Tod und Verfall

Summary

PLOT DISCLAIMER! Alles hier stehende sind Aufschriebe für etwaige Plots verschiedenster Art. Entweder für Rollenspielkampagnen oder für Geschichten innerhalb der Welt. Alles was hier steht, kann, muss aber nicht der Wahrheit entsprechen und ist immer mit Vorsicht zu genießen.


Den Leser erwarten Spoiler!

Diese Welt brennt. Sie dürstet nach Feuer wie Menschen nach Wasser dürsten. Tausend Jahre des Krieges und es ist kein Ende in Sicht. Die Menschen sind es nicht leid sich gegenseitig zu ermorden, Intrigen zu spinnen und Häuser niederzubrennen. Wir leben in einer Zeit ohne Gegenwart und ohne Zukunft. Selbst die Vergangenheit verblasst. Nur die alten Männer am Lagerfeuer und die Anhänger des Koan, erzählen noch von den großen Zeiten der Menschen.

Der Prediger erzählt die Koan Legende.

Der Prediger stand mit ausgebreiteten Armen vor dem Feuer, das seine Gesicht düster von unten beschien. Einen Augenblick war Ruhe, nur das Knacken des Feuers durchbrach die Stille. Dann applaudierten alle. Es war eine Kunst Geschichten zu erzählen und eine besondere diese eine bekannteste Geschichte so wiederzugeben, dass man seine Zuschauer noch bannen konnte. Murtar stand am Feuer und beobachtete die Menge. Um den Prediger hatten sich eine Traube von Leuten gebildet die ihm dankten oder einige Münzen zusteckten. Die anderen Menschen saßen ums Lagerfeuer und unterhielten sich aufgeregt. Neben Murtar standen zwei Männer und eine Frau die anscheinend eine heftige Diskussion über Koan führten.

„Koan hat uns die ganze Scheisse doch eingebrockt. Er hat die Götter getötet und dazu noch den einzigen Gott am Leben gelassen der uns umbringt. Man sollte ihn nicht ehren dafür sondern hassen,“ die Frau war anscheinend eine der vielen Gegner Koans.

„Nein, ohne Koan wären wir noch immer unter der Rute der Götter. Wir wären gezwungen ihnen zu folgen, zu ihnen zu beten. So dürfen wir selber entscheiden ob wir beten wollen oder nicht,“ der Sprecher war ein Mann mit braunem Haar. Seine Kleidung verriet das er aus der höheren Gesellschaft stammte. Er war eindeutig sein eigener Herr.

„Warum sollte es soviel schlimmer sein unter der Rute der Götter,“ die letzten Worte spuckte die Frau beinahe aus. „Was haben wir heute? Krieg und Hunger, Tod überall. Nun da Nua keine anderen Götter mehr hat, die ihr Einhalt gebieten ist sie drauf und dran ihr ganzes verdammtes Buch auszustreichen.“

Bei den Worten musste Murtar lächeln. Nua wurde immer als alte gebückte Frau beschrieben, gebeugt durch das gigantische Buch auf ihrem Rücken. Ihre Finger sollten aus schwarzer Kohle bestehen. Die Rechte Hand zum eintragen der Namen und die Linke zum ausstreichen. Wen das was die Frau stimmen würde, hätte Nua bald keine Linke Hand mehr.

„Nua ist doch keine Mörderin, sie bestimmt doch nicht wann ein Name ausgestrichen werden muss. Erst wen die Zeit eines Menschen gekommen ist, streicht sie ihn aus,“ die dritte Person in der Gruppe war ein Mann in einer blauen Kutte, auf deren Rücken ein Buch gemalt war. Er gehörte der einzigen Religion an, die es neben der Koanischen Verehrung noch gab, der Religion der Nua. Die meisten ihrer Angehörigen sahen in Nua eine freundliche alte Frau.

