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Mon, Jul 7th 2025 09:03   Edited on Mon, Feb 23rd 2026 03:41

[23. Tag morgens] Wenn man will ohne zu wollen

Saya ist vor Mari in ihrem Bett gewesen. Saya hat eine unruhige Nacht gehabt. Verdammt, die ganze Sache wächst ihr langsam über den Kopf. Freilich, sie muss mit Mari reden, aber sie weiß beim besten Willen nicht, wie sie das anstellen soll. Sie kennt Mari, sie weiß, dass sie auf sie einprügeln könnte wie auf eine kranke Kuh, dass sie ihre Meinung Lisina gegenüber wohl nie ändern würde. Es geht ihr weniger darum, ihr den Sex zu erklären. Das ist nichts, das ist einfach nur geil. Nichts weiter. Und sie, verdammt noch mal, vögelt ja auch die ganze Zeit mit Gulama herum. Da kann sie ihr gar nichts. Aber Saya weiß, wie die ganze Sache mit Gregorian ausgehen wird. Sie weiß, dass Lisina bleiben wird. Sie weiß auch, dass Mari das gar nicht gefallen wird. Und doch, Lisina ist zu wertvoll, um sie zu verlieren, sie kann ein Trumpf sein in einem Spiel, das noch nicht begonnen hat.   Wohl fällt Saya dann und wann in einen Dämmerschlaf, aber immer wieder liegt sie wach im Bett. Sie sinniert, sie flucht im Insgeheimen, sie verwünscht Lisina, Mari, sich selbst. Mehr als einmal ist sie kurz davor, zu Lisina in ihr Zimmer zu gehen und ihr einfach die Kehle durchzuschneiden. Oder, in Anbetracht des Sklavenkragens, den Bauch aufzuschlitzen. Und Gregorian dann einfach sagen, dass das ganze Geschäft gestorben sei. Aber nein, sie kann es nicht, und sie fühlt, dass es nicht nur ihr Wille ist. Genausowenig wie es nicht nur ihr Wille ist, Mari einfach in die Wüste zu schicken, mitsamt Gulama. Verweichlicht sie jetzt vollkommen? Verdammt, Saya ist Dargha! Zum Teufel mit der gesamten Gefühlsduselei, eine Dargha kann sich das doch nicht leisten! Sich von zwei solchen Gören das Leben schwer zu machen! Morgen wird sie am besten… sie weiß genau, dass sie es nicht tun wird.   Irgendwann hört sie, wie Gulama die Treppe nach unten geht. Sie steht leise auf, schlüpft in Hemd und Hose und geht die Treppe nach unten. Sie entzündet sich eine Zigarette, wartet, bis der Eintopf kommt. Er schmeckt fast noch besser wie am Vortag. Sie bemerkt es nicht, stochert darin herum, nippt lustlos an ihrem Bier, zieht an der Zigarette. Und so wird sie wohl auch noch dasitzen, als Mari die Treppe herunterkommt.
Mon, Jul 7th 2025 10:56   Edited on Mon, Jul 7th 2025 10:56

Lange hat Mari nicht geschlafen. Es war weit nach Mitternacht gewesen, als sie zu Saya unter die Decke geschlüpft war und sich an sie gekuschelt hatte. Sie war schnell eingeschlafen und hatte tief und fest geschlafen, ermattet wie sie gewesen war. Es ist weit nach Sonnenaufgang, als sie ins Licht des Tages blinzelt und dann aus dem Bett hüpft. Wie jeden Morgen betet sie, bittet um Schutz für Saya und Gulama, bevor sie sich wäscht, in ihre Männerkleidung schlüpft und fröhlich die Stufen hinabläuft. Im Speisezimmer fällt sie Saya um den Hals und küßt sie zärtlich und ausgiebig, bevor sie ihr einen guten Morgen wünscht. Auch Gulama bekommt einen Kuß auf die Wange, bevor sie sich zu Saya setzt. „Schlecht geschlafen, Liebling?“: erkundigt sie sich bei Saya. „Du machst ein Gesicht, als hätten dir die Jäger deinen besten Schnaps ausgesoffen. Dabei ist es heut‘ so ein schöner Tag.“ Mit einem Lächeln und einem verliebten Blick bedankt sie sich bei Gulama, als sie ihr Tee und eine Schüssel Eintopf hinstellt. „Übrigens, Gulama und ich waren gestern noch im Keller und haben endlich das Geld durchgezählt. Ist ein ganz schöner Batzen! Du bist eine steinreiche Frau, Saya und eine ganze Schatulle Schmuck ist auch noch dabei.“ Sie trinkt von ihrem Tee. „Gulama hat alles ganz genau aufgeschrieben und wir haben zwei Mal gezählt, damit auch alles stimmt. Sie hat auch Aufzeichnungen von ihrem Vater gefunden. Sie sagt, daß er Stafan ordentlich über den Tisch gezogen und eine ganze Stange Geld für sich auf die Seite geräumt hat. Dir kann’s nur recht sein.“   Die junge Frau, die Saya gegenüber sitzt, hat nur mehr wenig mit der Elendsgestalt gemein, die sie damals im lachenden Zwilling geküßt hatte. Die Spuren des Elends sind verschwunden, in ihren Augen leuchten nicht mehr Angst und Wut, sondern Freude und Glück. Sie ist zwar immer noch schlank und knabenhaft, aber keine dürre Zaunlatte mehr. „Wenn du nichts anderes für mich hast, hab‘ ich mir gedacht, ich könnt‘ mich endlich um eine Köchin für dich kümmern, wenn’s dir recht ist. Ach ja, bevor ich’s vergesse. Ich wollt‘ dich was bitten. Ich möchte gern wieder trainieren. Jetzt hab‘ ich wieder die Kraft dazu. Vor allem muß ich kräftiger werden. Wen könnt‘ ich mir denn von den Jägern für ein, zwei Stunden alle zwei Tage oder so ausborgen? “ Bevor Saya etwas sagen kann, küßt sie Mari und sagt leise an ihrem Ohr. „Hab‘ ich dir heut‘ schon gesagt, daß ich dich lieb hab? “  
Wed, Jul 9th 2025 07:36

Als sich Mari an den Tisch setzt, sieht Saya sie einen Moment lang einfach nur an, sagt aber nichts, bevor sie wieder an ihrer Zigarette zieht und fortfährt, in ihrem Eintopf herumzustochern. Sie sieht Mari wieder an, als sie sagt, sie hätte das Geld gezählt. Sie sagt wieder nichts, sondern nickt abermals nur mit dem Kopf. Erst als Mari von der Köchin redet, kommt eine kurze Antwort.   “Mach das!”   Daraufhin widmet sie sich wieder ihrer überaus wichtigen und weltverändernden Tätigkeit, in ihrem Eintopf herumzustochern. Nun ja, die Gefühlslage der zwei Frauen scheint doch recht unterschiedlich zu sein. Erst auf die letzte Frage Maris kommt eine etwas ausführliche Antwort.   “Die Jäger werden in nicht allzulanger Zeit mit dem Training beginnen. Mach einfach mit. Du kannst mit jedem von ihnen trainieren. Condir haut dich halt hoch ins Schlafzimmer, sollte er dich richtig treffen.”   Dann stochert sie wieder in ihrem Eintopf herum. Nach einiger Zeit sieht sie wieder auf, will etwas sagen, aber sie wird von Condir unterbrochen, der mit Astrid im Schlepptau im Raum erscheint.
Wed, Jul 9th 2025 07:46

Condir tritt also in dem Raum, hinter ihm die junge Wirtin des Lachenden Zwillings. Die Dargha und ihre Gefährtin, die Mari heißt, von den meisten im Viertel aber nur die irre Dürre genannt wird, sitzen am Tisch. Mari isst gerade einen Topf Eintopf, während die Dargha, die Zigarette in einer Hand, den Löffel in der anderen, nur etwas lustlos in ihrem Eintopf herumstochert. Es ist unschwer zu erkennen: die Dargha hat verdammt schlechte Laune.   “Dargha,” meldet sich Condir, “Astrid vom Lachenden Zwilling will Euch sprechen!”
Wed, Jul 9th 2025 07:49   Edited on Wed, Jul 9th 2025 08:00

Die Dargha sieht auf. Ein finsterer Blick trifft Condir, ein weiterer die hinter ihr stehende Astrid. Sie zieht an ihrer Zigarette, macht dann einen ordentlichen Schluck von ihrem Bier. Eine ganze Weile lang schaut sie Astrid finster an. Sie trägt, wie fast immer, ein etwas abgetragenes, fast weißes Hemd, das wenigstens heute einen Knopf zu weit geöffnet ist. Dazu eine abgetragene, enge Hose aus Leder. Schuhe oder Strümpfe sind Fehlanzeige. Die Haare fallen offen und etwas zerzaust über ihre kräftigen Schultern. Es sieht nicht aus, als hätte sie eine erholsame Nacht hinter sich.   “Wie viel?” fragt sie dann unvermittelt, ohne irgendeine Form des Grußes.
Wed, Jul 9th 2025 08:03

Astrid betrat den großen Speisesaal und ließ ihren Blick suchend durch den Raum gleiten. Sie nickte den Anwesenden freundlich zu, ihr Lächeln wirkte dabei jedoch eher gezwungen und aufgesetzt. Dann erblickte sie die Dragha. Sofort wich das gezwungene Lächeln einem strahlenden, das ihre gleichmäßigen, weißen Zähne zum Vorschein brachte.   Sie deutete auf den Eintopf vor der Dragha. "Schmeckt Euch Euer Eintopf nicht, Dragha?", fragte sie, eine Spur von Neugier in ihrer Stimme, die ihre dunkelbraunen Augen aufmerksam funkeln ließ. Kurz schien sie zu überlegen, dann legte sich wieder ihr ernster, durchdringender Blick über ihre Züge. "War das Rattengulasch denn zu Eurer Zufriedenheit?" Ihre Hände, von der Arbeit gezeichnet, ruhten locker an ihren Seiten, bereit für die Antwort.
Wed, Jul 9th 2025 12:48

Die Dargha wendet den Blick von Astrid ab, schaut auf den Tiegel mit dem Eintopf vor sich, schnaubt laut hörbar. Sie wirft den Löffel in den Eintopf, laut hörbar. Ein Tropfen des Eintopfs verirrt sich dabei auf ihr Hemd. Dann sieht sie Astrid wieder an, mit demselben finsteren Blick wie vorhin.   “Ihr könntet Euch ruhig einmal etwas Neues einfallen lassen,” sagt sie dann mit genervtem Unterton. “So langsam hängt mir das bekackte Rattengulasch zu den Ohren heraus, und ich muss mich jedes Mal entschuldigen, dass es schon wieder Rattengulasch gibt in meinem Haus.”   Sie nimmt nun doch wieder den Löffel auf und schiebt sich etwas Eintopf in den Mund, nimmt mit der Hand, die die Zigarette hält, den Bierkrug, macht einen Schluck daraus, zieht an der Zigarette. Sie schaut Astrid wieder an.   “Also, wie viel?”
Wed, Jul 9th 2025 03:08

Astrid schnaubte, als die Dragha sich beklagte. „Wir haben die Schenke gerade erst übernommen, Dragha“, sagte sie bestimmt, ihre wettergegerbte Haut spannte sich leicht um die Wangenknochen. „Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben.“ Ihr Blick wanderte kurz zu Mari, dann wieder zur Dragha.   „Viel Geld haben wir nicht, und Ruthard, der frühere Besitzer, hatte nichts übrig – oder wir konnten nichts finden“, fuhr sie fort. „Wir müssen also mit den Beständen leben, bis wir etwas verdient haben.“ Ein Hauch von Trotz lag in ihrer Stimme. „Es tut mir also leid, dass es kein Schweinegulasch, gewürzt mit Honig und grünem Salz geben wird.“ Sie hob das Kinn. „Fünfzehn Filis hätte ich gern.“
Wed, Jul 9th 2025 03:48

„Danke.“: sagt Mari. „Ich red‘ mit Condir.“ Den Riesen hat sie immer noch in ihr Herz geschlossen, während sich ihr Verhältnis zu den anderen Jägern seit der Vergewaltigung Lisinas merklich abgekühlt hat. Als Astrid herein kommt, grüßt Mari sie freundlich, bleibt aber nicht mehr lange sitzen und benützt die Ablenkung durch Astrid schnell in die Küche zu gehen und ihren Sonnenschein zärtlich zu küssen und ihr augenzwinkernd in den Hintern zu kneifen. Dann flitzt sie hinter dem Riesen die Stufen hinunter. „Condir! Wart‘ bitte einen Moment. Ich  hab‘ eine Bitte. Ich möcht‘ gerne wieder zu trainieren anfangen. Ich hab’s auch schon allein versucht. Mit dem Messer bin ich recht gut, aber was mir fehlt, ist Kraft. Ich weiß nicht so recht, was ich machen soll, außer Kniebeugen und Liegestütze. Kannst du mir was zeigen oder einen von den anderen sagen, was sie mir zeigen sollen? Später, wenn ich was drauf hab‘, möcht‘ ich auch ein paar Tricks dazulernen, damit ich nicht immer gleich zum Messer greifen muß. Geht das? “ Sie muß den Kopf schon in den Nacken legen, um Condir in die Augen zu schauen.  
Wed, Jul 9th 2025 10:27

“Ist ja schön zu wissen,” entgegnet die Dargha mit gleichzeitig genervtem als auch sarkastischem Unterton, “dass es, wenn ihr euch eine goldene Nase verdient habt, noch immer Gulasch geben wird, halt von einem anderen Tier. Naja, der Kreativität eines Koches sind anscheinend keine Grenzen gesetzt.”   Sie zieht ruhig an ihrer Zigarette, wendet sich von Astrid ab. Langsam bläst sie den Rauch vor sich in den Raum. Sie scheint nachzudenken. Dann, plötzlich, saust ihre Faust auf den Tisch, dass der Eintopf in der Schüssel leichte, kleine Wellen schlägt. Sie dreht den Kopf ruckartig zu Astrid, ihre Augen blitzen aggressiv an, genauso wie einige Tage zuvor, an dem Tag, an dem Astrid nachher zum ersten Mal am Balken gehangen ist.   “Du willst doch nicht im Ernst eine Dargha über den Tisch ziehen, nicht wahr?” fragt sie Astrid. “Oder meinst du, eine Dargha feilscht mit dir wie ein altes Marktweib?”
Wed, Jul 9th 2025 10:46

Condir geht die Treppe nach unten, Mari hinter ihm her. Er hört im Gehen zu. In der Toreinfahrt bleibt er schließlich stehen und dreht sich zu Mari um, schaut sie an. Dann beginnt er zu lachen.   “Mädel,” sagt er schließlich, “du kannst gerne mit mir trainieren. Aber wenn du meinst, dass du irgendwann so stark wirst, dass du mit Kraft kämpfen kannst, dann hast du dich geschnitten. Ich weiß nicht, ob ich dir das beibringen kann, das du brauchst. Du musst schnell sein, du musst deinen Gegner lesen können. Und eines kann ich dir sagen: Es gibt wohl in der ganzen Stadt keine, die das besser kann, als deine Bettgefährtin. Also, die Tätowierte, nicht die Blonde. Aber komm mit und zeige mir, was du kannst.”   Sie gehen nun in den Hof, wo die anderen Jäger bereits wieder beim Training sind. Condir beachtet sie gar nicht. Er widmet sich nur Mari. Zunächst steht er einfach nur da und lässt Mari angreifen. Immer wieder bricht er ab, zeigt ihr, wie sie ihre Schläge effektiver anbringen kann. Und bereitwillig steckt er Maris Schläge ein, eine ganze Weile lang. Dann beginnt er, aktiver zu werden, und nun wird es für Mari doch unangenehm. Wohl wird ihr schnell klar, dass er sich große Mühe gibt, sie nicht zu verletzen. Trotzdem wird Mari auch schnell klar, dass so ein Training wohl nicht ohne blaue Flecken bleiben wird.   Condir ist nicht nur riesig, von immenser Körperkraft, sondern auch gewandt, schnell und beweglich. Vielleicht würde Mari mit einem Messer eine Chance gegen ihn haben, im waffenlosen Kampf scheint er ein schier unüberwindliches Hindernis zu sein. Und wieder halt er immer wieder inne, erklärt Mari etwas. Und so wird das wird nun wohl so weitergehen, bis Mari endgültig die Lust vergeht, oder bis sie einfach erschöpft genug ist, sich eine Pause zu gönnen.
Thu, Jul 10th 2025 07:40

