Leszer-Puppe

"Du musst vor der Finsternis keine Angst haben, mein Schatz, im Gegenteil. Die Dunkelheit beschützt uns, ist unser Freund. Wie uns die Leszer damals beschützten. Und schau mal, was ich hier für dich habe. Einen kleinen Beschützer, nur für dich."
Mutter zu ihrem Kind.
   
Die Ursprünge der Leszer-Puppen liegen in der positiven Rolle, die diese Art der Finsterelementare für die menschlichen Gefolgsleute der Ardmenes damals in der gewandelten Finsterschlucht ausübte. Sie erinnern die Gefolgsleute des Azmaer an den Schutz, den die Dunkelheit ihnen bietet und sind auch daher die einzige Stoffpuppe, die Anhänger des Azmaer in Beliazar jemals erhalten. Dafür wird sie in jungen Jahren umso mehr geliebt.
 

Materialien und Herstellung

 
Die Machart der Puppen ist sehr unterschiedlich und so sind es die Materialien und Komponenten, der Herstellungsprozess und die benutzten Werkzeuge. Gemein ist allen, dass die Puppen meist von Laien, nicht Handwerkern in der Familie selbst hergestellt werden.   Ursprünglich handelte es sich einfach um schwarze Stoffreste, die mit Wolle oder weiterem Stoff, selten Heu ausgestopft und mit lila Nähten verziert wurden.   In Beliazar setzte sich dann zunächst schwarzer Wollstoff durch, der weiter mit Wolle, teils schon mit Albenwatte gefüllt war.   Um das Jahr 100.000 AZD dominieren zwei Fertigungsarten.   Zum einen wird schwarzer Alben oder Damzen um ein Woll-/Albenwatte-Gemisch gehüllt und auf dieses Mund und Augen gestickt.   Zum anderen wird die Puppe gehäkelt und dann mit weicher mit Albenwatte gefüllt. Auch hier werden Mund und Augen gestickt, wenn zuweilen für die Augen auch Glas zur Verwendung kommt. Gehäkelte Puppen sind generell beliebter.   Bei den Belarmern des Azmaer, den Ardmenecessil, herrschen die gehäkelten Puppen vor, die neben der typischen Naht für den Mund mit runden Kristallen für die Augen verziert werden. Diese werden zudem verzaubert, so dass sie im Dunkeln wirklich leuchten können wie die Augen der Leszer damals.

History

Die ersten Leszer-Puppen ging auf den Umstand zurück, dass auch Kinder von Gefolgsleuten von Ardmenes einen Vertrauten, aber auch Anvertrauten, ja generell Liebe und Geborgenheit benötigen - selbst wenn dies abseits von Loyalität später eher als Schwäche betrachtet wird. Allerdings war es schwierig, hierfür etwas zu finden, was zum einen glaubenskonform war, also keine Symbolik anderer Götter darstellte und zum anderen nichts von der eigenen Symbolik unangemessen verniedlichte.   Lange blieben Kissen oder Decken das einzige, was man Kindern mitgeben konnte bis sich im Krieg der Götter die Gegend der Finsterschlucht und die Umgebung zu verändern begannen, was zu mehr und mehr Leszer in der Umgebung führte, die aus der Sphäre der Rache und Finsternis nach Yenort schlüpften. Diese Finsterelementare, nicht viel mehr als belebte Finsternis, jagten insbesondere den mitreisenden Kindern zu Beginn Angst ein bis die Priester der Ardmenes die Idee, dass die Finsternis ihr Freund und Verbündeter war, auch in ihnen weit genug festigen konnten. Dies gelang auch dadurch, dass diese niedersten Finsterelementare wirklich absolut harmlos, höchstens unbewaffnete Späher von geringer Größe sind.
 
Beschützende Leszer
 
Als einer der Priester auf die Idee kam, die Leszer als Beschützer und Gefährten, ja Führer in der Finsternis betrachten zu lassen und auch einzusetzen, war der Bann endgültig gebrochen. Die eher neugierigen, wenn auch wenig intelligenten Finsterelementare hatten kein Problem, insbesondere bei den Menschen zu verbleiben, die von allen Gefolgsleuten von Ardmenes am wenigsten an die Finsternis angepasst waren, und diese durch ebenjene Finsternis und Halbfinsternis zu führen, wenn die Menschen dafür so wenig schlechtes Licht wie möglich einsetzten. Die lila flammenden Augen und der Mund geleiteten so für lange Zeit durch das Gebiet und wurden ein ständiger Vertrauter der Menschen.   Als gegen Ende des Krieges wegen der Schaffung der Aeraratarim die Finsterschlucht um 74.400 AZD aufgegeben wurde endete die Partnerschaft mit den Finsterelementaren, die auf Grund der Tödlichkeit von Licht für diese in dem Gebiet zurück blieben, während die Menschen und die eigentliche Streitmacht aus der Sphäre der Rache und Finsternis fortzogen.   In dieser Zeit begannen die Eltern ihren Kindern Leszer-Puppen herzustellen, teils einfach schwarzer ausgestopfter Stoff, teils auch gehäkelt und anderes. Sie sollten den Kindern, die die Finsternis nicht mehr als Schutz kennen gelernt hatten, daran erinnern, dass für sie die echte Finsternis ein Schutz ist und ihnen nichts passieren kann, wenn sie nur ihrer Göttin treu sind.   Der Brauch wurde beibehalten und fortgeführt, wo auch immer sich nichtpriesterliche Gefolgsleute der Ardmenes, später des Azmaer offen zeigen können. Nach dem Untergang von Xundushar und der immer weiter voranschreitenden Verweltlichung Yenorts nach dem Krieg sind diese Puppen heutzutage nur noch in Beliazar in Gebrauch - wenn inzwischen auch angepasst mit roten Augen und Mund, nachdem sich das Aussehen der Leszer mit der Machtübernahme Azmaers änderte.
Kinder der Cesis und Leszer-Puppen
 
