Gildenmagie

Entstehung und Frühgeschichte

Während sich im Norden schon vor Jahrtausenden die Naturmagie der Skir entwickelt hatte und parallel dazu die Geisterbeschwörung im Süden die Magie der Astellianer prägte und selbst das fahrende Volk der Inuk sich aus dem was sie bei ihren Reisen von beiden lernten ihre eigene geheime Magie bildeten, hatten die Flußvölker keine besondere Ausprägung. Alle drei der großen magiewirkenden Kulturen haben Sagen und Geschichten die weit in die Vergangenheit reichten. Die Flußvölker hingegen kamen den Erzählungen der Inuk nach irgendwann von der östlichen Küste her die Flüsse entlang ins Land. Ein altes, fast vergessenes Wort für diese "neue" Volksgruppe war Welach, was die magielosen bedeutet. Schon früh aber zeigten einzelne Menschen in den Siedlungen dieser Neuankömlinge, die das leere Hochland zwischen den Nordreichen der Skir und den Dschungeln der Astellianer zu bevölkern begannen, Begabungen, die es ihnen ermöglichten mit den wilden Geistern zu kommunizieren. Sie waren dazu in der Lage Fluss- und Felsgeister zu besänftigen und so das Land erschließbar zu machen. Aus störischen Erdgeistern wurden so nach und nach hilfreiche Erntegeister. In den größten Siedlungen begannen die Menschen nun die Kräfte der Geister weiter zu erforschen und sie entdeckten, dass auch einzelne Menschen die Kraft hatten, Magie, die scheinbar überall vorhanden war, zu kanalisieren und für alle möglichen Wunder zu gebrauchen. Einige dieser frühen Magier gründeten dann die Stadt Uldum, die aufgrund ihrer Lage schnell zu einem Handelsknoten heranwuchs. Beflügelt durch den Reichtum konnte Uldum sich auch zu einem Zentrum der Wissenschaft entwickeln. Es zog immer mehr Zauberer aus den anderen Orten zu sich heran und vergrößerte so sein magisches Wissen und etablierte einen Vorsprung gegenüber diesen. Gestützt auf Reichtum und Wissen begann Uldums Expansion und damit dann auch die Existens des Rasena Imperiums. Die Magier begannen sich eine Struktur zu geben um die Erforschung der Magie besser zu Institutionalisieren. Formal wurde diese neue Gilde der Magier vom Kaiser geführt. Da dieser jedoch selten die Zeit hatte, die Belange der Wissenschaft zu erfüllen, da es ja auch noch ein stetig wachsendes Reich zu verwalten galt, wurde ein Gildenmeister ernannt. Dieser sollte fortan die Organisation leiten und die Wissenschaft vorantreiben. Bald schon fiel auf, dass es nicht die Magie gab. Zauber, die sich auf den Körper auswirkten, waren anders als jene die den Geist beeinflussten und die eher kriegerischen Elementarzauber unterschieden sich wiederum von beiden. Die Gilde unterteilte die Forschung also in die Disziplinen der Elementarmagie, der Verwandlungsmagie, der Hellsichtmagie und der Bewegungsmagie auch einfach Kinetik genannt. Jeder dieser Bereiche wuchs und schon bald wurde der Verwaltungsapparat zu groß um alles unter einem Dach zu händeln. Der Kaiser beschloss, dass es fortan vier Gilden und damit auch vier Gildenmeister geben sollte. Jeder Magier sollte sich entsprechend seines Talentes in der Gilde weiterbilden, die ihm am ehesten entsprach, aber es sollte auch jeder die Grundlagen der anderen drei kennen. Der Grundstein der modernen Gilden war geboren.

 

Die Gilden im Rasenna Reich

Das stetige Wachsen des Reiches ermöglichte auch den Gilden weiter zu wachsen und sich Wissen von außerhalb des Reiches anzueignen. Umgekehrt bot das erlangte Wissen neue Möglichkeiten in der Kriegsführung, aber auch im Bau und in der Wirtschaft. In allen Bereichen wurden die Gildenmagier zu einem wichtigen Faktor und nachdem jede Gilde eine Schule in Uldum errichtet hatte wurden auch in anderen eroberten oder politisch angegliederten Städten Schulen und Forschungsinstitutionen errichtet. Während seiner größten Ausdehnung gab es im Rasennareich dreißig Schule, allein zehn davon gehörten zur Gilde der Elementarmagie. In den größten Städten des Reiches war jede Gilde mit einer Schule verteten. Im Osten des Reiches waren dies die Städte Uldum Berg und Cambellala. Auch wenn Uldum die größte Stadt des Reiches war, lagen die meisten größeren Städte im Westen, jenseits der Berge. Die jüngste Stadt mit allen Gildenvertretungen war Agrippina. Kulturell unterscheiden sich die Gilden der Rasenna Zeit kaum von denen heute, die Forschung hingegen ist noch weit vom akademischen Standard entfernt. Die Magie ist noch sehr naturverbunden und die Forschung beruht stark auf der Beobachtung der Geister. Erst die Angshire Invasion und deren magische Überlegenheit brachte ein Umdenken. Von Kriegsgefangenen erfuhr man, dass die Angshire deutlich formaler operierten.