Astrid zuckte nicht zusammen, als die Dragha ihren Zorn zeigte. Die Erinnerung an den Balken war frisch, die Narben auf ihren Händen und Armen eine ständige Mahnung. Doch ihre Dickköpfigkeit ließ sie nicht weichen.   "Ich wollte mit dem Schweinegulasch nur deutlich machen, Dragha", erwiderte Astrid ruhig, ihre dunkelbraunen Augen hielten dem aggressiven Blick stand, "dass es durchaus auch etwas anderes geben kann. Aber es wird dauern, bis wir uns die nötigen Zutaten leisten können, so wie es im 'Lachenden Zwilling' gerade aussieht." Ein leichter Schimmer trat in ihre Augen. "Selbstverständlich könnte ich Euch auch pelornische Rinderpastete in Rotweinsoße zaubern, wenn Ihr das wünscht und die Zutaten vorhanden sind."   Sie legte eine kurze Pause ein, ihre schmalen Lippen fest zusammengepresst, bevor sie fortfuhr, ihre Stimme wurde einen Hauch härter. "Wenn Euch meine Preise nicht passen und wenn Ihr mich gleich wieder an den Balken stellen wollt, Dragha, dann zahlt einfach das, was Euch das Essen wert war." Sie würde sich nicht unterkriegen lassen. Der Gedanke, kostenlos zu arbeiten, war für jemanden, der so auf Selbstständigkeit angewiesen war, unerträglich.
Thu, Jul 10th 2025 08:16   Edited on Thu, Jul 10th 2025 08:17

“Nun hör mir mal gut zu, du verdammte Thornhoff-Schnepfe,” herrscht die Dargha Astrid nun an. “Ich war oft genug im Zwilling, um zu wissen, dass die große Portion Rattengulasch 4 Filis kostet. Wie kommst du also dazu, du verdammtes Stück Scheiße, hier auzukreuzen und für drei Portionen, die ich selbst abhole, wo ich die verfickten Teller, die Löffel selber abspüle, sogar den verdammten Topf abgespült habe, mehr als 12 verdammte Filis zu verlangen?”   Sie greift in ihre Hose, zieht einige Filis heraus und zählt 10 davon ab. Dann steht sie auf, geht zu Astrid hin. Mit der linken Hand umfasst sie ihren rechten Unterarm, zieht in nach vorne und klatscht nun den Stapel mit den 10 Münzen in ihre Hand. Kaum befinden sich die Münzen in Astrids Hand donnert auch schon ihre Faust in ihren Bauch. Dann lässt sie sie los.   “Prinzesschen!” ruft sie dann in die Küche. “Bring diesem ehrenwertem Persönchen doch ihren Topf! Und räum das Frühstück ab, mir ist der Appetit vergangen!”   Gulama erscheint auch sogleich mit besagtem Küchenutensil. Die Dargha reißt ihr den Topf aus der Hand, kaum dass sie in Reichweite ist und rammt ihn nun ebenfalls gegen Astrids Bauch.   “Es war schön, mit Euch Geschäfte zu machen,” sagt sie nun mit zynischem Lächeln, mit sarkastischem Unterton. “Und nun zieh Leine, sonst landest du wirklich wieder am Balken!”
Thu, Jul 10th 2025 09:15

Der Schlag in den Bauch raubte Astrid die Luft. Sie war eben keine Kriegerprinzessin. Die Filis, die ihr Saya in die Hand geklatscht hatte, fielen klirrend zu Boden, als Astrid keuchend in die Knie sackte. Der Schmerz zwickte, aber ihr Blick blieb fest auf die Dragha gerichtet. Sie hob eine Hand und zeigte 4 Finger. „Das Gulasch war für vier Personen, nicht für drei. Das wären eigentlich sechzehn Filis.“ Ein Anflug von Spott huschte über ihre Lippen. // Aber gut, nicht jeder kann rechnen. Mit letzter Kraft sammelte sie die Münzen vom Boden auf und richtete sich mühsam auf. Doch kaum stand sie wieder, da krachte der Topf, den Gulama gebracht hatte, ebenfalls gegen ihren Bauch. Wieder fielen die Filis zu Boden, diesmal ließ Astrid sie liegen. Sie nickt ihr zu dreht sich um und geht. Ihr Stolz war angekratzt, aber nicht gebrochen.
Thu, Jul 10th 2025 09:39

Wortlos sieht die Dargha zu, wie Astrid aus ihrem Speisezimmer stapft. Noch eine ganze Weile starrt sie ihr finster hinterher. Diese Frau wird zum Problem werden, da ist sie sich sicher. Jemanden, der keinen Respekt vor einer Dargha kennt, dem muss der Respekt irgendwann eingebläut werden. Oder man lässt ihn einfach vor die Hunde gehen. Und dies ist im Imeria-Gebiet allzu oft äußerst wörtlich zu nehmen.   Schließlich holt sie wieder ihre Münzen aus der Tasche, zählt weitere 5 ab.   “Prinzesschen, klaub die Münzen auf, gib die 5 hinzu und bring sie zu diesen Schreckschrauben im verdammten Zwilling. Möge Achum Mari beistehen und mir ja schnell einen ordentlichen Koch besorgen, damit ich mit diese verdammten Kühe nicht mehr an der Backe habe!”   Dann stapft sie ebenfalls die Treppe nach unten. Und, ungefähr auf der Hälfte der Treppe, fasst sie einen Beschluss. Nichts Großes. Aber immerhin. Sie dreht nach rechts ab, geht in den Innenhof, wo Mari immer noch dabei ist, mit Condir zu trainieren - oder sich von ihm verprügeln zu lassen. Wobei, und das muss Saya anerkennen, sie sich gar nicht so schlecht schlägt. Auf jeden Fall um Welten besser, als es die meisten der Bewohner der Stadt getan hätten. Saya geht zwischen die beiden, beginnt nun ihrerseits einen Trainingskampf gegen Condir. Und Mari wird alsbald auffallen, dass Condir vorhin nicht übertrieben hat. Sie scheint immer schon im Voraus zu wissen, wo Condir hinschlagen wird, wie sie den nächsten Konter am besten anbringt. Und wieder kommt diese Ästhetik in ihrem Kampf zum Vorschein, effektiv, aber auch ungemein elegant und geschmeidig, vielmehr eine einzige durchgehende Bewegung als viele Bewegungen hintereinander. Es dauert nur einige Minuten. Sie trifft Condir mit der Fußspitze in die Seite, lässt dann ab, und und im selben Moment stellt auch Condir seine Angriffe ein.   “Mari, ich brauche etwas zum Anziehen,” sagt sie, noch immer reichlich finster schauend, zu ihrer Gefährtin. “Etwas, das besser zum Rang einer Dargha passt. Ich bin es leid, mich mit respektlosen Personen herumzuschlagen, und vielleicht hilft es ja, wenn ich weniger wie eine verdammte Jägerin, sondern eben wie eine Dargha gekleidet bin. Ich weiß allerdings nicht, wie sich eine verfickte Dargha überhaupt kleidet. Deshalb brauche ich deine Hilfe.”
Thu, Jul 10th 2025 02:41   Edited on Thu, Jul 10th 2025 02:44

Der Riese Condir ist für Mari ohne Waffe ohne Zweifel ein unüberwindliches Hindernis, aber wie Condir bald feststellt, ist Mari flinkt wie ein Wiesel, geschmeidig und hartnäckig. Sie sieht genau hin wenn er etwas vorzeigt und widerholt das Gelernte so lange, bis es Condirs kritischem Blick standhält. Sie schont sich nicht und geht bis fast an ihre Grenzen. Strähnen ihres dunklen Haares kleben ihr am schweißnaßen Gesicht und ihr Hemd ist an mehreren Stellen naß geschwitzt, als Saya auf den Hof kommt und dazwischen geht. Schwer atmend stützt sich sich einen langen Moment mit ihren Händen an ihren Oberschenkeln ab, bevor sie sich wieder aufrichtet und sehr aufmerksam dem Trainingskampf zusieht. Mari hat wie jede, die in unsicheren Verhältnissen aufgewachsen ist, etliche schmutzige Tricks auf Lager und hat als Daumen ihrer Hand viel dazugelernt, aber zwischen ihrem Können und dem, das ihr hier so locker demonstriert wird, liegen Welten. Doch Mari läßt sich dadurch nicht entmutigen. Sicher wird sie ohne Waffe nie so gut werden wie Saya oder Condir, aber sie wird ihr Bestes geben. Jetzt schon hat sie dazugelernt und beginnt zu verstehen, wo die Ursachen vieler ihre Fehler liegen Sie ist ziemlich überrascht, als sie Saya wegen der neuen Kleidung anspricht, doch dann kommt mir dem Lächeln Glanz in ihre Augen.   „Aber klar helf‘ ich dir, Saya. Das kriegen wir hin, verlass‘ dich auf mich. “ Mari streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Über das, was du hier bei dir oder ganz privat trägst, brauchen wir nicht reden, aber eins muß dir klar sein, wenn du die Nase aus der Tür raussteckst, bist du als Dargha unterwegs. Du brauchst also Alltagskleidung, die deinen Rang betont, aber praktisch und nicht protzig sein soll. Am besten so etwas wie eine Amtsuniform, wo jeder weiß, daß er es mit der Dargha zu tun hat, und du brauchst was wirklich Repräsentatives! Ich mein‘ für eine Einladung in der Ente oder einen offiziellen Anlaß, wie einen Gerichtstag oder so was. Dieser Aufzug muß luxuriös sein und dich vor allen anderen rausheben. Ich hab‘ auch schon Ideen! Ich geh‘ mich nur schnell waschen und dann gehen wir zum Schneider! Was hältst du davon? “ Mari strahlt vor Freude, daß sie Saya mit ihrer neuen Ausstattung helfen darf.  
Thu, Jul 10th 2025 03:42

Der finstere Gesichtsausdruck, den Saya heute schon den ganzen Tag trägt, wird fast noch etwas finsterer, als Mari so begeistert zu reden beginnt. Sie begleitet dann jedoch Mari ins Badezimmer.   “Ich brauche etwas, das mehr ist, als ein altes Hemd und eine alte Hose,” sagt sie dabei finster. “Ich muss nicht herumrennen wie der Geck oder die Nachttopfpinsler. Und ich habe bereits ein Kleid für Einladungen in der Ente. Die Porzellangräfin hat viele Kleider gehabt, eines protziger wie das andere. Gebracht hat es ihr gar nichts. Sie ist genauso tot wie alle anderen in lausigen, schmutzigen Klamotten. Also, wenn du aus mir eine zweite verdammte Alessandrina machen willst, dann hast du dich ganz schwer geschnitten!”   Sie sind inzwischen im Badezimmer angelangt. Ohne mit der Wimper zu zucken folgt Saya Mari in dasselbe. Sie lehnt sich neben der Tür gegen die Wand und entzündet sich eine Zigarette.
Thu, Jul 10th 2025 11:00

„Stimmt schon, daß jemand, der gute Sachen getragen hat, genauso stirbt wie einer in Lumpen. Aber es macht einen großen Unterschied, ob man in alten Fetzen daherkommt oder in einer Kleidung, die seinem Stand entspricht.“: sagt Mari, während sie sich auszieht. „Ich will dich auch nicht zu einer anderen machen, als diejenige, die du bist. Aber du bist jetzt Dargha und du mußt dich auch so anziehen! Jeder Depp muß mit einem Blick verstehen, daß du was ganz Besonderes bist.“   Mari läßt sich nicht die Wanne volllaufen, sondern seift sich ein und wäscht sich. Die Seife ist etwas, daß sie nicht mehr vermissen will. Prusten spült sie sich mit kaltem Wasser ab und steigt wieder aus der Wanne. Immer noch naß geht sie zu Saya und nimmt zart ihr Gesicht zwischen die Hände. „Sag, was ist denn heute? Wieso bist du denn so sauer? Ich will dich doch nicht in eine Brokatrobe zwängen oder so was. Bist du bös‘ auf mich?“, fragt sie und schaut ihr dabei in die Augen.  
Fri, Jul 11th 2025 05:12

“Das sage ich ja, und das ist genau das, was ich will,” antwortet sie. “Aber ich will nicht herumstolzieren wie irgendein Prinzesschen, das den ganzen Tag nichts anderes tut, als sich die verdammte Nase zu pudern. Und Dargha hin oder her, ich bin was ich bin Ich bin eine Kämpferin. Ich habe nichts anderes gelernt, und seit langem nichts anderes mehr getan. Und so will ich auch aussehen. Ich brauche keinen Firlefanz. Ich brauche nur etwas, das besser aussieht als das, was ich gerade anhabe.”   Sie sieht Mari an, wie sie auf sie zu kommt. Sie sieht sie immer noch an, als ihre Hände an ihr Gesicht greifen. Sie sieht sie an und hört zu, als sie spricht.   “Es ist…” antwortet sie dann, und ihre Stimme klingt ungewohnt unsicher. “Ich muss… ich meine… es ist nichts. Ich bin nicht böse auf dich. Wirklich nicht. Es ist nur… ich meine… ich habe einfach wahnsinnig viel um die Ohren, und mir kommt vor, der Kopf platzt mir irgendwann. Das ist alles.”
Fri, Jul 11th 2025 06:22

„Wir werden schon was finden, was gut aussieht und dir auch gefällt. Aber du hast es ja bei dem Kleid gesehen. Am Anfang wolltest du’s nicht anziehen, doch jetzt weißt du, daß du darin verdammt gut aussiehst.“ Für den Moment beläßt es Mari dabei, obwohl sie fest davon überzeugt ist, daß Saya zumindest ein repräsentatives Kleid braucht. Doch sie kennt Saya gut genug, um nicht weiter zu bohren. Erleichtert strahlt sie, als ihr Saya sagt, daß sie nicht wegen ihr böse ist. Mari läßt Sayas Gesicht los und langsam gleiten ihre Hände zu Sayas Brüsten. „Wenn du was brauchst, dann sag’s nur, Saya. Ich helf‘ dir, wo ich kann. Aber vielleicht sollte dich deine kleine Hausratte auf andere Gedanken bringen? Ich kann ja nicht zulassen, daß dir der Kopf platzt.“ :sagt sie und beginnt zart Sayas Brüste durch den Stoff ihres Hemdes zu streicheln. In dem Moment, als sie Saya küßt und anfängt ihr Hemd aufzuknöpfen, dröhnt draußen der Bass eines Jägers: „Saya, bist da? Unten ist der Rattentyp und zwei andere. Sie wollen dich dringend sprechen!“  
Sat, Jul 12th 2025 11:15

“Ich mag das Kleid immer noch nicht,” entgegnet sie beinahe trotzig. “Und nur, weil es bei den Thornhoff-Affen funktioniert, heißt es nicht, dass ich fünfundzwanzig davon brauche. Wenn ich mit dem Gregorian fertig bin, brauche ich so ein Kleid lange nicht mehr anzuziehen. Oder meinst du, die Kralle ist so erfreut darüber, wenn seine Darghe rumlaufen wie die Nachttopf-Pinsler?”   Dann sagt sie nichts mehr. Saya schließt die Augen, streckt Mari ihre Brüste entgegen. Sie erwidert den Kuss, zu Beginn etwas zaghaft, dann doch etwas leidenschaftlicher. Schließlich reißt sie jedoch der Ruf des Jägers aus der beginnenden Ekstase.   “Ich komme,” ruft sie, schaut Mari etwas enttäuscht an. Dann dreht sie sich auch schon weg und verlässt durch die Tür das Badezimmer, lässt die nackte Mari allein darin zurück. Sie geht die Treppe nach unten, um die Ratten-Abordnung zu begrüßen. Nun, ihr Hemd ist nun inzwischen eindeutig einen oder auch zwei Knöpfe zu weit geöffnet, und dass es durch Maris nasse Hände nun ebenfalls nicht mehr trocken ist, ist dem Ansinnen ihrer Gefährtin, sie rappräsentativ aussehen zu lassen, auch nur wenig zuträglilch. Daneben ist sie noch immer barfuß. Aber Saya scheint zu sehr in Gedanken zu sein, um auch nur einen Augenblick daran zu denken, wie ihr halbfertiger Ausdruck denn auf die Besucher wirken könnte.   Sie geht zunächst auf Lorek zu und umarmt ihn, gibt ihm einen angedeuteten Kuss auf die Wange, bevor sie sich seinen Begleitern zuwendet.
Sun, Jul 13th 2025 01:23

[Lorek] Sollte sich Lorek am Aufzug Sayas stoßen, so verbirgt er es gut. Er freut sich sichtlich darüber, Saya zu sehen, aber es liegt ein Schatten von Bitterkeit und Trauer auf seinem Gesicht. Als Saya einen Kuß auf die Wange andeutet, legt er kurz seine Linke um ihre Hüfte. „Es tut mir leid, daß wir dich so lange warten haben lassen und dich dann so überfallen, Saya. Ich habe schlechte Nachrichten! Wir müssen mit dir und Marissa sprechen.“ Neben ihm neigt Orles mit grimmigem Gesicht den Kopf zur Begrüßung. Die ältere Frau mit den kurzgeschnittenen Haaren und dem eingefallenen und immer noch bleichen Gesicht, bei der es sich wohl um Kirina handelt, neigt ebenso ihren Kopf. „Die Götter mit euch, Dargha.“ Erst als Saya sich von Lorek löst, fällt ihr auf, daß seine rechte Hand und sein Unterarm bandagiert sind.  
Sun, Jul 13th 2025 01:25

