Abdi IX.

König von Juarta

Sohn von Abdi IX., gekrönt mit 51, gestorben mit 102, 51 Jahre Regierungszeit

Abdi VIII. Vater war ein großer Mann gewesen. Er hatte das Land wieder gestärkt, die korrupten Beamten entmachtet und dem Volk wieder Hoffnung geschenkt. Abdi IX. hatte immer in seinem Schatten gestanden. Er hatte aber irgendwann einen Freund gefunden: den Alkohol.

Es war der Abend seiner Krönung. Sein Vater hatte noch auf dem Totenbett den Plan für die Krönung entworfen. Er hatte seine Diener angewiesen mitzuschreiben. Er hatte genau geplant, wer kommen sollte und wie die Zeremonie ablaufen sollte. Sein Sohn hatte das fassungslos mitangehört. Er hatte seinen Vater immer bewundert als er ein Kind war. Abdi VIII. hatte eine einnehmende Präsenz gehabt. Er hatte die Menschen in seinen Bann gezogen und ihnen Mut gemacht. Seinen Sohn hatte er behandelt wie einen seiner Untertanen. Nur war sein Sohn nicht nur sein Untertan. Mit der Zeit hatte sich Abdi IX. daran gewöhnt. Sein Vater hatte einfach keine Zeit für ihn. Das Königreich war im wichtiger. Als sein Vater jedoch noch über seinen Tod hinaus über das Land regieren wollte, wurde der neue König wütend. Doch er konnte sich nicht gegen seinen Vater behaupten, nicht einmal nach dem dieser gestorben war. Die Lords am Hof taten alles wie es sein Vater befohlen hatte. Es war wirklich eine gelungene Feier. Natürlich war sie das, wie hätte sein Vater etwas machen sollen, das nicht perfekt geeignet war für Juarta.

Abdi IX. trank einen tiefen Schluck aus seinem Kelch. Der Wein war süßlich und schmeckte nach einem Kraut, dass ihm nicht bekannt war. Einer der Lords aus dem Süden hatte ihn mitgebracht. Er merkte wie ihm der Wein zu Kopfe stieg. Egal. Es war schließlich sein Abend. Heute ging es um ihn und nicht um irgendetwas anders. Es dauerte nicht lange, da war die Stimmung im Saal ausgelassen. Abdi IX. saß die ganze Zeit auf seinem Thron. Endlich konnte er sagen es war sein Thron. Die Adeligen des Landes kamen einer nach dem anderem zu ihm. Sie überbrachte ihm Geschenke verschiedenster Art. Er nickte ihnen immer zu. Der Wein stieg ihm zu Kopf. Jeder der Männer vor ihm lobten seinen Vater und bedauerten seinen Tod.

Dann kam einer dieser liderlichen Lords aus dem Süden zu ihm. Der Lord war erst unter seinem Vater unter die Herrschaft von Juarta gekommen. Es war kein Krieg notwendig gewesen, sein Vater hatte es geschafft, den Lord davon zu überzeugen von freien Stücken unter den schützenden Arm des großen Reiches zu kommen. Der Lord verneigte sich vor ihm. Schon wieder ging es nur um seinen Vater. Abdi IX. hielt es nicht mehr aus. „Ich bin nun König, du zerfletterter Fettwanst,“ einen Augenblick dachte er noch er hatte das gedacht. Dann sah er die Gesichter der Menschen um sich herum. Sie sprachen Bände. Ihm war es egal. Er machte einfach weiter. All seine Wut über seinen Vater entlud sich auf den etwas dicklichen Adeligen vor ihm. Als er fertig war, wurde es still im Saal. Selbst die Musik hatte aufgehört zu spielen. Der Lord vor ihm sah ihn mit vor Zorn geweiteten Augen an. Ohne ein Wort zu sagen, drehte er sich um und verschwand aus Juarta.

Es dauerte nicht lange bis das kleine Fürstentum im Süden neue Verbündete fand. Ein langer Krieg stand den Abdikönigen bevor. Abdi IX. war kein guter Feldherr. Er verlor einiges an Land und nur der Führung seines Sohnes ist es zu verdanken, dass es Juarta heute noch existiert. Als er starb, wurde auf seiner Beerdigung ein Schwein zu Ehren seines Vaters geschlachtet.

Life
157 - 236 (Died 79 years old)

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