Horadim

Brator hungerte. Seit Wochen irrte er durch diese einsame Gegend in der nichts wuchs als trockenes Gras. Vor wenigen Tagen hatte er das erste Mal wieder die Fährte einiger Ziegenböcke gefunden und war ihnen einige Stunden gefolgt. Was hatte er geflucht, als er die Spuren verloren hatte. Nicht so sehr wie zu dem Zeitpunkt als er seine Sippe nicht mehr wieder finden konnte, aber dennoch sehr sehr laut. Die Fährte war auf dem steinig, vertrockneten Grund einfach nicht zu verfolgen gewesen. Oder er hatte sich nicht genug beeilt. Einerlei.

Es hatte ihn immerhin ein neues Zeichen gegeben. Vor ihm am Horizont war der Berg erschienen. Zuerst hatte er es nur für eine Täuschung gehalten. Doch dann, als er einige Stunden darauf zu gelaufen war, wurde es Gewissheit. Dort war ein Berg. Ein herrlicher Berg. Zumindest hoffte er das. So eine Besonderheit in der Landschaft würde doch Menschen anlocken. Oder zumindest irgendetwas anlocken.

Es dauerte noch eine Nacht bis er am Fuß des Berges ankam. Der Berg war wirklich gewaltig. Er hob seine Hand über die Augen und versuchte durch zusammengekniffene Augen die Spitze des Berges abzusuchen. Die Sonne blendete ihn.

Da.

Er frohlockte. Etwas weiter oben auf dem Berg hatte er eine Bewegung gesehen. Eindeutig. Es hatte fast so ausgesehen wie ein Hirsch. Oder eine Ziege. Ein Ziege war wahrscheinlicher. Mit neuem Mut zog er eine der widerlichen Knollen aus seinem kleinen Lederbeutel, packte seinen Speer und machte sich auf den Aufstieg. Heute würde er bestimmt Erfolg haben bei der Jagd.

Als es Abend war, hatte er noch nichts erbeutet. Aber er hatte Spuren gefunden. Einige Spuren. Darunter waren sogar einige Menschliche gewesen. Muk hatte endlich Gnad und befreite ihn aus seiner steinernen Hölle. Brator fluchte bei dem Gedanken. Sofort kniete er sich hin und betete zu Muk. Hoffentlich war ihm der Gott für diesen Gedanken nicht böse.

Am nächsten Morgen irrte Bratos weiter den Berg hinauf. Die Spuren der Menschen verloren sich leider aber immerhin konnte er der deutlichen Spur einer Ziegenherde folgten. Gegen Mittag erreichte er den Gipfel des Berges. Dort zwischen zwei Steinen fand er endlich sein Glück. Ein kleines Ziegenkalb war von der Herde getrennt worden und lag dort blöckend zwischen den Felsen. Bratos beendete sein Elend schnell. Bald darauf brannte ein kleines Feuer und ein brutzelndes Stück Fleisch lag darin. Während er wartete, begann er zu Grinsen. Er wusste wie er diesen Berg nennen würde. Er war hier durch eine kleine Ziege gerettet worden also sollte der Berg kleine Ziege heißen:

„Horadim,“

flüsterte er leise.

Geography

Der Horadim ist ein Berg in Juarta nahe des heutigen Kucing. Der Berg liegt in weitem, offenem Gelände und ist somit eine strategisch gute Position für Verteidigungsanlagen. Der Horadim ist deswegen schon seit langer Zeit von Juarta verteidigt worden und es war immer ein Verlust, wenn der Berg in Feindeshände geriet.

An dem Berg haben einige Schlachten stattgefunden. Die Berühmteste ist wohl die erste Schlacht zwischen Koan und dem Juartanischen Heer unter König Abdi I. Bei dieser Schlacht wurde die Horadim Horadim das erste Mal seit Jahrtausenden wieder verloren.

Flora & Fauna

Der Berg selber ist ein gigantischer Brocken Stein. Auf seinen Flanken wachsen vereinzelt Pflanzen und der ein oder andere Ziegenbock verirrt sich auf ihn. Ansonsten ist der Berg so gut wie unbewohnt von Tieren und Pflanzen. Das Volk von Juarta hat vor langer Zeit damit begonnen einen gigantische Weg in den Stein zu schlagen, der heutzutage bis zur Burg auf der Spitze führt.
Type
Mountain / Hill
Location under
Juarta
Included Locations
Owning Organization
Könige von Juarta
Contested By

Comments

Please Login in order to comment!