 

Untergang des Reiches

Die Angshire drängten das Reich immer weiter zurück und besiegten seine einst mächtigen Legionen durch magische Überlegenheit. Alle Schulen westlich des großen Gebirgskamms gingen verloren und nur durch das geographische Hindernis, sowie die Tatsache, dass keine neuen Angshire Schiffe mehr über das Meer kamen und sie gefahr liefen sich zu überdehnen, rettete die Reste des Reiches. Da der letzte Kaiser aber kinderlos im Krieg gestorben war und sich die Adeligen nicht auf einen Nachfolger einigen konnten zerbrach das Reich endgültig. Lediglich die Schulen in Uldum und Berg verblieben im Reich, da sich Rigar, eine der mächtigsten Provinzen, bereits vor dem Exodus für unabhängig erklärt hatte. Während Berg und Uldum für über 80 Jahre in getrennten Staaten lagen, blieben die Gilden miteinander verbunden. Sie brauchten alle verbliebenen Wissenschaftler, um das von den Angshire erbeutete Wissen auszuwerten und die Gildenmage grundlegend zu reformieren. Die Sorge, dass die Angshire irgendwann über das Gebirge kommen könnten um ihre Eroberung des alten Reiches zu beenden trieb die Fürsten von Uldum letztendlich dazu ihre Macht wieder auszubauen. Miras di Tridita rief sich zum König von Albion aus und forderte die anderen Herzöge auf ihm die Treue zu schwören. Die neuen Erkenntnisse der Uldumer Schulen, die über deutlich mehr Kapazität als die in Berg verfügten, sorgten dafür, dass Albion gegenüber den anderen Fürstentümern einen klaren Vorteil hatte.

 

Neubeginn

Die Reform der Gilden war grundlegend und gab ihnen die heutige Gestalt. Es gelang aber nicht die Rigarer Schulen wieder anzugliedern, die fortan eigene Gilden bildeten. Über die Jahre gab es aber zumindest im zivilen Bereich einen steten Wissensaustausch. Neue Konflikte mit den Skir und den Astellianern zeigten aber bald, dass es noch viel zu erforschen galt, auch wenn nie bekannt wurde um wie viel mächtiger die beiden alten Kulturen waren. Eine neue Erkenntnis war, dass viele Menschen eine magische Begabung hatten, nur dass sie meistens eher schwach war. Schon zu Rasenna Zeiten war es eine gängige Theorie, dass sich die magische Fähigkeit vererbt und vor allem, dass, wenn beide Elternteile magisch sind, sich die Fähigkeit des Nachwuchses vergrößert. Tatsächlich ist das Vererben des Talents wesentlich komplizierter, auch weil scheinbar aus dem nichts sogar starke Magier geboren werden und umgekehrt auch schon der gesamte Nachwuchs potenter Magierfamilien komplett talentlos waren. Die Gilden arbeiten bei der Erforschung der Vererbung eng zusammen, wobei aber von jeder Gilde nur ein streng kontrolliertes Team von Spezialisten beteiligt ist und die Ergebnisse unter Verschluss gehalten werden. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass die Forschungsmethoden äußerst unmenschlich seien und es sollen gar einige schreckliche Geheimnisse aufgedeckt worden sein. Angeblich sollen die Hexen des Nordens viel mächtiger sein als selbst die mächtigsten in den Gilden und nur die Tatsache, dass die drei Clans in Ungnade gefallen waren, soll ein Eingreifen dieser in die Nordkriege verhindert haben. Andere munkeln, dass die ganze Erbtheorie, auf die sich insbesondere die Traditionalisten stützen, komplett falsch ist.

 

Die Gildenmagie heute

Jahrhunderte der Forschung haben ergeben, dass sich Magie und ihre Wirkung mathematisch abbilden lassen. Ähnlich den physikalischen Gesetzen lassen sich mathematisch strukturierte Gesetzmäßigkeiten erfassen, die die Magie und ihre Wirkung beschreiben. Eine der Kernaufgaben der Gilden ist es in Zusammenarbeit mit den größten Mathematikern ihrer Zeit, den Formelkanon zu erweitern und die Mathematik so zu erweitern, dass sie immer neue tiefergehende Formen der Magie beschreiben kann. Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass die Magie in der Früh- und Mittelphase des Rasenna Reiches deutlich weiter war als sie es heute ist. Aber zum einen sind die Forschungswege der damaligen Magier in Vergessenheit geraten und zum anderen ist durch die Angshire Invasion auch sehr viel Wissen verloren gegangen. Ein Teil der Bemühungen der Gilden richtet sich deswegen darauf alte Schriften zu Tage zu fördern und alles über die Wissenschaften von damals herauszufinden.


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