Über die Entstehung der Sterblichen Völker Document in Drekalion | World Anvil
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Über die Entstehung der Sterblichen Völker

Über die Entstehung der Sterblichen Völker


  Nachdem die Götter die Welt erschaffen und mit allerlei Tieren und Pflanzen, sowie Geistern, Kobolden und Feen gefüllt hatten, sehnten sie sich nach Geschöpfen, die sie unterrichten und lehren konnten, denn sie hatten schnell erkannt, dass ihre ganze Schöpfung zwar voller Leben war, doch fehlte etwas. Es fehlten jene Geschöpfe, welche aus der Welt selbst kommen und diese gestalten sollten. Denn die Götter sahen, dass sie die Welt zwar lieben konnten, als etwas das sie erschaffen hatten, aber sie würden nie die Welt aus ihrer selbst Willen lieben können. So machten sie sich denn ans Werk und formten die Körper der Sterblichen Völker. Die Götter selbst dachten jedoch nur in ihren eigenen Bahnen und so erschufen sie die Sterblichen nach einem gleichmäßigen Bilde ohne Makel. Doch Archabanod, der später fallen sollte, erkannte, dass das Leben Ungleichmäßigkeit benötigte und sollte dies in das Werk einfließen lassen.

Über die Entstehung der Elben


Als erstes ersannen sie Wesen, die ihnen selbst am ähnlichsten sein sollten: mächtig, schön und bewandert in den Künsten der Sprache, der Musik und der Dichtung. Sie sollten erschaffen werden aus den Dingen, die flüchtig waren, die leicht und leuchtend waren und wie ein Flüstern durch die Welt wehten. Die Götter fingen das Licht der Gestirne ein, die sie in den Zeiten zuvor erschaffen hatten, um der Welt Rhythmus und Takt zu geben. Sie griffen nach dem Wind, der die Wolken über den Himmel trug und in der Sommerhitze Erleichterung brachte und nach dem Lied der Blätter, die in den Wäldern sangen. Und zuletzt formten sie sie in den Strahlen der Sonne, die alles Leben erst möglich machten. Die Körper der Ersten waren hochgewachsen, von schöner Gestalt und stark. Die Götter erfreuten sich an ihrem Werk und einige von ihnen traten an die Körper heran, um sie zu segnen. Peredur schenkte ihnen das Licht in ihren Herzen, von Eldris, welche wir als Steredd kennen, das Sternenglimmen in ihren Augen. Archabanos schenkte ihnen aber der Drang zur Herrschaft. Die Elben sollten sterblich sein, doch ihre Seelen würden die Welt verlassen, um dann in neuer Form zurückkehren oder auf anderen Welten erstehen können. Dann legten sie die Elben an den Fernen Gestaden zur Ruhe. 

Über die Entstehung der Zwerge


Als sie so die Elemente der Luft und des Himmels in eine körperliche Form gebracht hatten, beschlossen sie, nun auch aus den Wurzeln der Berge und aus dem Feuer selbst die Zweiten zu erschaffen. Sie griffen nach dem Gestein der Gebirge und in die Flammen der Esse Hjelmirs, gaben Eisen und Gold hinzu und schmiedeten daraus die Körper der Zweiten. Gedungen von Wuchs waren sie, aber stark und fest in ihrem Willen. Das Leben loderte hell in ihnen und würde nur schwer zu löschen sein. Hjelmir segnete sie mit seiner Kunstfertigkeit und seiner Handwerkskunst, Ceiwyn verlieh ihnen Stetigkeit und ein Wille zum festen Heim. Archabanod jedoch sah ihre Körper und die Segen der Anderen und ergänzte sie durch Gier und Sturheit. Die Zweiten sollten langlebig sein, denn Handwerk brauchte Zeit und so wurde ihnen diese gegeben. Nach ihrem Tod jedoch sollten sie sich in Hjelmirs Hallen versammeln und dem Schmied dort zur Hand gehen. Ihre Schöpfung nannten die Götter Zwerge, nahmen die Gedrungenen. gruben Höhlen in den Wurzeln der Berge und legten sie dort nieder.

