Als Astrid mit der Schürze und einem breiten Lächeln aus der Küche trat, hallte ein anerkennendes Pfeifen durch den Schankraum. Ihre Augen, scharf und wachsam, musterten die Gäste, die lautstark zwischen den Tischen hin und her brüllten. Der Geruch von verschüttetem Bier und dem kräftigen, aber einfachen Eintopf, der in der Küche köchelte, lag in der Luft. Das Klappern der Becher und das Gegröle der Zecher verschmolzen zu einem ständigen, dumpfen Geräusch.
Ein Gast, der seine Augen nicht von ihr lassen konnte, ist Lorrek, der mit einem schiefen Grinsen seinem Nachbar zuflüsterte: „Hab’s dir doch gesagt, mit ihr kann man immer rechnen.“ Astrid, die den Blick spürte, glitt an ihm vorbei. Sie legte ihm die Hand auf die Schulter, ein leichtes, verführerisches Berühren, das seine Augen kurz leuchten ließ, bevor sie sich wieder entfernte, ohne ihn anzusehen.
Sie steuerte schnurstracks auf den Tresen zu, wo Mari Platz genommen hatte. „Mari! Schön, dich hier zu sehen“, rief sie über den Lärm hinweg. Ihre kräftigen, von Schwielen gezeichneten Hände hielten bereits einen Becher bereit. „Sie gehört zu Saya. Sie hat immer höchste Priorität“, flüsterte sie leise zu Tara. Astrid füllte Mari den besten Schnaps ein, den sie hatte, und dazu ein Glas mit kühlem, abgekochtem Wasser. „Das Beste, was wir haben“, bemerkte sie, während sie sich über den Tresen lehnte. Ein strahlendes Lächeln lag auf ihrem Gesicht und ihre weißen Zähne blitzten im schummrigen Licht. „Wirklich gut, dich zu sehen. Wie geht es dir? Was führt dich hierher in unsere alte Schenke?“