"Ich hätte mich auch über so eine Puppe gefreut damals. Aber ja, für ein Leben auf Reisen außerhalb Beliazars eignet sie sich natürlich nicht."   "Abgesehen davon kannst du im Dunkeln sehen und weißt ganz genau, dass die Dunkelheit nicht nur "unser Freund", sondern sogar unser Leben ist. Außerdem wolltet ihr Dämonen sein, also verhalte dich auch so. Bis zwei hast du normal gelebt. Das ist mehr als genug."
 
Zahirr zu Elmir Dazes.
 
Die Kinder der Cesis nutzen für gewöhnlich keine Leszer-Puppen. Das liegt zum einen daran, dass sie durch viele Regionen unerkannt reisen und eine Leszer-Puppe trotz der relativen Popularität der Leszer der außerhalb des Terekil meist sonderbar, gar verdächtig wirkt, so dass hierfür ohnehin nur Beliazar in Frage käme, und zum anderen die Argumente, die bei Menschen zur Verbreitung der Puppen führten, einfach nicht zutreffen.   Die allermeisten Kinder der Cesis können im Dunkeln sehen und profitieren sogar von Finsternis, so dass niemand gebraucht wird, der durch die Dunkelheit lotst oder in dieser beisteht. Davon abgesehen kommen die allermeisten stattdessen im Licht nicht wirklich gut zurecht, so dass Dunkelheit im Gegenteil sogar notwendig ist.   Schließlich werden sie als Abkömmlinge eines Dämons betrachtet - was soweit zutrifft - und Dämonen brauchen derartiges nach weit verbreiteter Ansicht nicht.

Bedeutung

Die Puppen sind eine Erinnerung für die Gefolgsleute des Azmaer, dass die Finsternis ihnen wohl gesonnen ist, ja, ihnen sogar hilft und sie beschützt, solange sie die Finsternis ehren. Durch diese Stellung konnten sich Puppen sogar unter den Gefolgsleuten dieses Gottes etablieren, der sonst nur sehr bedingt für Schutz und Geborgenheit, ja Freude steht.
 
Der Leszer-Kult
 
Darstellungen und Nachahmungen von Leszer sind insbesondere unter Azmaer-Anhängern insgesamt außerordentlich beliebt.   Man findet sie häufig als Glücksbringer oder als Amulett, insbesondere auf Kinderbekleidung zuweilen auch als Stickerei, um die schlimmeren Seiten der Finsternis abzuhalten. Aber auch unter der übrigen Bevölkerung Yenorts haben Leszer keinen schlechten, höchstens einen lästigen Ruf, was daran liegt, dass sie sich häufig in lange dunklen Ecken einnisten können und von dort weitere Dunkelheit verbreiten oder schlicht stören können.   Am Tag des Todes, Terekil, und der Festwoche zuvor, die beide mit Tod und Finsternis in Verbindung gebracht werden, kommt ihnen häufig die muntere Verkörperung der Finsternis zu, die den ganzen Festakt auflockert. Insbesondere in großen Städten werden hierzu häufig Kinder als Leszer verkleidet, die dann allerlei Schabernack anstellen oder auch nur einfach munter durch die Gegend toben dürfen. Zusätzlich werden sie dann häufig mit Süßem oder anderen Leckereien bedacht, um einem die Gunst der Finsternis in der finsteren Jahreszeit zu sichern.
Inhaltsverzeichnis
 
Gegenstandsart
Toy
Creation Date
ca. 74.400 AZD
Zugehörige Ethnien
Seltenheit
Außerhalb von Beliazar sind Leszer-Puppen kaum zu finden und finden höchstens an Tarekil Verwendung. Aber auch in Beliazar werden sie beinahe ausschließlich von Anhängern des Azmaer benutzt. Häufig werden die Puppen dabei in der Familie selbst hergestellt, sofern sie nicht generationenweise weiter gegeben werden, und nur selten als Auftragsarbeit nach draußen vergeben.
Gewicht
variiert je nach Material, häufig zwischen 50 und 150 g.
Maße
18-36 cm hoch, 10-20 cm breit, 7-14 cm tief
Grundpreis
unterschiedlich 1 - 200 Aselum


Cover image: Leszer-Puppe by Secere Laetes

Kommentare

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5 May, 2022 08:55

Was eine liebliche Tradition um die Verbündeten der Vergangenheit zu ehren :3

Creator, artist and writer of the science fantasy world Kingsmaker
7 May, 2022 18:56

Danke ^^. Außerdem ein gutes Beispiel dafür, dass auch Gefolgsleute böser Götter auch Menschen sind imo.