Über die Entstehung der Menschen


Zuletzt aber nahmen sie die Erde von den Hügeln, den Sand von de Stränden und die Wasser aus See und Meer, mischten sie miteinander und formten daraus Leiber. Sie sollten zwischen den Ersten und den Zweiten stehen. Doch die Festigkeit des Stahls und die Leichtigkeit der Luft waren bereits vergeben und so blieb den Dritten, den Menschen, nur die Erde und das Wasser, welche ihr Leben beeinflussen sollten. Um ihnen aber das Leben zu erleichtern, schenkte Morbadon ihnen Stärke und Mut, denn sie waren schwächer als die anderen Kinder, Andaraste gab ihnen die Fähigkeit, die Natur zu gestalten und zu zähmen. Archabanod aber sah in den Menschen gelungene Werkzeuge und glaubte, sie leicht beeinflussen zu können und so schenkte er ihnen Zorn, Angst und Hochmut, auf dass sie gegen die Götter und ihre starre Ordnung aufbegehren sollten. Die Menschen sollten nach wenigen Jahrzehnten vergehen, ihre Körper zu Erde zerfallen und ihre Seelen sollten in die Hallen ihrer Götter gehen. Dann errichteten die Götter den Menschen in den Hügeln und den Tälern und den Seen und Flüssen Unterkünfte und legten sie dort zur Ruhe, bis sie erwachen sollten. Die Götter waren nun zufrieden und glaubten ihr Werk vollendet.

Über die Entstehung der Orks


Archabanod aber sehnte sich nach Sterblichen, die er alleine schaffen und zu seinen festen und in der Welt verankerten Werkzeugen formen konnte. Er griff nach den wildesten Elementen der Welt, an welche sich die anderen Götter bei der Erschaffung der Sterblichen nicht getraut hatten und formte daraus die Orks. Er schenkte ihnen den Hang zur Rachsucht, hauchte ihnen den Drang zur Zerstörung ein und gab ihrem Geist Anleitung, eine Kultur jenseits der Vorstellung der Götter zu entwickeln und die diesen zuwider sein sollte. Als er zufrieden war mit seinem Werk, nannte er diese Geschöpfe Orks und verstreute sie über die Welt. Borodor aber hatte ihn und sein Handeln beobachtet und er erkannte den Wert dieser wilden Geschöpfe. Er gab ihnen die Wildheit der Natur, und segnete sie mit seiner Vorstellung von Ehre. So wurden die Orks zwar eine Gefahr für jedes der anderen Völker, doch sie sollten nie die Bestien werden, als welche Archabanod sie erdacht hatte.

Über das Erwachen der Sterblichen


Es war nun nach dem Beschluss der Götter nicht so, dass alle Sterblichen auf einen Schlag erwachen und die Welt bevölkern sollten. So kam es, dass zuerst die Elben und Zwerge erwachten und da sie an unterschiedlichen Stellen die Welt betraten, meinten sie, sie seien alleine oder als Erste erwacht. Sie verbreiteten sich über Drekalion: Dier Zwerge in den Gebirgen, die Elben in den Wäldern und Flussauen und am Meer. Zuletzt erwachten die Menschen und wurden von den Elben und Zwergen unterwiesen. Und auch, wenn es zuerst nach einem friedlichen Zusammenleben aussah, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Gaben Archabanods für Zwietracht unter den Völkern sorgte und den Frieden zerstörten. Doch das soll an anderer Stelle erzählt werden.


Sichtweisen und Interpretationen dieser Geschichte

Es folgen nun die Meinungen verschiedener Gelehrter, warum und weshalb die Götter das Wirken Archabanods zuließen oder es zumindest Bestand haben durfte.


