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Mückstadt

Einwohne: 1.060 (20% Bindin)
Gegründet: 1137
Herrschaft: kleiner Stadtrat aus den einflussreichsten Familien der Stadt
Garnison: 7 Stadtwächter; die meisten Bewohner können mit Waffen umgehen
Tempel: Schreinhaus (ehemaliger Tempelt der Logatha), Heiliger Hain; ehemaliger Rasshartempel ist heute die Rote Grube
Herbergen und Schenken: „Laus und Axt“ (Herberge), „Zur Mühle (Schänke), „Im Kessel“ (Schänke), „Zum roten Schuh“ (Bordell)
Besonderheiten: Turm des Horred, Rote Grube
Stimmung in der Stadt: Die vielen toten, verfallenen Gebäude, der hartnäckige Schlamm und die allgegenwärtigen Mücken, die alle elf Jahre den Tod nach Mückstadt bringen, lasten schwer auf der Stimmung der Stadt. Niemand ist hier, weil er will. Dementsprechend tummeln sich hier neben gescheiterten Piraten, gesuchten Mördern und anderen Verbrechern auch umstrittene Philosophen, verfolge Freidenker und obskure Prediger, die sogar im Rest von Haagest verfolgt werden. Hier fragt niemand nach der Vergangenheit.

Der Name des Wappentiers dieser kleinen Fischerstadt am Ycivedelta hätte nicht besser getroffen sein können, denn über einen Mangel an Mücken können sich ihre Bewohner wahrhaftig nicht beklagen. Diese Mücken sind auch er Grund, warum nur so wenige in diesen reichen Fischgründen leben, denn nicht nur die Mücken selbst verjagen die meisten Mutigen, sondern vor allem die Ycivepest, die hier schon einige Male auf das Grausamste gewütet hatte und noch immer in regelmäßigen Abständen einen großen Teil der Stadtbewohner dahinrafft. Vor 60 Jahren war Mückstadt derartig menschenleer, dass jeder damit rechnete, dass die Stadt sich bald in die endlose Reihe der Geisterstädte am Ycive einreihen wird, doch sie hat diese schwere Zeit überstanden. Heute ist Mückstadt in erster Linie dafür bekannt, Verbrecher Zuflucht bieten, die nirgends sonst mehr untertauchen können. Dementsprechend lasch sind auch die Gesetzesverständnisse und niemand hier fühlt sich der Regierung im fernen Nadarost verpflichtet – was von offizieller Seite jedoch stets geleugnet wird.

Lage und Aussehen

Mückstadt liegt direkt am Ycivedelta. Das mag nach einem kurzen Blick auf einer Karte wenig überraschen. Sehr wohl aber, dass der Ycive, der seinen ganzen Lauf über von dichten Auwäldern gesäumt wird, hier in eine trostlose Sumpflandschaft übergeht. Schon Meilen vor Mückstadt werden die Bäume von dichten Matten aus Östlichem Süßrohr abgelöst, die durchaus die Größe von Bäumen erreichen und unübersichtliche Labyrinthe aus Inseln und Seitenarmen bilden. Hier mit dem Boot zu navigieren erfordert viel Erfahrung, eine Reise zu Land ist hingegen praktisch unmöglich. Auf dem ersten Blick scheint im Ycivedelta nichts anderes zu gedeihen als Süßrohr. Und natürlich Mücken, die hier nicht nur abertausende Vogelmägen füllen, sondern als Flussfleisch auch hungrige Mückstädter satt machen.
Ycive selbst liegt zwischen zwei Hauptarmen des Deltas, direkt am Meer. Da die Stadt zumindest bei den Tanibedern als Handelsstützpunkt in einer wenig erschlossenen Region gedacht war, hat man keine Kosten und Mühen gescheut, ein ausreichend tiefes Hafenbecken auszuheben, sodass auch Schiffe mit Tiefgang anlegen können. Ebenfalls wurden fleißig moderne Stein- und Ziegelhäuser für eine angestrebte Bevölkerung von etwa 3.000 Menschen oder mehr errichtet, Straßen angelegt und sogar gepflastert. Doch nach dem Pestjahr von 1147 wurde der ehrgeizige Aufbau gestoppt, nach dem katastrophalen Pestjahr aus dem Jahre 1158 überließ man Mückstadt sich selbst. Mittlerweile ist das Hafenbecken derartig verschlammt, dass jedes Schiff mit größerem Tiefgang sofort steckenbleiben würde. Unzählige Überschwemmungen haben eine derartig dicke Schicht aus dunklem Schlamm hinterlassen, dass die wenigsten Mückstädter heute noch wissen, dass ihre Straßen eigentlich gepflastert sind. Folglich liegt die gesamte Stadt ständig unter einer Gestankswolke aus Fisch, faulenden Algen und Moder, an der man sich aber anscheinend gewöhnen kann. Kleine Überschwemmungen sind an der Tagesordnung und hinterlassen ständig weitere Schlammschichten. Zum Schutz für das Schuhwerk wird zuweilen Schilf und Süßrohr auf den Straßen ausgebreitet, nur damit diese einige Tage später die Grundlage für die nächste Schlammschicht bilden. Niemand in Mückstadt würde auf die Idee kommen, den Schlamm zu entfernen. Mittlerweile steht an einigen Stellen der Schlamm meterhoch, weshalb das Untergeschoss der meisten Häuser nicht nur unbewohnt, sondern vollständig im Schlamm verschwunden ist. Das Hafenbecken in Ordnung bringen, damit der Handel etwas aufblüht? Solange die Fischerboote anlegen können, ist für die Bewohner alles in Ordnung. Die Steinhäuser sind seltsamerweise geblieben, deutlich mehr, als die Bewohner brauchen können. Ein Viertel der Steingebäude steht leer und wird vom Schlamm verschluckt – falls die Häuser nicht als Baustoffquelle genutzt wurden. Man erkennt sie an den Süßrohrpflanzen, die durch die Decke brechen. Die billig aufgebauten Ziegelhäuser sind angesichts der ständigen Feuchtigkeit längst verfallen. Die ursprünglichen Ziegeldächer haben im Laufe der Zeit oft billigen Rohrdächern Platz machen müssen.
Während in anderen Siedlungen entlang von Flüssen die Menschen sich nur in der Nacht vor den allgegenwärtigen Krokodilen in Acht nehmen müssen, spazieren die Tiere hier ungehindert auch bei Tag durch die Straßen und raufen sich mit hungrigen Athis, streunenden Hunden und flinken Tanns um die Abfälle. Die Mückstädter haben gelernt ihnen aus dem Weg zu gehen und ziehen auch bei Tag die Leitern zu den Eingängen ihrer Häuser hoch.    