„Das sagst du,“ die Frau warf dem Nua-Anhänger einen verächtlichen Blick hin. „Nua ist ein Gott. Der einzig verbleibende Gott. Natürlich entscheidet sie wann sie einen Namen ausstreicht. Wer sollte es den sonst tun. Du etwa?“

Der Angesprochene zuckte zusammen. Er senkte seinen Blick und murmelte leise ein Gebet in seinen Bart hinein. Zwar glaubten die Anhänger von Nua nicht, dass ihre Göttin sie früher abberufen könne, aber Nua hatte dennoch einen großen Einfluss auf den Verlauf des nächsten Lebens.

„Lass den armen Mann in Ruhe. Er hat doch das Recht zu Glauben was er will,“ mischte sich der Braunhaarige wieder in Gespräch mit ein. „Fakt ist, das Koan etwas gutes für die Menschen getan hat. Er hat uns die Wahl gegeben, das zu tun was wir wollen. Ohne ihn würden wir noch immer wie Würmer im Staub kriechen.“

„Ohne ihn würden wir nicht zu Tausend im Staub verrecken,“ die Frau erhob ihre Stimme. „Ohne Koan würden jeder Mensch ein ruhiges, friedliches Leben führen können.“

Murtar schaute sich noch einmal um und ging dann langsam Richtung seines Wirtshauses. Solche Diskussionen hatte er schon so oft gehört. Es waren immer die gleichen Argumente die ausgetauscht wurden. Wahrscheinlich hatte keine Seite Recht. Er ging das pragmatischer an. Koan hatte die Götter getötet. Punkt. Daran war nicht zu rütteln. Warum sich also aufregen. Man konnte sowieso nichts dran ändern.

In seinem Zimmer angekommen, legte er sich mit Klamotten ins Bett. Morgen musste er früh raus.


Das Lagerfeuer war nur noch immer am Glühen als er aus dem Wirtshaus trat. Auf dem Platz waren keine Menschen bis auf zwei Männern in Roben.

Murtar kniff die Augen zusammen. Einer fehlte noch. Er hatte mit drei Magiern ausgemacht, das sie sich hier treffen würden. Es fehlte der dünne mit der glänzenden Haut.

Die beiden Magier begrüßten ihn murmelnd als er sich zu ihnen gesellte.

Beide waren in die selbe braune Robe gehüllt. Der eine war ein großgebauter Mann mit dunklen Augen und stark hervorstechenden Wangenknochen. Sein Bart wucherte wild über sein Gesicht und seine strohblonden Haare fielen ihm bis zu den Schultern, sie waren nicht besonders gepflegt.

Auffällig war die weisse Hand. Sie bestand, so schien es nur aus Knochen und verharrte in immer der selben halb offenen Stellung. Die Robe war alt und zerschliessen aber wenigstens um die schien er sich zu kümmern. Auf dem Rücken hatte er das R der Rankiader. Der Name des Mannes war Nirus, ein Magier der lange Zeit als Gladiator gekämpft hatte, bevor er seinen Lord und alle seine Gefolgsleute getötet hatte.

Der andere Magier war ungefähr gleichgross wie Murtar. Sein Gesicht war jung und alt zugleich. Die Haut war makellos und das braune Haar sah aus wie bei einem Mann in seinem besten Alter aber seine Augen waren die eines Greises. Es war der unheimliche Anblick eines Blutmagiers, Tisur war sein Name.

Die Drei mussten einige Zeit warten bis der letzte kam den Murtar für sein Unterfangen angeworben hatte.

Murtar unterhielt sich in der Zeit mit Tisur, der ein sehr gesprächiger Zeitgenosse war. Nisur dagegen sagte nur das nötigste. Er schnaubte nur, als Tisur eine abfällige Bemerkung über Koan machte.

