One Shot - Gnolls und Vorurteil

Part I

Im Jahr 1233 nach dem Fall ist die Stadt Janna der Sitz einer neu-gegründeten Abenteurer-Gilde. Eines ihrer neuen Mitglieder ist Asra Keer, eine junge Menschenfrau, die in den Straßen aufwuchs.

Asra, die hervorragend mit Pfeil und Bogen umgehen kann, kehrt von einem längeren Jagdausflug in die Stadt zurück und begibt sich sogleich zum Marktplatz, um ihre Beute zu Geld zu machen. Nachdem sie einen Käufer gefunden hat, macht sie sich auf den Weg zum Hauptquartier der Gilde. Dort wird sie bereits von Vayu, dem Oberhaupt der Gilde, erwartet.

Der Söldner-Veteran informiert Asra darüber, dass die Frau des Fürsten während ihrer Abwesenheit nach ihr schicken lassen hat. Asra möchte wissen, warum die Frau des Fürsten sie sehen will, doch Vayu entgegnet, dass Asra sie das lieber selbst fragen solle.

Wenig später macht sich Asra auf den Weg zum Anwesen des Fürsten. In den Straßen begegnet sie Bettlern und spielenden Kindern, Händlern und Passanten, den Yuan-Ti-Priestern der Weißen Schlange und sogar einem augenlosen alten Tabaxi-Prediger.

An ihrem Ziel angelangt, wird Asra bei den Wachen am Tor vorstellig. Diese lassen die junge Frau ungehindert passieren. Im Innenhof des prächtigen Anwesens wird Asra bereits von einem Diener in goldener Robe erwartet. Dieser führt sie ins Innere des Hauses und bittet sie, in einem der Salons zu warten.

Nachdem der Diener verschwunden ist, sieht Asra sich um. Sie denkt darüber nach, wie viel Geld die Einrichtung des Raumes wohl auf dem Schwarzmarkt einbringen würde. Während sie diesen Überlegungen nachhängt, öffnet sich die Tür und die Dame des Hauses tritt, begleitet von einer Schar aus Dienern, ein. Sie stellt sich Asra als Zohana Marwah, ehemals Lingmiri von der Lingmiri-Familie aus Bavat'ul vor.

Die Tiefling-Frau bittet Asra, platz zu nehmen. Nachdem Asra ihrer Aufforderung nachgekommen ist, setzt Zohana sie über den Auftrag ins Bild, der ihr für die junge Abenteurerin vorschwebt: Asra soll sich in ein Dorf an der Küste begeben, das vor kurzem von Gnollen überfallen wurde. Dort soll sie eine Miasma-Lieferung bergen, die bei dem Gnoll-Angriff verloren ging, und diese zurück nach Janna bringen.

Dieser Auftrag ist für Zohana von großer Wichtigkeit, da ihr Gatte und sie einen erheblichen Teil ihres Einkommens aus dem Miasma-Handel beziehen. Die Belohnung für den erfolgreichen Abschluss des Auftrages beläuft sich auf eine Summe von 1.000 Goldstücken, von denen sie Asra 200 als Anzahlung anbietet.

Asra nimmt den Auftrag an und verabschiedet sich. Bevor sie aufbricht, stockt sie auf dem Marktplatz ihren Vorrat an Pfeilen auf und stellt sicher, dass ihr Wasserschlauch für die bevorstehende Reise gut gefüllt ist.

Ihr Marsch durch den Dschungel verläuft ereignislos (von einer kurzen Begegnung mit einer Würgeschlange abgesehen), und als der Tag sich dem Ende zuneigt, erreicht Asra das Dorf. Dort angekommen muss sie jedoch feststellen, dass die Gnolle, die das Dorf überfallen haben, noch nicht weitergezogen sind.

Als Asra versucht, sich unbemerkt zu nähern, zieht sie die Aufmerksamkeit zweier untoter, Hyänen-artiger Geschöpfen auf sich. Durch eine Mischung aus Können und purem Glück gelingt es ihr, die Feinde rasch zu neutralisieren. Sie zieht sich in das dichte Unterholz am Rande des Waldes zurück und lauscht, ob der Lärm ihres Kampfes weitere Gegner angelockt hat.

