Leseprobe "Die Edelsteinakolythin"
"Die Edelsteinakolythin" ist als Taschenbuch und E-Book bei Amazon erhältlich. Mit Kindle Unlimited kann man es kostenlos lesen.
Mit einem breiten Grinsen stand Glandera vor den Türen des Speisesaals und atmete tief durch. Zum zwölften Mal an diesem Morgen hob sie ihr linkes Handgelenk auf Augenhöhe und betrachtete den Armreif. Nein, es war kein Traum gewesen: Gestern Abend hatte sie Ferron als ihren Meister ausgewählt und eingewilligt, sich für mindestens zehn Jahre in der Magierakademie der hohen Künste zu Chattenberg zur Erdmagierin ausbilden zu lassen. Sie war jetzt eine Akolythin und hatte sich fest vorgenommen, eine fleißige Schülerin zu sein.
Voller Ehrfurcht strich sie mit ihren Fingerspitzen über das Artefakt, welches Ferron eigens für sie angefertigt hatte. Die gefalteten Lagen aus Edelmetall sahen aus wie die Ringe eines Baumes und in ihrer magischen Sicht leuchtete es blauviolett. Noch immer konnte sie es nicht fassen, dass sie ihre Ängste vor den Magiern überwunden hatte.
Schwungvoll öffnete sie die Tür. Glandera konnte es kaum erwarten, ihr neues Leben als Akolythin zu beginnen. Allein der Gedanke, Ferron wiederzusehen, ließ die Schmetterlinge in ihrem Bauch aufflattern.
Im Speisesaal durchdrangen Unterhaltungen in unzähligen Sprachen und Dialekten den Raum, während sich die Magier ihre Erlebnisse vom Wochenende schilderten. Es roch nach frisch gebrühtem Kaffee und ein Bediensteter füllte die Schüssel mit Rühreiern auf. Mit vollem Teller lief Glandera auf die Terrasse und schaute sich nervös um. Ferron saß nicht an seinem Stammplatz, doch sie erblickte Furio. Sie errötete, als sie an ihre letzte Begegnung dachte, und schritt zu ihm an den Frühstückstisch.
„Ciao Bella, wie war dein Wochenende?“ Der Feuermagier stand auf und begrüßte sie mit zwei Wangenküssen. Er grinste sie breit an und seine sonst braunen Iriden flackerten rot auf.
„Guten Morgen, Furio. Bis auf Freitag war es sehr ruhig.“ Glandera strich sich eine Strähne hinter das Ohr. Ihr wurde heiß bei der Erinnerung, wie der Sizilianer mit ihr den Ausbruch des Ätna angesehen hatte. In sicherer Entfernung hatte er seine Feuer- mit ihrer Erdmagie verbunden, um das Ereignis zu beobachten. Zeitgleich mit der Eruption des Vulkans hatte er ihr magisch einen Höhepunkt geschenkt. Melody hatte recht gehabt: Er war ein wundervoller Liebhaber. Doch anschließend hatten Furios Eltern und Ferron davon erfahren. Die darauffolgende Diskussion verdrängte sie lieber aus ihren Gedanken.
„Glandera!“, hallte ihr Name durch den Saal. Als sie aufsah, winkte ihr Melody heftig zu und deutete ihr an, sie solle ihr einen Platz freihalten.
Mit einer Schüssel voller Müsli und Obststückchen setze sich die Wassermagierin zu ihnen. Sie drückte ihre neue Freundin an sich, wobei ihr Blick direkt auf den Armreif fiel. „Herzlichen Glückwunsch. Wann hast du dich entschieden?“
„Gestern Abend“, erklärte Glandera freudestrahlend.
Furio schmunzelte. „Dann wird dich Ferron wohl heute durch die Arena jagen.“
Glanderas Kopf schnellte zu ihm herum. „Warum das denn?“
„Dein Schutz hat oberste Priorität. Nach Freitag umso mehr. Nur so eine Vermutung“, antwortet Furio zwinkernd.
Melody legte die Hand auf Glanderas Arm und ihre Iriden änderten blitzartig die Farbe. Ihr Blick wechselte zwischen ihrer Freundin und Furio hin und her. „Erzählt, was habe ich verpasst?“
„Lieber nicht“, winkte Glandera lachend ab.
„Wir haben dem Ausbruch zugeschaut, was sonst?“, erklärte der Sizilianer schmunzelnd und zuckte mit seinen Schultern.
