Es scheint als wäre meine Vermutung über den wahren Grund unseres letzten Auftrags richtig gewesen. [[Venxaroncas]] hat der gleichen Gruppe die Ehre zuteil werden lassen, sich seines Kampfes gegen den Schatten anzuschließen. Zudem ließen sich an dem Ehernen selbst Dinge beobachten, die ich lieber nicht auf Papier festhalten möchte. Vor allem [[Rénirièl]] und [[Arystan]] wirkten von unserer Unterredung mit [[Venxaroncas]] in seiner glorreichen Residenzkammer ein wenig überfordert, was zu einigen kleineren Verletzungen des Protokolls führte, die ihn an diesem Tag scheinbar nicht störten. Er war sogar so gut aufgelegt [[Rénirièl]]'s Waffe zu segnen, auch wenn sie sich bei der Annahme eine unnötige Verletzung zuzog.
Bei der Audienz unterbreitete er uns seinen Plan, den Schatten mithilfe der Leylinien und eines mächtigen Rituals zu Bändigen und in alle Himmelsrichtungen zu verteilen. Der Richtige Ort dafür liegt Mitten in den nun von Schatten überzogenen Landen. Zur Vorbereitung auf das Ritual übergab er [[Arystan]] und mir die Notwendigen Informationen und Materialien, in deren Studien wir uns sofort nach der Audienz stürzten. Dabei fiel uns auf, dass es nur einen Magier braucht, um das Ritual zu vervollständigen, aber mit 2 geht es deutlich schneller. Wenn ich nicht so bedingungslos an die große Macht von [[Venxaroncas]] glauben würde, müsste ich davon ausgehen, dass er sich einen zu langen Kampf mit dem Schatten nicht zutraut und daher die reine Kampfzeit möglichst kurz halten möchte. So liegt der Schluss nahe, dass es darum geht, [[Arystan]] die Möglichkeit zu geben Praxis in der Anwendung von so mächtigen Zaubern zu gewinnen.
Nach einer Reise durch das Reich unseres blitzeschleudernden Herren kamen wir schließlich an der Grenze zu den Schatten an. Aus der Ferne wirkt die Grenze wie eine hohe Wand aus undurchdringlicher Schwärze, beim Näherkommen sehen wir, dass es sich etwas mehr wie ein Schatten verhält. Nachdem wir sichergingen, dass es nicht zu gefährlich ist, die Schatten zu berühren, übertreten wir die Grenze und beginnen damit den Gefahrvollen Teil unseres Auftrags. Ich habe Caeryn die Möglichkeit gegeben, mich auf dieser Reise lieber nicht zu begleiten, aber sie wollte bei mir bleiben.
In den Schatten zeigt sich eine eigenartige Ästhetik des Verfalls. Selbst das Sonnenlicht scheint hier eine andere Brechung zu erfahren und wird stark gedämpft, sodass ich außerhalb der wenigen Fuß Licht, die [[Ilam]]s Fackel wirft, nur verschieden Graustufen erkennen kann . Ich versuche, während des Ritts die Vegetation zu skizzieren, doch das Ergebnis bleibt unbefriedigend und ein beklemmendes Gefühl zieht permanent an unseren Nerven. Nach kurzer Reise erreichen wir ein verlassenes Dorf. Die gute Nachricht ist, dass die Bewohner sich wohl großenteils rechtzeitig vor der Ankunft des Schattens in Sicherheit bringen konnten, jedoch hat in der Zeit danach ein monströses Wesen sich über die Nutztiere hergemacht.
*Zeichnungen von den Verletzungen und Abgleich mit Pharyn bekannten Lebewesen. Die Zahnabdrücke sind schief und verzehrt, daneben Pfotenabdrücke von unbekannten Tieren*
In der Hoffnung weitere Informationen zu sammeln, führte ich das Ritual Ashen Memmories im früheren Haupthaus des Dorfes durch. Kurz bevor die Schatten im Dorf ankamen, taten sich hier Feenwesen an einem Topf Sahne gütlich, wie wir dank [[Arystan]]s Sprachkenntnissen ermitteln konnten.
Wir Reisen noch weiter, bis wir uns an einem von [[Ilam]] ausgesuchten Ort zur Nachtruhe begeben. Leider war der Schlaf nicht sonderlich erholsam, was wohl eher an der unangenehmen Umgebung als an unseren unbequemen Schlafstellen liegt. Dennoch werde ich in der nächsten Nacht einmal probieren, ob es mit Liamonds Tiny Hut besser funktioniert.
Am nächsten Morgen, während ich mit dem schreiben dieser Notizen beschäftigt bin, hört unsere Gruppe das klingen von Glocken und wir nehmen einen kleinen Umweg durch einen Wald, um uns das genauer anzusehen. Dort treffen wir auf einen Hain, in dem große Pilze, blass und schleimig, um einen Baum herum wachsen. Die Wurzeln des Baumes gehen nicht Tief in die Erde sondern wachsen zu den Pilzen bzw. wachsen an ihnen entlang. Warum erklärt sich auch schnell, als eine Dryade, die selbst für den Winter mitgenommen aussähe, für den Frühsommer aber wirklich besorgniserregend wirkt. Sie erklärt uns die Symbiose zwischen ihr und den Pilzen, die nötig wurden, um sich in den Schatten am Leben zu erhalten und erklärt, dass sie mit den Glöckchen ihre "dunklen Schwestern und Brüder" fernhält. Ein hoch interessanter Vorgang, den ich gerne noch weiter untersuchen würde. Die Schlussfolgerungen, die sich daraus über das Wesen des Schattens aber auch von Naturgeistern ziehen lassen können, wären äußerst spannend. Zudem zeigt es einmal mehr, wie die Natur und auch die Personifikation dieser, immer einen Weg findet, Leben auch unter widrigsten Bedingungen fortexistieren zu lassen.
Gegen das Versprechen, ihrem Wald einen neuen Morgen zu bringen, können wir uns alle ein paar der Glöckchen als Talismane gegen diese dunklen Dryaden mitnehmen, die vermutlich an den Einflüssen des Schattens verzweifelt sind. Ein Grund mehr, unseren Auftrag schnell erfolgreich abzuschließen!