„Da kommt ja unsere glänzende Haut,“ Tisur verzog spöttisch den Mund. Der letzte im Bunde war ein Magier namens Pirur. Er war ein aussergewöhnlich schöner Mann dessen Haut fast wie Gold in der Sonne glänzte. Sein schwarzes Haar war kurz geschnitten. Er hatte die blaue Robe der Nua-Anhänger an. Pirur verbeugte sich vor uns. In seinem Gesicht war auch ein spöttisches Grinsen zu sehen. Im Gegensatz zu den normalen Nuanern war Pirur ein äusserst selbstverliebter und überhaupt nicht bescheidener Mann. Murtar hatte ihn einmal beobachtet wie er morgens seine Hände schrubbte. Wen er sich diesen Anblick in den Kopf rief, musste er immer wieder schmunzeln. Er verscheuchte den Anblick aus seinem Kopf und sagte: „So da wir nun alle da sind,“ er konnte sich hier einen missbilligenden Blick auf Pirur nicht verkneifen, welchen dieser mit Schulterzucken beantwortete, „möchte ich euch nun bieten mir zuzuhören.“

Er griff in seine Tasche und holte eine kleine Rolle hinaus und breitete diese vor sich aus. „Hier seht hier das Gebiet des Lords von Run, des Lords von Nud und des Lord von Pis.“ Es war ungeschriebenes Gesetz, das ein Lord mächtiger war wen sein Name kürzer wurde. Es kam durchaus vor das ein Lord seinen Namen kürzte, wen er dachte das ihm dies Zustünde. Lords mit nur drei Buchstaben hatten fast soviel Macht wie ein König. „Ich habe den Auftrag von Lord Run bekommen, Lord Nud sein us zurückzugeben und ihn wieder zum Lord Nudus zu machen.“ Pirur und Tisur lachten. Wobei es bei Tisur verdächtig gestellt klang. Nisur bliebt still.

„Eigentlich sollen wir nur in dieses kleine Loch gehen. Dort soll es Wesen geben, die Lord Nud von seinem Gebiet in das unseres Auftraggebers gescheucht hat. Lord Run meinte es handelt sich dabei um Kraks oder schlimmeres Getier. Am Besten wäre es wen wir es wieder zu Lord Nud zurücktreiben können aber wir können es auch einfach töten.“

Mit diesen Worten rollte Murtar die Karte wieder auf und steckte sie wieder in die Tasche.

 

Es vergingen einige Stunden bis sie den Wald gelangten, in dessen irgendwo die gesuchte Höhle sein sollte. Auf dem Weg hatten sich Tirur und Pirur die ganze Zeit unterhalten, Nisur war still nebenher gelaufen. Murtar war angespannt. Er war sich nicht ganz sicher ob sein Plan aufgehen würde. Es war sehr riskant, die drei Magier konnten ein Problem werden. Er verdrängte die Zweifel aus seinen Gedanken und deutete auf einen kleinen Pfad der in den Wald führte.

„Am besten wir gehen dort entlang, ein Hirte aus dem Dorf meinte er führe zu einer Lichtung an der ein Köhler seinen Arbeitsplatz eingerichtet hat,“ ohne eine Antwort abzuwarten ging Murtar einfach los. Hinter ihm folgten die Magier. Ihre Schritte waren lauter als seine, obwohl er eindeutig die schwereren Schuhe trug.

Nach einer weiteren Stunden erreichten sie den Platz der Köhlers. Fortan mussten sie durch unberührtes Gebiet laufen. Nur hin und wieder kreuzte eine Wildspur.

Immer wieder trafen ihn die Äste im Gesicht. Der Wald war mittlerweile zu einem undurchdringbaren Dickicht geworden. Hinter ihm fluchten die Magier. Murtar grinste in sich hinein. Diese Magier waren nichts gewohnt. Vorallem Pirur beklagte sich die ganze Zeit. Dabei war an seiner Haut, im Gegensatz wie bei den drei anderen, kein Kratzer zu sehen.

„Wo ist diese verfluchte Höhle,“ Tisur stand neben Murtar. Sie waren auf einer Lichtung angekommen und waren sich nicht einig in welcher Richtung sie weitergehen sollten.

„Hier entlang,“ Murtar zeigte mit dem Finger in die entgegengesetzte Richtung zu der aus der sie gekommen waren. „Dort riecht es nach Bosheit und Tücke. Genau so wie ich es von der Höhle erwarte.“

Gerade als Murtar in die Dunkelheit des Waldes treten wollte, hörte er hinter sich einen krächzenden Schrei. Die Magier begaben sich sofort in Abwehrhaltung. Murtar stiess einen Fluch aus, als er sah, was sich hinter ihnen auf der Lichtung breit gemacht hatte.