Als nach anfänglichem Zögern Saya ihren zärtlichen Berührungen entgegenkommt, geht Mari das Herz auf und ihre Leidenschaft entflammt. Doch die Worte des Jägers sind wie Guß mit kaltem Wasser und als sich Saya von ihr löst und aus dem Badezimmer verschwindet, flucht Mari leise vor sich hin. Sie war ein paar Mal zum Lagerhaus gelaufen und hatte stundenlang gewartet, und ausgerechnet jetzt müssen diese Deppen hereinplatzen. Aber es hilft nichts und Mari trocknet sich ab. Sie schlüpft nicht mehr in ihre verschwitzten Sachen und stopft sie in den Korb mit der Schmutzwäsche. Dann verläßt sie nackt das Badezimmer. Die Narben auf ihrem Rücken haben in der letzten Zeit ihren Schrecken verloren. Sich vor Fremden auszuziehen, wäre ihr immer noch unangenehm, aber sie schämt sich nicht mehr für ihre Narben. Sie setzt sich vor den Spiegel, reibt ein wenig Öl in ihre feuchten Haare und bürstet sie gründlich. Obwohl sie nicht mehr panisch wird, wenn jemand ihr verstümmeltes Ohr sehen kann, bürstet sie ihr Haar so, daß dieses Ohr verdeckt ist. Als sie zufrieden mit ihrer Frisur ist, schlüpft sie in einen ihrer Arbeitskittel, da sie nur eine Hose hat. Nochmal schaut sie sich in den Spiegel und geht dann hinüber ins Eßzimmer, neugierig darauf, welche Neuigkeiten Lorek bringen wird.  
Sun, Jul 13th 2025 02:56   Edited on Tue, Jul 15th 2025 02:46

Orles und Kirina sind Saya schon von ihrem Aufenthalt in dem Alten Lagerhaus bekannt. Sie begrüßt also auch beide mit ihrem Namen und heißt sie in ihrem Heim willkommen. Der Blick auf Loreks Arm jedoch zaubert wieder diesen finsteren Blick auf ihr Gesicht, den sie ja schon den ganzen Tag mit sich rumträgt und der nur vorhin, während der Begrüßung des Gesandten der Ersten Hand, im Ansatz verflogen ist.   “Ich habe Gerüchte gehört,” entgegnet die Dargha nur kurz. “Aber bitte, kommt doch mit hoch. Mari wird bald zu uns stoßen.”   Sie deutet mit der Hand auf die Treppe, geht dann vor und diesselbe nach oben. Dann deutet sie auf den Tisch.   “Bitte nehmt Platz,” sagt sie, setzt sich dann selbst auf einen der Stühle, ungefähr in der Mitte des Tisches. Während sie sich setzt, kramt sie dabei ihr Rauchzeug hervor und legt es vor sich auf den Tisch. Und da sie Gulama ja zu Astrid geschickt hat, macht sie sich selbst daran, ihren Gästen Bier zu bringen.   Als sie schließlich, schwer beladen mit all den Krügen, zurückkommt, fügt sie hinzu: “Mögt Ihr auch irgendetwas zum Essen? Es müsste noch etwas Eintopf da sein, oder natürlich Brot, Wurst und Käse…”   Da eilt auch schon die blonde Schönheit aus der Küche, schwer beladen mit Bierkrügen. Man kann ihr ansehen, dass sie daran ganz schön zu schleppen hat. Sie wartet, bis die Herrschaften Platz genommen haben, dann stellt sie sie auf den Tisch.
Sun, Jul 13th 2025 04:02   Edited on Sun, Jul 13th 2025 04:05

Diesmal erregt das Erscheinen der blonden Haussklavin nicht mehr  Aufmerksamkeit als gemurmelten Dank, als sie die Bierkrüge hinstellt. Höflich lehnen die Drei ab, als sich Saya erkundigt, ob sie etwas essen mögen. Lorek hebt seinen Krug in Sayas Richtung, bevor er einen kräftigen Schluck vom Bier nimmt. „Entschuldige, daß ich so mit der Tür ins Haus falle, Saya. Was du auch gehört haben magst, es ist sicher untertrieben. Vorgestern, noch vor Mitternacht, sind wir von Gaspards Söldnern angegriffen worden. Sie haben an mehreren strategisch wichtigen Stellen mit großer Übermacht zugeschlagen. Wären wir nicht im letzten Moment von einem seiner eigenen Leute gewarnt worden, hätten sie uns überrannt! Dank der Warnung konnten wir sie überall bis auf den Taubenbrunnen zurückschlagen, doch wir haben schmerzliche Verluste erlitten. Wir sind im Krieg, Saya, und ich fürchte, das Schlachten hat noch gar nicht richtig begonnen.“  
Sun, Jul 13th 2025 04:04   Edited on Sun, Jul 13th 2025 04:04

Auf dem Weg ins Speisezimmer kann Mari schon die vertraute Stimme Loreks vernehmen und als sie das Speisezimmer betritt, bekommt sie Loreks letzte Sätze mit. Es dauert einen Moment bis Mari die volle Tragweite seiner Worte bewußt wird, dann bleibt sie mitten im Zimmer stehen, als wäre sie gegen eine Wand gelaufen. Für einen Augenblick liegt das Lächeln noch auf ihren Lippen, dann wird sie blaß. „Bei der Behüterin! Das gibt’s doch nicht! So blöd kann er doch nicht geworden sein. Verdammt, Lorek, sag‘ mir das es nicht wahr ist! “  
Sun, Jul 13th 2025 09:40

Die Reaktion der Dargha ist zunächst unerwartet. Ein Grinsen setzt sich auf ihr Gesicht, aber es ist ein ironisches, böses, finsteres Grinsen. Sie schnaubt durch ihre Nase.   “Dieses verdammte, verfickte Arschloch!” sagt sie als zunächst einzige Antwort auf den Bericht Loreks. Sie greift ihr Rauchzeug, formt sich eine Zigarette und entzündet diese. Dann steht sie auf und beginnt, im Raum auf und ab zu gehen. Sie scheint nachzudenken. Schließlich bleibt sie hinter ihrem Stuhl stehen, dreht diesen mit einer Hand herum und setzt sich rittlings auf den Stuhl. Sie schaut zunächst zu Kirina, dann zu Lorek, schließlich bleibt ihr Blick jedoch an Orles hängen.   “Ihr seid aber sicher nicht nur zu mir gekommen, um mir Bericht zu erstatten,” wendet sie sich nun gleich an den, der ihr bisher als der Höchstgestellte der Delegation erschienen ist. “Ich muss jedoch Eure Erwartungen von vornherein dämpfen. Ich habe weder die Mittel, noch die Macht, das Haus Imeria in einen Krieg unter den Händen der Ratten zu verwickeln.”   Sie zieht noch einmal an ihrer Zigarette und schaut die Anwesenden noch einmal nacheinander an. Wenigstens Lorek wird dabei auffallen, dass ihr Blick dabei bei Weitem nicht so kalt und ablehnend erscheint, wie es ihre Worte waren.
Mon, Jul 14th 2025 07:42

[Orles] „Nein! Natürlich sind wir nicht hergekommen, um euch Bericht zu erstatten“: antwortet Orles. „Wir sind aber auch nicht gekommen, um euch um Beistand zu bitten. Dieser Kampf ist ein Kampf unter Kellerratten und selbst wenn ihr die Mittel hättet, auf Seite der Ersten Hand in den Konflikt einzugreifen, wäre es unter den gegebenen Umständen von unserer Seite das Dümmste, das wir tun könnten Haus Imeria um Hilfe anzugehen. In dieser Hinsicht kann ich euch also beruhigen. In erster Linie bin ich gekommen, um keinen Zweifel daran zu lassen, daß wir unsere Vereinbarungen mit euch einhalten. Die erste Hand bedauert, daß durch die unvorhergesehenen Umstände die Handelsvereinbarung nicht wie geplant sofort umgesetzt werden kann. Ich versichere euch jedoch im Namen des Rates, daß sobald es die Verhältnisse zulassen, die Vereinbarung umgesetzt werden. Ich bin auch aus einem persönlichen Grund hier, Dargha! Ich möchte euch für das Leben meiner Gefährtin danken. Ohne eure Erlaubnis, sie hier lassen zu dürfen, wäre sie ihren schweren Verletzungen erlegen. Ich bin euch zu tiefst verbunden.“ Orles neigt bewegt seinen Kopf. „Danke, Dargha.“ Dann wendet er sich an Mari. „Ich bin auch wegen dir hier, Schwester. Die Erste Hand hat zu den Waffen gerufen. Du bist für die Zeit des Krieges meiner Hand zugeteilt. Du packst besser gleich deine Sachen, Marissa. Wir brechen gegen Mittag auf!“      
Mon, Jul 14th 2025 10:30

Die Dargha setzt ein Lächeln auf und nickt immer wieder, während Orles spricht. Einmal zieht sie an ihrer Zigarette, kehrt dann jedoch wieder zu dem doch recht freundlichen und ruhigen Lächeln zurück.   “Ich habe keine Zweifel an Eurem Bemühen, unserer Abmachung nachzukommen,” antwortet sie schließlich in ruhigem Tonfall. “Wenn ich auch zugeben muss, dass mein Anliegen langsam dringlich wird. Ich werde in Kürze über meine Produkte verfügen, und irgendwer muss diese bei den Thornhoffern verticken. Ich selbst kann es nur schwer machen. Ich möchte dem Kommandanten ungern die Freude bereiten, eine Dargha massakrieren zu dürfen, die sich auf sein Gebiet gewagt hat. Aber ich verstehe natürlich, dass Ihr im Moment auch Eure Probleme habt.”   Dann nimmt sie ihren Krug und prostet Kirina zu.   “Wie es aussieht, war das kleine Entgegenkommen wenigstens vom Erfolg gekrönt,” sagt sie. “Es freut mich, Euch lebend und einigermaßen gesund wiederzusehen, Kirina, und das ist keine dümmliche Floskel. Ich pflege das zu meine, was ich sage. Auf Euer Wohl!”   Sie setzt nun den Krug an und trinkt einen ordentlichen Schluck davon. Das heißt, sie versucht es wenigstens, denn nun wendet sich Orles an Mari. Verblüfft schaut sie ihn an, mit aufgerissenen Augen, den Mund voller Bier, und wohl nur mit Mühe kann sie verhindern, das Bier über den Tisch zu ihren Gästen zu prusten. Sie schluckt das Bier mit Mühe, dann haut sie den Krug mit einem lauten Knall auf den Tisch, sodass ein guter Teil davon auf den Tisch schwappt.   “Bitte was?!” fragt sie - und das freundliche Lächeln ist auf jeden Fall gänzlich verschwunden.
Mon, Jul 14th 2025 11:02

[Orles] Ungerührt erwidert Orles den Blick Sayas. „Die erste Hand hat zu den Waffen gerufen, Dargha! Jeder waffenfähige Kämpfer ist aufgerufen, nicht nur wir Arendai. Unsere Schwester Marissa ist wie wir Arendai und damit sind nicht nur Vorrechte verbunden, sondern auch Pflichten und unsere erste und oberste Pflicht ist die Verteidigung aller Hände gegen jegliche Gefahr. Es ist mir durchaus bekannt, daß unsere Schwester keinen Treueeid abgelegt hat, doch in Kriegszeiten ist das ohne Bedeutung. Wir sind Arendai, die erste und die letzte Linie der Verteidigung. Wenn die erste Hand ruft, dann folgen wir, und die erste Hand hat gerufen, Dargha!“, antwortet Orles nicht unfreundlich, aber sehr bestimmt.  
Mon, Jul 14th 2025 11:32

„Leider ist es wahr.“, sagt Lorek auf den Ausbruch von Mari. „Scheiße, Scheiße, Scheiße!“, sagt sie mit heiserer Stimme. „Die Schatten sollen diese Mißgeburt holen!“ Mari schaudert es bei Gedanken an die Opfer der Kämpfe und an die Not der Hände in diesem total blödsinnigen Krieg. Sie braucht jetzt etwas zu trinken, geht hinüber zum Schrank, holt eine von Sayas Schnapsflaschen heraus und nimmt einen kräftigen Schluck. Nach kurzem Zögern verschließt sie aber die Flasche wieder und stellt sie zurück. Sie setzt sich zu Saya und hört nur mehr mit halbem Ohr zu. Das Sterben da unten auf den dunklen Pfaden der Kanalisation und Kellergewölben geht ihr nicht mehr aus dem Sinn. Immer wieder drängen sich Bilder ihrer Erinnerung in ihre Gedanken. Erst als sie Orles direkt anspricht, hört sie zu und bleibt dann wie versteinert sitzen. Ihre Gedanken rasen und für den Moment ist sie unfähig, etwas zu sagen.      
Mon, Jul 14th 2025 11:36   Edited on Tue, Jul 15th 2025 02:47

Die Dargha sieht Orles an. Ihre Augen sprühen geradezu, während die Augenbrauen und auch das Unterkiefer leicht zittern. Unter dem Hemd kann man erahnen, wie sich jede Muskelfaser in ihrem Körper anspannt. Sie sieht ihn an, so intensiv, wie er wohl selten angesehen wurde, ohne irgendein Blinzeln, ohne auch nur eine Spur zu weichen. Es wird still, so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Dann fährt die Dargha herum, springt auf, der Stuhl fällt krachend zu Boden. In der Drehbewegung schleudert sie den Krug in ihrer Hand gegen die Wand hinter ihr, wo er laut klirrend zerbricht.   “Verfickte Scheiße!” hallt es nun wohl nicht nur durch das Esszimmer, in einer schrillen Tonlage, die man von der Dargha mit ihrer rauchigen, tiefen Stimme überhaupt nicht kennt. Dann gibt sie einem Teil des Kruges, dem Henkel mit einer übriggebliebenen Scherbe, einen Tritt, dass dieser quer durch den Raum fliegt und knapp vor der Tür zur Kpche landet. Blut quillt aus einem Schnitt auf dem Fuß der Dargha. Das Hemd ist durch die plötzliche Bewegung über eine Schulter gerutscht, und als sie nun zum Tisch zurückkommt, beide Hände mit einem Knall auf die Tischplatte haut und sich zu Orles beugt, gibt es wohl mehr Preis, als Orles überhaupt sehen wollte.   “Dann komme ich mit!” ruft sie, wohl mehr aus einem ersten Reflex heraus.
Tue, Jul 15th 2025 12:40

[Orles] Ohne erkennbare Regung sieht Orles dem Toben der Dargha zu und auch der Ausblick, den sie ihm eröffnet, als sie sich zu ihm beugt, scheint ihn völlig kalt zu lassen. „Das könnt ihr nicht, Dargha! Es ist völlig unmöglich und ihr wißt es! Es ehrt euch, daß ihr besorgt seid um eure Gefährtin, doch es ändert nichts daran, daß ihr keine Kellerratte seid und euch damit die dunklen Pfade versperrt sind, abgesehen von allen anderen Unmöglichkeiten. Marissa wird in meiner Hand kämpfen, Seite an Seite mit den besten Kämpfern, die wir aufbieten können, und ich versichere euch, niemand wird von ihrer Seite weichen. Betet für sie und für ihre glückliche Rückkehr, Dargha. Macht es euch und Marissa nicht schwerer, als es ohnehin ist.“ In diesem Augenblick spricht Orles von Krieger zu Kriegerin, ohne jede Sentimentalität, aber mit dem Mitgefühl und dem Verständnis, das nur dem selbst Erlebten und Erlittenen entspringen kann.  
Tue, Jul 15th 2025 07:49   Edited on Tue, Jul 15th 2025 07:58

Eine Weile steht die Dargha regungslos und stumm da und sieht Orles an. Niemand kann sagen, ob sie ihm nicht im nächsten Moment an die Gurgel springt. Schließlich jedoch richtet sie sich auf und verlässt den Raum. Sie geht, oder besser gesagt, sie stampft die Treppe nach oben, mit ihrem verletzten linken Fuß blutige Spuren hinterlassend.   Es dauert jedoch nicht lange dann kehrt sie zurück. Sie trägt ihren Mantel im Arm und legt ihn vor Mari auf den Tisch.   “Das Leder ist dick genug, um dich vor Schnittverletzungen zu schützen, wenn der Hieb nicht genau trifft,” sagt sie dabei auffallend ruhig, sachlich, fast ohne jede Emotion in der Stimme. “Und er ist leicht genug, dass du dich damit gut bewegen kannst.”   Dann legt sie vier Messer auf den Tisch.   “Bessere wirst du kaum finden,” fährt sie fort. “Sie sind scharf genug, dass du damit durch Fleisch schneidest, als wäre es Butter. Und sie sind stark genug, dass sie auch nicht zerbrechen, wenn du sie auf Stein haust.”   Sie legt ihr dann ihre Hände auf die Schultern, schaut nun Orles wieder an.   “Achtet auf sie, als wäre sie Eure eigene Tochter,” sagt sie nun zu ihm. “Wenn ihr etwas zustößt, dann wird meine Rache gnadenlos sein. Ich werde die Ratten jagen, und mein Viertel wird mit den Eingeweiden der Ratten übersät sein. Denn dann werden die Ratten kein unbequemes Übel mehr sein, das man halbherzig in Schach hält, dann wird die ganze Sache persönlich. Und ich sage Euch, keine Ratte will mich zur Feindin.”   Sie lässt Maris Schultern wieder los, geht zu dem Schränkchen mit dem Schnaps, nimmt die Flasche und einen ordentlichen Schluck daraus. Mit der Flasche in der Hand kehrt sie zum Tisch zurück. Sie hebt den Stuhl wieder auf und setzt sich darauf. Um das Hemd, das noch immer ihre kräftige Schulter und auch einen guten Teil ihrer Brust preisgibt, kümmert sich sie sich nicht.   “Meine Tür steht Euch jederzeit offen,” fügt sie hinzu. “Mein Haus und mein Heiler stehen Euch jederzeit zur Verfügung. Zerquetscht diesen Gaspard, vierteilt ihn, pfählt ihn, verbrennt ihn. Sorgt dafür, dass er an seinem eigenen Gift erstickt!”   Sie nimmt wieder einen ordentlichen Schluck aus der Schnapsflasche.
Tue, Jul 15th 2025 09:49   Edited on Tue, Jul 15th 2025 11:37