Tatsächlich nähern sich kurze Zeit später zwei bewaffnete Gnolle, die Asra jedoch nicht zu bemerken scheinen. Die Gnolle laufen an ihr vorbei und verschwinden im Dschungel. Asra wartet noch einige Minuten, ehe sie es wagt, ihr Versteck zu verlassen und in Richtung des Dorfes schleicht. Just in diesem Moment feuert einer der beiden Gnolle aus dem Hinterhalt einen Pfeil ab, der Asra im Rücken trifft.

Asra läuft los, ohne Nachzudenken, doch ihre Flucht endet unvermittelt, als sich weitere Gnollen aus dem Schatten der zerstören Häuser auf sie stürzen. Nach einem kurzen, brutalen Kampf schaffen es die Gnollen, sie zu überwältigen.

Part II

Als Asra zu Bewusstsein kommt, findet sie sich in einem dunklen, verwüsteten Keller wieder, eingesperrt in einen krude gezimmerten Käfig. Jenseits der Gitterstäbe kann sie zwei weitere Käfige erkennen, in denen sich ein menschlicher Mann und eine Tabaxi-Frau befinden. Auf dem Boden zwischen ihnen liegt eine Gruppe träger Hyänen mit aufgequollenen Bäuchen.

Asra greift nach einem Stück des zertrümmerten Mobiliars, das sich in Griffweite ihres Käfigs befindet, und wirft damit nach den Hyänen. Als jegliche Reaktion von Seiten des Tieres ausbleibt, beginnt sie, an ihrer Flucht zu arbeiten. Mit einigen Mühen und unter erheblichem Kraftaufwand gelingt es ihr, die Tür ihres behelfsmäßigen Gefängnisses aufzubrechen.

Sie entdeckt ihre Ausrüstung in einer Ecke des Raumes, zusammen mit den Waffen und Taschen ihrer Mitgefangenen. Nachdem Asra sich bewaffnet und sichergestellt hat, dass nichts fehlt, macht sie sich daran, die Tabaxi zu befreien. Diese stellt sich ihr als Raisha vor. Raisha verrät Asra, dass sie und ihr Mitgefangener, Aniik Sen, zu der Mannschaft eines Schiffes gehörten, das Miasma aus Vidien nach Janna transportierte.

Asra öffnet Aniiks Käfig und überlässt es Raisha, den Kapitän von seinen Fesseln zu befreien. Raisha, nicht erfreut darüber, dass Aniik immer wieder Wege findet, sie in Schwierigkeiten zu bringen, merkt an, dass sie ihn womöglich lieber in dem Keller verrotten lassen sollte, ehe sie ihn losschneidet.

Derweil nimmt Asra eine der Hyänen näher in Augenschein. Als sie den angeschwollenen Bauch des Tieres untersucht, bemerkt sie, dass sich unter dessen Haut etwas bewegt. Alarmiert fragt sie Aniik und Raisha, ob sie wissen, wie Gnolle geboren werden. Raisha bestätigt ihre Vermutung, dass die Hyänen den Gnollen, die sie als Dämonen bezeichnet, als Brutkästen dienen.

Aniik und Raisha bewaffnen sich und beginnen, den Keller nach dem Miasma zu durchsuchen. Asra entdeckt eine Falltür, die aus dem Keller ins Freie führt. Als sie versucht, die Falltür zu öffnen, muss sie jedoch feststellen, dass diese von außen verschlossen ist. Asra ist nicht gewillt, aufzugeben, und stemmt sich mit all ihrer Kraft dagegen - doch ihre Bemühungen bleiben von keinerlei Erfolg gekrönt.

Sie lässt von der Falltür ab und sucht im hinteren Teil des Kellers nach einem anderen Ausweg. Dabei bemerkt sie Kratzspuren auf dem Boden, die darauf hindeuten, dass eines der Regale erst kürzlich verschoben wurde. Und tatsächlich befindet sich hinter dem Regal eine kleine, natürliche Höhle, aus der ein dunkler Schacht in die Tiefe führt. Annik vermutet, dass es sich hierbei um einen alten Schmuggler-Tunnel handelt, von dem ihm ein befreundeter Kapitän erzählt hat. Sie sind gerade im Begriff, die Leiter herunterzusteigen, als sie Geräusche aus dem Keller hören: Die Schmerzenslaute einer sterbenden Hyäne. Kurz darauf hören sie ein Reißen und das Bersten von Knochen, als sich ein neu-geborener Gnoll aus dem Leib des Tieres befreit. Das Geschöpf nimmt sofort die Witterung auf und setzt Aniik, Asra und Raisha nach.