Dort stand eine dreimeter großer an den Händen mit Krallen bewehrter Krak. Diese Wesen sehen aus wie übergroße Gottesanbeterinnen, denen man den Unterkörper einer Katze angeklebt hatte. Der Schwanz des Wesens peitschte über den Boden. Der Krak faltete gerade seine Flügel zusammen und kam, ohne ein Geräusch zu machen auf sie zu. Kraks leben in der Regel von dem Blut ihrer eigenen Rasse. Doch hin und wieder bedienen sie sich auch an artfremden Lebensformen.

„Nisur, hilf mir,“ Murtar zog sein Schwert und ging einige Schritte auf den Krak zu. Nisur folgte ihm. Tisur und Pirur waren nirgends zu sehen. Innerlich verfluchte Murtar sie.

Gerade als Murtar auf den Krak losgehen wollte, hörte er eine Melodie. Es war der leise Gesang einer Flar. Flar sind kleine, Heuschrecken ähnliche Insekten, die mit ihren Beinen magisch wirkende Schlafmelodien hervorrufen können. In der Regel waren Flars in einer Art Sympiose mit größeren Raubtieren, denen sie die Beute in den Schlaf sangen. Als Gegenleistung ernährten sich die Flars dann vom Blut der Raubtiere.

Noch bevor Murtar sich die Ohren zuhalten konnte, übermannte ihn der Schlaf. Das letzte das er sah, war Nisur der neben ihm zu Boden ging.

Als er wieder aufwachte, war Murtar gefesselt. Mit dem Rücken lehnte er an kaltem Felsen. Seine Hände schmerzten durch das Seil, das stramm um seine Gelenke geknotet war. Um herum war alles dunkel. Kein Laut war zu hören. Nur der Geruch von Blut stieg ihm in die Nase.

An seinen Füßen spürte er Feuchtigkeit. Etwas war dort und verbreitete Wasser auf dem Boden. Mit einem Ruck drehte er sich von der Wand weg und landete mit einem dumpfen Schlag mit dem Bauch auf dem Boden. Sein Gesicht landete direkt in der Flüssigkeit auf dem Boden. Der Geruch des Blutes stieg ihm wieder in die Nase und er schmeckte Eisen auf der Zunge. Mit einem Fluchen rappelt er sich wieder auf. Der ganze Boden war voller Blut.

Als er gerade vollkommen aufgestanden war, hörte er von hinten ein Geräusch. Es waren Schritte. Das Licht einer Fackel erhellte sein Sichtfeld. Er stand in einer kleinen Hölle. Der Boden stieg zur Mitte hin leicht an. Auf dem kleinen Hügel in der Mitte, saß der Krak mit angezogenen Flügeln. Aus seinem Mund sabberte das Blut.

Die Höhle war so klein, dass der Krak mit seinem Kopf fast an die Decke stiess. Die Wände waren kreisrund und gingen in einem Halbbogen zusammen. Es gab nur einen kleinen Eingang aus dem das zitternde Licht der Fackel fiel. Die Schritte wurden lauter.

„Nua, Nua, kleine Frau, steck hier nicht die Finger rein. Nur wer Tod ist, kann von dir besessen werden. Keiner sollte ewig leben,“ eine monotone Stimme murmelte einen Gesang der Nuaner.

„Leben ist ein Teil des Todes. Heute nicht Nua, heute nicht,“ Murtar war zwar kein Kenner dieser Gesänge, doch schon bei diesen kurzen Sätzen merkte er, dass der Inhaber der Stimme kein Nuaner war. Vielmehr klang es wie ein Spott auf Nua.

„Sterben im Leben. Leben im Sterben. Nua, komm her oder geh hinfort.“ Als der Mann diesen Satz beendet hatte, trat er in die Höhle.


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