Ein Stein fällt Andeth vom Herzen, als er ihre Worte hört. Für einen Moment sinkt der Druck, der seine Brust eben noch zugeschnürt hat, und er atmet spürbar erleichtert auf. Fast zu hastig streift er das Hemd über, die Hände zittern leicht, und er kämpft damit, die Schnur seiner Hose ordentlich zu binden. Noch ehe Lua ganz in der Küche verschwunden ist, hat er sich schon in Bewegung gesetzt – getrieben von dem Drang, wieder das Heft in die Hand zu nehmen.
„Lua… das ist wirklich…“ Er stockt, ringt um die richtigen Worte, findet dann nur ein aufrichtiges, atemloses: „Danke.“ Doch kaum ausgesprochen, packt ihn die alte Gewohnheit: Er stürzt zum Tisch, richtet die Schüssel mit dem Obst zurecht, prüft den Krug mit dem Wasser, als wolle er alles noch einmal mit seiner Hand ordnen.
Dann eilt er in die kleine Küche, wo der Duft der Teeblätter bereits aufsteigt. Ohne Lua zu bedrängen, gleitet er neben sie, greift beinahe automatisch nach einem Tuch, wischt die Tropfen vom Rand der Kanne, ordnet die Tassen bereit, als sei dies sein natürlicher Platz. In der Bewegung liegt keine Strenge, nur eine spürbare Erleichterung, ja fast Freude: dass er wieder etwas tun kann, dass er seiner Rolle gerecht wird.
„Ich mache das schon, lass mich nur,“ sagt er, und ein Lächeln huscht über sein Gesicht – unsicher, aber echt. Für einen Augenblick wirkt er wie befreit, nicht mehr der Gehetzte von eben, sondern einfach ein junger Mann, der aufatmet, weil er nützlich sein darf.