Geschichte

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Regierung

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Wirtschaft

Mückstadt hat nur von vier Dingen genug, um sie verkaufen zu können: Fisch, Süßrohr, Mücken und Schlamm. Und die Mückstädter schaffen es tatsächlich, mit all diesen Produkten Handel zu betreiben, wenn auch im bescheidenen Umfang. Doch auch das innerstädtische Wirtschaftsleben dreht sich in erster Linie darum. Mückstadt wurde zwar als Handelsstützpunkt geplant, trotzdem ist die kleine Stadt heute hauptsächlich damit beschäftigt, sich übers Wasser zu halten, was mitunter auch wortwörtlich gemeint ist. Viele Mückstätter verspüren auch gar nicht den Wunsch, sehr viel mit den Leuten von draußen in Kontakt zu kommen. Zu viele haben Probleme mit dem Gesetz und wenn auch der Staat hier nicht nach Verbrechern fahndet, so gilt das nicht für freischaffende Kopfgeldjäger. Trotzdem ist Mückstadt auf fremde Ware angewiesen, angefangen bei Getreide (inklusive Curnam) bis hin zu Textilien, Holz, Metall und Metallgegenständen. Die Stadt verfügt erst seit wenigen Jahren über einen eigenen Schwarzschmied, der noch dazu nicht der bester seiner Zunft ist.
Da die Fischgründe am Ycivedelte sehr ergiebig sind, ist Fisch nicht nur das Grundnahrungsmittel der Bewohner, sondern auch das wichtigste Exportgut. Für den Handel wird er in der Regel geräuchert, meist von den Fischern beziehungsweise deren Frauen selbst; jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Im Rest von Haagest sind die Fische heiß begehrt, je nach Zubereitung als Delikatesse für die Oberschicht bis hin zu zäher aber lang haltbaren Wegration. Aber auch mit anderen Fischprodukten wird gehandelt, etwa mit Fischleder, das hier andere Ledersorten ersetzt. Als Delikatesse gilt in Haagest das Mückstädter Flussfleisch, bei dem es sich weder um Fisch noch um Fleisch handelt. Für den Export wird die Masse aus Fetten, Gewürzen und Unmengen von Schwarzfleckmücken zu kleinen Fladen geformt und getrocknet. In der Stadt selbst wird das traditionelle Bindingericht fangfrisch gegrillt und ist eine willkommene Abwechslung.
Ein weiteres Exportgut ist Süßrohr, das in Massen am Ycivedelta zu finden ist, beziehungsweise Produkte daraus. Für die Fischer und Bootsfahrer mitunter ein Ärgernis, für Fremde eine nicht selten unterschätzte Gefahr, wird es laufend geerntet und für alles Mögliche verwendet. Süßrohr wird für die Dächer der einfachen Leute verwendet und hat dabei den ursprünglichen Charakter der Stadt völlig verändert. Die Straßen werden damit regelmäßig bedeckt, um die Kleidung, vor allem die Schuhe, zu schonen. Korbflechter verwenden die Blätter und verkaufen ihre kunstvollen Erzeugnisse auch an Handelsgesellschaften. Die Boote der Fischer werden meist daraus hergestellt, um wertvolles Holz zu sparen, die Fasern zu Seilen und Netzen verarbeitet. Und praktisch jeder Teil hat Einzug in die lokale Küche gehalten. Vor allem das stärkehaltige Mark der Pflanze ist besonders nahr- und schmackhaft. Daraus wird sogar ein leichtes Bier gebraut, das aufgrund der schlechten Wasserqualität gerne getrunken wird. Junge Sprosse finden als Gemüse in der lokalen Küche verwendet. Am wichtigsten für den Export ist jedoch die Verarbeitung zu Papyrus. Papyrusmacher genießen daher in Mückstadt ein hohes Ansehen, das Handwerk liegt fest in der Hand der Bindin. Ihre Erzeugnisse werden fast ausschließlich exportiert und haben einen exzellenten Ruf weit über die Grenzen von Haagest.
