Pionierschiff

Pionierschiffe sind die ersten Schiffe, die das Novum-System erreicht haben.  

Mission

  Nachdem die Menschheit einen Weg gefunden hatte, den Hyperraum zu durchqueren und damit de facto schneller als das Licht zu reisen, entschloss sie sich, die stellare Nachbarschaft zu erkunden. Mit der neuesten Fernerkundungstechnik wurde fieberhaft nach Welten gesucht, die vielversprechende Ziele für eine Besiedelung oder gar mögliche Erstkontaktaufnahme waren.   Es wurden mehrere Kolonie- und Pionierschiffe gebaut. Die Pionierschiffe sollten den Kolonieschiffen vorauseilen und das jeweilige Zielsystem erkunden und gegebenenfalls auf die Ankunft der Kolonieschiffe vorbereiten.   Im Konkreten sollten die Pionierschiffe das System dahingehend untersuchen, ob
  1. es bewohnbar ist,
  2. es bewohnt ist,
  3. die Bewohner friedfertig sind und
  4. welchen technologischen Stand sie haben.
Typ:Raumschiff
Aufgabe:Erkundung
Antrieb:Hyperraum, Sublicht
Besatzung:mind. 5
Hersteller:Erde
besonderes Merkmal:optimiert für Erforschung und Erkundung
Die Untersuchung der Bewohnbarkeit schloss in erster Linie die Erkundung der potenziell lebensfreundlichen Planeten im Zielsystem ein. Der oder die Planeten sollten kartiert und chemisch analysiert werden. Auch auf Plattentektonik und Vulkanismus wurden sie untersucht.   Wenn eine der Welten unbewohnt und für Menschen lebensfreundlich war, sollte das Pionierschiff potenzielle Landezonen für die Kolonieschiffe finden und bereits erste Installationen etablieren.   War das System hingegen bewohnt, sollte die Mannschaft der Schiffe eine Gefahrenabschätzung vornehmen und gegebenenfalls einen freundlichen Erstkontakt herstellen. War die einheimische Zivilisation nicht freundlich, so sollte das Pionierschiff die Ankunft der Kolonieschiffe dahingehend vorbereiten, dass es ohne Weiteres seine Reise zu einem Sekundär-Zielsystem fortsetzen konnte.  

Aufbau und technische Ausstattung

  Pionierschiffe sind alle unterschiedlich aufgebaut. Jedoch haben sie einige Ausstattungsmerkmale gemein.   Jedes Schiff ist sowohl für Reisen in Schwerelosigkeit als auch für atmosphärische Flüge in Schwerefeldern geeignet, was eine gewisse aerodynamische Form zur Folge hat. An ihren Seiten haben sie mehrere Rotortriebwerke, die für Auftrieb sorgen und ein senkrechtes Starten und Landen auf einer Planetenoberfläche ermöglichen.  

Antriebstechnik

  Der Austrittspunkt aus dem Hyperraum liegt, zur Sicherheit vor etwaigen Bewohnern, außerhalb des Planetensystems. Das bedeutet, dass die Besatzung den Großteil ihrer Reisezeit im planetaren Raum, das heißt, außerhalb eines Schwerefelds, verbringt. Die Schiffe sind daher mit Antrieben ausgestattet, mit denen sie die Distanz zu den Planeten schnellstmöglich überbrücken können. Die erste Hälfte der Reise beschleunigen die Schiffe mit angenehmen 1g. Nach der Hälfte der Reisezeit drehen sich die Schiffe um und beschleunigen in die Gegenrichtung, wodurch sie ihre Relativgeschwindigkeit zu ihren Reisezielen verringern.   Für die interstellare Reise besitzen Pionierschiffe Hyperraumsprungspulen. Diese sind als offene Ringkonstruktionen über den gesamten Rumpf der Schiffe angeordnet. Nach der Ankunft im Zielsystem werden die Spulen nur dann wieder benötigt, wenn das Schiff das System wieder verlassen muss, etwa weil es entgegen der Missionsvermutung doch keine bewohnbaren Planeten oder eine feindselige einheimische Zivilisation gibt. Inaktive Hyperraumsprungspulen werden nach innen in den Rumpf des Schiffs hineingezogen, um für einen Atmosphäreneintritt eine möglichst glatte Oberfläche zu erzeugen.  

