Das Aufatmen, das Sigrun über die Lippen geht, als auch Eicken in die Leibwache versetzt wird, ist gut sichtbar. Der Orden… sie kann ihn nicht einschätzen, sie weiß nicht, wie oft man vom Baron einen Orden bekommt. Aber die Idee, plötzlich von Eicken getrennt ihren Dienst zu leisten, das wäre ihr unangenehm gewesen. Und so ist sie, nachdem der Baron weggetreten ist und das Formelle damit endet, eine der Ersten, die Eicken gratuliert. Sie nimmt ihre Kameradin in den Arm und drückt sie.
“Ich gratuliere dir von Herzen, werte Eicken,” sagt sie mit sichtbarer Freude. “Ich schätze wohl, deine Tage bei den, wie du sie immer nennst, ‘Plattfüßen’ dürften damit wohl endgültig gezählt sein. Wenn ich auch zugeben muss, dass ich die Spaziergänge mit dir durch die Viertel dieser Stadt doch in gewissem Maße vermissen werde. Auch muss ich dir noch einmal in aller Form meinen Dank aussprechen. Ohne deinen Mut und deinen Scharfsinn wäre ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht hier. Ich glaube, ich könnte von Glück sprechen, wenn ich nicht das Schicksal eine jener unglückseligen Personen im Carnale geteilt hätte!”
Dann bricht auch schon der Trubel über sie herein. Sigrun wird gratuliert, ihr wird auf die Schulter geklopft. Sie spürt, die Emotionen, die um sie herum herrschen, sind ehrlich. Und Sigrun strahlt wie wohl noch nie zuvor. Sie scheint endlich bei der Truppe akzeptiert zu werden, wenn es auch erst an jenem Tag passiert, an dem sie die Wachkompanie verlässt und zur Leibwache wechselt. Irgendwann hebt sie jedoch die Hand und sagt zu ihrem Zug - oder zu dem, was davon übrig ist: “Ich habe vor unserem Aufbruch ein Versprechen geleistet, und der Donner soll mich holen, würde es mir einfallen, auf dieses Versprechen zu vergessen. Werte Kameraden, es wäre mir eine große Freude, eben diesem Versprechen zufolge Euch alle an diesem Abend bei der werten Zora einzuladen. Wir sollten auf unsere leider dahingeschiedenen Kameraden trinken, auf den Baron, das Haus Thornhoff und auf uns!”