Das dritte Exportgut ist der Schlamm selbst. Er findet in der Töpferei Verwendung, die ebenfalls einen guten Ruf genießt, wenn auch keinen so guten wie Schwarze Keramik der Buckeln. Außerdem gilt er (zu Unrecht) als Heilkräftig und hat seinen Einzug auch in die Küche gefunden. Der bekannte Fisch nach Mückstädter Art wird gewürzt, in große Blätter gewickelt und mit einer dicken Schlammschicht überzogen, ehe er gegart wird. Trotz seines Namens gilt das Gericht auch hier als Festtagsessen. Zur traurigen Berühmtheit haben es die Schlammkekse gebracht, die aus Schlamm geformt und auf einem heißen Stein gebacken. Die vollkommen nährstofffreien Kekse – wenn man von mineralischen Spurenelementen absieht – dienten ursprünglich als zeremonielle Speise der Bindin und soll eine starke elementarmagische Wirkung haben. In Pest- und Hungerjahren wurden der allgegenwärtige Schlamm und die Kekse daraus aber auch von der übrigen Bevölkerung entdeckt, in erster Linie um die Mägen von hungrigen Kindern zu füllen. Spätestens seit dem Ausbruch des Cosabhulg 1154 nMF wurden die Kekse auch im Rest von Haagest bekannt, angefangen bei den Garudas, denen die Kekse tatsächlich bei der Verdauung helfen, vor allem, wenn der Schlammmasse kleine Steine beigemengt werden. Heute kann man Schlammkekse in den Straßen Haagest als kleinen Snack kaufen, in allen erdenklichen Variationen. Direkt aus Mückstadt kommt in der Regel kein einziger dieser Kekse.
Im Gegenzug muss Mückstadt alles andere einkaufen. Die Stadt verfügt erst seit wenigen Jahren über einen Schwarzschmied, der noch dazu nicht der bester seiner Zunft ist, und sogar Curnam, das überall sonst in Massen wuchert, gedeiht im sumpfigen Boden mehr schlecht als recht.    

Besondere Gebäude

Turm des Horred: Dieser verfallene Turm mitten in der Stadt wurde vor hundert Jahren von einem Heilmagier bewohnt, der ein Mittel gegen die Ycivepest suchte, bis er beim Ausbruch der Krankheit ebenfalls zum Opfer wurde. Da er von der Bevölkerung abergläubisch gemieden wird, stand er lange Zeit leer und diente nicht einmal zur Baustoffbeschaffung. Noch immer hält sich das Gerücht, dass nicht nur Horreds Geist hier herumspukt, sondern auch all jene Unglücklichen, die er hier vergeblich hat versucht zu heilen. Heute ist der Turm stark verfallen, steht schief, da das Fundament nachgegeben hat, und ist teilweise überflutet. Seit zwanzig Jahren hat sich der als verrückt geltende Asbard Cedrel dorthin zurückgezogen und versucht, die Forschung seines Vorgängers weiterzuführen.   Rote Grube: Dieses Wahrzeichen von Mückstadt ist ein infolge des Tempelverbots aufgelöster Rasshartempel. Vor zehn Jahren hat der ungenützte und leerstehende Tempel einer Seilerei Platz machen müssen, doch die Arena hat überlebt und befindet sich heute im Besitz von Xyz. Seitdem finden darin Kämpfe jeglicher Art statt, angefangen bei Hahne- und Hundekämpfen bis hin zu Zweikämpfen auf Leben und Tod. Dass zumindest letzte Spektakel im Rest von Haagest verboten sind – und Tierkämpfe zumindest geächtet – kümmert hier niemanden.      

Bedeutende Personen

Mehr kommt noch

Besonderheiten

Küche

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