Zwar zuckt Mari zusammen, als Saya den Krug an die Wand wirft, doch sie sitzt immer noch schweigend auf ihrem Platz, nur ihre Gedanken rasen. Vergangenheit und Jetzt wirbeln in einem verrückten Reigen in ihr durcheinander. Es ist nicht Angst, die sie lähmt. Sie spürt, daß sie an einem Scheideweg steht und egal welchen Weg sie einschlagen wird, es kein Zurück mehr gibt. Erst als Saya ihr Mantel und Dolche auf den Tisch legt, kehrt sie ins Jetzt zurück. Saya kann spüren, wie Maris schlanker Körper unter der Anspannung bebt, als sie ihr die Hände auf die Schultern legt. Langsam, fast so, als geschähe es gegen ihren Willen, streckt Mari eine Hand nach einem der Messer aus und nimmt es. Prüfend wiegt sie es in der Hand und legt die Klinge dann zurück auf den Tisch. Ihr Blick geht zu Orles, dann zu Saya, wieder zurück zu Orles, um schließlich zu Saya zurückzukehren. Erst jetzt bemerkt sie die blutverschmierten Fußabdrücke Sayas und langsam steht sie auf. Sie legt Saya eine Hand auf die Schulter und sagt leise: "Ich hole dir was zum Verbinden." Als sie aus dem Badezimmer zurück ist, geht neben Saya in die Knie. Ihre dunklen Augen schimmern, als sie von unten her Sayas Blick sucht. „Tut mir leid, daß du dich wegen mir geschnitten hast“: sagt sie leise. Ihre Rechte streicht zärtlich über Sayas Gesicht. Dann jedoch zeichnet sich Entschlossenheit in ihrem Gesichtszügen ab, sie steht auf und dreht sich zu Orles um. Dabei sagt sie noch an Saya gewandt: "Gleich Liebste!" Unwillkürlich strafft sich ihre Haltung, als sie leise, aber mit fester Stimme zu Orles sagt: „Ich geh‘ nicht mit euch! Ich bleib‘ hier!“        
Tue, Jul 15th 2025 10:09

[Orles] ür einen Moment ist es so still, daß die leisen Laute der Straße bis ins Speisezimmer dringen, dann grollt Orles entrüstet, aber beherrscht: „Bist du von Sinnen, Marissa? Der Ruf zu den Waffen ist keine Einladung, sondern ein Befehl! Willst du dich dem Willen der ersten Hand verweigern? Willst du dich, deine Vorfahren, deinen Namen und alle Ardendai, die ihre Pflicht getan haben und tun, entehren? Das kann nicht dein Ernst sein! Also besinne dich! Verbinde die Dargha wenn du willst, doch dann mach dich fertig zum Abmarsch!“, dann wendet er sich an Saya. „Wir werden nicht ruhen, bis die Schlange endgültig zertreten ist, daß kann ich euch versichern, und ich gebe euch mein Wort, daß wir Marissa zur Seite stehen, was auch kommen mag. Habt Dank für euer Angebot.“  
Tue, Jul 15th 2025 03:52

Schweigend hört Saya Mari zu, schweigend sitzt sie da, während sie ins Badezimmer geht, während sie zurückkommt. Schweigend lauscht sie ihren Worten, dann denen Orles’. Sie sieht zu dem wenigstens vermeintlichen Anführer der Ersten Hand, sie sieht zu Lorek, der ihr von der Gesandtschaft am vertrautesten ist. Dann sieht sie zu Mari, die sie immer noch ansieht, sich daran macht, den Fuß zu verbinden. Saya zieht den Fuß weg. Dann kauert sie sich zu Mari auf den Boden.   Nun, die neue Dargha des Viertels beim Lachenden Zwilling ist berüchtigt dafür, manchmal etwas, sagen wir, wenig konventionelle Reaktionen zu zeigen. Und so werden sich nun auch die drei Ratten am Tisch etwas eigenartig fühlen, als nun sei es Mari als auch die Dargha unter dem Tisch verschwinden, sie also mit ihren Krügen alleine an demselben sitzen. Der zerbrochene Krug liegt immer noch da, die blutigen Fußspuren sind noch zu sehen. Ein recht kostbarer Mantel aus Leder liegt auf dem Tisch, daneben vier Messer aus erster Qualität.   Nun ja, unter dem Tisch nimmt Saya Maris Gesicht zwischen ihre Hände. Sie sieht sie einige Zeit lang an. Plötzlich ist etwas Warmes in ihrem Blick, etwas äußerst Zutrauliches, fast schon Beschwörerisches. Dann gibt sie Mari einen Kuss, so zärtlich, wie sie es bisher selten gemacht hat. Dann schaut sie sie wieder an.   “Mari,” sagt sie dann leise, ruhig, mit weicher, warmer Stimme, “es wird Zeit, dass du dich entscheidest. Mari, wer bist du? Du hast dich dagegen entschieden, zu Imeria zu gehören. Ich habe das respektiert. Du bist als Ratte geboren, in deinen Adern rinnt Rattenblut. Ich kann dich also nicht zwingen, die Zeichen meines Clans zu tragen, dich voll und ganz Imeria zuzuwenden. Wenn du dich jedoch nun auch gegen die Ratten entscheidest, Mari, wer bist du dann? Du hast dich gegen den Skorpion entschieden, sondern für das Abzeichen der Arendai, doch nun, wo dich die Arendai rufen, bleibst du beim Skorpion?”   Einen Augenblick lang schaut sie ihr in die Augen.   “Mari, ich liebe dich,” sagt sie dann plötzlich diese für sie ganz unerhörten Worte. “Jeden Tag, an dem du weg bist, werde ich vor Sorge zergehen. Aber du musst deinen Weg gehen. Ich habe dich gesehen, als du das Abzeichen bekommen hast, wie glücklich du warst. Mari, du bist eine Arendai, ich habe das gesehen, genau in diesem Moment. Ich komme auch alleine klar, und ich werde dir deine Gulama schon nicht umbringen, solange du weg bist. Aber könntest du damit leben, deine Hand ihrem Schicksal zu überlassen?”   Wieder macht sie eine Pause, sieht Mari an. Dann zieht sie sie zu sich, umarmt sie eng.   “Jeder braucht etwas, wofür es sich zu leben und zu sterben lohnt,” fährt sie fort. “Und ein paar Titten und eine Pussi sind verdammt wenig. Ich habe mein Viertel, ich habe Imeria, und niemand würde mich aufhalten, würde mich Imeria rufen. Wofür würdest du sterben, Mari? Wofür willst du leben? Mari, du musst dich entscheiden. Jetzt!”
Wed, Jul 16th 2025 09:18

Sayas überwältigende Zärtlichkeit bestärkt Mari in ihrem Entschluß. Voller Hingabe erwidert sie den Kuß, dann schaut sie Saya in die Augen. „Ich hab‘ mich doch schon längst entschieden.“ , sagt Mari leise. „Ja ich bin eine Ratte und das wird sich nicht ändern, ganz egal, was passiert! Aber ich bin nicht Imeria und ich bleib‘ nicht beim Skorpion, ich bleib‘ bei dir, Saya!“Tränen rinnen ihr bei Sayas nächsten Worten die Wangen herab, aber es sind Freudentränen. Ihr Lächeln ist wie ein Sonnenaufgang.   „Ich hab‘ dich so lieb, daß gar nicht sagen kann, wie sehr und du brauchst nicht vor Sorge zu zergehen. Ich bleib‘ bei dir und ich spür’s das du Gulama nichts antun willst. Brauchst es mir nicht zu sagen, Liebste. Ich hab‘ immer schon davon geträumt, einmal das Signum zu tragen. Schon als ich ein kleines Mädchen war. Aber bei meinem hat’s einen Haken und es ist auch nicht meine Hand.“  Immer noch laufen ihr Glückstränen über die Wange, aber ihr Lächeln verblaßt. „Meine Hand haben sie mir schon vor Jahren kaputt gemacht, Saya.“ Mari erwidert Sayas Umarmung und schmiegt sich eng an sie. „Ich würd’ nicht versuchen, dich aufzuhalten. Dazu hab‘ ich dich viel zu lieb! Ich hab‘ eine Ahnung davon, was es dir bedeutet. Du bist meine Hand, meine Heimat, meine Stärke und dafür kämpf‘ ich auch bis zum letzten Atemzug, wenn’s sein muß. Saya, ich bin nicht feig‘! Ich hab‘ mich entschieden! “ Sie löst sich ein wenig von Saya und küßt sie zärtlich. „Für dich, weil ich dich lieb hab.“      
Wed, Jul 16th 2025 10:27   Edited on Wed, Jul 16th 2025 10:27

Saya lässt Mari los, schaut ihr in die Augen. Ihr Blick ist eine eigenartige Mischung aus Verständnislosigkeit, aus Traurigkeit, fast schon Verzweiflung.   “Mari, nein,” sagt sie. “Ich bin das nicht wert. Ich bin eine kaputte Person, und wenn du dich nur auf mich konzentrierst, dann wirst du ebenso kaputt werden wie ich. Ich will das nicht. Du brauchst etwas, an das du glauben kannst, und das Signum auf deiner Brust, wäre genau so etwas.”   Sie sieht kurz an die Decke, schaut Mari dann wieder an.   “Mari, überleg es dir gut,” sagt sie. “Du bist so klug, du weißt so genau, was für dich richtig ist und was nicht, willst du also neben so etwas, wie ich es bin, versauern? Ich bin kein guter Mensch, ich bin nicht lieb, ich kann gar nicht so richtig lieben, so wie du. Mari, ich sehe dich jeden Tag mit Gulama, sie liebt dich so, wie ich es tun sollte, um dir gerecht zu werden. Meinetwegen nimm Gulama mit auf deinem Weg zu den Ratten, ich komme klar. Aber schmeiß nicht das Signum weg wegen mir, denn irgendwann wirst du es bereuen!”   Wieder sieht sie an die Decke.   “Jetzt glaub nicht, ich möchte dich unbedingt loswerden,” fährt sie fort. “Aber Menschen kommen und Menschen gehen, dein Signum bleibt.”   Sie macht eine Pause, dann plötzlich ziehen sich ihre Augenbrauen zusammen, die Lippen pressen sich aneinander. Die Fäuste ballen sich. Sie sieht zwischen sich zu Boden.   “Verdammt, Mari, weißt du, warum ich heute die ganze Zeit so schlecht drauf war?” sagt sie nun, und sie redet nun so laut, dass es die Gesandtschaft der Ratten wohl sehr gut hören kann. “Ich war so schlecht drauf, weil ich Lisina gevögelt haben, wieder und wieder, und es hat mir Spaß gemacht! Ich war so schlecht drauf, weil es mir Spaß macht von ihr gefickt zu werden wie eine Kellerhure, und ich beim besten Willen nicht wusste, ich es dir sagen soll! Und jetzt sag mir, verdammt noch mal, willst du immer noch bei so einem verdammten Arschloch wie mir bleiben?”
Wed, Jul 16th 2025 05:59   Edited on Wed, Jul 16th 2025 06:00

„Ich hab‘ was an das ich glaube, Saya, ich bete jeden Tag zu ihr. Sie hat mich zu dir geführt.“: sagt Mari sanft. „Ich bin auch keine Gute! Wir passen also ganz gut zusammen und du hast mich so überhaupt nicht lieb, daß du dein Leben für mich riskiert hast. Vergleich dich nicht mit Gulama, du bist alnders als sie, und lach mich jetzt aus, wenn du willst, aber ich weiß schon lang‘ , daß du mich irgendwo tief in dir drin lieb hast. Ich geh nicht fort, nicht allein und nicht mit Gulama.“   Dann verschlägt es Mari allerdings die Sprache. Es dauert ein paar Augenblicke bis sie verdaut hat, was ihr Saya gesagt hat. Sie schluckt ein paar Mal, bevor sie wieder den Blick zu Saya hebt. Ihre Augen sind feucht, aber trotzdem sieht sie Saya liebevoll an. Zart streicht sie ihr über das Gesicht. „Du bist kein Arschloch.“: sagt sie dann mit etwas rauher Stimme. „Laß uns später darüber reden, muß nicht jeder mithören. Ich hab‘ jetzt noch was zu tun.“ Sie ist schon im Begriff unter dem Tisch hervorzukriechen, als sie zögert und sich nochmals zu Saya umdreht. Es ist keine Wut oder Ärger in ihrem Blick, nur Besorgnis. „Damit du es weißt, ich will! Hörst du mich? Ich will!“    
Wed, Jul 16th 2025 06:06   Edited on Wed, Jul 16th 2025 09:37

[Ratten] Zuerst überrascht, aber dann ihn zunehmenden Maß konsterniert, sitzen die drei Kellerratten am Tisch. Die überaus skurrile Szene bereitet ihnen mehr und mehr Unbehagen. Ratlos sehen sich die Drei an, aber als Orles aufbrausen will, stoppt ihn Kirina schon im Ansatz mit einer energischen Geste und einem stechenden Blick. Lorek räuspert sich dezent, bei den gegenseitigen Liebesbezeugungen, die unter dem Tisch hervordringen.  
Wed, Jul 16th 2025 11:38

Wenn sich Mari erwartet hat, Saya würde nun vor begeisterter Erleichterung explodieren, so hat sie sich geschnitten. Sie sieht sie an, traurig, verzweifelt. In der äußeren Ecke ihres linken Auges sammelt sich eine Träne und rinnt ihre Wange nach unten.   “Mari,” sagt sie zu ihr, und es scheint ihr inzwischen egal zu sein, ob die Ratten am Tisch sie hören oder nicht, “du machst einen verdammt verfickt gigantischen Fehler. Du entscheidest dich gegen deine Leute und für ein verficktes Wrack, dessen einzige Lebensaufgabe im Endeffekt darin besteht, darauf zu warten, bis jemand den Mut findet, seine Eingeweide an irgendeine Wäscheleine zu hängen. Du könntest die nächste Königin der Ratten sein, aber du entscheidest dich dafür, deine Leute zu verraten, am Rockzipfel eines verfickten Kadavers zu kleben und dein Leben wegzuwerfen.”   Sie senkt nun ihren Blick zu Boden.   “Aber wenn du dir sicher bist, dass du keine Heldin sein, dass du nicht du, sondern ein irgendetwas an der Seite des nächsten Beistriches der Geschichte sein willst, dann musst du es jetzt sagen. Aber sag mir nachher nie, ich wäre der Stock zwischen deinen Beinen gewesen, der dich daran hinderte, über deinen verdammten Schatten zu springen.”   Sie sieht Mari an, ganz kurz, dann geht ihr Blick wieder zu Boden.
Thu, Jul 17th 2025 01:35

Mari hat sich jetzt doch noch umgedreht und Saya zugewandt. Sanft streicht sie ihr die Träne aus dem Gesicht. „ Meine Leute sind in einstürzenden Kellerlöchern krepiert, draußen in der verseuchten Zone verreckt oder sie haben sie umgebracht, wie Leni, die sie in den sicheren Tod geschickt haben, nur weil sie mich gern gehabt hat. Königin der Ratten? Saya, du weißt nicht, wovon du redest!   Die wollen doch gar nicht mich, die wollen nur meinen Namen! Wenn du willst, erklär ich’s dir, aber nicht jetzt. Ich bin keine Heldin, Saya! Ich will auch keine sein, ich will nicht die Stadt retten oder irgendein Haus! Nicht einmal der Beistrich der Geschichte will ich sein. Ich bin nur die Mari, die neben dir aufwachen und neben dir einschlafen will und dazwischen ein bißchen glücklich sein! Vielleicht ist es ein Fehler, aber wenn’s ein Fehler ist, dann ist es mein eigener! Mein Weg, den ich mir ausgesucht hab, kein Rat, kein Haus, auch du nicht, hat ihn für mich gewählt! Ich ganz allein hab‘s mir ausgesucht! Ich werf‘ mein Leben nicht weg, ich fang‘ jetzt erst an damit!“, sagt Mari und steht auf.   Sie dreht sich zu den Ratten um und sagt zu Orles: „Ich hab‘ mir gedacht, ich war laut und deutlich. Aber für dich sag‘ ich’s noch einmal. Ich komm‘ nicht mit, ich bleib‘ hier! Aber sag‘ mir eins, Pollex, wenn du so besorgt bist wegen der Ehre meiner Vorfahren und meines Namens, warum bist du nicht aufgestanden, als sie meine Familie entehrt und umgebracht haben? Jeder hat gewußt, was gespielt wird, aber alle habt ihr schön brav die Köpfe eingezogen und seid Inas Vater in den Arsch gekrochen! Du auch! Also komm‘ mir nicht mit Ehre! “ Aufrecht und den Kopf stolz erhoben steht Mari da, ihre dunklen Augen blitzen und ihre Stimme hat einen metallischen Klang, den Saya so noch nicht gehört hat. „Wenn ihr geglaubt habt, ihr habt mich mit dem Signum gekauft, dann habt ihr euch geschnitten! Aber du kannst ruhig sein, Pollex! Ich entehre niemand! Nicht einmal mich selbst! Ich trag‘ keine Eidesschuld.“ Mari nestelt unter ihrem Kittel die Kette mit dem Signum hervor, zieht sie sich über den Kopf und hält das Signum in ihrer Rechten. Für die Dauer einiger Atemzüge richtet sie ihren Blick auf das Medaillon mit der geflügelten Klinge. Tränen treten ihr in die Augen, als sie das Signum vor Orles auf den Tisch legt, aber ihre Stimme ist fest. „Ungebunden bin ich und so sag‘ mich los, zertrenne das Band, das uns bindet.“  
Thu, Jul 17th 2025 08:10