Der freie Wille oder wie die Götter uns die Entscheidung schenkten

Von Castus Junius Strabo

Schon immer stellten sich Gelehrte und Priester aller Götter die Frage, wie es denn möglich sei, dass die Götter das Übel in der Welt zulassen und vor allem belassen konnten. Die Götter schienen doch in ihrem Wirken allmächtig und allwissend zu sein. So wundert der Schluss, Archabanod habe gegen den Willen der Götter im Geheimen gehandelt freilich nahe. Was aber all jene übersahen, die sich zu dieser These hinreißen ließen: Wenn dem so gewesen war, warum machten die Götter diese Handlungen nicht rückgängig und warum finden sich in den Überlieferungen der Elben und Zwerge sowie den diversen Völkern der Menschen ähnliche Erzählungen? Es liegt daher nur ein Schluss nahe: Die Götter waren sich der Handlungen der Schwarzen Flamme bewusst und ließen sie geschehen. Denn ebenso wie Archabanod hatten sie erkannt, dass die Harmonie, welche von ihrer eigenen Ordnung und ihrer eigenen Art zu stammen schien, am Ende nur Stillstand und Ende bedeutet hätten. So ließen sie Archabanod gewähren, denn zu dieser Zeit stand er noch für die Veränderung und die Entwicklung.
Wenn dies aber stimmt, so bleibt immer noch ein Punkt offen: Wussten sie nicht, was daraus erwachsen würde? Ich behaupte, sie wussten es, so wie sie schon immer wussten, wie die Welt sich entwickeln würde. Vielleicht nicht in allen Details und nur als verschwommenes Bild, doch deuten alle Überlieferungen darauf hin - auch die des Imperiums - dass ein geschlossenes Bild unserer Welt von Anbeginn an bestand, ein Traumgespinnst, wenn man es so möchte und dass den Göttern das mögliche Ende also bekannt war. Die Götter, auch Archabanod, wussten, welche Rollen sie zu erfüllen hatten, denn sie können nicht gegen ihr Wesen handeln. Sie alle können das Geschehen der Welt nur aus ihrer Sicht her sehen und beeinflussen, bleiben aber auf ihre Domänen beschränkt. Die Götter selbst sind also dem Schicksal unterworfen und haben nur bedingt einen eigenen Willen. Auch wenn Archabanod fällt und verdorben wird, geschieht das nicht, weil er es möchte, sondern weil es in seiner Natur liegt. Wenn die Götter also nun die Gaben der Schwarzen Flamme bei den Sterblichen belassen haben, dann taten sie dies auch, um uns das zu gewähren, was sie in dieser Form nicht haben: den freien Willen! Sie geben uns damit die Möglichkeit, unser eigenes Leben zu leben und die Welt zu gestalten. Wir, die wir aus der Welt selbst geboren wurden, können diese auch beeinflussen und ihr Schicksal - und damit das der Götter - beeinflussen. Es wundert daher nicht, dass alle Götter unsere Verehrung wünschen und dass wir gemäß ihren Idealen handeln, denn tun wir dies, so verändern wir auch die Welt in ihrem Sinne und geben ihnen die Möglichkeit, das Schicksal zu ihren Gunsten zu verschieben. Es liegt also an uns, wie gravierend und einschneidend die Veränderungen am Ende der Zeit sein werden, denn wir sind die Handlanger der Götter auf Erden.

