. Doch es dauert noch eine kleine Weile, bis sie die Hände vom Gesicht nimmt und sich Rotz und Tränen aus dem Gesicht wischt. Sie merkt nicht, daß neben der Stelle, an der sie Saya an der Schulter berührt hat, ein wenig Blut durch den Stoff ihres Hemdes sickert. Schließlich steht sie auf und sieht Saya wieder an. Doch sie sagt nichts, nimmt nur ein Tuch und den starken Schnaps vom Tablett mit dem Verbandsmaterial, daß die rotblonde Sklavin inzwischen gebracht hat. Sorgfältig tupft sie alle offenen Striemen und Stellen mit dem hochprozentigen Alkohol ab, bevor sie Saya in ihr Gewand hilft. Den sehnsüchtig-schmachtenden Blick der Sklavin, den sie Saya zuwirft, bemerkt sie nicht, aber als die Sklavin Saya wünscht, daß sie die Behüterin schützen soll, dreht sie sich überrascht um. Eine schnelle Fingergeste, die Saya nicht genau sehen kann, wird von der Sklavin verstohlen auf die gleiche Weise beantwortet und Mari sagt leise: "Die Schatten mit dir, Schwester." Dann dreht sie sich zu Saya zurück und küßt sie sanft auf den Mund. "Laß uns gehen. Ich will raus hier."  
Tue, Sep 16th 2025 09:22

Immer wieder zuckt Saya zusammen, als der scharfe Schnaps in ihre Wunden eintritt. Zu müde, zu erschöpft ist sie, als dass sie den Schmerz noch unterdrücken könnte. Als Mari schließlich dieselbe Prozedur auf ihren Brüsten vollführt, stöhnt Saya gar. Mari wird den Abdruck des Gebisses der Ostin an Sayas Schulter wohl bemerken. Sie wird aber auch bemerken, dass dieser bei Weitem nicht so tief eingedrungen ist wie in ihr Fleisch.   Noch einmal stöhnt Saya auf, als sich das Leder ihrer Jacke über ihre aufgeplatzten Brustwarzen legt.   Sie dreht sich zur Sklavin.   “Dich ebenfalls,” antwortet Saya und zwingt sich zu einem Lächeln. “Verdammt, hätte ich gewusst, wie wenig meine Entscheidung ausrichten kann, ich hätte sofort zustimmen sollen. Dann hätte ich wenigstens dich hier rausbekommen.”   Sie steht auf und streicht Neris über ihre Wange. Dann dreht sie sich zu Mari.   “Ich auch, Mari, ich auch,” meint sie.
Thu, Sep 18th 2025 11:25

Als Mari einfällt, daß sie keine Ahnung hat, wo Saya und sie innerhalb des Gebäudes sind und wie sie hier rauskommen, ist die rotblonde Sklavin bereits fort. Also wendet sie sich an die Wache, die hier Posten steht. Erstaunlicherweise bekommt sie eine ausführliche Antwort, die sich Mari einzuprägen versucht. Es dauert eine Weile, weil sie einmal falsch abbiegt und immer stärker humpelt, aber dann stehen sie endlich auf dem, von den Monden erleuchteten, Platz vor dem Gebäude. Mari greift nach der Hand Sayas. "Als sie mich her geschleift haben, waren Marigar und seine Leute noch da.": sagt sie und schaut sich um. "Saya, solang wir noch allein sind, muß ich dir was sagen. Irgendwer von deinen Jägern muß ein Spitzel der Kralle sein! Sonst kann der nichts wissen von Gulama, aber hat's mir ins Gesicht gesagt, daß wir was miteinander haben. Wir waren nur einmal miteinander draußen. Damals als wir in der Brauerei nach Beweisen gesucht haben und da waren wir sehr vorsichtig. Kein Händchenhalten und kein Schmusen. Es kann also nur jemand von zu Hause sein, der's ihm gesteckt hat." Mari tut der ganze Körper weh, von den Schlägen und Tritten Bayans und sie stöhnt unwillkürlich leise auf, als sie sich umdreht und Saya anschaut. "Du hast ihnen doch gesagt, daß sie auf dich warten sollen, oder?"      
Fri, Sep 19th 2025 08:05

