Die Rückkehr in unsere Heimat war von jener eigentümlichen Stille begleitet, die eintritt, wenn zu viele Stimmen verstummt sind. Der Auftrag kann formal als erfüllt angesehen werden, jedoch bin ich sowohl über das Ergebnis als auch über die Ausführung unglücklich.
Diese seltsame Mission begann auf dem Anwesen der Familie [[Eluin]], sodass ich immerhin keine weite Anreise von meinem Lehrposten hatte. Neben [[Rénirièl]], die der Grund für den Treffpunkt gewesen sein dürfte, gehörten noch [[Ilam]] und [[Arystan]] zu unserer illustren Gruppe. Hier offenbarte uns der herrliche [[Venxaroncas]], dass wir zusammengerufen worden waren, um den Riesen im Süden seines Reiches den Drachenorb zu entwenden, an dem sie dort arbeiteten, und sicherzustellen, dass ihnen in Zukunft das Wissen fehlen würde, weitere Orbs herzustellen. Wir überlegten uns einen Plan, wie wir ungesehen in die Festung gelangen könnten, um ihnen keine Möglichkeit zu geben, sich mit dem Drachenorb aus dem Staub zu machen.
Der erste Teil des Plans verlief ohne nennenswerte Komplikationen. Die Riesenfestung zeigte sich so verschlossen, wie es ihre Bauart erwarten ließ, war jedoch eher gegen große Heere oder einfache Diebe als eine Gruppe wie unserer Gesichert. Mit einigen wohlplatzierten Zaubern und ein paar, meiner Meinung nach unnötigen, Schlägen gegen vereinzelte Wachen, waren wir problemlos tief in die Festung eingedrungen. In ihrem Inneren fanden wir eine Schmiede, die von den Arkanisten der Riesen für die Verfeinerung des Drachenorbs genutzt wurde. Dabei verwendeten sie ein faszinierendes Zusammenspiel von Metallen, Runen und dem Artefakt selbst. Zugegebenermaßen überkam mich hier meine Neugier, sodass ich unaufmerksam war und von ihnen entdeckt wurde.
Da somit, um ein altes Sprichwort zu bedienen, der Lehrling bereits ins Portal gestolpert war, trat ich hervor, um das Gespräch zu suchen. Töricht, wie ich im Nachhinein zugeben muss, vor allem da meine Gruppenmitglieder sich zeitgleich für eine gewaltsame Konfrontation entschieden hatten. Den darauf auf mich gewirkten Zauber konnte ich nicht mehr ausweichen, sodass meine für solche Notfälle vorbereitete Unsichtbarkeit ausgelöst wurde. Wir konnten die Arkanisten schnell überwältigen, noch bevor sie nach Wachen rufen konnten. Dabei kamen zwei von Ihnen lebendig aus der Konfrontation hervor, sodass ich mich dann doch noch mit ihnen unterhalten konnte, wenn auch im Schatten gezogener Waffen. Dennoch: ihre Aussagen klangen für mich glaubhaft. Sie behaupteten, der Orb sei nicht gegen [[DnD/Player Campaigns/Frankfurt/Lore/Venxaroncas|Venxaroncas]] bestimmt. Ich wollte sie daher mit uns in [[Venxaroncas]]' Reich zurücknehmen und unter Hausarrest stellen, um die Wahrheit zu prüfen und ehrlicherweise auch, um mich mit ihnen über ihre Art der Magie auszutauschen. [[Rénirièl]] und [[Ilam]] waren anderer Meinung, während [[Arystan]] sich eher zurück hielt.
In dem daraus resultierenden Streit nutzten die Riesen die Uneinigkeit in unserer Gruppe aus und konnten einen Hilferuf absetzen. Daraufhin mussten wir uns unerquicklicherweise aus der Festung herauskämpfen und uns blieb keine andere Möglichkeit, als die beiden Arkanisten zu töten. Dabei forderte [[Rénirièl]] von mir den Orb ein, bevor ich ihn mir genauer ansehen konnte und überbrachte ihn nach unserer Rückkehr an den gewaltigen [[Venxaroncas]], der weder mir noch [[Arystan]] seitdem Zugriff darauf gewährt, obwohl wir beide sehr daran interessiert wären, ihn zu untersuchen. Ich verstehe [[Rénirièl]]s Auftrag, und doch ist der Orb ein Wunderwerk, ein Fragment des uralten Verständnisses zwischen Drachen und Magie. Ein Werk, das uns lehren könnte, anstatt zu vernichten. Ich bin überzeugt, dass der vom Geist durchdrungene [[Venxaroncas]] in seiner Weisheit ebenfalls zu diesem Schluss kommen wird und mir und möglicherweise auch [[Arystan]] Zugang zum Drachenorb gewähren wird.
Nur eine Sache irritiert mich noch: Ich denke nicht, dass der Sinn der Mission wirklich war, das Artefakt zu bergen, dafür hätte auch eine Infiltrationseinheit aus einem der grobschlächtigen Kampf-Orden gereicht. Viel mehr vermittelt die Mission den Eindruck, ein anderes Ziel verfolgt zu haben. Vielleicht ging es darum mächtige Personen im Reich einander näherzubringen. Oder um eine Einschätzung zu erreichen, wie gut wir als Gruppe auf einer Mission zusammenarbeiten. Wofür das relevant sein soll, kann ich nur mutmaßen. Möglicherweise hat die ganze Sache etwas mit dem Schatten zu tun, den unser Herrscher vor kurzem bekämpft hatte.
Der Gedanke, mehr Zeit mit dem blauen Dragonborn [[Ilam]] verbringen zu sollen, jagt mir aber Angst ein. Er ist ein gutes Beispiel dafür, was ein Leben voller Gewalt mit der Seele eines Humanoiden anstellt. Die Welt kann sich glücklich schätzen, dass er sich einem guten Herrscher wie [[Venxaroncas]] ausgesucht hat, um dessen Interessen mit blinder Brutalität umzusetzen... aber ich schweife in alte Animositäten ab und seine Expertise und kämpferisches Geschick sind nach wie vor ungebrochen und ein wertvolles Werkzeug im Arsenal unseres ehernen Herrschers und beruhigend auf der eigenen Seite zu wissen.
Der junge [[Arystan]] könnte zumindest von weiterem Austausch profitieren, auch wenn sein Einsatz von Drachenmagie eher, sagen wir, unkonventionell ist, ist sein enormes Potential eindeutig und ich würde mich glücklich schätzen, wenn ich ihn in die weniger grobschlächtigen Anwendungen der Drachenmagie einführen könnte.
[[Rénirièl]] ist mir natürlich bereits am besten und längsten bekannt. In den vielen Jahren, die ich schon im Dienste ihrer Familie stehe, sind wir uns regelmäßig begegnet und ich habe nur positives über sie zu berichten und genieße vor allem unseren Austausch zu den ethischen Grundsätzen ihrer Arbeit für [[Venxaroncas]]. Natürlich ist mir bewusst, dass der verständige [[Venxaroncas]] in seiner enormen Weisheit nur das beste für seine Untertanen möchte, aber ich bin eben auch der Meinung, dass manche seinen Blitzstrahl des Wissen zu übereifrig in die Welt hinaustragen wollen und dabei unabsichtlich gegen die eigentlichen Interessen von [[Venxaroncas]] handeln.
Ich werde schlafen. Doch ich weiß, dass mein Geist sich an die Form dieses Orbs klammern wird, an seine Struktur, an den flüchtigen Glanz der Runen, deren Geheminisse ich so gerne ergründen würde. Vielleicht war es ein Fehler, ihn nicht länger zu betrachten.