Die Befreiung von der eigenen Schuld

Von Wilhelm von Lodenheim

Es mag Stimmen geben, welche die Sterblichen zur eigenen Verantwortung erziehen wollen und sie als Werkzeuge der Götter betrachten. Doch seien wir ehrlich: brauchen die Götter uns denn als ihre Werkzeuge? Sie, die allmächtig und allwissend sind? Ich möchte nicht in Frage stellen, dass sie Archabanod gewähren ließen, doch taten sie das aus einem anderen Grund, als uns den Freien Willen zu geben. Sie taten dies, um uns von aller Schuld freizusprechen. Denn wenn unser Weg, unsere Natur vorbestimmt sind, so ist es nicht an uns, ihn zu ändern, denn es ist der Wille der Götter. Es ermöglicht uns, ohne Sorgen zu leben, zu wissen, dass wir, wenn wir nur fest genug den Göttern vertrauen, selbst Erlösung finden werden, denn sie werden all unser Handeln verstehen und als das erkennen was es nach ihrem Willen ist: vorgegeben. So bleibt uns nur, den Göttern zu huldigen, sie zu loben und zu ihren Ehren zu handeln, denn sie alleine haben die Macht, unser Schicksal zu ändern und so sie dies nicht tun, mag das seine Gründe haben.
Es ist also vermessen, gegen diese Vorbestimmung aufzubegehren, wenn nicht sogar ein Frevel wider die Götter, denn bedenket dies: Wenn Ihr Schlechtes tut, werdet Ihr es trotzdem wissen und Ihr vollführt trotzdem den Willen der Götter, denn Ihr dient all jenen als Beispiel und Mahnung, solltet Ihr dem Wege Archabanods folgen, die an die Götter glauben und in ihrem Namen Gutes tun. Denn sehet! Hätten die Götter einen anderen Weg als den zur Verdammnis für Euch vorgesehen, so hätten sie ihn Euch eröffnet und Euch aus dem Wirken der Schwarzen Flamme befreit. Wenn sie dies aber nicht tun, so akzeptiert dies und folgt diesem Wege ohne Gram, denn vielleicht büßet Ihr nur für einen Eurer Ahnen und helfet so seiner Seele.


Zweck

Dies ist die überarbeitete Fassung, unter Berücksichtigung der Ansichten von Gelehrten aus dem Westen Drekalions, des Mythos über die Entstehung der sterblichen Völker in Drekalion.

Document Structure

Vorbehalte

Die Verfasser dieses Manuskripts übernehmen keine Garantie auf Vollständigkeit und Korrektheit dieser Darstellung des göttlichen Wirkens.

Referenzen

Über die Entstehung der Götter
Vom Fall Archabanods
Über die Entstehung der Welt
Über das Entstehen der Tiere und Pflanzen

Veröffentlichungsstatus

Das Manuskript ist öffentlich zugänglich, fasst es die doch meist anerkannte Zusammenfassung über die Entstehung der Sterblichen zusammen. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere, revidierende oder abweichende Abschriften und Interpretationen gibt.

Historical Details

Hintergrund

Diese Abhandlung wurde maßgeblich von der Sichtweise der in den Westlichen Reichen vorherrschenden Vorstellungen der göttlichen Schöpfung verfasst. Eingeflossen sind weiter die Interpretationen der Elben als auch die Erzählungen der Zwerge. Anerkannt wird diese Schrift auch in den Regionen, die Loros untertan sind. Einzig das Imperium von Rodnas weigert sich, alle Punkte anzuerkennen.
Es stellt den Versuch dar, eine für uns Sterbliche sinnvolle Erklärung über unsere Entstehung und die Gestaltung unseres freien Willens darzulegen und zu erörtern.

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Die Autoren
Castus Junius Strabo:
Geboren im Imperium von Rodnas, wanderte er nach seinem Studium der alten Schriften über die Götter und ihr Wirken durch den Westen Drekalions und lernte dort unterschiedliche Ansichten über die Götter und den Glauben kennen. Dadurch entwickelte er die These, es sei der Willen der Götter gewesen, dass Archabanod seine Gaben verteilen durfte, da nur auf diesem Wege der Freie Wille unter die Sterblichen kommen konnte. Jeder sei damit selbst in der Lage, zu entscheiden, welchem Weg er folgen wolle. Diese Lehren sind inzwischen im Imperium verboten, Castus Junius Strabo wurde post mortem mit der Excommunication belegt.

Wilhelm von Lodenheim: Aus dem Umland von Loros stammend folgt er eine fatalistischen Ansicht über das Wirken der Götter. Abgekürzt kann man behaupten, er sieht die Schuld an allem was passiert, bei den Göttern und spricht den Sterblichen von jeder Schuld frei. So sei es dem Menschen nicht möglich, gegen den Willen der Götter zu handeln und sei es, dass er den Gaben Archabanods nachgibt. Das Handeln der Sterblichen ist damit vorhergesehen und unverrückbar.

Typ
Manuscript, Religious
Medium
Paper
Erstellungsdatum
852 n. G.
Ratifizierungsdatum
862 n. G.

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