„Tut nicht so unschuldig.“ Die Augen der Wassermagierin wurden schmal. „Ich werde es schon noch erfahren.“
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Glandera
Mit einem breiten Grinsen stand Glandera vor den Türen des Speisesaals und atmete tief durch. Zum zwölften Mal an diesem Morgen hob sie ihr linkes Handgelenk auf Augenhöhe und betrachtete den Armreif. Nein, es war kein Traum gewesen: Gestern Abend hatte sie Ferron als ihren Meister ausgewählt und eingewilligt, sich für mindestens zehn Jahre in der Magierakademie der hohen Künste zu Chattenberg zur Erdmagierin ausbilden zu lassen. Sie war jetzt eine Akolythin und hatte sich fest vorgenommen, eine fleißige Schülerin zu sein.
Voller Ehrfurcht strich sie mit ihren Fingerspitzen über das Artefakt, welches Ferron eigens für sie angefertigt hatte. Die gefalteten Lagen aus Edelmetall sahen aus wie die Ringe eines Baumes und in ihrer magischen Sicht leuchtete es blauviolett. Noch immer konnte sie es nicht fassen, dass sie ihre Ängste vor den Magiern überwunden hatte.
Schwungvoll öffnete sie die Tür. Glandera konnte es kaum erwarten, ihr neues Leben als Akolythin zu beginnen. Allein der Gedanke, Ferron wiederzusehen, ließ die Schmetterlinge in ihrem Bauch aufflattern.
Im Speisesaal durchdrangen Unterhaltungen in unzähligen Sprachen und Dialekten den Raum, während sich die Magier ihre Erlebnisse vom Wochenende schilderten. Es roch nach frisch gebrühtem Kaffee und ein Bediensteter füllte die Schüssel mit Rühreiern auf. Mit vollem Teller lief Glandera auf die Terrasse und schaute sich nervös um. Ferron saß nicht an seinem Stammplatz, doch sie erblickte Furio. Sie errötete, als sie an ihre letzte Begegnung dachte, und schritt zu ihm an den Frühstückstisch.
„Ciao Bella, wie war dein Wochenende?“ Der Feuermagier stand auf und begrüßte sie mit zwei Wangenküssen. Er grinste sie breit an und seine sonst braunen Iriden flackerten rot auf.
„Guten Morgen, Furio. Bis auf Freitag war es sehr ruhig.“ Glandera strich sich eine Strähne hinter das Ohr. Ihr wurde heiß bei der Erinnerung, wie der Sizilianer mit ihr den Ausbruch des Ätna angesehen hatte. In sicherer Entfernung hatte er seine Feuer- mit ihrer Erdmagie verbunden, um das Ereignis zu beobachten. Zeitgleich mit der Eruption des Vulkans hatte er ihr magisch einen Höhepunkt geschenkt. Melody hatte recht gehabt: Er war ein wundervoller Liebhaber. Doch anschließend hatten Furios Eltern und Ferron davon erfahren. Die darauffolgende Diskussion verdrängte sie lieber aus ihren Gedanken.
„Glandera!“, hallte ihr Name durch den Saal. Als sie aufsah, winkte ihr Melody heftig zu und deutete ihr an, sie solle ihr einen Platz freihalten.
Mit einer Schüssel voller Müsli und Obststückchen setze sich die Wassermagierin zu ihnen. Sie drückte ihre neue Freundin an sich, wobei ihr Blick direkt auf den Armreif fiel. „Herzlichen Glückwunsch. Wann hast du dich entschieden?“
„Gestern Abend“, erklärte Glandera freudestrahlend.
Furio schmunzelte. „Dann wird dich Ferron wohl heute durch die Arena jagen.“
Glanderas Kopf schnellte zu ihm herum. „Warum das denn?“
„Dein Schutz hat oberste Priorität. Nach Freitag umso mehr. Nur so eine Vermutung“, antwortet Furio zwinkernd.
Melody legte die Hand auf Glanderas Arm und ihre Iriden änderten blitzartig die Farbe. Ihr Blick wechselte zwischen ihrer Freundin und Furio hin und her. „Erzählt, was habe ich verpasst?“
„Lieber nicht“, winkte Glandera lachend ab.
„Wir haben dem Ausbruch zugeschaut, was sonst?“, erklärte der Sizilianer schmunzelnd und zuckte mit seinen Schultern.
„Tut nicht so unschuldig.“ Die Augen der Wassermagierin wurden schmal. „Ich werde es schon noch erfahren.“
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