Die Dargha sagt nichts mehr. Es gibt nichts mehr zu sagen. Sie setzt sich auf einen Stuhl, etwas in sich zusammengesunken, und nagt am Knöchel ihres linken Daumens. Wenig ist übrig von einer stolzen Dargha, sie hat einer unsicheren jungen Frau Platz gemacht, die sich offensichtlich wenig wohl in ihrer Haut fühlt. Sie schaut nun zu Orles und wartet auf seine Antwort.
Thu, Jul 17th 2025 10:24

[Ratten] Am betroffensten scheint Lorek zu sein, der, so wie er Saya ansieht, wohl am liebsten aufspringen und sie umarmen würde, doch er bleibt auf seinem Platz. Kirina hat ihre gesunde Hand auf Orles Arm gelegt, dessen Gesicht vor Zorn gerötet ist. Nur mühsam beherrscht sich der Kommandant der Arendai. „Die Arendai dienen dem Rat, ganz gleich, wer im Rat sitzt“, knirscht er. „Was auch immer in der Vergangenheit geschehen ist, es gibt dir nicht das Recht, dich im Augenblick der höchsten Gefahr vor deiner Pflicht zu drücken, Marissa! Es ist schändlich....“  Dann zwingt er sich zur Ruhe. „Du willst dich lossagen? So sei es also!“ : sagt er kalt. Er schiebt das Signum zu Lorek. „Du bist die Stimme des Rates in diesem Gebiet. Du wirst dieses Signum drei Tage lang in Verwahrung nehmen. Sollte Marissa in dieser Frist zur Besinnung kommen, dann händigst du ihr das Signum aus und sie hat sich so schnell wie möglich am Sammelpunkt einzufinden. Läßt sie die Frist verstreichen, dann wird ihr Name für immer aus dem Buch der Namen gestrichen und sie wird in keiner Hand mehr Aufnahme finden.“   Er läßt seine Worte einen Moment wirken, bevor er sich an Saya wendet. „Es tut mir leid, Dargha, daß ihr dies anhören mußtet. Marissas verantwortungsloses Handeln ändert jedoch nichts am Standpunkt der Ersten Hand und wir stehen voll und ganz zu unseren Abmachungen. Lorek steht wie bisher ganz zu eurer Verfügung und ich hoffe, daß diese Widrigkeiten keinen Schatten auf unsere Beziehungen werfen. Entschuldigt uns jetzt bitte, wir müssen aufbrechen.“ Höflich deutet er eine Verbeugung an. Mari würdigt er keines Blickes mehr. Auch Lorek und Kirina stehen auf. „Wenn du etwas brauchst, dann laß es mich bitte wissen, Saya!“, sagt Lorek mitfühlend und nickt Mari zu. Kirina beugt ihren Kopf Richtung Saya. „Ich stehe in eurer Schuld, Dargha.“ Dann wendet sie sich mit einem unbestimmbaren Lächeln Mari zu, hebt die geballte Faust zum Gruß der Arendai und sagt laut und deutlich: „Halte deine Klingen scharf, Schwester!“  
Thu, Jul 17th 2025 11:00

Saya zieht, während Orles weiter über Mari herzieht, das linke Bein zu sich heran und stellt den Fuß auf die Sitzfläche des Stuhls. Sie kaut weiter auf ihrem Daumenknöchel herum, sagt kein Wort. Sie dringt nicht mehr auf Mari ein, verteidigt sie aber auch nicht. Das ist eine Sache zwischen Orles und Mari, zwischen Ratte und Ratte, und Saya ist sich bewusst, dass sie darauf ohnehin keinen Einfluss hat. Und sie ist auch ganz froh, dass sie sich nicht einmischen muss. Einen kleinen Moment lang erwidert sie Loreks Blick, schaut dann jedoch wieder zu Orles, und auch als dieser sich an sie wendet, sagt sie noch immer kein Wort. Sie nickt nur zum Zeichen, verstanden zu haben. Schließlich, als sich die Rattendelegation erhebt, steht auch sie auf. Sie geht um den Tisch herum. Zunächst umarmt sie Lorek noch einmal, drückt ihn sogar etwas länger als bei der Begrüßung.   “Pass auf dich auf,” sagt sie ihm leise. “Ich bin da, wenn du was brauchst. Und komm wieder, sobald es dir geht.”   Sie geht weiter zu Kirina, gibt ihr die Hand.   “Nein, das tut Ihr nicht,” antwortet sie ihr. “Ohne Euch wäre ich wohl nicht mehr hier. Ich wünsche Euch viel Glück und Erfolg bei Eurem Kampf!”   Schließlich geht sie weiter zu Orles, gibt auch ihm die Hand, bleibt aber stumm. Schließlich lässt sie von den Ratten ab, schnappt sich die Schnapsflasche und geht die Treppe nach oben.
Thu, Jul 17th 2025 05:14

Etwas überrascht hebt auch Mari ihre Faust und antwortet: „Und du die deinen.“ Höflich begleitet sie die Delegation der Ratten noch bis hinunter zum Tor. Orles geht wortlos davon, während ihr Lorek die Hand reicht. „Laß uns nochmal reden, Marissa, nur wir beide. Ich bin im Lagerhaus.“ Auch Kirina reicht Mari die gesunde Hand. „Überlege es dir nochmals, Schwester. Wir brauchen dich!“, sagt sie ruhig, bevor sie geht. Mari sagt nichts darauf, denn im Gedanken ist sie schon bei Saya. Flink läuft sie die Treppe hoch, holt die Leinenstreifen zum Verbinden und lgeht dann schon langsamer ins nächste Stockwerk hinauf. Bevor sie an die Türe klopft, bleibt sie stehen und atmet ein paar Mal durch. Es ist nicht leicht für sie und für Saya ist es sicher auch nicht leicht, aber sie müssen reden. Dann steckt sie den Kopf zur Türe rein und sagt:“ Magst du reden, Saya, oder willst du lieber allein sein? Aber auch wenn du allein sein willst, laß mich zuerst deinen Fuß verbinden.“  
Thu, Jul 17th 2025 06:47

Mari wird nicht lange anklopfen müssen, denn die Tür steht sperrangelweit offen. Saya sitzt neben dem Tischchen am Boden, die Schnapsflasche in der einen Hand, eine Zigarette in der anderen. Ihr Hemd ist noch immer über eine Schulter gerutscht, nur die Schnapsflasche ist etwas leerer geworden. Sie sitzt da und starrt vor sich auf den Boden, und wenn sie am Morgen finster durch die Gegend geschaut hat, so hat sich dieser Umstand noch um einiges verschlechtert. Kaum jemand außer Mari, Condir und vielleicht höchstens noch Marigar hätten sich wohl getraut, sie in diesem Gemütszustand überhaupt anzureden.   “Das ist nur ein Kratzer,” brummt sie als Antwort. “Er muss nicht verbunden werden.”   Sie macht noch einen ordentlichen Schluck aus der Flasche, steckt sich die Zigarette in den Mund und verkorkt die Flasche wieder. Sie stellt sie auf das Tischchen neben sich und steht auf. Jetzt erst sieht sie Mari an.   “Wir wollten einkaufen gehen,” brummt sie dann, angelt sich einen ihrer Stiefel und versenkt den Fuß darin.
Mon, Jul 21st 2025 03:21

„Fein! Wenn sich der Kratzer entzündet, hast du den Heiler im Genick.“: brummt Mari, aber dann macht sie ein paar Schritt auf Saya zu. „Klar geh‘ ich mit dir einkaufen! Ich hab’s dir ja versprochen! Aber zuerst muß ich dir was sagen. Ich weiß schon, daß ich dir nicht alles geben kannst, was du brauchst. Mußt dich nicht schuldig fühlen, weil du dir nimmst was dir fehlt! Ich versteh‘ dich schon und ich gönn’s dir auch von ganzem Herzen. Wenn’s nicht ausgerechnet Ina wär‘ brauchten wir auch nicht reden. Aber es ist halt Ina.“ Für einen Moment schaut Mari zu Boden bevor sie ihren Blick wieder zu Saya hebt.   „Ich hab’s dir nie gesagt, weil ich nicht geglaubt hab‘ das es wichtig ist. Aber Ina und ich, wir waren zusammen, ich meine wir haben zusammen gelebt. Ich kenn‘ sie gut und ich weiß ganz genau, daß sie einem im Bett verrückt machen kann. Sie spürt’s einfach womit sie dich um den Verstand bringen kann und macht’s auch. Aber Saya, jetzt bitte hör‘ mir zu! Sie macht’s nicht um dir eine Freude zu machen. Sie machts um dir unter die Haut zu kommen und dann, wenn du sie wirklich brauchst, weil du so verrückt nach ihr bist, dann macht sie dich fertig! So hat’s mit mir gemacht und mit vielen anderen auch. Ina ist eine Schlange, Schatz! Egal was sie dir erzählt, sie tut es nur um dich einzufangen. Aber ich glaub‘ das macht es für dich nur interessanter. Wie’s ausschaut ist schon auf dem Weg unter deine Haut! Ich frag‘ dich gar nicht danach ob sie da bleibt oder nicht. Ich spür’s das du sie hier haben willst. Ich will’s dir auch nicht ausreden, ich will nur das du weißt worauf du dich einläßt. Sei vorsichtig! Ich bitte dich! Trau ihr niemals und wenn du anfängst sie zu mögen, dann renn‘ so schnell du kannst oder wirf sie in den Fluß. Fick sie! Fick sie so oft du willst, aber laß mich dabei aus. Mit jeder anderen schlüpft ich gern gemeinsam bei dir unter die Decke, aber nicht mit Ina! Ich will mit diesem Miststück nichts zu tun haben und sie soll mir vom Leib bleiben, wenn sie weiter durch Mund und Nase atmen will und nicht durch einen Schlitz im Hals.“      
Mon, Jul 21st 2025 04:25   Edited on Mon, Jul 21st 2025 04:29

Saya hält inne, als Mari zu reden beginnt. Sie sitzt ganz still da und hört zu. Allerdings verfinstert sich ihr Gesicht zusehends, je weiter Mari mit ihren Ausführungen kommt. Sie kommt nicht dazu, ihren zweiten Stiefel anzuziehen. Sie sieht Mari, als sie geendet hat, einen Augenblick lang an, als ob sie sie im nächsten Moment abstechen würde. Dann stürmt sie, mit einem bestiefelten, einem baren Fuß, zur Tür. Sie tritt gegen diesselbe, dass diese mit einem lauten Knall zufällt. Dann stürmt sie auf Mari zu, hebt sie kurzerhand hoch und trägt sie zum Bett, auf das sie sie recht unsanft wirft. Im nächsten Moment ist sie auch schon über ihr, ein Knie zu ihrer Rechten, eines zu ihrer Linken und gibt ihr eine schallende Ohrfeige.   “Verdammt noch mal, du blöde Kuh!” schreit sie sie geradezu an. “Was glaubst du überhaupt, warum du immer noch hier bist? Weil du so gut aussiehst? Weil du so gut ficken kannst? Gulama sieht weit besser aus als du, und Lisina kann besser vögeln! Ich könnte dich also genauso gut meinen Männern überlassen, die hätten sicher jede Menge Spaß mit dir! Du bist noch da, weil du du bist! Du bist da, weil ich dich verdammt noch einmal brauche, du verfickte Göre! Du bist da, weil aus Gulama nur verdammter Dünnpfiff rauskommt, und ich Lisina jedesmal an den Balken hängen müsste, kaum dass die verdammte Schlampe ihren Mund aufmacht! Und ja, Lisina wird hier bleiben, aber nicht weil ich das will. Sie wird hier bleiben, weil sie ihrem verdammten Vater eins auswischen will, weil sie lieber hier ist als bei den verblödeten Arschlöchern, die der verdammte Onkel um sich hat!”   Sie legt die Hände um ihren Hals, so dass sich ihre Finger in ihrem Nacken verschränken, die Daumen an ihre Wangen drücken.   “Meine Fresse!” fährt sie dann, in demselben wütenden, aufgebrachten Tonfall, fort. “Geht es irgendwann in deinen verdammten Schädel, dass ich dich brauche, weil du in dem verdammt verfickten Sumpf meines Lebens der einzige Fels bist, an dem ich mich überhaupt noch festhalten kann? Glaubst du ich weiß es nicht, was es heißt, wenn jemand zwischen all der Scheiße, die ich inzwischen auf mich geladen habe, überhaupt noch einen Menschen in mir sieht? Fürchtest du wirklich, dass ich, und wenn mir die verdammte Lisina jeden Tag die Seele aus dem Leib fickt, das irgendwann vergesse?”   Sie lässt von Mari ab, steht auf. Während sie zurück zu dem Tischchen geht sagt sie, inzwischen wieder ganz kalt: “Ich habe dir am ersten Tag gesagt, dass es für dich zur Qual werden wird, mich zu lieben. Nun leb damit!”   Sie nimmt die Schnapsflasche, nimmt noch einmal einen Schluck daraus. Sie zieht den zweiten Stiefel an. Sie dreht sich um.   “Wir wollten einkaufen gehen!”
Mon, Jul 21st 2025 07:49

Zuerst ist Mari verblüfft, als sie Saya schnappt und aufs Bett wirft, doch als sie sich dann auf  ihre Arme kniet und ihr eine Ohrfeige gibt und sie eine blöde Kuh heißt, wird sie ärgerlich. Daß Gulama schöner ist als sie, daß weiß Mari selbst, aber als Saya die Bemerkung mit den Jägern fallen läßt wird sie zornig. Sie versucht gar nicht erst, ihre Hände frei zu bekommen, sondern haut Saya kräftig ein Knie ins Kreuz und hat schon den Mund offen, um loszuschimpfen, doch bei Saya nächsten Worten kehrt der strahlende Glanz in ihre Augen zurück. Es ist ihr völlig egal, daß Saya schimpft und flucht, denn heute hat sich ihr größter Wunsch erfüllt. Zum ersten Mal hat Saya „Ich liebe dich“ zu ihr gesagt und jetzt redet sie davon, daß sie der einzige Fels in ihrem Leben ist. Mari kriegt zwar mit, was Saya über Lisina sagt, aber sie ist viel zu aufgewühlt und glücklich, um darüber nachzudenken. Als Saya dann von ihr läßt und aufsteht, braucht sie einen Moment, bis sie auf die Beine kommt. Noch immer hat sie keine Worte, aber dann ist sie bei Saya, umarmt sie und sagt leise an ihrem Ohr. „Mach‘ ich ja. Mehr will ich gar nicht.“ Mit einem leidenschaftlichen, aber innigen Kuss verschließt sie ihr den Mund.  
Mon, Jul 21st 2025 09:02

So sehr ist Saya in Fahrt, dass sie das Knie in ihrem Kreuz gar nicht richtig zu bemerken scheint. Erst als sie sich schließlich erhebt und zu dem Tischchen geht, streckt sie sich durch und fährt sich mit der Hand ins Kreuz - ein Zeichen dafür, dass die mächtige Dargha doch Schmerzen fühlt wie jeder andere auch. Sie schlüpft in den zweiten Stiefel und ist damit auch fast bereit, aufzubrechen - wenn man von dem noch immer über die Schulter gerutschten Hemd absieht. Aber da ist auch schon Mari da, umarmt und küsst sie. Und Saya erwidert den Kuss, bricht aber bald ab. Sie sieht ihr in die Augen.   “Verdammt, und du bist dir wirklich sicher, dass du dir diese Scheiße das ganze Leben lang antun willst?” fragt sie nun Mari mit fast schon trauriger Stimme. “Denn wenn du jetzt zu den Ratten gehst, kannst du zurückkommen, wann du willst. Wenn du es nicht tust, kannst du nicht mehr zu ihnen zurück. Und du wirst da bleiben, du wirst von mir angeschrien werden, du wirst von mir enttäuscht werden, du wirst mich aushalten müssen, wenn ich wieder einmal besoffen bin, wenn ich wieder mal jemanden auseinandernehmen muss, und irgendwann wirst du genauso kaputt sein, wie ich es bin. Willst du das wirklich, Mari? Weil besser wird es nicht, ich bin halt nun einmal das, was aus mir geworden ist.”   Sie sieht Mari wieder an.
Tue, Jul 22nd 2025 10:46

