Kras Zerrissenheit

Am Beginn der Welt gab es einen Augenblick nach dem mit Chro die Zeit selbst geboren wurde. Es war dieser winzige Augenblick des vollkommenen Stillstandes in dem Kra entstand. In diesem winzigen Moment waren Nua, Chro und Kra eines und alles. Und in diesem Moment war alles still und es kam die vollkommene Bewahrung der Welt. Kra freute sich darüber und er band sich an dieses Gefühl der Dreisamkeit in dem tiefsten Kern seines Wesens. Er spürte die absolute Stille und das Fehlen jeglicher Bewegung als sein eigenes Wesen. Und für ihn war es gut wie es ist.

Doch dann wurde Kri geboren. Und mit Kri, dem Gott der Veränderung, begann sich das Universum zu verändern. Alles was Still stann, bewegte sich nun und die Zeit begann zu fließen und Nua, Chro und Kri erfreuten sich an den neuen Schöpfungen des Seins. Kra jedoch ward entsetzt über die Bewegung und er versuchte sich mit seinem ganzen Sein dagegen zu wehren. Doch er sah, wie die anderen sich an den neuen Schöpfungen freuten und er tat so als ob es auch ihm gefiele. Und als er das den anderen sagte, erschuff er die Lüge. Überall wo er es konnte, verlangsamte er die Bewegung und er erzeugte den Stillstand, der ihm am Anfang der Zeit so sehr gefallen hatte. Mit der Lüge jedoch, zerbrach Kras Wesen und er war fortan zerrissen zwischen dem Verlangen nach Stillstand und dem Durst nach der Anerkennung seiner Brüder und der Annerkung von Nua.

Als die Zeit verging, hinterließ Kra Löcher von unendlicher Tiefe im Raum der Welt. In diesen Löchern stand die Zeit still und Kra verbrachte viele Äonen damit, dort zu sitzen und zu grübeln. Und während er grübelte, sehnte er sich zurück an jenen Moment an den alles still gestanden hatte. Er begann einen Hass zu entwickeln für alles was sich regt und was sich bewegt und eben jenes das Nua so sehr am Herzen lag. Doch lag ihm auch Nua am Herzen und so war er zerissen und konnte nicht handeln. Er verharrte selber im Stillstand den er so sehr ersehnte.

Als die anderen Götter geboren wurden und Nua alle zu sich rief, kam auch Kra. Den auch die anderen Götter hörten auf den Ruf von Nua und sie versammelten sich um sie. Kra nahm seinen Platz auf der linken Seite von Chro ein und immer wieder schaute er argwöhnisch zu seinem Bruder Kri, der auf der anderen Seite saß. Die beiden wetteiferten um die Gunst von Chro und versuchten sich als der Bessere der beiden Brüder darzustellen. Doch Chro ließ sich nicht durch sie beeinflussen, denn er wusste das sowohl Stillstand wie auch Bewegung Teil der Zeit waren.

Als Nom geboren wurde, erfreute sich Kra. Endlich war ein Teil der Zeit ihm bestimmt und er freute sich darüber, dass die Lebewesen zu schlafen begannen und in diesem Schlaf still waren. Und zusammen mit Nom erfreute er sich an der Nacht. Doch seine Zerrissenheit hielt an und soll wären bis am Ende aller Tage die Energie der Welt verbraucht ist und alles in Stillstand vergeht.


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