Innenräume

  Die Kernbesatzung ist während der interplanetaren Reise wach und bedient das Schiff. Dabei nutzt sie die Beschleunigung des Schiffs als künstlichen Gravitationsersatz. Die funktionalen Innenräume der Schiffe sind zwar omnidirektional gestaltet. Das heißt, alle Wände eines Raumes sind mit Instrumenten oder Kontrollschirmen ausgestattet. Fehlt die Beschleunigung, beispielsweise bei Manövern oder besonders im Kampf, muss die Besatzung auch ohne Orientierung zurechtkommen. Außerdem kann durch die omnidirektionale Anordnung Platz eingespart werden, weil pro Kubikmeter Raum mehr Geräte untergebracht werden können.   Die Quartiere sind, aufgrund der langen Flugzeit in Beschleunigungsrichtung orientiert, sodass die Decke eines Raumes beim Beschleunigen in Flugrichtung und beim Abbremsen entgegen der Flugrichtung orientiert. Durch diese Anordnung kann die Besatzung die Beschleunigung effizient und angenehm nutzen und körperliche Schäden aufgrund langer Zeit in Schwerelosigkeit werden vermieden. Die Lagerräume sind jedoch um 90° gegenüber der Flugrichtung gedreht. Die Besatzung greift auf die in den Lagerräumen gelagerten Waren vor allem dann zu, wenn das Schiff bäuchlings auf einer Oberfläche gelandet ist und die Waren tatsächlich benötigt werden.   Unter der mitgeführten Ausrüstung befinden sich mobile Wohneinheiten, Hydroponiken, Wasseraufbereitungsanlagen und Vorräte für ein Jahr. Außerdem transportieren Pionierschiffe einiges an Ressourcen und Werkzeugen, mit denen die Ankunft und die Landung der Kolonieschiffe vorbereitet werden sollte. Im Gegensatz zu den Pionierschiffen sind Kolonieschiffe nur dazu konstruiert, auf einem Planeten zu landen. Ein Start war nicht vorgesehen und hätte aufgrund des extrem hohen Eigengewichts auch nicht funktioniert.  

Sensorik

  Zur Aufklärung und Fernerkundung sind Pionierschiffe mit einer sehr potenten Sensoranlage ausgestattet. Diese kann schon aus großer Entfernung hochauflösende Spektralanalysen der Planetenatmosphären durchführen und nach Bio- und Civilmarkern suchen. Außerdem kann die Besatzung das System mit einer leistungsstarken Radaranlage abtasten. Bordteleskope dienen der optischen Fernerkundung.   Je näher das Schiff seinem Ziel kommt, desto genauer werden auch die Messergebnisse. Aus dem Orbit heraus können Pionierschiffe die Planetenoberfläche mit SAR mit einer Genauigkeit im cm-Bereich vermessen. Darüber hinaus können kleine autonome Dronen auf die Oberfläche abgeschossen werden, die den Untergrund und gegebenenfalls etwaige Flora und Fauna untersuchen.  

Bewaffnung

  Wenn ein Pionierschiff auf aggressive Einheimische trifft, kann es sich in begrenztem Maße verteidigen. Moderne Schiffe sind mit drei Arten von Waffen ausgestattet.   Als Erstes wird eine Waffe mit extremer Reichweite eingesetzt. Das kann beispielsweise eine Railgun, ein Gauss-Geschütz oder eine Langstreckenrakete sein. Mit dieser Art Waffen werden Ziele aus einer Distanz von Hunderten von Metern angegriffen. Kanonen haben bei einer solchen Reichweite den Nachteil, dass es entsprechend schwierig ist, das Ziel zu treffen. Im Vergleich zu Raketen kann das Schiff häufig jedoch deutlich mehr Munition mit sich führen.   Die Hauptbewaffnung von Pionierschiffen kann aus kinetischen oder energetischen Geschützen und Raketen mit mittlerer Reichweite bestehen. Diese Waffen haben eine deutlich höhere Zielgenauigkeit, sind aber auch regelmäßig deutlich schwächer. Sie sind vor allem dazu gedacht, gezielt Subsysteme zu beschädigen, um die Chance auf Flucht zu erhöhen.   Letztendlich verfügen Pionierschiffe in der Regel auch über Defensivwaffen, die dazu gedacht sind kleinere Körper wie etwa Raketen abzuwehren. Defensivwaffen können beispielsweise schnellfeuernde Ballistikgeschütze oder Laserkanonen sein. Tatsächlich werden diese Waffen aber auch dazu verwendet, kleinere Asteroiden abzuwehren, sollten sie dem Schiff zu nahekommen. Für diesen Einsatzzweck haben die Defensivwaffen häufig auch eine automatische Steuerung.  

Besatzung

  Die Besatzung der Pionierschiffe besteht aus einem Kernteam von 3 bis 5 Personen. Dieses Kernteam übernimmt das Schiff von einer KI, sobald es den Hyperraum verlässt. Die Besatzungsmitglieder der Kernbesatzung haben jedoch eine weit größere Verantwortung, denn im Inneren der Pionierschiffe schlummern bis zu 50 Menschen, die bei den Vorbereitungen für die Kolonieschiffe helfen sollen. Darunter sind vor allem Ingenieure und Wissenschaftler.   Während der interstellaren Reise wird das Schiff von einem KI-System gesteuert, die vor allem die Navigation im Hyperraum übernimmt. Das operative Mehrkern-Demokratiesystem, das die KI bereitstellt, überwacht auch die Lebensparameter der Besatzung während der Reise, die in seltenen Fällen bis zu mehrere Hundert Jahre dauern kann.  

Trivia

 
  • Die Pionierschiffe wurden nach den Kolonieschiffen gebaut und traten auch ihre Reise deutlich später an. Aufgrund ihrer geringeren Masse erreichten sie die Zielsysteme dennoch vor den Kolonieschiffen.
  • Das erste Pionierschiff der Erde wurde nach dem portugiesischen Seefahrer und Entdecker Ferdinand Magellan benannt.

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