Mari antwortet nicht gleich, erwidert aber Sayas Blick. Dann schüttelt sie leicht den Kopf. „Nein, Saya du bist nicht das, was aus dir geworden ist, du bist, was du aus dir machst! Ich hab‘ dir einmal versprochen, daß ich nicht mehr damit anfange. Hab‘ ich auch nicht gemacht, aber jetzt fragst du mich und jetzt sag‘ ich’s dir, ob’s dir gefällt oder nicht. An deiner Vergangenheit kannst du nichts ändern, die mußt du mit dir herumtragen, aber an der Gegenwart kannst du was ändern! Ich weiß, daß du da drin die andere Saya versteckst. “ Mari tippt ihr leicht auf die Brust.   “Ich hab‘ sie gesehen und ich hab‘ sie gespürt, also erzähl‘ mir nicht, daß es sie nicht gibt. Ich weiß, daß sie da ist. Wenn du weiter als eiserne Frau mit dem steinernen Herzen über alles und jeden drüberstampfen willst und die andere Saya dauernd hinter deinen Mauern einsperrst, dann wirst du’s irgendwann wirklich sein. Aber das muß nicht sein, Saya. Du hast es in der Hand! Du ganz allein! Klar, dein Amt wird dir immer Härte und Entschlossenheit abverlangen, aber du bist nicht nur die Dargha, Liebste! Du mußt dich nicht schämen dafür, daß du ein Herz hast, wie jede andere auch, und für die Augenblicke, in denen du nicht stark bist. Niemand kann immer nur stark sein, aber das ist genau das, was du willst, und damit machst du dich kaputt. Ich glaub‘ an dich und ich bin da für dich, wenn du mich brauchst. Du kannst dich für ein paar Schritt auf mich stützen und ich werd‘ dich nicht auslachen oder auf meinen Vorteil schauen. Ich glaub‘ ganz fest, daß du eine Tür in deine Mauer da drin machen und die andere Saya rauslassen kannst, wann immer du willst! Ich glaub’s nicht nur, ich weiß, daß du es kannst!"   Für einen Moment schweigt Mari, bevor sie weiter redet: "Wenn du mich anbrüllst, dann schrei ich halt zurück und du hast mich noch nicht besoffen erlebt. Ja, du wirst mich enttäuschen und ich werd‘ dich irgenwann enttäuschen, weil wir Menschen sind und keine Steinstatuen und Fehler machen. Ich weiß auch nicht, ob ich mir dich mein ganzes Leben lang antue, aber ich bin sicher, es wird eine verdammt lange Zeit sein. Du hast schon recht, ich könnte zu den Ratten gehen. Das ist genau das was sie wollen. Aber ich will nicht aus mir einen Menschen machen lassen, wie meinen Vater oder der von Ina. Ich hab‘ mich eine Zeit lang von meinem Kindheitstraum blenden lassen und ich geb’s ja zu, es war ein schönes Gefühl. Der Name Kiroval im Buch der Namen! Aber ich bin keine Arendai, Saya und das wissen die auch ganz genau. Das Signum war der Köder in der Falle und die wär' zugeschnappt wenn ich gegangen wär'. Versteh mich nicht falsch. Ich bin eine Ratte und werd' immer eine bleiben, aber ich laß mich nicht von denen für eine hirnrissige Sache einspannen, die falsch war und ist."  
Tue, Jul 22nd 2025 11:28

Die Veränderung ist greifbar. Saya tritt einen Schritt zurück, und mit jedem weiteren Wort, das Mari von sich gibt, versteinert sich ihr Blick immer mehr. All das Gefühl in ihrem Blick verschwindet wieder hinter der Maske der Kälte. Sie zieht sich das Hemd über die Schulter und schließt zwei Knöpfe.   “Ich bin Dargha,” sagt sie dann kühl, gefühllos. “Ich bin nicht jeden zweiten Tag für eine Viertelstunde Dargha, ich bin immer Dargha, und eine Dargha kann sich Schwäche nicht leisten. Ist ein Jäger schwach, wird er einfach abgestochen, aus die Maus. Ein schwacher Rottenführer riskiert seine Rotte. Eine schwache Dargha riskiert Imeria. Und ich wäre es dann nicht mehr wert, von Arkon Imerias Hunden zerfleischt zu werden. Du wolltest eine Jägerin, du wolltest eine Rottenführerin, du wolltest eine Dargha. Du wolltest keine schwache Memme, und du hast jetzt keine schwache Memme. Und du wirst auch morgen keine Memme haben, ob du willst oder nicht. Oder soll ich morgen einen Spion verschonen, weil er ein süßes kleines Kind hat, das ihn über alle Ohren liebt?”   Sie wendet sich zur Tür.   “Wir wollten einkaufen gehen!”
Wed, Jul 23rd 2025 03:31

An jedem anderen Tag hätte Mari jetzt zurückgesteckt, doch heute nicht. „Ich weiß, daß du die Dargha bist und ja, ich will dich! Sehr sogar. Vielleicht hab‘ ich es blöd ausgedrückt, aber ich red‘ nicht davon, daß du jetzt ein Waschlappen sein oder deine Feinde verhätscheln sollst. Das hab‘ ich nicht gemeint. Für dich sind Gefühle Schwäche, deshalb hab‘ ich von Augenblicken der Schwäche geredet. Was ich dir aber sagen will, ist: Ein Herz haben und Gefühle zeigen ist keine Schwäche! Sie sind ein Teil von dir, wie deine Hand. Du kannst nicht einen Teil von dir einfach loswerden! Das klappt nicht! Von mir aus kannst du mir jetzt noch eine reinhauen, aber ich sag’s dir trotzdem! Du fürchtest dich davor, weil du glaubst, die Leute denken dann, du bist ein Jammerlappen. Aber Angst wirst du nicht los, indem du dich versteckst, sondern nur wenn du dich stellst. Denk wenigstens darüber nach, wenn schon sonst nichts.“ Mari rechnet durchaus damit, sich jetzt noch eine Ohrfeige einzufangen, doch trotzdem weicht sie keine Haaresbreite vor Saya zurück.  
Wed, Jul 23rd 2025 07:02

Mari bekommt keine Ohrfeige. Vielmehr scheint sie es in bester Art und Weise geschafft zu haben, aus Saya wieder die unnahbare Dargha zu machen, als die sie im Viertel weitestgehend bekannt ist. Maris Worte scheinen an ihr abzuprallen wie ein Apfel an einer Steinwand.   “Wir sollten uns beeilen,” antwortet sie. “Ich möchte danach noch etwas trainieren, und nach dem Mittagessen sollte ich meinen Arkh zur Kralle bringen. Sonst tauchen noch seine Leute hier auf, und dann kannst du sehen, wann auch eine Dargha Schwäche zeigen kann, und zwar genau dann, wenn sie ihr die Haut vom Arsch über dem Kopf zusammenbinden.”   Und damit verlässt sie auch das Zimmer, und Mari kann höchstens darüber entscheiden, ob sie der Dargha nun folgt oder aber trotzig im Zimmer zurückbleibt. Die Dargha wenigstens geht, ohne anzuhalten, die Treppen hinunter und zum Tor hinaus.
Wed, Jul 23rd 2025 08:47

Ganz kann sich Mari ein Schmunzeln nicht verbeißen, denn sie kennt die Nummer mit der eiskalten Dargha nur zu gut. Jetzt noch was zu sagen wäre sinnlos, denn jetzt hat sie sich hinter ihren Mauern verschanzt, aber immer wenn Saya dieses Gesicht aufsetzt und diesen Ton anschlägt, kann sie sich zumindest sicher sein, daß sie genau zugehört hat. Also sagt sie bereitwillig: „Gut, dann laß uns gehen!“. Mari folgt Saya hinaus auf die Straße, dann fällt ihr wieder ein, was Saya über Lisina gesagt hat. „Hab ich mich verhört, oder hast du vorher wirklich gesagt, daß es Ina ist, die da bleiben will? “ Weder Ärger noch Zorn klingt in ihrer Stimme mit.      
Wed, Jul 23rd 2025 09:08

Saya bleibt stehen, schaut Mari an, verdreht dabei aber die Augen. Sie seufzt tief, dann geht sie auf Mari zu und umarmt sie scheinbar innig.   “Ja, das hat sie,” raunt sie ihr leise ins Ohr. “Ich erzähle es dir später, nicht hier, wo jeder Zweite ein Spitzel von Loros Onkel sein könnte. Denn wer der Wind davon kriegt, kriege ich keinen verdammten Fili mehr.”   Sie lässt Mari wieder los, schaut ihr kurz in die Augen, dann dreht sie sich wieder um.   “Schneider oder Kürschner?” fragt sie, während sie in die Richtung des Lachenden Zwillings geht.  
Thu, Jul 24th 2025 02:47

Mari erwidert die Umarmung ohne zu zögern und raunt zurück: „Alles klar.“ Sie gibt Saya noch einen Kuß auf die Wange, bevor sie in Richtung des lachenden Zwillings weitergehen. Auf Sayas Frage antwortet sie fröhlich: „Versessen wie du auf Leder bist, gehen wir natürlich zuerst zum Kürschner.“ Sie hofft natürlich auch, daß wenn sich Saya zuerst mit ihren Lederkorsetts, einem Kürass und anderen Lederteilen eindeckt, es ihr leichter fallen wird, sie zu ein paar schönen Kleidern zu überreden.  
Thu, Jul 24th 2025 11:28

“Ich bin nicht versessen auf Leder,” antwortet Saya kühl. “Aber es ist einfach ein schönes Material. Es ist weich und widerstandsfähig, zerreißt also nicht kaum dass du an einer Mauer streifst. Und es schützt besser vor Messerklingen als irgendein maroder Stoff.”   Aber sie ist natürlich mit Maris Entscheidung mehr als einverstanden. Es geht also die Straße nach unten, dann biegt Saya nach rechts ab. Sie laufen bis zum Olifern, dann nach links. Vor ihnen erhebt sich das Carnale, inmitten des Flusses. Sie müssen aber natürlich nicht übersetzen. Die Werkstatt des Kürschners liegt jedoch hier, im äußersten Süden des Viertels von Saya, natürlich am Fluss gelegen. Wie so viele Betriebe im Viertel, macht auch die Kürschnerei einen traurigen Eindruck. Und der Besitzer denkt wohl gar nicht daran, weiteres Leder zu gerben, muss er doch erst zusehen, seine Produkte überhaupt an den Mann zu bringen. Man sieht wieder ganz deutlich, dass Stafans Geldgier die gesamten Wirtschaftskreisläufe zum Erliegen gebracht hat.   Der Kürschner ist ein Mann mitte Vierzig, mit kurzgeschnittenem kurzen Haar, dafür umso längerem Bart. Nur wenige graue Strähnen sind zu sehen, und auch das Gesicht ist wenig durchfurcht. Hager ist er, und er schaut missmutig drein, während er vor seinem Geschäft sitzt und scheinbar ziellos auf den Fluss hinaussieht. Neben ihm, an einem Gestell, hängen einige Kleidungsstücke. Die Maße derselben und die Machart zeugen wohl auch auf die Hauptkundschaft, die dem Mann geblieben ist: die Huren und die Dirnen in den Bordellen.   Saya nimmt ein Höschen vom Gestell, das hauptsächlich aus dünnen Schnüren zu bestehen scheint, und hält es Mari hin.   “Was würde Gregorian wohl sagen, wenn die Dargha beim nächsten Treffen mit diesem schönen Teil auftauchen würde?”   Nun erst kommt Leben in den lethargischen Mann. Er sieht die beiden Frauen an, und als er die Dargha erkennt, springt er von seinem Stuhl und stellt sich, den Blick auf Sayas Fußspitzen gerichtet, vor die beiden Frauen hin.
Thu, Jul 24th 2025 06:34

„Wenn’s vor einer Klinge schützen soll, muß es dick sein, nicht so, wie du es willst. Aber egal, wenn’s dir gefällt.“ : sagt Mari und geht neben Saya her. Der Tag ist schön und sie fühlt sich mit jedem Schritt unbeschwerter und dieses Gefühl bestärkt sie weiter darin, daß sie vorher die richtige Entscheidung getroffen hat. Beim Kürschner angelangt wecken die paar ausgestellten Stücke sofort Maris Interesse. Während sie sich versucht, Saya abwechselnd mit Gulama in den Lederstreifchen vorzustellen, hält ihr Saya das Nichts von einem Höschen unter die Nase. „Was der Gregorian sagen würde, weiß ich nicht. Aber ich weiß, was ich täte.“, grinst sie Saya anzüglich an. Der Kürschner hat inzwischen mitbekommen, wer da vor seinem Geschäft steht. Mari grüßt freundlich und beginnt zu erklären, was sich Saya ungefähr vorstellt.  
Fri, Jul 25th 2025 03:17

Der Mann nickt eifrig.   "Aber sehr gerne, sehr gerne," sagt er und verneigt sich drei oder vier Mal vor Mari, während er spricht. "Darf ich Euch zeigen, was ich auf Lager habe? Sehr gerne fertige ich auch etwas für die ehrenwerte Dargha an, allerdings muss ich Euch da um einen kleinen Vorschuss bitten, da ich im Moment kein Geld für Häute und Gerbstoff habe."   Er deutet mit der Hand auf den Eingang zu seiner Werkstatt.   "Mein Name ist übrigens Jabodo Delkum, und es ist mir eine Ehre, Euch bedienlich sein zu können."   Er geht nun vor in den Laden. Die Wände bestehen aus unverputzten Mauersteinen, die hölzernen Dachbalken biegen sich durch, und beinahe muss man fürchten, dass sie jeden Moment brechen könnten. Der Boden besteht einfach aus gestampfter Erde. In die Balken sind Ringe eingelassen, an den Ringen hängen Seile und die Seile schließlich halten lange, hölzerne Stangen. Und an diesen Stangen hängt nun die Ware des Gerbers. Die meisten Stücke sind mit Staub bedeckt, zeugen davon, dass sie wohl schon lange hier hängen, auf irgendeine Kundschaft wartend. Allein, es verirrt sich so gut wie nie jemand in dieses Viertel, außer einige verrückte Thornhoffer dann und wann, die entweder Familienmitglieder suchen oder aber ganz unverhofft finden. Das Leder ist jedoch noch weich und auch von erstklassiger Machart. Er geht einige Weile durch den Laden, dann bleibt er stehen und deutet auf eine Stange.   “Hier haben wir, wonach Ihr womöglich sucht,” sagt er und schaut Mari an. “Möchtet Ihr zunächst etwas durchstöbern, oder soll ich Euch etwas zeigen?”   Mari steht vor einer ganze Auswahl an Lederjacken und Westen. Die meisten Westen sind an den Schultern verstärkt, schwarz und ärmellos. Und an der nächsten Stange kann Saya auch schon Hosen in derselben Farbe erkennen. Das letzte Stück auf der Stange ist jedoch irgendwie anders. Ein Mantel mit Schulterstücken und dem Brustteil aus Leder, Ärmel und Seiten jedoch aus schwarzer Mantelwolle. Der Gerber schaut Mari fragend an.  
Sun, Jul 27th 2025 11:23

„Zeigt uns einmal, was ihr habt, Meister Delkum, dann schaun wir weiter.“, sagt Mari und folgt dem Kürscher ins Geschäft. Neugierig schaut sie sich um. Von Leder versteht sie nicht so viel wie von Stoffen, aber auf den ersten Blick scheint es sich um gute Qualität zu handeln und auch die Verarbeitung ist gut. „Ich schau mich zuerst um.“, sagt sie freundlich und beginnt zu stöbern. Einige Stücke hängt sie auf die rechte Seite der Stange, andere schiebt sie zur Seite. Der Mantel mit dem ledernen Bruststück scheint es ihr besonders angetan zu haben. Dann dreht sie sich zu Saya um. „Das sind die Sachen, die mir gefallen, Saya. Schau es dir bitte an, ob sie dir auch zusagen. Den Mantel würde ich aber auf jeden Fall nehmen, der macht was her.“, sagt sie und hält Saya eine hochgeschlossene Kombination mit Schulterstücken an den Körper. „Schaut wirklich gut aus, aber wenn du das haben willst, dann muß es für dich angefertigt werden. Das paßt so nicht.“  
Sun, Jul 27th 2025 06:31

Saya steht hinter Mari. Stumm, als ob sie das alles gar nichts angehen würde. Auch als sie sich Mari zu ihr umdreht, wirkt sie ziemlich geistesabwesend. Wohl hat sie die Stücke angesehen, als Mari sie gemustert hat, als sie sie umgehängt hat. Aber sie hat nichts gesagt, ist ausdruckslos geblieben, bis jetzt.   “Wir nehmen sie,” sagt sie. “Und wir werden dieses anfertigen lassen.”
Sun, Jul 27th 2025 06:36