Zusammen gelingt es Asra und der Tabaxi jedoch schnell, den Gnoll auszuschalten. Die drei beeilen sich, um eine weitere Begegnung dieser Art zu vermeiden, und steigen den Schacht hinab. An dessen Ende finden sie zu ihrer Überraschung keinen gewöhnlichen Schmuggler-Tunnel vor, sondern eine große Kaverne, die spärlich von einigen biolumineszenten Pilzen erhellt wird.

Da Asras Augen am besten an die Dunkelheit angepasst sind, übernimmt sie die Führung der kleinen Gruppe. Zur ungemeinen Überraschung ihrer Begleiter findet Asra sich scheinbar mühelos in dem Höhlengewölbe zurecht. Wenig später gelangen sie an einen Engpass. Als sie diesen durchqueren wollen, bemerkt Asra eine gallertartige Substanz, die von der Decke tropft und sich in einer Pfütze am Boden sammelt.

Asra schlägt vor, daran vorbeizuschleichen. In eben diesem Moment erwacht die formlose Masse jedoch zum Leben und attackiert sie.

Asra, die von ihrem Kampf gegen die Gnolle im Dorf noch immer angeschlagen ist, wird verwundet und verliert das Bewusstsein. Aniik zieht die junge Frau rasch außer Gefahr und wirkt einen Heilzauber, um sie wieder kampftauglich zu machen. Raisha hält die angreifende Kreatur derweil mit ihrem Degen in schach. Mit Asras Unterstützung aus sicherer Distanz können sie die Gefahr letztlich überwinden, woraufhin die Gruppe tiefer in das unterirdische Höhlenreich vordringt.

Bald darauf machen sie Rast in einem von Asra heraufbeschworenen magischen Versteck. Aniik fragt Asra, wo sie herkommt und ob sie Familie habe. Widerwillig gibt Asra ihm einen Einblick in ihre Vergangenheit und verrät ihm, dass sie aus Ramuthra kommt, und dass ihre Familie sie und ihren Bruder an Sklavenhändler verkauft habe. Aniik zeigt sich betroffen und bietet Asra an, seine Beziehungen spielen zu lassen, um nach ihrem Bruder suchen zu lassen. Asra möchte die Vergangenheit zu seiner Überraschung jedoch ruhen lassen. Aniik respektiert ihre Entscheidung und lässt das Thema ruhen.

Nachdem sie sich ein wenig erholen konnten, setzen sie ihre Reise durch das dunkle Höhlengewölbe fort. Sie entdecken Gnoll-Spuren, im Staub, ihre Verfolger selbst scheinen jedoch längst fort zu sein.

Ihr Weg führt sie in eine von glühenden Pikzen erhellte Kaverne. Dort finden sie die Gnolle, die sie verfolgt haben - leblos am Boden liegend - vor. Als sie die Leichen unterstuchen, stellen sie fest, dass die Schädel der Geschöpfe auf bizarre Art geöffnet wurden und ihre Gehirne offenliegen. Doch noch bevor sie diese schockierende Entdeckung gänzlich verarbeiten können, erwachen die totgeglaubten Gnolle zum Leben und attackieren die Gruppe. In dem darauffolgenden Kampf wird Aniik von einem unbekannten Zauber außer Gefecht gesetzt und verliert das Bewusstsein.

Raisha und Asra besiegen die Gnolle und die Intellektverschlinger, die sie steuerten. Als sie versuchen, Aniik aufzuwecken, müssen sie jedoch feststellen, dass dieser sämtliche mentalen Kapazitäten verloren hat. Asra will ihn zunächst zurücklassen, Raisha kann sie jedoch davon überzeugen, ihn mitzunehmen.

Gemeinsam bringen sie Aniik zurück nach Janna.


Epilog

Raisha schließt sich Vayus Abenteurergilde an, nachdem dieser ihr von einem Artefakt erzählt, das Aniiks Geist möglicherweise wieder herstellen könnte. Das Artefakt befindet sich in einem Gewölbe in den südlichen Ausläufern der Schmiede. Vayu schlägt vor, dass sie und Asra sich zusammentun, da sie bereits bewiesen haben, dass sie gut zusammenarbeiten.
Dungeon Master
J. Pawlecz
Regelwerk
D&D 5e + Hausregeln
Handlungsart
One Shot
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