Exklusiv & Inklusiv

Im allgemeinen Sprachgebrauch verwenden wir das Wort "exklusiv" als etwas, welches Dinge von besonderer Schönheit, Geschmack und Kostbarkeit beschreibt. Es soll damit vom Allgemeinen, vermeintlich Langweiligem und Gewöhnlichen unterschieden werden. So streben wir danach, etwas zu besitzen oder zu erfahren, welches ausschließlich uns gehört. Etwas, das wir nicht teilen müssen.

Exklusiv ist an das lateinische Wort "excludere - ausschließen" angelehnt. Das hiermit andere Menschen ausgeschlossen werden ist uns natürlich klar, jedoch schließen wir über die Exklusivität auch uns selbst aus, trennen uns und schneiden uns von bestimmten Dingen ab.
Inklusiv hingegen ist etwas, welches wir sofort mit zusätzlich, oder Einschluss in Verbindung bringen. Jedoch verwenden wir das Wort Inklusiv gerne dann, wenn andere etwas einschließen dürfen. Gerne erwerben wir etwas Exklusives für uns, dann jedoch inklusive aller Extras, welche man sich so vorstellen kann.

Die Verbindung zum lateinischen "includere - einschließen" ist nach meiner Ansicht deutlich schneller hergestellt.

Exklusiv - Ausschließen und Inklusiv - Einschließen sind Gegenwörter und beschreiben das jeweils andere. Welche Antwort gibst du, wenn dich jemand fragt, ob du eher "einschließend" oder "ausschließend" leben möchtest? Oder soll man nur da einschließend leben, wo es einem passt, der Rest wird ausgeschlossen? Exklusivität tritt dann ein, wenn Dinge und Situationen bewertet werden. Bei der wertfreien Beobachtung fällt es viel leichter, einzuschließen.

Obwohl Ex- und Inklusivität in vielen Bereichen vorkommen, wird mir der Unterschied immer besonders dann deutlich, wenn Menschen von ihrem oder ihrer Seelenverwandschaft sprechen. In der Liebe gelten für die meisten Menschen, die größten Besitzansprüche und damit auch die Exklusivität. Behaupte ich, meinen "soulmate" bzw. meinen Seelenverwandten gefunden zu haben, dann schließe ich alle anderen Menschen kategorisch aus. Gibt es wirklich nur diesen einen Menschen mit dem ich mich liebend verbindan kann? Sind wir nicht alle irgendwie mit einander verknüpft? Muss es überhaupt nur den einen Mensch geben, um glücklich zu sein?

Kategorische Exklusivität finde ich befremdlich. Unser Ego, unsere Moral und die aufgebauten Strukturen diktieren uns Exklusivität. Vielleicht ist es an der Zeit, einmal inne zu halten, in die Rolle des Beobachtens zu schlüpfen und die Perspektive der wahrhaftigen Inklusion einzunehmen. Schau hin, schau wirklich hin. Wer weiß, am Ende ändern sich noch die Regeln, welche wir uns selber auferlegt haben.
Exklusivität beschreibt etwas, von dem wir nicht bereit sind, es zu teilen.


Kommentare

Please Login in order to comment!