Die Augen des Gerbers beginnen zu leuchten, als er die Anzahl der Stücke sieht, die die Dargha zu kaufen gedenkt. Und dass er noch eines zusätzlich anfertigen soll.   “Würdet ihr mir die Ehre erweisen, dieses Stück anzuprobieren?” fragt er.   Gleich darauf wird er rot im Gesicht, denn in diesem Moment zieht sich die Dargha auch schon das Hemd über den Kopf, zieht das Teil an und beginnt es zuzuknöpfen. Beschämt dreht er sich einen Moment lang weg, dann dreht er sich jedoch trotzdem wieder zur Dargha um.   Von der Länge her passt es wohl, auch um die Taille passt es wie angegegossen. Doch nach oben hin ist es einfach zu schmal geschnitten, und die letzten Knöpfe schafft die Dargha nicht zu schießen. Der Gerber macht einen Schritt auf die Dargha zu.   “Darf ich?” fragt er mit einem beschämten Blick in ihre Augen. Sie nickt. Er knöpft noch zwei Knöpfe auf, zieht etwas an den Seiten, hält sie mit einer Hand fest und misst mit den Fingern den Abstand zwischen den Teilen. Dann nickt er ebenso.   “Ich werde jedoch einige Tage brauchen, bis ich das Stück fertiggestellt habe,” sagt er und sieht dabei wieder Mari an.
Mon, Jul 28th 2025 07:42

Aufmerksam schaut Mari zu, als der Kürschner den Sitz des Kleidungsstücks prüft, es für Sayas Figur anpaßt und Maß nimmt. „Das ist schon in Ordnung, Meister. Wenn es nicht Wochen dauert, sind der Dargha der perfekte Sitz und die Qualität der Arbeit wichtiger." Sie wendet sich dann an Saya. „Das schaut wirklich gut aus. Du wirst darin ordentlich Eindruck machen. Aber ich meine, ich will dir nicht auf die Nerven gehen, aber vielleicht wär’s besser, du probierst alles, um sicherzugehen. Wenn’s nicht paßt und dir nicht bequem ist, können wir’s gleich ändern oder neu machen lassen.“ Mari hält ihr ein anderes Bustier an den Oberkörper. „Sieht zwar so gut aus, aber deine schönen Brüste passen halt nicht in einen normalen Schnitt. Wär‘ blöd, wenn es dich dann zu drücken anfängt.“ Mari schaut für einen Moment zum Kürschner und dann wieder zurück zu Saya. „Was meinst du? Willst du es lieber anprobieren oder nehmen wir es mit und kommen nochmals, wenn es nicht ganz paßt?“  
Mon, Jul 28th 2025 09:15

Saya sieht Mari an, als würde sie ihr im nächsten Moment an die Gurgel springen. Dann jedoch seufzt sie tief und beginnt, die Knöpfe an der Weste, die sie gerade trägt zu öffnen. Und so probiert sie nun ein Teil nach dem anderen an. Sie macht dabei ein Gesicht, als würde sie gezwungen werden, die Abritte einer ganzen Garnison zu säubern. Einige der Teile passen, andere nicht. Der Gerber, der es irgendwann aufgibt, sich immer wieder abzuwenden, nur um dann den Sitz zu prüfen und wieder und wieder Maß zu nehmen, hat alle Hände voll zu tun. Schließlilch hängt das letzte Teil wieder an seinem Platz, und Saya sieht Mari wieder an. Ihr Gesichtsausdruck hat sich verändert. Sie sieht nun nicht mehr angewidert aus, vielmehr, als hätte sie gerade Condir von der Mehras bis zur Metronismauer getragen.   “Hosen?” fragt sie in recht hoffnungslosem Tonfall.
Tue, Jul 29th 2025 08:23   Edited on Tue, Jul 29th 2025 09:14

Daß Saya das Anprobieren auf die Nerven gehen wird, damit hat Mari gerechnet, aber dieser erschöpfte Gesichtsausdruck Sayas beginnt ihr Sorgen zu bereiten. Sie macht noch einen Schritt auf Saya zu und legt ihr die rechte Hand an die Wange. „Mach‘ dir keine Sorgen, Liebste. Alles wird gut! Wirst schon sehen und wegen der Hosen mach‘ dir keine Gedanken. Wir gehen nach Hause und ich hol‘ eine Hose, die dir paßt und komm‘ wieder her. Du kannst zu Hause bleiben und dich ein bißchen ausruhen. Brauchst mir nur zu sagen, wie viele du haben willst und ob du was Besonderes möchtest. Ich mach‘ das schon mit Meister Delkum.“ Mari lächelt Saya aufmunternd zu und dreht sich zum Kürschner um. „Wenn ihr eine Hose als Muster habt, gibt’s keine Probleme danach ein paar Neue zu machen, oder? Ihr habt was von einer Anzahlung gesagt, wegen des Materials und so. Wie viel habt ihr euch vorgestellt und wenn ihr mir ungefähr sagen könnt, was die Stücke kosten, die wir ausgesucht haben und die, die ihr noch machen müßt, wär‘ ich euch dankbar.“ Mari ist zwar klar, daß Saya die Handwerker nicht auspressen will, aber über den Tisch ziehen wird sie nicht lassen.  
Tue, Jul 29th 2025 09:30

Dieser Ausdruck der Erschöpfung weicht augenblicklich jenem finsteren Blick, der bei der Dargha so gefürchtet ist. Um genau zu sein, ist Mari so ziemlich die einzige, die es wagt, ja vielleicht sogar wagen darf, ihr zu widersprechen, trägt Saya eben diesen Gesichtsausdruck zur Schau.   “Ich will nicht ausruhen, ich will diese Tortur endlich hinter mich bringen,” sagt sie. “Mir kommt vor, als hätte ich mir schon beim dritten Teil die Brustwarzen von den Titten gefegt, und dass wir eigentlich wieder von vorne beginnen müssten, weil mir jedes einzelne davon obenrum zu weit geworden ist. Also, bring mir diese verfickten Hosen, wenn ich schon keine Titten mehr habe, dann brauche ich Arsch auch keinen mehr.”
Tue, Jul 29th 2025 09:34

Der Gerber hört mit weit aufgerissenen Augen der wenig eleganten Rede der Dargha zu, sieht dann etwas unsicher zwischen Mari und der Dargha hin und her. Schließlich beeilt er sich, sich zu entfernen. Nicht weit genug, dass niemand mehr sehen könnte, wie er ganz aufgeregt und konzentriert auf seinen Fingern zählt, rechnet oder was auch immer. Schließlich kehrt er zurück und nennt Mari eine Zahl. Nun wird Mari wohl nicht mit den Preisen von Lederwaren über alle Maßen vertraut sein, aber ihr wird ziemlich schnell klar, dass sie von diesem Mann nicht über den Tisch gezogen werden. Ganz im Gegenteil - die Summe erscheint sogar viel zu niedrig zu sein.
Thu, Jul 31st 2025 02:50

Mari grinst Saya ins Gesicht: „Keine Angst, deine Brustwarzen sind noch da und auch deine Titten sind nicht kleiner geworden. Kannst dich auf mich verlassen, ich bin Expertin für Tittengrößen!“: gibt sie unbekümmert Antwort. „Und deinem Hintern wird auch nichts passieren.“ Dann wendet sie sich dem Meister zu, der seine Kalkulation beendet hat und seinen Preis nennt. Als Mari den Preis hört, schaut sie den Kürschner mit zusammen gezogenen Augenbrauen an und macht einen Schritt auf ihn zu. „Jetzt hör’ mir einmal zu, Meister Delkum! Die Dargha ist nicht gekommen, um dich zu bestehlen oder Geschenke von dir zu fordern. Du machst gute Arbeit, also mach uns auch einen angemessenen Preis! Die Summe, die du mir genannt hast, deckt ja nicht einmal deine Kosten! Wovon willst du den leben, wenn du deine Waren verschenkst? Rechne noch einmal, aber bedenke, daß die Dargha wieder bei dir einkaufen wird, wenn sie zufrieden ist. Also mach’ uns einen guten, aber realistischen Preis und bring uns Hosen, wenn du welche auf Lager hast.“ Maris Ton ist freundlich, aber bestimmt.  
Thu, Jul 31st 2025 11:11

Meister Delkum verneigt sich drei Mal vor Mari.   “Sehr wohl, Fräulein Mari, sehr wohl,” entgegnet er. “Ich wollte nicht gierig erscheinen vor der ehrenwerten Dargha. Ich werde sogleich neu rechnen.”   Er ging nun einige Schritte weiter zu einer Stange, an denen, schön aufgereiht, eine ganze Auswahl von Hosen hing. Die einen gerade so lang, dass sie kaum das ganze Gesäß bedeckten, und dann in fast allen Längen bis eben zum Knöchel. Braune, schwarze, einige mit einem Rotton, weite, enge, glänzende, matte - nun ja, fast alles, was das Herz begehren konnte, oder eben auch nicht. Gerade wollte er sich umdrehen, da stockte er, seine Augen weiteten sich, und wieder wandte er sich beschämt ab.
Thu, Jul 31st 2025 11:13

Als das Gespräch nun auf die Hosen kommt, ist Saya kurzerhand aus der ihrigen geschlüpft. Wohl verdeckt ihr weißes Hemd das, was unbedingt bedeckt werden soll, aber es ist wohl keinem der Bewohner alltäglich eine Beinkleid-lose Dargha in ihrer Werkstatt stehen zu haben.   “Also, dann lassen wir es angehen,” meinte Saya mit finsterer Miene.
Sat, Aug 2nd 2025 05:55

Bei den Worten des Meisters verdreht Mari die Augen. „Laß es gut sein, Meister! Ich bin kein Fräulein! Mari reicht vollkommen.“: sagt sie freundlich, aber schon ein wenig streng. Dann geht sie hinüber und schaut sich die Hosen an. Sie hat einen recht guten Blick dafür, was Saya passen könnte und sie weiß, was sie täglich trägt und hat damit auch eine Ahnung davon, was ihr gefallen könnte. Sie sucht eine matt schimmernde schwarze Hose aus, mit hohem Bund, die Sayas Figur betont und ihren hübschen Hintern vorteilhaft zur Geltung bringt. Mari kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sich der Kürschner geschockt umdreht, als er Saya halb nackt erblickt. Ihr liegen schon ein paar boshafte Worte auf der Zunge, aber dann beherrscht sie sich. Der Mann kann ja nicht wissen, daß seine Dargha nichts dabei findet, nackt durch die Gegend zu laufen und will nicht respektlos sein. Sie hält Saya die Hose an den Körper. „Die schaut gut aus und wenn ich mich nicht vertan hab' wird sie dir auch passen. Schlüpf’ einmal rein. Wenn die Hose paßt, brauchst du nicht mehr zu herumprobieren. Dann nehmen wir an der da Maß.“: sagt sie und hält Saya die Hose hin.  
Sat, Aug 2nd 2025 05:00

Mit stets derselben finsteren Miene nimmt Saya die Hose entgegen und steigt in diesselbe. Sie passt wie angegossen. Sayas Gesichtsausdruck verfinstert sich jedoch noch mehr.   “Ich hasse diesen Hosenbund am Bauchnabel,” mault sie. “Da kannst du mich gleich in ein Korsett zwängen, dass ich mich nicht mehr bewegen kann.”   Sie löst den Knopf an der Hose und zieht sie wieder aus.   “Bring mir etwas, das um die Hüfte liegt und nicht um den Hals!”
Sun, Aug 3rd 2025 05:56

„Keine schlechte Idee, das mit dem Korsett.“: schmunzelt Mari. „Schaust sicher gut aus in sowas.“ Sie kramt eine Weile herum, bis sie findet was sie sucht. Abgesehen davon, daß der Bund jetzt an der Hüfte sitzt und das Leder glatter ist, als bei der vorherigen Hose, scheint sie zu passen, als Mari Saya prüfend die Hose an den Körper hält. „Schaut gut aus und sollte passen.“ Dann reicht sie Saya die Hose. „Schlüpf rein und laß dich anschauen.“      
Sun, Aug 3rd 2025 07:03

Saya tut wie geheißen. Auch diese Hose passt wie angegossen. Der sanfte, leise Glanz des Leders betont Sayas athletische Kurven, lädt geradezu ein, die Hose zu berühren. Schon jetzt, wo sie die Hose noch immer mit diesem einfachen, weißen Hemd kombiniert hat, erscheint sie weit weniger unscheinbar als vorhin. Saya sieht Mari wieder an, freilich noch gleich finster wie vorhin, aber sie nickt. Leicht, Kaum Merkbar.   “Besser,” brummt sie schließlich.
Tue, Aug 5th 2025 11:22

Beifällig nickend schaut sich Mari ihre Geliebte an, bevor sie ein paar Schritte macht und sie sich von hinten ansieht. Für einen Augenblick kann Saya Maris Hände auf ihrem Hintern spüren, bevor sie wieder zum Vorschein kommt. „Du schaust zum Anbeißen aus mit der Hose, vor allem von hinten.“: grinst Mari. „Also dann haben wir was gefunden, daß dir gefällt. Fein! Du brauchst nur zu sagen wieviele Hosen du haben willst und in welchen Farben, dann wird sie dir Meister Delkum nach genau denselben Maßen anfertigen und du brauchst nichts mehr zu probieren. Wir müssen ja auch noch zum Schneider. Paßt dir das so, dann sind wir für den Moment bis aufs Zahlen fertig. Oder willst du dir noch was anschauen?“: erkundigt sich Mari gut gelaunt.      
Wed, Aug 6th 2025 06:56

“Am besten so viele wie möglich, dass ich mir diese Tortur nie wieder antun muss,” brummt Saya. “Und ja, gehen wir zum Schneider!”   Inzwischen kommt Meister Delkum zurück. Er begutachtet nun selbst die Dargha, und er kann es sich nicht verkneifen, dass seine linke Augenbraue leicht zuckt.   “Verehrte Dargha, diese Hose steht Euch ganz ausgezeichnet,” meint er. “Aber, mit Verlaub, mit Eurem Aussehen, Ihr wäret eine perfekte Vorführdame für sämtliche Kleidungsstücke, die in dieser Stadt gefertigt werden!”   “Versucht es, mich dazu zu zwingen, und ich binde Euch an den Balken, dass Euch Hören und Sehen vergeht,” erwidert Saya finster. “Und ich meine das wörtlich!”   Meister Delkum wird rot, dann wendet er sich an Mari.   “Fräu… ich meine, Mari,” fährt er dann fort, “ich habe nun neu gerechnet.”   Und er beginnt die verschiedenen Kleidungsstücke aufzuzählen, die Mari ausgesucht hat, bei jedem den Preis zu nennen, bis er am Ende auf eine Gesamtsumme kommt, die nun schon weit angemessener erscheint. Die Gefahr, er würde sie über den Tisch ziehen, besteht jedoch immer noch nicht.   “Habt Ihr Papier und Stift?” fragt Saya. Meister Delkum nickt, läuft schon wieder davon und kommt wenig später mit einem kleinen Zettelchen, zerknittert und gefleckt, so wie einem Stift, den man gerade noch zwischen den Fingern halten kann. Saya nimmt den Zettel und schreibt mit krakeligen Buchstaben darauf: “BITE BEZALEN AN MEISTER DELKUM FÜR LEDERKLEIDER”   Sie schreibt die Summe, die Delkum eben gennant hat darunter und gibt den Zettel dem Meister.   “Bringt das ganze Zeug in meine Residenz,” sagt sie dabei. “Fragt nach Gulama, sie wird Euch das Geld geben.”   Dann wendet sie sich an Mari.   “So, dann gehen wir zum zweiten Teil der Folter über…”
Thu, Aug 7th 2025 10:56

Vor lauter Zahlen schwirrt Mari schon der Kopf, aber als der Meister die Endsumme nennt, nickt sie nach kurzem Nachdenken Saya zu, die darauf hin Gulama eine Nachricht schreibt, die Summe an den Überbringer auszuzahlen. „Übertreib’ doch nicht so schamlos.“: grinst sie Saya an. „Du wirst umwerfend aussehen und jeder wird auf den ersten Blick kapieren daß du was Besonderes bist und das Viertel wird eine Dargha haben, die auch ausschaut wie eine Dargha.“ Verschmitzt blinzelt sie ihr zu. Dann bedankt sie sich bei dem Kürschner und verabschiedet sich. Draußen auf der Straße nimmt sie eine Hand Sayas in die Ihre. „Das Ärgste hast du jetzt hinter dir. Der Schneider hat ja bei dir schon das letzte Mal Maß genommen. Du mußt also jezt gar nichts mehr probieren, wenn du nicht willst. Aber später wird’s schon noch eine Anprobe brauchen, damit alles perfekt sitzt.“ Für eine Weile schweigt Mari, doch dann wendet sie sich wieder an Saya. „Ich will dir nicht auf die Nerven gehen, aber ich hab’ nur diese eine Hose und Hemd. Kann ich mir bitte bei Schneider noch eine Hose zum Wechseln machen lassen und zwei, drei Hemden?“  
Thu, Aug 7th 2025 05:53

Saya sieht Mari an und grinst sarkastisch.   “Ja, ich werde ganz umwerfend aussehen,” antwortet sie. “Das ganze Viertel wird sich vor mir hinknien und mir einen Heiratsantrag machen. Und ich werde dann tanzend durch die Straßen ziehen vor lauter Glück.”   Sie gehen weiter. Als Mari Sayas Hand nimmt, lässt sie es sogar geschehen. Sie sieht sie von der Seite an.   “Wenn du magst,” sagt sie. “Wenn du ein Kleid magst, kannst du auch das haben. Ich werde dir schon eines aussuchen, dass du gut zu deiner Gulama passt. Teuer dürfte das ja nicht werden, bei dem bisschen Stoff.”   Sie grinst Mari an.   Das sind sie auch schon beim Schneider angekommen. Nun, hier geht es weit weniger aufgeregt zu als vorhin. Schließlich sind sie hier schon wohlbekannt, und man weiß, dass die Dargha einfach kauft und dann auch bezahlt.
Thu, Aug 7th 2025 07:12   Edited on Thu, Aug 7th 2025 07:19

