Hyperraum

Der Hyperraum ist kein eigenständiger Raum an sich. Vielmehr handelt es sich um eine Erweiterung des Normalraums in höhere Dimensionalität. Ähnlich, wie eine zweidimensionale Ebene in der dritten Dimension gefaltet werden kann, kann der dreidimensionale Raum in höhere Dimensionen gefaltet werden, wodurch die Distanz zwischen zwei Punkten enorm verkürzt werden kann. Dieser Effekt konnte früher von Raumschiffen genutzt werden, die über Hyperraumsprungspulen verfügen.  

Reise durch den Hyperraum

  Die Reise durch den Hyperraum ist keine Bewegung mit Überlichtgeschwindigkeit und damit keine Verletzung der Relativitätstheorie. Tatsächlich können sich Raumschiffe sehr langsam durch den Hyperraum bewegen. Die Reise durch den Hyperraum ist eine Bewegung in mehr als drei Dimensionen. Je weiter ein Schiff in den Hyperraum eindringen kann, desto schneller kann es sich scheinbar bewegen. Das Prinzip kann durch ein Blatt Papier verdeutlicht werden:   Auf einem Blatt Papier sind zwei Punkte eingezeichnet, die über eine Linie miteinander verbunden werden können. Eine gerade Linie stellt die kürzeste Verbindung dar, sofern das Papier eine Ebene ist. Im dreidimensionalen Raum kann das Blatt gefaltet werden, sodass sich die Entfernung der beiden Punkte in der dritten Dimension verkürzt. Derselbe Effekt ist prinzipiell auch auf die vierte Dimension übertragbar. Zwei Sterne, Stern A und Stern B, liegen im dreidimensionalen Raum in zwei Koordinaten. Die kürzeste Verbindung zwischen Ihnen ist eine gerade Linie. In der vierten Dimension muss der kürzeste Weg jedoch nicht unbedingt die Gerade sein. Stattdessen sieht es für einen Menschen so aus, als würde ein Reisender, der von Stern A zu Stern B reist, einen Umweg nehmen. Dabei ist der trotz des Umweges schneller bei Stern B, als das Licht von Stern A, das sich auf geradem Weg zu Stern B begibt. Je höher die Dimension des Weges, den das Raumschiff nimmt, desto länger erscheint sein Weg aus Sicht des Normalraumes und desto kürzer ist die tatsächliche Reisezeit im Normalraum.   Die Reise durch den Hyperraum muss sorgfältig überwacht werden, da die Objekte des Normalraums, wie Planeten, Sterne, Nebel, etc. auch eine Erscheinung in den höheren Dimensionen haben. Zurück zu dem Beispiel mit dem Blatt Papier. Gegenstände im Zweidimensionalen haben eine andere Erscheinung, als ihr Pendant im Normalraum. In einer zweidimensionalen Welt hat jeder Gegenstand einen Umfang und eine Fläche, jedoch niemals ein Volumen. Symmetrien der höheren Dimensionen müssen nicht unbedingt in der niedrigeren Dimension erhalten bleiben und umgekehrt. Ein Würfel beispielsweise, ein Gegenstand des Normalraums, kann im Zweidimensionalen ein Viereck sein. Das Viereck muss jedoch nicht unbedingt ein Quadrat sein, obwohl derselbe Gegenstand in drei Dimensionen eine hohe Symmetrie aufweist. Teilt man den Würfel beispielsweise in der Diagonalen oder legt man einen Schnitt direkt schräg hinter eine der Ecken, kann der dreidimensionale Würfel im zweidimensionalen auch ein Dreieck sein. Anders herum muss ein Kreis oder ein Ring der zweiten Dimension in der dritten Dimension nicht unbedingt ebenfalls ein Ring oder eine Kugel sein. Es wäre auch ein dreidimensionales unregelmäßiges Gebilde denkbar, das irgendwo den Querschnitt des Kreises oder Rings aufweist.   Ebenso verhält es sich mit astronomischen Objekten. In höheren Dimensionen bilden Himmelskörper bisweilen bizarre Landschaften, durch die ein Astrogator sein Schiff hindurch steuern muss. Nur wenige Menschen besaßen die Mittel und die mentale Kapazität, die Ausbildung als Astrogator anzutreten und erfolgreich zu beenden.  

Kolonieschiffe

  Für längere Reisen setzten die Menschen früher gerne auch sehr komplexe Computer ein, die zwar teuer in der Anschaffung, aber günstig im Unterhalt waren. Mit großen Rechenzentren ausgestattet konnten damals erstmals interstellare Reisen durch den Hyperraum niederer Ordnung durchgeführt werden. Die Menschen an Bord der Schiffe wurden in Kryostase versetzt und sollten durch den Schiffscomputer kurz vor Ankunft wieder geweckt werden. Durch dieses Vorgehen wurde vermieden, dass ganze Generationen von Menschen einzig und allein auf einem Schiff leben mussten, was aus damaliger Sicht nicht etisch vertretbar gewesen wäre.  
Show spoiler
Die starken Schiffsrechner waren in ihrer Komplexität so weit entwickelt, dass sie anfällig für die eine Manipulation durch pandimensionale Entitäten waren. Erst eine weit nach Entsenden der Kolonieschiffe nach Novum entwickelte Technologie ermöglichte es der Menschheit, den Hyperraum zu zähmen und die Schiffe vor dem Übergriff von pandimensionalen Entitäten zu schützen und so aus dem wilden Hyperraum einen geordneten Hyperraum zu machen. Zu diesem Zeitpunkt waren Schiffscomputer allerdings ohnehin nicht mehr Stand der Technik, was aber andere Gründe hatte.   Eine pandimensionale Entität, die sich mit dem Computer eines Schiffs verbunden hat, ist in der Lage, das Schiff mit all seinen Sub-Systemen problemlos zu manipulieren. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass das Handeln geschweige denn das Denken pandimensionaler Wesen nicht unbedingt ergründbar sein muss.

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