Thu 1st Jan 2026 06:27

Schattenlande Feldbericht 5

by "Knight under His Wings" Ilam del Rayo

Den desertierenden Kombattanten werfe ich einen geladenen Speer hinterher, der diese zwar erwischt, aber nicht niederstreckt. Da ich mich auf die Rückkehr des Nekromanten in unsere Dimension vorbereiten muss, weise ich Pharyn an, sich um die beiden zu kümmern. Pharyn führt die Anweisung nicht aus, lässt die Menschen fliehen, und lügt offen darüber. Über diesen blatanten Akt der Insobordination wird Venxaroncas bei unserer Rückkehr zu richten haben.
Rénirièl kehrt mit der gefangenen Druidin zurück, die uns darüber aufklärt, dass der Schwachpunkt des Untoten dessen Rune auf der Brust sei. Rénirièl nimmt eine Handaxt von ihr entgegen, um den entsprechenden Teil des Brustkorbs einzuschlagen. Der Nekromant kehrt zurück, ich fixiere ihn, damit sie ihrem Werk nachgehen kann. Die Axt scheint weder der Rune noch dem Hals des Untoten sonderlich Schaden zuzufügen, aber ein paar wohlplatzierte Stiche meines Dreizacks und gesegnete Blitze aus Rénirèls Schwert lassen den Brustkorb samt Rune implodieren und den Leichnam endlich leblos in sich zusammensacken. In dieser Zeit erheben sich auch unsere Pferde von den Toten, sacken aber wieder in sich zusammen, als der Nekromant endlich den Geist aufgibt.
 
Eine Befragung der Druidin ergibt, dass sie und die anderen sich dem Schatten angeschlossen haben, weil sie Venxaroncas die Schuld für dessen Widerstand gegen die aufkommende Dunkelheit und der Zerstörung ihrer Gemeinschaften geben, die bei dessen Kampf ins Kreuzfeuer geraten waren. In einem weiteren Akt der Häresie stellt sie die göttliche Erhabenheit des Bronzewyrms mit der des Schattenunholds auf eine Stufe und lässt irgendeinen Druiden-Wirrwarr von sich, dass die Natur der Welt für eine Art Gleichgewicht sorgen würde, wenn eine Macht zu groß werde, um dieser Macht eine gleich große, komplementäre Macht entgegenzustellen. Das wird es ihr und ihresgleichen sicher leichter machen, sich weniger schuldig zu fühlen, dass sie sich dem Drachen widersetzen; dieser Unsinn ist allerdings unhaltbar, da man damit jedweden Widerstand gegen eine objektiv gute Entwicklung entschuldigen kann. Die Druidin nimmt es uns auch übel, dass wir (in diesem Fall Pharyn) ihren fuchsähnlichen Begleiter - in ihren Worten - unprovoziert vernichtet und angeblich selbst die Kampfhandlungen iniziiert hätten, was offensichtlich nicht stimmt.
Ich lasse Rénirièl das Urteil über sie fällen. Vielleicht haben die Vorkommnisse und die offensichtliche Gotteslästerung ihr genug Erfahrung mit den Feinden Venxaroncas' eingebracht, dass sie endlich dem Beispiel ihrer Mutter folgen und gerechte, von unnötiger Milde verschonte Richtsprüche tätigen kann. Diese Hoffnung bleibt leider unerfüllt, lässt sie die Frau doch ohne weitere Strafe ziehen, mit der Bedingung, uns nicht mehr im Wege zu stehen. Ich werde ihr Urteil nicht durch meine eigenen Taten unterminieren, empfehle aber, ihr solche Befehlsgewalt nach unserer Mission nicht wieder zu übergeben.
 
Pharyn löscht das unheilige Leuchtfeuer, ich sammle meinen Speer wieder ein (wobei Arystan mich zur Form der Rune auf der Brust des Untoten ausfragt), wir befragen den Geist des Nekromanten (ohne neue Erkenntnisse) und wir ziehen weiter. Nach kurzer Zeit erreichen wir eine Stelle, an der die Magier unter uns erspüren, dass andere Leylinien in Reichweite sind und an einem Punkt nur wenige Wegstunden voraus konvergieren. Um unsere Kräfte für diese letzte Etappe und das Ritual zu sammeln, rasten wir hier. Die Zeit vergeht ereignislos, allerdings ergibt sich aus dem letztmaligen Studium der Aufzeichnungen des Rituals betreffend, dass möglicherweise einer der Zauberwirkenden darin mit der Schattenkreatur eingeschlossen werden könnten, das Ritual über fast eine Minute aufrechterhalten werden muss (allerdings kann man sich bei der Wirkung des Zaubers abwechseln, wenn die Konzentration dabei aufrechterhalten und erfolgreich weitergegeben werden kann) und die Beendigung nur erfolgen kann, wenn die Kreatur sich dabei in Wirkreichweite des Zaubers befindet.