Saya kommt nicht zum Antworten, denn in diesem Moment erscheint auch schon Marigar mit seinen Männern aus der Dunkelheit. Sein Blick ist finster, und doch ist ihm die Erleichterung anzukennen. Er sagt kein Wort, er schaut nur Saya und Mari an. Als er die blutige Stelle an Maris Bluse erkennt, stutzt er. Die Tätowierungen kann er in der dunkeln Nacht nicht ausmachen.   Saya schleppt sich mehr nach Hause, als sie geht. Die Angebot Marigars, sie zu stützen oder gar zu tragen, schlägt sie aus. Zu sehr würden wohl die blutigen Striemen, die ihren gesamten Oberkörper überziehen, unter dem Druck seiner Hände schmerzen. Und es ist ein gutes Stück Weg. Und so ist wenigstens Saya ziemlich erschöpft, als sie zu Hause ankommen. Und auch zu Hause, als Marigar die beiden verlassen hat, geht Saya mit keiner Silbe auf Maris Vermutung ein.   “Hol mir Gulama,” sagt sie nur kalt zu Mari.
Fri, Sep 19th 2025 11:04   Edited on Sat, Sep 20th 2025 05:16

Als sie endlich das Tor der Residenz erreichen, ist Mari heilfroh. Sie fühlt sich als wäre ein Ochse auf ihr herumgetrampelt. Ihre geprellten Muskeln und ihre rechte Seite haben ihr jeden Schritt zur Qual gemacht. Sie ist die ganze Zeit schweigend neben Saya her gehumpelt, so beschäftigt mit ihren Gedanken und den möglichen Folgen dieses elenden Tages, daß sie gar nicht an eine Unterhaltung denkt. Da es Saya sicher noch schlechter geht als ihr, wundert sie sich nicht, daß sie auf die Warnung vor dem Spitzel nicht eingeht. Morgen ist auch noch ein Tag! Jetzt will sie nur mehr einen Becher Schnaps und dann ins Bett. Sie ist schon auf dem Weg zum Kasten, in dem Saya den Schnaps aufbewahrt, als Saya sagt, daß sie Gulama sehen will. "Ist gut! Ich hol' sie.": sagt sie ergeben und macht sich auf zu Gulamas Zimmer. Sie klopft an die Türe und als niemand antwortet, öffnet sie die Türe und steckt den Kopf ins Zimmer.      
Sun, Sep 21st 2025 08:25

Gulama schläft friedlich in ihrem Bett. Das von den blonden Locken umrahmte fein geschnittene Gesicht ist durch das Mondlicht gerade noch erkennbar, die vollen Brüste unter dem feinen, seidenen Nachthemd heben und senken sich ruhig im Schlaf. Als Mari die Tür öffnet, kommt Bewegung in die Schlafende, langsam wacht sie auf, schaut zur Tür. Sofort setzt sich ein strahlendes Lächeln auf ihre Lippen, und verliebt sieht sie Mari an.   “Hallo Mari, wie schön dich zu sehen,” sagt Gulama. “Ich hoffe, du und die Dargha hatten einen schönen Abend!”   Gulama weiß ja nichts von der Verhaftung Maris, und so wird sie wohl vermuten, Mari wäre mit der Saya irgendwo essen gewesen und sie hätte ihr einfach nichts davon gesagt.
Sun, Sep 21st 2025 09:05   Edited on Sun, Sep 21st 2025 09:06

Für einen Augenblick bleibt Mari in der Tür stehen und schaut Gulama an. Ganz klar wird ihr bewußt, daß sie niemals damit leben könnte, ihren Sonnenschein der Kralle und seinen Jägern auszuliefern. Genauso wenig wie sie Saya am Balken verrecken lassen könnte, was auch immer es ihr kosten mag. Dann setzt sie sich hinkend in Bewegung. Wortlos beugt sie sich zu Gulama und gibt ihr einen Kuß, dabei beben ihre Lippen. "Nein, Schatz, es war ein Scheißabend!": sagt sie dann leise, mit rauher Stimme. "Ich erzähl's dir später! Aber jetzt mußt du aufstehen. Saya will dich sehen. Ihr geht's noch schlechter als mir und sie ist gar nicht gut drauf! Ich weiß nicht, was sie von dir will, aber bitte sei vorsichtig." Als Gulama nach ihrem Gewand greifen will, sagt sie: "Komm gleich so. Besser, wir lassen sie nicht warten." Mit einem Mal wird Mari mulmig, aber sie bemüht sich es nicht zu zeigen. Der Blutfleck auf ihrem Hemd über der Schulter breitet sich langsam aus.      
Fortsetzung hier: Der Arkh der Schwarzen Schlange II https://www.worldanvil.com/w/pelorn-gregorian/thread/f32887ea-90d5-4120-9577-5df7543bdee6/view

Fri, Sep 26th 2025 06:52