„Was ein paar zusammen genähte Lederstücke nicht alles zu Stande bringen.“: feixt Mari. „Kannst dich nicht beklagen, daß ich im Unterhalt teuer bin. Aber wenn’s nur so wenig Stoff braucht für ein Kleid für mich, dann hätt’ ich gern ein Zweites. Eins, mit dem ich gut zu dir passe.“: gibt Mari ein wenig später zurück. Als sie das Geschäft des Schneiders betreten, grüßt Mari freundlich und ein wenig später ist sie in ihrem Element. Während sie sich beim Kürschner zurückgehalten hatte, weil sie nicht viel von Leder versteht, hält sie den Schneider ganz schön auf Trab. Sie erkundigt sich nach Stoffen und Schnitten und bringt den Schneider langsam zum Schwitzen. Schließlich hat sie sechs Kleider für Saya ausgesucht. „Von denen wird dir wahrscheinlich keines passen, Saya. Die sind oben zu eng für dich. Aber was sagst du? Gefallen sie dir? Wenn du Schnitt und Stoff nicht magst, dann kann der Meister das für dich ändern oder gleich neu für dich machen. Was meinst du dazu?“: erkundigt sich Mari neugierig, ob ihre Auswahl Saya gefällt.      
Fri, Aug 8th 2025 08:40

Saya wird ernst. Sie geht eine Weile schweigend neben Mari her, anscheinend in Gedanken versunken schließlich sieht sie sie von der Seite her an, den Kopf leicht nach vorne gebeugt. Sie bleibt stehen.   “Du passt nicht zu mir, Mari,” sagt sie. “Du wirst nie zu mir passen. Und ich hoffe inständig, bei allen verfickten Gottheiten die du dir vorstellen kannst, dass du nie zu mir passen wirst. Aber gerade deshalb bist du so wichtig, so wertvoll für mich. Gerade deshalb würde ich mir lieber die Rippen einzeln ausreißen lassen, als auf dich als meine Freundin zu verzichten.”   Sie sieht sie noch einen Augenblick lang an, dann geht sie weiter. Wortlos. Bis sie beim Schneider ankommen.   Wieder steht Saya in der Tür, sieht scheinbar teilnahmslos zu, wie Mari mit dem Schneider durch den Laden rennt, hier schaut und dort fühlt, mit ihm diskutiert, feilscht, gestikuliert. Als Mari schließlich die Kleider vor Saya ausbreitet, schaut sie nur Mari in die Augen.   “Wir nehmen sie!” meint sie nur, ohne sie eben angesehen zu haben.   Nun folgt die Prozedur von vorhin, mit dem Zettel, auf den Saya in ihrer krakeligen Schrift und ihren eben nur rudimentären Schreibkünsten die Anweisung an Gulama schreibt. Wenig später sind sie auch schon wieder auf dem Weg zurück zu ihrer Residenz.   “Habt ihr das Geld eigentlich inzwischen gezählt?” fragt sie schließlich unvermittelt.
Sat, Aug 9th 2025 08:50

Sayas Worte gehen Mari nicht aus dem Sinn. Sie ist sich immer noch nicht ganz sicher, ob sie sich darüber freuen oder über die verletzende Endgültigkeit, die nicht nur in Sayas Worten, sondern auch in ihrem Tonfall deutlich geworden ist, mit dem sie davon gesprochen hat, daß sie niemals zueinander passen werden, betrübt sein soll. Auf Sayas Frage reagiert sie aus ihren Gedanken gerissen mit einer kleinen Verzögerung. „Ja! Hab’ ich’s dir nicht schon gesagt? Naja egal, vielleicht wollt’ ich und hab’s dann vergessen. Wir haben es gestern noch durchgezählt. Du hast über 2000 Lamen, 6 Goldkronen, ein Säckchen Sonnensteine, eine Schatulle mit Schmuck und zwei fremde Silbermünzen. Du bist steinreich, Saya! Damit hast du genug, um alles hier wieder auf die Beine zu bringen und dir bleibt auch noch ein ordentlicher Batzen.“ Irgendwie hat Mari schon bei Verlassen des Schneiders das Gefühl gehabt, etwas vergessen zu haben und jetzt fällt es ihr ein. „Scheiße! Ich hab’ auf deinen Umhang vergessen! Willst du nochmals zurück zum Schneider oder ist es dir recht, wenn ich später nochmals hingehe? So ein Umhang ist ja kein Brautkleid und deine Maße hat er. Kann also kein Problem sein.“  
Sat, Aug 9th 2025 01:37

Sie gehen eine der Gassen des Viertels nach unten. Saya bleibt stehen und deutet mit einer Hand auf die baufälligen Häuser, aus denen reichlich verstohlen armselige, abgerissene Gestalten gucken.   “Ich muss steinreich sein, Mari,” sagt sie, “wenn ich all das wieder auf Vordermann bringen will. Ich will dass sogar der lausige Salzbaron neidisch auf mein Viertel ist.”   Sie geht nun wieder mit Mari weiter.   “Ich werde heute noch zur Kralle gehen mit ihrem Arkh,” fährt sie fort. “300 Lamen müssen vorerst genügen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Stafan mehr abgeführt hat. Ich meine, 300 Lamen - verdienen die Leute hier überhaupt so viel?”   Sie sieht Mari kurz an.   “Aber ich will ordentlich aussehen, wenn ich da auftauche. Sag mir, was ich anziehen soll, und ich sage dir, ob ich den Umhang sofort brauche oder in einer Woche.”
Sat, Aug 9th 2025 02:51

„Du hast ja schon angefangen damit. Die Geschichte mit den Brunnen und den Wasserleitungen gibt einfachen Leute Arbeit und es kostet dir nicht wirklich viel. Die Leute geben das Geld beim Händler aus, der wieder mehr einkaufen kann. Du machst das schon richtig, Saya. Es geht halt nicht von heut’ auf morgen.“: sagt Mari. „Wichtig ist, daß die Leute Arbeit haben, dann renkt es sich schon ein. Dreihundert Lamen? Das ist ein ordentlicher Haufen Silber! Ich glaub’ nicht, daß die Leute hier in einem Jahr soviel Steuer zahlen können. Aber macht nichts! Wenn du soviel ablieferst, dann werden deine Oberen wahrscheinlich Ruhe geben.“: meint Mari nachdenklich. Auf Sayas Frage sagt sie, ohne lang nachzudenken: „Das schwarze Hochgeschlossene mit den ledernen Schulterstücken. Das schaut gut aus, ist nicht protzig, wirkt kriegerisch, ist aber keine Rüstung und macht einen offiziellen Eindruck.“ Für einen Augenblick überlegt Mari: „Soll ich dich begleiten, oder willst du lieber ein, zwei Jäger mitnehmen?“      
Sat, Aug 9th 2025 05:43

“Ich werde Marigar und seine Männer mitnehmen,” antwortet sie. “Auch eine Dargha sollte nicht ungeschützt mit 300 Lamen rumlaufen. Du aber bleibst hier. Die Kralle ist kein Mensch, dem du begegnen solltest. Glaub mir!”   Sie gehen weiter in die Richtung der Residenz.   “Wir müssen das Bordell aufbauen,” beginnt Saya plötzlich mit ganz etwas anderem. “Ich habe nachgedacht, und ich bin zum Schluss gekommen, dass das eine verdammt gute Idee ist. Wir bauen das Bordell auf. Astrid wird es führen, sie wird für die Küche verantwortlich sein. Wir brauchen die schöneren Mädchen als die Ente, wir brauchen das bessere Essen als die Ente. Wir brauchen die besseren Kapellen als die Ente. Wir richten das Bordell direkt am Olifern ein, in der Nähe der Fultenbrücke. Und auch die Scheiß-Thornhoffer werden Zutritt haben, um mir ihr verficktes Geld dazulassen. Das Bordell muss in ganz Pelorn berühmt werden. Denn wenn das Bordell berühmt wird, so wird es auch das Viertel. Und unsere Produkte ebenfalls.”   Sie geht weiter.   “Und, wer weiß, vielleicht kann man zur Eröffnung gar eine Nacht mit einer echten Dargha ersteigern… das müsste doch einigen einige Lamen wert sein!”
Sat, Aug 9th 2025 09:27

Mari hat wirklich kein Bedürfnis, diese Kralle kennenzulernen. Es geht ihr einzig und allein um Sayas Sicherheit. So sagt sie auch nichts weiter zu diesem Thema als Saya ankündigt, sich von Marigar und seinen Leuten begleiten zu lassen. Beifällig nickt Mari als Saya davon spricht, das Bordell, daß sie vorgeschlagen hat, in Angriff zu nehmen, doch als sie etwas von Astrid sagt, die den Laden schmeißen soll, schüttelt sie energisch den Kopf.   „Du kannst doch der kleinen Schnepfe kein Bordell anvertrauen! Die kommt ja nicht einmal mit ihrer Küche im Zwilling zurecht. Ich meine, wenn du willst dann laß sie dort kochen, aber den Bordellbetrieb, den kann sie nicht übernehmen. Jedes Mädel zieht doch die kleine Besserwisserin über den Tisch, daß ihr Hören und Sehen vergeht und macht, was sie will. Gar nicht zu reden von den Kunden! Saya, schlag dir das aus dem Kopf, das wird nichts.“ Dann schaut sie ihre Geliebte ziemlich erstaunt an. „Was, du willst wirklich die Beine für irgendeinen Sack breit machen, der dich ersteigert? Ernstlich jetzt?“      
Sat, Aug 9th 2025 09:52

“Ich glaube, die kleine Schnepfe hat mehr drauf, als wir alle glauben,” antwortet Saya, während sie endgültig auf die Residenz zulaufen. “Ich meine, wir werden sie unter Kontrolle halten. Besonders am Anfang. Und sie kann kochen. Das kann sie wirklich. Morgen werde ich mit ihr in die Ente gehen. Sie soll einmal sehen, was sie kochen soll, denn die weiß gar nicht, was man alles essen kann.”   Dann schaut sie Mari an.   “Ja, ernstlich jetzt,” antwortet sie. “Ich will, dass das Bordell schnell Erfolg hat, dass es schnell bekannt wird. Ich glaube nicht, dass es sich irgendwie schneller herumspricht, dass wir hier ein Bordell haben, als so. Und was meinst du, wie viele geile Böcke da kommen, die Geld haben. Die werden alle fressen, die werden alle saufen, und jeder, der mich nicht ersteigert, wird sich ein Mädel nehmen. Die müssen wir gut aussuchen, dieser erste Abend muss funktionieren. Und wer weiß, vielleicht hilft uns der Sieger der Versteigerung ja auch beim Verkauf unserer Tinkturen.”   Sie sind jetzt angekommen und betreten wieder die Residenz. Saya geht in das Schlafzimmer. Die bestellten Uniformen wurden bereits geliefert. Sie liegen auf dem Bett.
Sun, Aug 10th 2025 10:05

„Schön! Wenn sie kochen kann, dann laß sie kochen, aber für alles andere in einem Puff langt kochen nicht! Die Mädels müssen bei der Stange gehalten und kontrolliert werden, den Kunden muß Honig ums Maul geschmiert werden und die müssen sich sicher fühlen und keine Angst haben das ihnen was gestohlen wird. Sauberkeit, auch bei den Mädels und was weiß ich nicht noch alles. Das kann die nicht! Die weiß ja nicht einmal, was sie selber will und was ein ordentlicher Fick ist.“ Mari schüttelt den Kopf. „Überleg’ dir das noch einmal gründlich, ob du dir das antun willst mit ihr, sonst wird das eine schlimme Bauchlandung mit dem Puff und du verlierst eine Menge Geld. Aber was hältst du davon, wenn wir uns das Haus, in dem der Stafan untergekrochen ist, unter den Nagel reißen? Es liegt direkt am Fluß, ist nicht allzu weit von der Brücke weg und hat sogar eine Anlegestelle. Das wird uns helfen, wenn du Kunden aus dem Thornhoff Gebiet anlocken willst. Du mußt natürlich was reinstecken, denn die Hütte muß umgebaut und hergerichtet werden, aber sonst ist sie ideal.“   Erst jetzt dringt es durch, daß Saya gesagt hat, daß sie mit Astrid in die schmutzige Ente will. „Vielleicht lernt die Astrid ja was von dir, hübsche Titten hat sie und auch einen süßen Hintern.“: grinst Mari anzüglich und zwinkert Saya zu, dann wird sie aber schnell ernst. Schon auf der Stiege nach oben, sagt sie eindringlich: „Ja, herumsprechen wird’s sich schnell. Soweit hast du schon recht. Aber was passiert, wenn das deine Oberen zu Ohren kommt und das wird es? Die reißen dir den Arsch bis zum Kragen auf, Saya! Du sagt es selber immer wieder, daß du Imeria bist. Was glaubst du, macht dein Fürst mit dir, wenn er erfährt, daß seine persönliche Stellvertreterin sich in einem Puff für einen Fick versteigern läßt? Das kannst du nicht bringen! Du bist die Dargha! Du repräsentierst dein Haus! Schlag dir das aus dem Kopf.“ Dann deutet sie auf das Stück vom Kürschner, von dem sie vorher gesprochen hat. „Das da mein’ ich. Das ist eine gute Wahl, wenn du bei deinem Oberen antanzen willst.“      
Sun, Aug 10th 2025 09:48

Sayas Blick wird wieder einmal eiskalt. Schweigend geht sie zum Bett. Sie zieht Hemd und Hose aus, zieht sich dann die matt glänzende Lederhose und die Jacke mit den Schulterstücken an. Schweigend knöpft sie die Jacke zu, und ebenso schweigend steigt sie in ihre Stiefel. Schließlich dreht sie sich doch zu Mari um.   “Ich werde Astrid unter die Lupe nehmen,” antwortet sie dann mit derselben Eiseskälte in ihrer Stimme. “Sie soll ordentlich kochen lernen. Und dann soll sie sich was ordentliches Anziehen, ich lade ein paar Darghe ein, und sie soll uns bekochen, bedienen, mit allem Drum und Dran. Da sehen wir ja, wie sie sich macht. Und wenn sie sich nicht um den Puff kümmert, wen soll ich denn dann anstellen? Lisina?”   Sie entzündet sich eine Zigarette.   “Und lass dir etwas anderes einfallen, das sonst kein Puff hat,” fährt sie dann fort. “Sonst lass ich mir gerne einmal den Arsch aufreißen. Wenn der Fürst dann seinen Arkh erhält, wenn ich einmal hier Erfolg habe, dann wird er ihn mir wieder schön säuberlich zusammenkitten. Ich weiß, dass mein Plan am Ende funktionieren wird. Und das wird auch Arkon Imeria auffallen.”   Sie zieht an ihrer Zigarette.   “Also, bis später,” schließt sie. “Bringen wir der Schwarzen Schlange ihren Arkh.”
Mon, Aug 11th 2025 09:59

„Ich kann das machen! Zumindest am Anfang bis alles läuft wie’s soll. Mich zieht keine Nutte über den Tisch, da kannst du dich drauf verlassen und ich werd’ mir was einfallen lassen.“ : sagt Mari und sie macht einen Schritt auf Saya zu. Sie hat wieder den entschlossenen Zug um den Mund und ihre Augenbrauen sind leicht zusammengezogen, wie immer, wenn sie auf stur stellt. Die Abschiedsworte Sayas ignoriert sie. „Jetzt erzähl’ mir keinen Scheiß! Willst du dir und mir was vormachen, oder ist euer Fürst auch nichts anderes als ein Hurentreiber, dem’s nur ums Silber geht und das ganze Gerede über Ehre und sonst was nur leeres Geschwafel? Das kannst du nicht bringen und das weißt du selbst ganz genau! Also hör’ mit dem Schwachsinn auf! Du bist Imeria keine dahergelaufene Hure!“      
Mon, Aug 11th 2025 10:30

Saya sieht Mari noch eine Weile an, nur kurz verengen sich ihre Augen. Der Blick bleibt kalt, eiseskalt. Dann dreht sie sich um, wenig später hört Mari die Dargha auch schon die Treppe hinunterlaufen.   “Marigar, trommel deine Männer zusammen!” hört sie noch rufen, dann wird es still, und Mari ist allein in dem Zimmer.
Mon, Aug 11th 2025 05:18

Unbeeindruckt erwidert Mari den Blick Sayas. Sie kennt ihn zur Genüge und sie weiß, daß ihre Botschaft angekommen ist. Also sagt sie nichts mehr zu dem Thema und verabschiedet sich bloß. Irgendwie scheint es Saya nach ihrem Auftritt mit den Ratten darauf anzulegen, ihr zu beweisen, daß sie doch die denkbar schlechteste Wahl ist. Doch Mari weiß, daß sie sich irgendwann ausgesponnen haben wird. Bevor sie sich auf die Suche nach einer Köchin macht, holt sie sich noch von den drei Lamen, die sie immer noch von Theomer hat, eine Münze und macht sie sich gut gelaunt auf den Weg.